Schwarz-gelbe Familienpolitik: Wellness für die Massen

Karriere, Kinder, Partnerwahl - die Regierung Merkel*bemuttert mit*ihrer Familienpolitik*die Republik. Nach Elterngeld und Betreuungsprämie*ruft Ministerin Schröder*nun den Kampf gegen Alltagsstress aus. Die Koalition*kommt damit*endgültig auf der Ebene der Lifestyle-Beratung an.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...794916,00.html
  1. #210

    xxx

    Zitat von Wayne88 Beitrag anzeigen
    Sie reproduzieren den Mythos von den oberen Einkommen, die 80% der Einkommenssteuer bezahlen. Das ist nicht mal falsch, nur Sie reißen es aus dem Zusammenhang. Der Grund dafür ist die stark ungleiche Einkommensverteilung und nicht die ach so starke Steuerspreizung, denn wenn Sie sich die progressive Steuerkurve anschauen, stellen Sie fest, die flacht sehr schnell ab.

    Das heißt die oberen 10% Haushalte mit einkommensstuerpflichtigen Einkommen zahlten deshalb 2004 ca 50% der EKS, weil sie auch ca 35% der Einkommen erwirtschafteten. Die unteren 50% der Haushalte erwirtschafteten nur 14% (Quelle: sozioökonomisches Panel 2004). Die Zahlen sind von 2004 under nach Entwicklungstendenz heute eher noch extremer.

    Übrigens die EKS macht nicht mal ein Viertel der Steuereinnahmen des Staates aus, Vermögen wird überhuapt nicht besteuert und Kapitalerträge mit maximal 25%, und den Spitzensteuersatz zahlt niemand weil wir eben ein prog. Steuersystem haben.

    Das heißt im Klartext: Manch Geringverdienerhaushalt im Sinne des Nettoäquivalenzeinkommens zahlt alleine schon über die Einkommens- und MwSt prozentual mehr Steuern auf sein Gesamteinkommen als so manch ein am Kapitalmarkt tätiger Gutverdiener.
    Ja, kann ja sein, dass bestimmte Berufsgruppen mehr verdienen als andere.
    So ist das in einem freien Land.
    Es gibt Beruf die werden nachgefragt und andere eben nicht.
    Also, in Schule und in der Uni oder der Lehre aufpassen , dann stimmt auch das Gehalt.

    Klar, es gibt auch andere Steuern als die EKS.
    Die Unternehmen zahlen z.B. Gewerbesteuer etc.

    Es mag Sie enttäuschen, das auf bereits versteuertes Vermögen nicht noch einmal Steuern erhoben werden, das geschieht nur bei den daraus erwachsenden Einkommen, wie dem Zins. Irgendwann ist es eben Schluss mit der Steuer, also damit, dass der Staat seinen Bürgern in die Tasche greift.
    Gut so.

    Das Thema Steuergerechtigkeit können Sie übrigens auch mal so sehen - ein Topverdiener mit 250.000,--€/Jahr zahlt rd. 47% EKS (inkl. Soli) also rd. 117.000,-- €. Jemand mit geringem Einkommen von 20.000,--€ zahlt ca. 20% also rd. 4.000,--€/a.
    Mit anderen Steuerarten wird es bei gewissem Konsum ähnlich aussehen.
    Also 117.000 € zahlt der eine für die Gesellschaft, 4.000 € der andere - für mich sieht das schon ziemlich "sozial gerecht" aus......
  2. #211

    Kinder sichern unsere Renten

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Ein Teil Ihres Lohnes wird in die Rentenkasse eingezahlt.
    Von dem Geld werden die heutigen Rentner finanziert.
    Dafür erhält man dann Ansprüche auf Rentenzahlungen wenn man selber Rentner ist.
    Jemand der nicht einzahlt - ob Mutter oder Arbeitsloser - bekommt auch keine Rentenansprüche.
    So einfach ist das.
    Das hat mit einem "Wertesystem" nichts zu tun, eher mit einem Sozialsystem.
    Das Sozialsystem ist Teil unseres Wertesystems.
    Die Leistung der Mutter für das Kind wird nicht anerkannt und da wundern wir uns, dass immer weniger Kinder geboren werden.
  3. #212

    xxx

    Zitat von Wayne88 Beitrag anzeigen
    ...
    So einfach ist das natürlich nicht, Fakt ist, viele Menschen die heute Vollzeit erwerbstätig sind, werden später genauso so eine Rente kriegen wie Leute die die meiste Zeit ihres Lebens arbeitslos waren. Schlimm genug.
    Ja, richtig, leider. Ausnahme: die Beamten.
    Es kommt ja derzeit eien "Pensionärswelle" auf uns zu.
    Viele Politiker profitieren davon, deshalb fehlt die Kraft für Einschnitte...

    Zitat von Wayne88 Beitrag anzeigen
    Wir werden aber eben erleben, daß uns das Sozialsystem um die Ohren fliegt, wenn wir es nicht schaffen,

    1. Die Geburtenrate zu erhöhen
    2. mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige und auch -trächtige Jobs zu bekommen; leider finden sämtliche Jobzuwächse in Deutschland im prekären Bereich statt, d.h. statt daß wir mehr Einzahler und Steuerzahler kriegen, haben wir Aufstocker

    Und zur Erhöhung der Geburtenrate: Offensichtlich haben sich Charity-Instrumente konservativer Familienpolitik in diesem Sinne nicht förderlich erwiesen, wie Elterngeld, Betreuungsgeld etc.

    Und warum nicht? Weil die die Opportunitärskosten beim Verzicht auf eine berufliche Tätigkeit nicht decken und ja auch realistischerweise niemals decken werden.

    Das heißt, was die Geburtenrate deutlich erhöhen würde und zwar insbesondere bei gut ausgebildeten, potenziell hoch leistungsmotivierten Personen, wäre ein gutes staatliches Betreuungssystem.

    Dafür streicht man dann die ganzen Almosen weg.

    Dann hat der Staat zwar kurzfristig etwas höhere Ausgaben, aber hey ein Land was seinen Banken 211 Milliarden Euro hinbutter kann, für das müßte ein Kita- und NAchmittagsbetreuungsystem ja ein Klacks sein.

    Und langfristig würde sich das volskwirtschaftlich durchaus bezahlt machen.
    Na ja, leider kann man das Geld, dass man den Banken und den Eurowackelkandidaten gerade gegeben hat (mit nachvollziehbarer Begründung) nicht noch mal ausgeben.

    Es entstehen übrigens auch gut bezahlte Jobs bei uns.
    Selbst Billigjobs haben sich oft als "Einsteiger" ins Berufsleben bewährt.

    Richtig ist, es fehlt ein durchdachtes Programm zur Erhöhung der Geburtenrate.
    Warum wird eigentlich keine Werbung für mehr Nachwuchs gemacht? Der Staat wirbt doch auch sonst für vieles - neue Energien und so....
    Die Grundeinstellung unserer Gesellschaft ist nicht gerade "pro Kind"...., andere sind da auch einstellungsmäßig weiter.

    Geld sollte es vor allem fürs 3te u. 4te Kind geben.
    Bessere u. mehr Betreuung, Steuergeschenke für Familien, alles nette Ideen. Wenn es kommt, dann bitte aber ausgabenneutral.
  4. #213

    Nein

    Zitat von exxtreme2 Beitrag anzeigen
    Kein Wunder, dass die Eltern gestresst sind. Wenn der Staat 2/3 des erarbeiteten Lohnes/Gehaltes wegnimmt dann muss man eben mehr arbeiten um über die Runden zu kommen. Dann bleibt weniger Zeit um sich auszuruhen.
    es ist wohl die nahezu grenzenlose Wehleidigkeit,
    (im Beruf eine grenzenlose Profilneurose), die die Leute in so furchtbaren Stress geraten lässt.
    Von 2/3 habe ich noch nix gemerkt, dabei gehöre ich doch steuerlich zu denen, die sich einen eigenen Regierungsrat leisten können. Es sind eher 2/3 von der Gehaltserhöhung, aber nicht insgesamt.
  5. #214

    xxx

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    es ist wohl die nahezu grenzenlose Wehleidigkeit,
    (im Beruf eine grenzenlose Profilneurose), die die Leute in so furchtbaren Stress geraten lässt.
    Von 2/3 habe ich noch nix gemerkt, dabei gehöre ich doch steuerlich zu denen, die sich einen eigenen Regierungsrat leisten können. Es sind eher 2/3 von der Gehaltserhöhung, aber nicht insgesamt.
    Ja und da sollte Ihnen im Gespräch mit Leuten, die weniger verdienen als Sie, aufgegangen sein, daß die womöglich prozentual erheblich mehr belastet werden. Natürlich ist es nicht alleine "der Staat", der die Abgabenlast produziert, denn da sind ja auch Versicherungsleistungen drin.

    Aber mit sämtlichen Steuern inklusive Konsumsteuern und Sozialabgaben kommen Sie in bestimmten Einkommensbereichen unterhalb des Nettoäquivalenzeinkommens schon in etwa auf eine Abgabenlast von 2/3. Schon alleine weil ide betreffenden Haushalte ihr gesamtes Geld verkonsumieren müssen und damit im SChnitt auf vllt. 15% Konsumsteuer aufs Netto(!)-Gehalt kommen.

    Und wehleidig finde ich eher die Leute, die deutlich überm Durchschnitt liegen und jammern, denn die werden in Deuthschland doch sehr geschont: Deckelung der Beiträge, sanft ansteigende und schließlich abflachende progressive Steuerkurve, keine Vermögenssteuer, international übliche Kapitalertragssteuer, zig Abschreibemöglichkeiten, Subventionsprogramme en masse etc.
  6. #215

    Lasst die Leute doch in Ruh'!

    Wenn die Leute nun mal weniger Kinder bekommen wollen, sollen sie das doch um Himmels willen tun. Das ewige Ursachensuchen und Appellieren ist ja nicht nur nutzlos, sondern auch lästig.
    Warum sollten wir uns denn wie die Bekloppten vermehren? Für das Wirtschaftswachstum, das uns noch umbringen wird? Tze.
  7. #216

    Kinder sind Beitragszahler von morgen

    Zitat von Lars_Porsenna Beitrag anzeigen
    Wenn die Leute nun mal weniger Kinder bekommen wollen, sollen sie das doch um Himmels willen tun. Das ewige Ursachensuchen und Appellieren ist ja nicht nur nutzlos, sondern auch lästig.
    Warum sollten wir uns denn wie die Bekloppten vermehren? Für das Wirtschaftswachstum, das uns noch umbringen wird? Tze.
    Statt 1 Million Kinder haben wir nur 600.000.
    Vermehren ist das nicht.
    Der Staat macht sich berechtigt Sorgen, wie diese verminderte Generation die Renten und Pensionen tragen soll.
  8. #217

    zur Anmerkung

    Zitat von andreasoberholz Beitrag anzeigen
    "Das Vernünftigste wäre sicherlich, der Staat würde seine Familienpolitik auf Steuerrabatte beschränken und sich ansonsten aus dem Zusammenleben seiner Bürger heraushalten."

    Der Herr oder Frau die diesen Artikel geschrieben hat, hat fundamentale Zusammenhänge nicht verstanden.

    1. Sozialstaat und Finanzierbarkeit.
    Der Sozialstaat ist nicht zu teuer, wenn unser Staat endlich kapieren würde das er, inflationsbereinigt, ein Einnahmen und kein Ausgaben Problem hat.
    2. Raushalten aus dem Leben der Bürger.
    In einer Zeit die immer komplexer wird, sind Mütter ohne Vater selbstredend oft überlastet. Wer einen Haushalt hat und ein Kind und einen Beruf und all das alleine macht, hat quasi drei Jobs. Haus, Kind und das eigene Leben auch noch auf die Reihe bekommen.

    Der Staat könnte in der tat unterstützende Angebote machen die funktionieren. Tut er ja auch schon, ob diese Zeitgemäß sind und einfach zu Handeln, ist die letztere Frage.

    3 Schwindende Kinderzahl

    Tja, wenn die Politik es zu lässt das Menschen keinen sicheren Job mehr haben, und Gehälter erhalten die niedriger als im Nachbarland Frankreich sind, dann darf man sich nicht wundern wenn keine Familien mehr gegründet werden. Eine Familie kann man nur gründen wenn man finanziell in die Zukunft Planen kann.


    Die Zusammenhänge sind größer als es der Herr/Frau Journalist wahr haben will. Seine Welt schein auf eine begrenzte Sicht reduziert zu sein?
    Deutsche leider nicht Kinderfreundlich,
    solange man Kinder ständig nur als Belastung sieht
    wird sich so schnell an der Geburtenrate nichts ändern...
    Ich lebe seit 5 Jahren in Paris, hier lässt sich Job und Beruf einfach verbinden,Kinder gelten hier als Segen, in Deutschland fühlt man sich doch schon mit 2 Kindern als Assi, wenn der Mann nicht reichlich Geld ach Hause bringt.. schlimmer noch wenn allein erziehend