Schweizer Ex-Bankdirektor: "Kurz davor, wahnsinnig zu werden"

Held oder krimineller Verräter? Der Ex-Banker Rudolf Elmer hat Daten über Steuerhinterzieher in seinen Besitz gebracht - und droht, sie weiterzugeben. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE beschreibt er, wie reiche Kunden den Fiskus austricksen - und Banken und Behörden auf seinen Fall reagieren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,545813,00.html
  1. #1

    Held der Marionetten

    Herr Elmer ist ganz klar ein Held. Denn was er, seine Familie und seine Kinder mitmachen ist ein Beweis für die mafiösen Strukturen der ach so seriösen schweizer Bänker.

    Ich habe großen Respekt davor wenn jemand diesen ungleichen Kampf auf sich nimmt. Ich hoffe, dass er das ganze unbeschadet überlebt. Ihm bleibt nichts anderes übrig als die Flucht nach vorne.

    Er hat kein Geld genommen. Das zeigt, dass er kein Gangster ist. Hoffentlich macht sein Beispiel Schule bei den Bänkern.
    Es ist eben eine einzige Sauerei. Wie sagte Brecht?
    " Was ist der Überfall auf eine Bank, gegen die Gründung einer Bank?"
    Zur Zeit wird die ganze Welt von der Gier der Bänker in eine Weltwirtschaftskrise gestürzt. Wo bleiben die Konsequenzen? Steinbrück will jetzt einen Bankenprofi für Matheus-Maier an die Spitze der KFW setzen.
    Das ist Realsatire pur.
    Aber dass die Züricher Staatsanwaltschaft offensichtlich kriminelle Vorgänge verschleppt, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Wir sind alle nur noch Marionetten!
  2. #2

    Steuern auf Steuern abschaffen

    Das einfachste ist es doch Steuern auf Anlagegelder abzuschaffen. Diese stammen zumeist aus versteuerten Einkünften oder Erträgen und sollten deswegen nicht doppelt besteuert werden. Bei der Dividendenbesteuerung wird bereits auf Unternehmensebene und auf Anlegerebene besteuert ehe mit der Dividende bereits versteuert Erträge nochmals besteuert werden. Die Gruselstories aus diesem Interview und viele ähnliche Geschichten würde es dann nicht geben.
  3. #3

    Kavaliersdelikte

    Der Banker (zitat aus Lucky Luke: Ich bin Banker, ich bin es gewohnt, dass man mich hasst) ist weder ein Held noch ein Krimineller. Er hat wohl überwiegend Recht, jedenfalls wollte er es um jeden Preis behalten. Den zahlt er jetzt, obwohl er ihn als Profi wissen musste. Dieter Schneider, BWL-Querdenker von der Uni Bochum, hat sich vor elf Jahren mit der Frage beschäftigt, ob Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt sei (DB 1997, 485ff). Er hat es im Ergebnis verneint. Einem Kavaliersdelikt habe immer ein erheblicher Unrechtscharakter inne gewohnt, den die jeweils Herrschenden ignoriert haben. Steuerhinterziehung sei moralisch und ethisch indifferent. Insbesondere bei der hiesigen amoralischen Schludrigkeit und politischen Willkür des Steuergesetzgebers zum einen und der Disziplinlosigkeit und und Verschwendung von Steuermitteln zum anderen fehlt eine moralisch-ethische Begründung für die Forderung nach steuerehrlichem Verhalten. Das ist heute genauso aktuell wie damals. Was wir brauchen, sind keine schärferen Steuerstrafgesetze, sondern ein Staatshaftungsgesetz, das dessen Grundsätze genau so strikt anwendet bei Verantwortlichen der öffentlichen Hand (lange Finger und selten sauber), die unser aller Geld, das immerhin einige von uns erarbeitet haben, verschwenden.
  4. #4

    Was soll diese Frage?

    SPIEGEL ONLINE: Sie sollen überlegt haben, die Namen deutscher Kunden, darunter war auch mindestens ein Jude, an die rechtsextreme NPD zu verraten.

    Kann mir jmd erklären, warum hier ein unterschied gemacht wird?
  5. #5

    Das einfachste ist es doch Steuern auf Anlagegelder abzuschaffen. Diese stammen zumeist aus versteuerten Einkünften oder Erträgen und sollten deswegen nicht doppelt besteuert werden.
    Mit meinem versteuerten Arbeitslohn kaufe ich Produkte, die wiederum mit Mehrwertsteuer belastet sind. Wenn ich mir keine Lebensmittel kaufe, kann ich nicht arbeiten. Auf deutsch: Jeder normale Arbeitnehmer wird selbstverständlich mehrfach besteuert.
  6. #6

    Unorganisiertes Verbrechen

    Eine Bank, die ihre Daten einem Mitarbeiter auf einem Jaz-Drive mit nach Hause gibt, eine Bank, die einen einzelnen Mitarbeiter ohne vier Augenprinzip sämtliche Kundendaten einscannen lässt... Was soll man da noch zu sagen. Von organisiertem Verbrechen kann da wohl keine Rede sein, eher vom unorganisierten.
  7. #7

    Nixdestotrotz Diebstahl

    Zitat von Motorpsycho Beitrag anzeigen
    Eine Bank, die ihre Daten einem Mitarbeiter auf einem Jaz-Drive mit nach Hause gibt, eine Bank, die einen einzelnen Mitarbeiter ohne vier Augenprinzip sämtliche Kundendaten einscannen lässt... Was soll man da noch zu sagen. Von organisiertem Verbrechen kann da wohl keine Rede sein, eher vom unorganisierten.
    Die beiden Aussagen von Herrn Elmer:

    # Ich habe keine Daten gestohlen und niemanden erpresst

    und

    # Als ich entlassen wurde, hatte ich eben noch das
    # Jaz-Drive zu Hause

    sind meines Erachtens ein krasser Widerspruch. Natürlich waren die (Original-) Daten, von denen auf dem Wechsellaufwerk eine Kopie war, nicht weg oder sonst etwas. Nichtsdestotrotz ist es Datenverschaffung oder auch Diebstahl.

    Aber man kann es sich ja so einfach machen:

    "hatte ich eben so ganz zufällig, und da dachte ich mir, wenn der schonmal hier rumliegt, ..."



    kthx
  8. #8

    wenn da einer hergeht und versucht die leute die ihm

    seit jahren sein salär zahlen virtuell über die klinge springen zu lassen, dann ist dies ein ganove. schaun wir mal was da so passiert in nächster zeit.
  9. #9

    Zitat von kthxbye Beitrag anzeigen
    Natürlich waren die (Original-) Daten, von denen auf dem Wechsellaufwerk eine Kopie war, nicht weg oder sonst etwas. Nichtsdestotrotz ist es Datenverschaffung oder auch Diebstahl.
    Grundsätzlich richtig, nur dann ist die Bank auch wegen Anstiftung zu dieser Straftat dran. Ganz im ernst, bei einer Bank, die so mit Kundendaten umgeht, tut es mir ganz und gar nicht leid, wenn die Kunden aufgrund dieses Vorgang ihre Gelder abziehen.