Die ganze Etikettiererei trägt zwanghafte Züge und offenbart eine erschreckende Unfähigkeit, zwischen Ursachen und Symptomen zu unterscheiden.
Letztlich ist die ganze agro-industrielle Produktion - einschließlich der Intensiv-Tierhaltung und der nachgeschalteten Mega-Schlachthöfe - Ausdruck von Verbraucher-Präferenzen. Sprich: Dem Unwillen, für Nahrungsmittel angemessene Preise zu bezahlen.
Kein Bauer betreibt Intensiv-Mastställe, weil er gern Tiere quält. Er tut dies, weil ihn der Kostendruck dazu zwingt. Bauern, die sich diesem Zwang verweigern, besetzen entweder kleine Nischenmärkte, oder geben die Landwirtschaft auf.
Wer im Supermarkt auf der grünen Wiese sein Fleich in erster Linie nach dem Preis aussucht, den wird auch das X-te Klebelogo zu keiner Verhaltensänderung veranlassen. Und das ist nicht in erster Linie ein Armutsphänomen - man schaue sich mal an, was für Autos vor den Aldi und Penny Märkten der Republik parken.
Es wäre viel damit geholfen, würden Natur-, Tier- und sonstige Schützer endlich mal gemeinsam mit den Landwirten (!) die Vorteile einer regionalen Produktion und Vermarktung bewerben. Bäuerliche Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft und Heimatschutz, Nahrungsmittelsicherheit, kurze Transportwege und Klimaschutz - all das ließe sich gemeinsam fördern. Wenn man denn wollte.

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