Schwedens Sieg beim ESC: Der große Zirkus zieht weiter

dapdTschüs Baku, auf nach Stockholm! Der nächste Eurovision Song Contest wird im Siegerland Schweden stattfinden - was nicht nur künstlerisch eine gute Wahl ist, sondern auch politisch. Trotzdem kann man festhalten: Irgendwie haben ESC und Aserbaidschan zusammen gepasst.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...835483,00.html
  1. #1

    Gegenaufklärung

    Wer auch immer die Idee hatte, einen Musikwettbewerb in Nationenwertung zu veranstalten, gehört nachträglich noch auf den Mond geschossen. Es gibt nix Bekloppteres, als Musik als nationalistischen Wettkampf zu betreiben. Musik soll Grenzen überwinden und die Menschheit vereinen, nicht nationale Grenzen befestigen. Hurra, wir sind auf dem Weg zurück ins Mittelalter.
  2. #2

    Altes Spiel

    Zitat von zwietracht Beitrag anzeigen
    Wer auch immer die Idee hatte, einen Musikwettbewerb in Nationenwertung zu veranstalten, gehört nachträglich noch auf den Mond geschossen. Es gibt nix Bekloppteres, als Musik als nationalistischen Wettkampf zu betreiben. Musik soll Grenzen überwinden und die Menschheit vereinen, nicht nationale Grenzen befestigen. Hurra, wir sind auf dem Weg zurück ins Mittelalter.
    Da hält es sich genauso wie mit dem Fußball: Den Irrsinn kann man am ehesten noch damit begründen, dass man den Hang zum internationalen Wettstreit besser über ein (pseudo)sportliches Ventil abbaut, als durch konflikte auf staatlicher Ebene.
    In Wirklichkeit folgt das System einfach nur der altbekannten Brot&Spiele Taktik, mit der die politischen Eliten schon immer die Massen zu sedieren ersuchten.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ....Umso erstaunlicher, dass sich all diese Leute in vielem dann so einig waren. Darin, dem eigentlich erstaunlich zauberhaften Walzer des Briten Engelbert Humperdinck nichts abzugewinnen, zum Beispiel.

    ESC-Bilanz in Baku: Was in Schweden anders wird - SPIEGEL ONLINE

    Die Erklärung dafür ist dass, ich schätze mal, 90% der Zuschauer die anrufen so zwischen 15 und 25 Jahre alt sind und die Fans von Engelbert die überwigend so ab 50 aufwärts sind, rufen nicht an, oder selten.
    Wenn Engelbert Humperndick, bißchen jünger gewesen wäre und so süß wie Roman Lob ausgesehen hätte, wäre er unter den ersten drei gelandet oder hätte sogar gewonnen.

    Stimmllich war Engelbert der beste (unter den männnlichen Sängern), den jungen Kerlen überlegen und sein Song war auch der beste. Aber so ist es, man muss wissen was man sich antut wenn man beim ESC auftritt. Auch ein Paul McCartney, oder Mick Jagger hätten was Ähnliches beim ESC erlebt.
    Ob das Lied Schwedens "künstlerisch" ist, wage ich zu bezweifeln. Das war ein wenig Kate Bush für Arme, mit dem typischen Disco-Humpa-Humpa-Sound doch verunstaltet.
    Für mich war Schwedin kein bißchen besser als die anderen weiblichen Sängerinnen.
    Und deshalb ist es der Sieg doch ein Rätsel, ein wenig, bzw. so überzeugend, wo schon nach der Hälfte der Länder klar war dass Schweden gewinnt. Schweden hatte schon nach 22 Ländern, die die Punkten abgegeben haben, 40 Punkte Vorsprung vor dem zweiten und da die ganzen skandinawischen und baltischen Länder erst danach voten sollten, war schon also, in der Mitte der Abstimmung, klar dass Schweden gewinnt.
    Ich werfe mal eine Verschwörungstheorie...und und zwar, man (also die ESC-Bosse), hat sich vorher darauf geinigt dass Schweden gewinnen soll (dafür hat man es vorher für Favoriten erklärt).
    Denn, die ganz grosse Begeisterung für den ESC gibt es ja nur in den skandinawischen Ländern, sowie den Ländern der ex-Sowietunion. Und da in den vergangenen 10 Jahren, Dänemark, Finnland und Norwegen bereits je gewonnen haben, diesmal war Schweden dran.

    Gut, künstlerisch, hin oder her, aber das Lied Schwedens ist einfach langweilig. Wenn ich mich an die Gewinner-Songs der letzten 7-8 Jahren erinnere, ist dieser Song aus Schweden, neben dem russischen 2008, der langweiligste.
  4. #4

    Kulturerosion

    Zitat von zwietracht Beitrag anzeigen
    Wer auch immer die Idee hatte, einen Musikwettbewerb in Nationenwertung zu veranstalten, gehört nachträglich noch auf den Mond geschossen. Es gibt nix Bekloppteres, als Musik als nationalistischen Wettkampf zu betreiben. Musik soll Grenzen überwinden und die Menschheit vereinen, nicht nationale Grenzen befestigen. Hurra, wir sind auf dem Weg zurück ins Mittelalter.
    ich gebe dir absolut recht. vorallen dingen finde ich es sehr schlimm, dass die beiträge kulturelle leere von den amerikanisch-europäischen hitparaden rüber transportieren. diese armseelige pop-prostitution ist eine schande für die kulturen der welt.
    es kann für mich allerhöchstens als kabarette gelten. allerdings finde ich den aufwand einfach zu gross und total übertrieben. die energie die dafür verschwendet wurde unendlich schade.
  5. #5

    titel

    Zitat von etherbaron Beitrag anzeigen
    Da hält es sich genauso wie mit dem Fußball: Den Irrsinn kann man am ehesten noch damit begründen, dass man den Hang zum internationalen Wettstreit besser über ein (pseudo)sportliches Ventil abbaut, als durch konflikte auf staatlicher Ebene.
    kann man abolut nicht vergleichen... beim Songcontest zählt der subjektive Eindruck, oder es gewinnt eben der, dem man die meisten Punkte aus Sympathie zuschanzt...
    beim Fußball gewinnt der faktisch Bessere, wenn man von ein paar Fehlentscheidungen absieht...
  6. #6

    Warum so gehässig?

    1. Für die Menschen in Aserbaidschan war es ein großes Erfolg:
    1.1 Jetzt kennt „die Welt“ (der ungebildete Teil unserer Bevölkerung) das Land endlich. Das heißt, ein Beitrag zur Völkerverständigung ist geleistet, denn um sich zu schätzen, muss man sich erst einmal überhaupt kennen.
    1.2 Es ist schön, viele werden Erwägung ziehen, es zu besuchen.
    1.3 Das Regime kam SEHR SCHLECHT dabei weg, zumindest in der deutschen Darstellung. Ich denke nicht, dass die Menschen nicht in der Lage sind, dies deutlich zu trennen.

    2. Ich finde es sehr belebend, dass nebem den Fußball-Internationalismus, bei dem eine Proletentruppe 90 Minuten einem Stück Leder hinterherjagt, auch einen anderen Wettbewerb gibt, der ähnlich viele Menschen begeistert. Die Tatsache, dass es über Nationen läuft ist eben dem Spielgedanken als solchem geschuldet: Es ist nach wie vor das Hauptidentifikationsmerkmal der meisten Menschen.
  7. #7

    Smørebrøden

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tschüs Baku, auf nach Stockholm! Der nächste Eurovision Song Contest wird im Siegerland Schweden stattfinden - was nicht nur künstlerisch eine gute Wahl ist, sondern auch politisch. Trotzdem kann man festhalten: Irgendwie haben ESC und Aserbaidschan zusammen gepasst.

    ESC-Bilanz in Baku: Was in Schweden anders wird - SPIEGEL ONLINE
    Richtig so, ab jetzt gewinnen nur noch Länder, in denen es politisch korrekt zugeht. Schweden ist da ein Vorreiter - da gibt es leckere, gesunde Smørebrøden und leckere Köttbullar, eine Königin, die aus Deutschland stammt, eine nette Kronprinzessin UND eine beeindruckende Song Contest-Tradition.
    Wie einfach und nett man sich das Leben doch gestalten kann :-)
  8. #8

    Europameisterschaft der Sänger

    Im wesentlichen entspricht der Wettbewerb einer EM der Sänger, beim Sport sind alle super begeistert.
    Beim ESC schreibt zwietracht von "nationalen Grenzen befestigen" und "Weg zurück ins Mittelalter". Kann ich nicht nachvollziehen, es hat eher was mit Völkerverständigung zu tun. Zumindest weiß man jetzt wo Aserbaidschan liegt.
  9. #9

    Und für solch' einen Trash zahlen wir auch noch GEZ !

    Ich habe mir diesen Songcontest - wie auch all die Jahre zuvor - nicht angeschaut und kann nur mit dem Kopf schütteln, warum für diesen - wie auch für andere Songwettbewerbe beispielsweise in den Privaten - so ein "Zirkus" veranstaltet wird. Dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade, mir solch' einen Schwachsinn anzutun.

    Ich bin froh, daß wir in den Medien jetzt wieder für ein Jahr zumindest von diesem Trash-Wettbewerb verschont bleiben (jedoch leider nicht von Anderen)

    Tschüss Baku und - von meiner Seite aus betrachtet - keinesfall ein Wiedersehen in Schweden !