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Schwedens Sieg beim ESC: Der große Zirkus zieht weiter
dapdTschüs Baku, auf nach Stockholm! Der nächste Eurovision Song Contest wird im Siegerland Schweden stattfinden - was nicht nur künstlerisch eine gute Wahl ist, sondern auch politisch. Trotzdem kann man festhalten: Irgendwie haben ESC und Aserbaidschan zusammen gepasst.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...835483,00.html
- #90 28.05.2012 11:23 von
In den zwanziger/dreißiger Jahren war die Revue der große Hingucker. Ein Film über eine Ausstattungsrevue mit Showtreppe und Federn aufm Kopf - das ließ sich kaum jemand entgehen. Und keiner hätte das als niveaulos angeprangert. Auch der ESC ist eine banale Groß-Revue, die gar nicht den Anspruch erhebt, als kulturell wertvoll eingestuft zu werden. Mir sind die Lichtblitz-Kaskaden viel zu viel: die Augen werden verblitzt, wie man es beim Lichtbogenschweißen erleben kann - wenn man nicht eine Gesichtsmaske davor hält. Sollte vielleicht beim ESC auf getragen werden, mindestens Sonnenbrille. Und den Finger immer auf der Stummschalt-Taste.......
- #91 28.05.2012 12:01 von
Ganz genau.
Aber besonderds den vielen Deutschen fehlt die Lockerheit und der Augenzwinker es etwas entspannter zu nehmen und nicht so ernst.
Denn, keine andere der 5 großen europäischen Nationen, nimmt annährend den ESC so ernst wie Deutschland. Und die Tatsache dass Deutschland, nicht nur das einzige Land der großen 5, sondern das einzige Land überhaupt, dass bisher an allen 56 ESC-Veranstaltungen teilgenommen hat,- sagt alles.
Für die Franzosen und die Briten ist der ESC ziemlich unwichtig, bis auf Paar eingefleischte Fans und die Schwulen-Communitys -interessiert der ESC in den Ländern kaum Jemanden. In Italien noch weniger, deshalb setzten sie den ESC die ganzen 14 Jahre aus.
Obwohl, nach dem Lenas Sieg, hat sich jetzt auch bei uns die Situation entspannt. Vor Paar Jahren war das Interesse und die ganze Aufregung noch viel grösser. Ich erinnere mich noch an die Disskussionen und die wütende und beleidigte Reaktionen und die Verschörungstheorien, damals 2004 als Max nur Achter wurde und nicht gewonnen hat, wie man hierzulande vorher geglaubt hat, oder auch ein Jahr später als Gracia Letzter wurde. Damals hate die BZ noch allen europäischen Nachbarn öffentlich den Krieg erklärt, weil sie uns keine Punkte gegeben haben.
Nach dem lang ersehnten Sieg, nach dem Lenas Triumph, hat sich das Ganze ziemlich gelegt. Der diesjährige ESC war, was die mediale Öffentlichkeit und die übliche Aufregung in Deutschland angeht, seit Langem, der ruhigste und entspannteste. - #92 28.05.2012 12:32 von
- #93 28.05.2012 12:32 von
Eigentlich nicht.
Ich kann mir der Sieg Schwedens eigentlich nicht erklären, vor allem, so einen hohen Sieg, der sich schon nach der Hälfte der abgegebenen Stimmen abgezeichnet hat.
Also, wenn ich mich Paar Jahre zurückerinnere..., kann ich fast alle andere Siege nachvollziehen, auch wenn die Gewinner-Songs nicht unbedingt mein Geschmack sind.
Die Türkei damals 2003- das war so eine gute Disco-Nummer, mit ein wenig orientalischem Touch- der Song wurde auch in Deutschland gespielt, auch in Discotheken (nicht nur in den Discotheken der türkischen Besitzer).
Die ukrainische Nummer mit Russlana war so ähnlich konzipiert und gut gemacht, mit der bombastischen Bühnne-Performance. Disco+ukrainische Folkselemente. Der Song wurde ebenfalls auch in Deutschland gespielt.
Die griechsiche Nummer war auch so ähnlich, einggängiger Disco-Sound..
Die norwegische Gewinner-Lied vor 3 Jahren war auch eine solide Nummer, und der Sänger so ein sympathisches Kerlchen, das bei vielen Mädels gut ankam und dazu ist er weissrussischer Abstammung und daher war er in Russland, Weissrussland, usw.. auch bekannt und kam dort auch gut an.
Lenas Lied war ein solides frohliches Liedchen, ein wenig Rockabilly-Style und Lena mit ihrem kindlichen Charme hat einfach alle verzaubert. Der alte Fuchs Westernhagen hat es schon bei der ersten Casting-Sendung bei Pro7 damals, als er Lena zum ersten Mal gehört und geshen hat, prophezeit: "Du hast Star-Appeal, die Leute werden dich lieben".
Das aserbeidschanische Gewinner-Lied vor einem Jahr war auch so ein solides Lied, eine nette Ballade, gar nicht schlechter als die ähnlichen Nummer in den westlichen Charts.
Und die Siege von Serbien und Finnland waren zwei Ausnahmen. Bei dem Sieg von Lordi waren wohl viele eingefleischte Heavy-Metal-Fans am Telefon und der Sieg Serbiens, würde ich sagen, war die europaweite Solidarität der Schwulen-Community, die für die lesbische Sängerin aus Serbien massiv angerufen haben, wobei der Song sicherlich auch sehr gut gesungen wurde.
Nur die beiden Siege, Russland 2008. und Schweden jetzt, sind für mich unerklärlich. Weder sind die beiden Songs, meiner Meinung so toll gewesen, noch haben sie diesen Widdererkennungswert. Der Song Schwedens ist zwar nicht schlecht aber so toll ist er gar nicht.
Meiner Meinung nach, ist dem EBC lieber gewesen, dass der nächste ESC in einem Land stattfindet, das keine Demokratie-Probleme hat und kein Problem mit den Schwulen und auch keine finanziellen Probleme, den ESC selber zu organisieren und wo man den ESC liebt. Ich glaube diese 4 Faktoren werden künftig immer eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, wer den ESC gewinnen wird.
Denn was wenn Moldawien oder Albanien, oder Georgien gewonnen hätten? Dann hätte EBC ein Problem dass so kleine und arme Länder gar nicht in der Lage sind so eine inzwischen gigantisch gewordene Veranstaltung alleine auf die Beine zu stellen. Das ölreiche Aserbeidschan konnte das, aber alle andere kleinere Länder im Osten könnten es nicht.
Deshalb, ich sage mal, kann sein dass Russland noch mal den ESC gewinnt und veranstaltet. Die sind groß haben Kohle und können das (Menschenrechte hin oder her). Alle andere Ostländer können es nicht und werden deshalb auch nicht gewinnen. - #94 28.05.2012 13:58 von
Doofes Lied
Roman Lob fand ich nur noch peinlich, ich dachte daß mit Lena etwas mehr Pepp in die Deutschen Auftritte gekommen wäre, aber leider war das ein Rückfall in die finstere Peinlichkeit vergangener Zeiten.
Mit Schweden gewann der Auftritt, der sich am engsten und professionellsten an das US - amerikanische Ideal der Pop Trendscouts angepasst hatte. - #95 28.05.2012 14:11 von
völlig richtig!!!
Jedes Land sollte auch in seiner Sprache sein Liedgut zum Besten geben, dieses "....language for everybody, come on and dance!" kotzt mich, gelinde gesagt, an! Und wenn ich dann höre dass sich nicht wenige Nationen ihre Lieder von Schwedischen Komponisten/Textern haben "bauen" lassen dann frage ich mich doch sehr stark wo das "landestypische" abgeblieben ist! Grausam auch diese Kirmes-Techno-Töne die im Übrigen auch im "Siegerlied" verwendet werden!
- #96 28.05.2012 18:30 von
Bedenken Sie bitte, dass die Empfindungen deutscher Zuhörer und Zuschauer gar nicht gefragt waren: D konnte gar nicht für Lob voten. Deswegen: welche Erklärung haben Sie denn für die jeweils 10 Punkte von Portugiesen, Iren, Esten, Ungarn und Dänen. Denen war Lob offenbar nicht "peinlich".
- #97 29.05.2012 08:47 von
Diese nicht enden wollende Debatte über die Sprache der Songtexte bringt doch rein gar nichts. Wer sind denn die Texter? In der Öffentlichkeit weithin unbekannte Leute. Oder kennen Sie die Texter von Lenas und Lobs Songs? - Natürlich können einzelne Interpreten auf gute deutsche Texte von guten Deutsch-Text-Schreibern zurückgreifen - die deutsche Schlager- und Volksliedwelt ist randvoll deutscher Texte! Aber wenn im wochenlangen Casting die Deutsche-Text-Sänger abgewählt werden und Lena (englisch) und Lob (englisch) vom Publikum gewählt werden - was soll dann Ihre Mahnung? Will sich denn dieser Tim mit seinem deutschen Text selber nominieren?
- #98 29.05.2012 11:34 von
Debatte über Sprache der Songtexte
Herr/Frau Berg-neu, es geht doch nicht um die Texter ansich, es geht darum das ein deutscher "Beitrag" natürlich auf Deutsch singt und ein dänischer auf Dänisch und ein armenischer.... Das wäre doch viel spannender! Und bei irgendwelchen Vorentscheiden und Votings sind halt auch nur "landessprachliche" Beiträge vertreten! das könnte man doch locker zur Bedingung für den Wettbewerb machen! Die ganzen "Stars und Sternchen in Spe" versuchen sich doch nur im "Einheitsbrei" um im Erfolgsfall besser international vermarktet werden zu können! also es geht nicht um "schaut her, ich als Ost -oder Südeuropäer mit rollendem R kann auch Angelsächsisch" nein es geht um den schnöden Mammon! Und das ist schade! Neben dem musikalischen Beitrag interessiert mich doch als Zuschauer: "Wie klingt denn armenisch oder mazedonisch oder isländisch?" Das macht doch eigentlich den Wettbewerb auch spannend und nicht nur aus jeder 1,8en Kehle "Baby hold me tight and let´s dance to the partyandsomekindofthetypicaleasylisteningbullshit! "
Amen - #99 29.05.2012 12:20 von
Eine Ansammlung von Plastikmenschen
Der ESC zeigt das Europa, das wir nicht brauchen: Auf "amerikanisch" getrimmte Plastikmenschen, mit denen die Teilnehmerländer sich an Peinlichkeit überboten haben. So eine Schlagerveranstaltung kann man sich sparen, in politischer Hinsicht ist sie, wie der Fall Aserbaidschan gezeigt hat, ohnehin ein Flop...
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