Schweiger im Büro-Alltag: Weckrufe für Scheintote

Meetings sind toll - wären da nicht die Teilnehmer. Den Erfolg einer Besprechung bedrohen nicht nur Quasselstrippen. Schweiger können eine lähmende Gruppendynamik auslösen oder taktische Hakenschläge vorbereiten. Rüdiger Klepsch gibt Tipps, wie man die Scheintoten weckt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...770916,00.html
  1. #10

    ...

    Meetings sind schon nicht schlecht, damit sich auch die Leute kennen lernen. Aber in 95% der Fälle total unnötig, weil die Leute sich eh gegenüber sitzen. Manche Dinge könnten auch schnell geklärt werden durch eine Frage über den Monitorrand und einem "Joar, passt." oder "Nö, seh ich net so." Aber oft habe ich das Gefühl, dass ein Meeting auch einberufen wird (früher auch oft von mir) um die eigene Entscheidungsunsicherheit mit einem vermeintlich demokratischen Entscheidungsprozess zu untermauern.

    Jedenfalls langweilen mich Meetings und ich bin über jeden Vorschlag froh, der mich wachhält. Also, raus damit!
  2. #11

    .

    Less talk, more rock! (B.Simpson)
  3. #12

    Bingo

    Zitat von jackchief Beitrag anzeigen
    Jedenfalls langweilen mich Meetings und ich bin über jeden Vorschlag froh, der mich wachhält. Also, raus damit!
    Schrecklich sind die Meetings nach dem Motto: Chef, es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von mir.
    Und hier mein Vorschlag: Bullshit - Bingo: Man erstellt eine Liste mit einschlägigen Worten, wie z.B. Schnittstellenproblematik, Synergieeffekte, Win-Win Situation, Optimierungspotential, Benchmarking etc, natürlich gerne an die jeweilige Thematik angepasst. Dann während der Besprechung aufpassen und abhaken. Wenn alle Begriffe genutzt wurden, aufspringen und rufen: Bullshit!
  4. #13

    "Manipulativ"?

    Dem einzigen, der offenbar aufmerksam genug zugehört hat, um am Ende seine Analyse der Situation präsentieren zu können, manipulative Absichten zu unterstellen, ist natürlich schon etwas billig. Wer hat das hier geschrieben? Der Chef?
  5. #14

    Survival of the Sleepy....

    Warum für ein "Bescheuerten-System" sich engagieren, das gerade dabei ist, den ganzen Planeten an die Wand zu fahren ? - Noch dazu bei diesen Stundenlöhnen !
  6. #15

    @Michael Giertz

    Zitat von Michael Giertz Beitrag anzeigen
    Sind sinnvoll, aber nur manche. Da lob' ich mir die Unternehmenskultur meines Arbeitgebers: ein Meeting die Woche außer bei Einführung eines neuen Produkts, dann halt noch eins extra.
    Das wöchentliche Meeting dauert maximal 'ne halbe Stunde und fällt auch aus, wenn's nix neues gibt - Idealzustand. Trotz Nähe zur Produktentwicklung, da sind's wenig Stunden.

    Trotzdem gibt's sicher auch jede Menge "Marathonmeetings" - Dauermeetings ohne irgendein Ergebnis, aber man hat halt 2, 3 Stunden gesessen und geschwafelt.
    So sehe ich es auch. Kommt ganz darauf an, was auf der Tagesordnung steht. Wenn einem Unternehmen z. B. ein Auftrag erteilt wird, dessen zufriedenstellende Erledigung der Koordination bedarf, ist m. E. eine Besprechung durchaus sinnvoll. Dies ist m. E. häufig zügiger und produktiver als der Austausch von E-Mails.

    Und wenn nichts ansteht, fällt das Meeting eben aus.

    In ewiges Geschwafel sollte ein Meeting natürlich nicht stets ausarten.

    Eine grundsätzliche Ablehnung von Meetings halte ich aber für genauso verkehrt. Auch beim Austausch von E-Mails wird nach meiner Erfahrung häufig viel Zeit vergeudet und nicht immer weiß man genau, was der Betreffende meint. Dann bedarf es dennoch eines Gesprächs, das man häufig besser vorher geführt hätte, um Unklarheiten zu vermeiden.

    Und auch wenn eine Dienstbesprechung mal etwas zu lang sein sollte, sind auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber Menschen.

    Durch das Gespräch lässt sich natürlich nicht die Erledigung des Arbeitsauftrags ersetzen. Aber dieses Gespräch vermeidet nach meiner Erfahrung häufig, dass man sich in Probleme verrennt, die eigentlich im konkreten Fall gar keine sind.

    Die Detailarbeit sollte daher m. E. nach vorheriger grundsätzlicher Abstimmung erfolgen und nicht umgekehrt.

    Ich hatte leider zeitweilig Vorgesetzte, die dies genau andersherum handhabten, was leider im Endeffekt dazu führte, dass Arbeiten, die man innerhalb einer Woche hätte erledigen können, das Zwei- bis Dreifache der Zeit in Anspruch nahmen.

    Und in einem Unternehmen zu arbeiten, wo jede Kleinigkeit einer E-Mail-Abstimmung bedarf, auch wenn es viel weniger Aufwand bedeuten würde, mal ein kurzes Gespräch unter vier Augen oder mit Kollegen bei einer Dienstbesprechung zu führen, möchte ich nicht.

    Ich habe allerdings den Eindruck, dass sich insofern die Unternehmenskultur innerhalb der letzten zehn Jahre geändert hat.
    Jedenfalls in meinem Angestelltendasein vor meiner Selbständigkeit konnte man am Morgen zu Arbeitsbeginn auch mal mit einem Kollegen eine Tasse Kaffee genießen und sich über Berufliches und zeitweilig auch Privates unterhalten, wenn man sein Arbeitspensum zur Zufriedenheit des Vorgesetzten erledigte.

    Natürlich war man dann auch gerne bereit, mal länger zu arbeiten, wenn viel zu tun war.
  7. #16

    Fantasterei

    Wenns länger dauert isses ja net so schlimm, gibt ja immer Plätzchen und Kekse. Aber es sitzt ja meist einer mit drin, der von der Materie wenig Ahnung hat, aber am meisten Vorschläge macht. So kommt es dann, dass es Probleme in der Umsetzung eines Teilbereichs gibt, die das gesamte Projekt verzögern, es aber nicht darauf eingegangen wird, weil jener Mitarbeiter mit einem "jaja das machen wir schon" zu irgendwelchen Spinnereien überleitet, was man danach noch machen könnte. Dann sind ganz schnell alle am Träumen aber keiner redet über das eigentliche Probelm.