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Schwule Lehrer: Outen oder besser nicht?

In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Beim Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen Pädagogen über alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die entscheidende Frage: Soll ich's wirklich machen, oder lass ich's lieber sein?

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...767603,00.html
  1. #1

    Lehrer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Beim Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen Pädagogen über alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die entscheidende Frage: Soll ich's wirklich machen, oder lass ich's lieber sein?

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...767603,00.html
    sollten das bleiben, was sie im öffentlichen Leben sind,Lehrer !!!
    Bei einer Betrachtung von Erfolg bzw. Misserfolg in einem Beruf sollte die sexuelle Ausrichtung aussen vor bleiben.
    Bei der fehlenden Toleranz unter Schülern und Kollegen werden sowieso nur die Misserfolge der Homosexualität zugeordnet.
    Herr Wowereit hat ja vorgemacht wie es dann in der Praxis läuft. Bei Kritik wird man ja dann sehr schnell selbst in die Ecke der " Schwulenhasser" gedrängt.
  2. #2

    Wo kommt es wohl her?

    Schüler haben laut zitierter Studie zu einem hohen Prozentsatzs homophobe Ansichten. Der Eintrag im Biologiebuch und die erste Reaktion des Verlags zeigen deutlich, dass selbst die sogenannte tolerante Gesellschft unterschwellige Ressentiments gegenüber Homosexuellen hat. Diese werden unbewusst von den Jugendlichen aufgegriffen.
    Niemand sollte sich über seine Sexualität definieren müssen. Trotzdem ist es wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen für einen unverkrampften Umgang mit homosexuellen Menschen. Aufgrund des Mobbings sind da die Hamburger Lehrer in der Zwickmühle. Ich hoffe, sie werden den Mut haben, etwas zu bewirken.
  3. #3

    so ein Bloedsinn

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Beim Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen Pädagogen über alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die entscheidende Frage: Soll ich's wirklich machen, oder lass ich's lieber sein?

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...767603,00.html
    Die sexuelle Praegung ist fuer den Beruf doch voellig unerheblich. Es geht absolut niemanden etwas an, ob ich und mit wem ich verheiratet bin. Ob ein/e Lehrer/in oder Sachbearbeiter/in oder Schreiner/in oder Mechaniker gut oder schlecht ist, haengt schliesslich nicht vom Geschlecht ab. Es ist schon eine Unverfrorenheit ueberhaupt wissen zu wollen, was ich mit wem in meinem Schlafzimmer mache; mich interessiert das Schlafzimmerverhalten anderer ja auch nicht. Der Versuch einer sexuellen Annaeherung von einem Lehrer oder Lehrerin and einen Schueler oder Schuelerin ist doch gleichermassen inakzeptabel. Zu welchem Ende moechte ueberhaupt jemand seine oder ihre sexuelle Neigung auf der Brust tragen? Jeder Mensch sollte so akzeptiert werden wie er/sie ist.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Beim Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen Pädagogen über alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die entscheidende Frage: Soll ich's wirklich machen, oder lass ich's lieber sein?

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...767603,00.html
    Kenne keinen, der mit einem T-Shirt rumläuft auf dem steht: "aber hallo - ich bin hetero". Die sexuelle Orientierung eines Menschen gehört nicht in die Arbeitswelt, auch bei Lehrern nicht. Man braucht kein Geheimnis draus zu machen und zur Schulbildung gehört sicherlich auch die Aufklärung über die Möglichkeiten sexueller Ausrichtung, aber alles zu seiner Zeit. Das permanente Aufmerksammachen auf seine sexuelle Ausrichtung finde ich eher geschmacklos, auch bei Heteros.
  5. #5

    öffentliches Privatleben?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Beim Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen Pädagogen über alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die entscheidende Frage: Soll ich's wirklich machen, oder lass ich's lieber sein?

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...767603,00.html
    Ich habe da sehr gemischte Gefühle und meine Ansichten zu diesem Thema haben sich in den letzten 10, 20 Jahren geändert. Privatleben heißt doch deswegen so, weil es privat ist. Als ich in den 50er und 60er Jahren zur Schule ging, wußten wir Schüler so gut wie nichts über das Privatleben unserer Lehrer, diese wurden gesiezt und mit dem Titel, bzw. der Berufsbezeichnung angesprochen. Meine Töchter in den 70er Jahren hatten Lehrer, die sich zu Freunden der Schüler machten und geduzt und mit dem Vornamen angeredet wurden. Damals fand auch ich das toll (cool ist wohl das richtige Wort) Bei den Lehrern meiner Enkelkindern beobachte ich eine rückläufige Bewegung und bin froh darüber.

    Was geht es die Schüler das Privatleben oder gar die sexuelle Ausrichtung der Lehrer an? Warum muß heutzutage jeder sein Privatleben nicht nur vor allen Leuten ausbreiten, bis ins letzte Detail und sich sogar noch vor Kindern dafür rechtfertigen? Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob jemand hetero, schwul, kariert oder gestreift ist, sondern mit der Vielfalt des Lebens gelassen und respektvoll umgegangen wird. Ich weiß, das ist Utopie. Aber ich halte es nicht für den richtigen Weg, wenn die Tatsache, daß ich schwul oder lesbisch bin zum Thema zwischen Lehrern und Schülern gemacht wird.

    Im Kollegenkreis ist es natürlich ein Seiltanz, wenn die sexuelle Ausrichtung Thema wird. Und man kann da keine pauschalen Ratschläge geben, jeder Mensch reagiert anders.
    Je mehr man von sich preis gibt, desto verletzbarer wird man. Ich fürchte nur, durch Demonstration und Rechtfertigung und Diskussion wird man keinen Schwulenhasser vom Gegenteil überzeugen, sondern eher den Widerstand vergrößern. Ich glaube nicht, daß die Akzeptanz größer wird, wenn man sein Sosein als T-Shirt-Aufschrift vor sich herträgt. Würde ein heterosexueller Lehrer auf die Idee kommen, sich vor den Kindern zu rechtfertigen, daß er mehrere Geliebte hat? Oder überhaupt kein Interesse an Sex hat?
  6. #6

    Es sollte kein Problem sein

    Der Konrektor am Gymnasium meiner Tochter war schwul, trat auch mit Partner bei Veranstaltungen auf.
    Es war nie ein Problem. Er wurde dann Rektor des Gymnasiums der Nachbargemeinde.
    Jeder wusste es, es wurde nie thematisiert, wozu auch!
  7. #7

    abgesehen

    Zitat von pixie48 Beitrag anzeigen
    Die sexuelle Praegung ist fuer den Beruf doch voellig unerheblich. Es geht absolut niemanden etwas an, ob ich und mit wem ich verheiratet bin. [...] Jeder Mensch sollte so akzeptiert werden wie er/sie ist.
    abgesehen davon, dass dieser artikel vor ein paar monaten schonmal bei SPON nachzulesen war ...
    dass das politische das private beeinflusst und das private nunmal politisch ist, ist eine unbestreitbare tatsache.

    Wer sich versteckt hat schon von vorneherein verloren, ist in einer reaktiven, passiven rolle. Jeder, der ein comingout hinter sich hat weiss: je offener, aggressiver er das recht, so zu sein wie er ist, behauptet, desto weniger 'diskussion' (mobbing, ärger, usw.) gibt es. Es ist das simple psychologische soziale spiel von hammer und amboss. Wowereit hat's vorgemacht, wie man den sowieso unvermeidbaren diskurs führend bestimmt.
    Ich muss nicht passiv akzeptiert werden, ich muss mir meine akzeptanz schon auch aktiv erkämpfen.

    Mir wäre es zu blöd, mich 8 stunden täglich zu verstecken, zu verstellen, die anstrengung auf mich zu nehmen jemanden darzustellen der ich nicht bin ... für wen / für was? für eine bande rotzgören? für 'kollegen' mit denen ich privat in aller regel nichts zu tun haben will? für einen cholerischen und mißgünstigen chef? - sorry, dafür ist mir meine lebenszeit zu schade.
    Wer mit mit nicht umgehen kann oder können will, hat halt pech.
    Wessen verlust das ist, dürfte auf der hand liegen.
  8. #8

    In den spaeten 80ern

    machte ich mein Abitur an einem sehr gutbuergerlichen Gymnasium in Berlin. Homosexualitaet bei Lehrern und Schuelern war kein grosses Thema: Es gab mindestens einen schwulen Lehrer und eine lesbische Lehrerin... Ob es nicht doch mehr waren, kann ich nicht sagen - zumindest diese beiden kamen bei Veranstaltungen mit Partnern (Schulball, Theaterauffuehrungen, Konzerte, Weihnachtsfeiern etc.) eben auch mit Partnern. Es waere verdammt uncool gewesen, damit nicht selbstverstaendlich umzugehen. Bei uns Schuelern sah das aehnlich aus. Es gab mindestens sieben Schueler (2 Jungs und 5 Maedchen), die bis zum Ende der Schulzeit ihre homosexuelle Orientierung entdeckten. Diskussionsstoff war das nie - von Mobbing deswegen ist mir nie irgendetwas aufgefallen.

    Voellig am Thema vorbei: Unter Lehrern gab es eine ganz andere heisse Diskussion: Das Lehrerzimmer hatte ein Nebenzimmer fuer Raucher (das waren noch Zeiten!). Die nichtrauchenden Lehrer, die den Gestank im Raucherzimmer nicht ertragen konnten, fuehlten sich diskriminiert, da sie sich von den netten Runden dort ausgeschlossen fuehlten und machten sich fuer ein Rauchverbot im gesamten Gebaeude stark.
  9. #9

    .

    Zitat von Marbot Beitrag anzeigen
    Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob jemand hetero, schwul, kariert oder gestreift ist, sondern mit der Vielfalt des Lebens gelassen und respektvoll umgegangen wird. Ich weiß, das ist Utopie. Aber ich halte es nicht für den richtigen Weg, wenn die Tatsache, daß ich schwul oder lesbisch bin zum Thema zwischen Lehrern und Schülern gemacht wird.
    [...]
    Ich fürchte nur, durch Demonstration und Rechtfertigung und Diskussion wird man keinen Schwulenhasser vom Gegenteil überzeugen, sondern eher den Widerstand vergrößern. Ich glaube nicht, daß die Akzeptanz größer wird, wenn man sein Sosein als T-Shirt-Aufschrift vor sich herträgt. Würde ein heterosexueller Lehrer auf die Idee kommen, sich vor den Kindern zu rechtfertigen, daß er mehrere Geliebte hat? Oder überhaupt kein Interesse an Sex hat?
    Ich sehe das etwas anders. Gerade dadurch, dass es thematisiert und diskutiert wird, die verschiedenen "Parteien" sich austauschen, die Vielfalt der sexuellen Ausprägungen also offen in der Gesellschaft dargestellt wird, kann das Ganze doch erst zu einer Akzeptanz und Aufklärung finden.
    So, wie Sie es ausdrücken (vielleicht verstehe ich Sie auch nur falsch), sollte man lieber damit hinterm Berg halten und es verstecken.
    M. M. n. ist das nicht zielführend und verhindert, dass Kinder/Jugendliche lernen, dass es eben auf dieser Welt nicht nur das von Mutti und Vati (im herkömmlichen Sinne) vorgelebte Familienbild gibt, sondern eben auch andere Arten, miteinander zusammenzuleben.
    Und wo, wenn nicht in der Öffentlichkeit, sollen das die Kinder/Jugendlichen lernen, wenn sie es zu Hause nicht erleben und es dort vielleicht auch nicht thematisiert wird, weil gerade dort eben nicht die Vielfalt vorgelebt wird/werden kann?

    Ich persönlich finde es gut und wichtig, dass es Mutige gibt, die, wie hier im Artikel, auch im Berufsleben und generell in der Öffentlichkeit nicht mit ihrer Sexualität hinterm Berg halten.
    Ich selbst kenne mehrere Homosexuelle (sowohl männliche als auch weibliche) und erlebe in meinem Umfeld niemanden, der diejenigen schlechter behandelt als eben nicht Homosexuelle. Und diese Akzeptanz kommt m. E. n. daher, dass diese Leute ganz normal mit Ihrer Sexualität umgehen und sie nicht verheimlichen.

    Gerade durch Demonstration, (vielleicht auch) Rechtfertigung und (vor allem) Diskussion kann eine Solidarisierung unter Homosexuellen und Heterosexuellen stattfinden, welche dann wiederum dazu führt, dass die "Gegner" auf Gegenwind in der breiten Gesellschaft stoßen und ihre Meinung überdenken oder zumindest hinterfragen.

    Also: Nicht geheimhalten, offen damit umgehen, sich nicht einschüchtern lassen und durchhalten!

    MfG ToriW! :)

    P. S.: Das muss ich jetzt doch auch noch los werden: Was mich an dem Artikel irgendwie stört, ist, dass so betont wird, dass der gemobbte Lehrer in einer Haupt- und Realschule arbeitet, in der 90 % der Kinder/Jugendlichen aus Einwandererfamilien kommen. Für mich klingt das, als ob hier ein Zusammenhang konstruiert werden soll, den ich so nicht glauben kann.
    Ich bin mir SICHER, dass Mobbing an Homosexuellen auch von "inländischen" Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen betrieben wird.
    Kann sein, dass ich mich in der Intention des Geschriebenen irre, ich finde diese Info jedoch trotzdem überflüssig und irreführend.


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