Schwellenland-Boom: Europa verliert für deutsche Exporteure an Bedeutung

dapdDeutschlands Exporteure denken zusehends global - und verfrachten ihre Waren immer öfter in boomende Schwellenländer. Neuesten Zahlen zufolge sind die Ausfuhren in die Europäische Union auf 59,2 Prozent gesunken - Ende des Jahrzehnts könnten sie auf unter 50 Prozent gefallen sein.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...833566,00.html
  1. #1

    super...

    deswegen sollten wir Griechenland - und am besten noch Portugal, Spanien und Italien - aus der Eurozone werfen, damit der Euro massiv aufwertet und sich niemand mehr deutsche Produkte leisten kann!
  2. #2

    ..

    .. das wundert mich nicht wo doch der EUR seit der Krise teilweise 20 oder mehr % verloren hat gegenueber anderen Waehrungen.
  3. #3

    Ja aber ....

    Zitat von felk Beitrag anzeigen
    deswegen sollten wir Griechenland - und am besten noch Portugal, Spanien und Italien - aus der Eurozone werfen, damit der Euro massiv aufwertet und sich niemand mehr deutsche Produkte leisten kann!
    ... wenn man bedenkt, wieviel Mrd Euro Deutschland schon in Griechenland gepumpt hat (und vielleicht noch pumpen wird), dann verschwindet der Vorteil der Euroschwäche.
  4. #4

    60% bleiben in Europa, 40% gehen in den Rest der Welt. Vom "billigeren" Euro profitieren daher nur 40% unserer Exporte, während fast 100% unserer Rohstoffimporte durch den niedrigen Eurokurs verteuert werden.
  5. #5

    die Karavane und ich, der ewig kläffende Köter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschlands Exporteure denken zusehends global - und verfrachten ihre Waren immer öfter in boomende Schwellenländer. Neuesten Zahlen zufolge sind die Ausfuhren in die Europäische Union auf 59,2 Prozent gesunken - Ende des Jahrzehnts könnten sie auf unter 50 Prozent gefallen sein.

    Deutsche Exporte nach Europa sinken wegen Boom in Schwellenländern - SPIEGEL ONLINE
    Fragt sich nur, wann die Unternehmen ihren Exporten folgen werden. Es geht ja nicht nur darum, wieviel mit einem dt./europäischen Standort verdient werden kann, sondern nur darum, wo in einem kalkulierbaren Zeitrahmen am meisten verdient werden kann - ohne Rücksicht auf eine weitere Zukunft. Mit den Unternehmen gehen dann auch die Patente.

    Um eine Deindustrialisierung zu vermeiden oder wenigstens zu bremsen, halte ich protektionistische Maßnahmen im europäischen Rahmen für geboten: Wer in Europa verkaufen will, muß in Europa produzieren. Punkt. Ausnahmen regelt eine entsprechende Liste. Solche Maßnahmen können zeitlich befristet sein. Ebenso können sie auch bewußt nur ein Teil des Volumens des entsprechenden Marktsegmentes abdecken. Wird die Ansiedelung eines Unternehmes unmittelbar ( steuerliche Nachlässe ) oder mittelbar ( Infrastruktur, besondere Maßnahmen ) ausdrücklich subventioniert, so wird dem Unternehmen die Differenz zwischen den steuerlichen Einnahmen die es unmittelbar oder mittelbar generiert hat ( dazu zählen auch die Lohn- und Einkommensteuern seiner Beschäftigten ) zu den vorangehend genannten Aufwendungen mit Zins und Zinseszins analog einer Steuerschuld in Rechnung gestellt. Ein bewußtes Unterlaufen der Ausdrücklichkeit von fördernden Maßnahmen durch Bedienstete von Behörden stellt einen schweren Amtsmißbrauch dar, der gleich schwer wie Bestechlichkeit zu bewerten ist. Wirtschafts-, Verwaltungs- und Strafrecht müssen entsprechend angepaßt werden.

    Des weiteren sollte die europäische Währung nur bedingt konvertibel sein.

    Gegebenenfalls müssen WTO-Abkommen gekündigt und neu verhandelt werden. Dabei gilt aber das Gebot der Fairness: Was man anderen Wirtschaftsmächten zumutet muß man selber bereit sein in Kauf zu nehmen - nur so sind ( neue ) Abkommen möglich.

    Für nahe Nicht-EU-Staaten muß ein Assosziationsrahmen definiert werden, der ihnen eine wenigstens annäherungsweise gleiche Teilhabe an diesen Handelsrahmen ermöglicht. Die EU und der Euro sind in diesem Sinne durchaus hegemoniale Projekte.

    So und nicht anders hat das zu laufen. Freier Markt ist Quark.

    Knurr! Kläff, kläff ...
  6. #6

    Schwellenland-Boom

    Na dann wollen wir mal hoffen, dass dieses Schwellenland Boom auch zahlungsfähig bleibt. Ich sehe da Schwellenland-Boom-mäßig schwarz. Die Schwellenländer sind seher volatil. Mal haben sie Geld genug, mal sind sie über Nacht pleite, genau so wie in Europa!

    Es gibt wohl nur noch ein zwei Nationen, in die man ohne Probleme exportieren kann, weil sie noch genug Schotter haben: China, Saudi-Arabien nebst Anhängseln sowie evtl. noch Russland.

    Ansonsten sage ich: Vorsicht vor den Schwellenländern!
  7. #7

    Nun ja, die Exportüberschüsse Deutschlands innerhalb von €uropa – die sich in den Target-Bilanzen niederschlagen - sind binnen eines Jahres um 350 Mrd.€ gestiegen.
    Datei:TARGET2-Salden der Deutschen Bundesbank.png
    Falls der € zusammenbricht wird man davon – es sind ja Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB – wohl nichts mehr wieder sehen. Und darüber hinaus dürften nicht nur diese Überschüsse (quasi ausschließlich gegenüber den PIIGS-Staaten) wegbrechen – bei einem bisherigen gesamten Exportvolumen von 1000Mrd.€! (Zum Vergleich: das Volkseinkommen betrug zuletzt 1900Mrd.€.) Die Formulierung „verliert an Bedeutung“ ist da ja wohl mehr als geschönt. Und am geknebelten Binnenmarkt (seit einem Vierteljahrhundert sind die Reallöhne nicht mehr gestiegen – ein viel bejubelter Grund unserer Exportstärke) will so mancher auch weiterhin festhalten und gar noch mehr sparen.
    Was uns die Agenda 2010 gebracht hat – und andere in €uropa dafür in Bedrängnis gebracht hat – wird sich wohl in einem Nichts auflösen! (Physikalisch-philosophisch betrachtet kann ein Perpetuum mobile ja auch nicht funktionieren.)
    Aber die Kauflaune bei einem weichen € (wer weiß, was danach kommt) ist natürlich toll – da „brummt“ die Wirtschaft!
  8. #8

    Nachtrag

    Zitat von Datenflut Beitrag anzeigen
    ... Freier Markt ist Quark.

    Knurr! Kläff, kläff ...
    Ganz im Sinne des Themas diese aktuelle Nachricht auf SPON DE vom 18.05.2012
    Strafzölle auf Importe - USA riskieren Solar-Krieg mit China

    Rawau, rawau ...
  9. #9

    Genau so ...

    Zitat von drehrumbum Beitrag anzeigen
    Nun ja, die Exportüberschüsse Deutschlands innerhalb von €uropa – die sich in den Target-Bilanzen niederschlagen - sind binnen eines Jahres um 350 Mrd.€ gestiegen.
    Datei:TARGET2-Salden der Deutschen Bundesbank.png
    Falls der € zusammenbricht wird man davon – es sind ja Forderungen der Bundesbank gegenüber der EZB – wohl nichts mehr wieder sehen. Und darüber hinaus dürften nicht nur diese Überschüsse (quasi ausschließlich gegenüber den PIIGS-Staaten) wegbrechen – bei einem bisherigen gesamten Exportvolumen von 1000Mrd.€! (Zum Vergleich: das Volkseinkommen betrug zuletzt 1900Mrd.€.) Die Formulierung „verliert an Bedeutung“ ist da ja wohl mehr als geschönt. Und am geknebelten Binnenmarkt (seit einem Vierteljahrhundert sind die Reallöhne nicht mehr gestiegen – ein viel bejubelter Grund unserer Exportstärke) will so mancher auch weiterhin festhalten und gar noch mehr sparen.
    Was uns die Agenda 2010 gebracht hat – und andere in €uropa dafür in Bedrängnis gebracht hat – wird sich wohl in einem Nichts auflösen! (Physikalisch-philosophisch betrachtet kann ein Perpetuum mobile ja auch nicht funktionieren.)
    Aber die Kauflaune bei einem weichen € (wer weiß, was danach kommt) ist natürlich toll – da „brummt“ die Wirtschaft!
    ... ist es!

    Dummheit - hier: Ungleichgewichte von Handelsbilanzen verewigen zu wollen - rechnet sich auf Dauer nicht.