In Biologie wohl nicht aufgepasst. Die Evolution "reagiert nicht" auf irgendwas, wir mutieren zufällig. Deal with it.
CorbisMit seinen Vorfahren aus der Steinzeit hat der Mensch heute nicht mehr viel gemeinsam, die Evolution hat viele Anpassungen vorgenommen. Nicht immer zum Vorteil: Manche Veränderung quält uns im Alltag - wie etwa der verkleinerte Kiefer oder eine immer öfter auftretende neue Ader im Arm.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...833006,00.html
In Biologie wohl nicht aufgepasst. Die Evolution "reagiert nicht" auf irgendwas, wir mutieren zufällig. Deal with it.
Manches in dem Artikel ist schon a bisserl provokant und reizt zum Widerspruch:
Das ist purer Lamarckismus. Damit setzt sich der Kollege Lieberman ganz schön in die Nesseln.
Aber vermutlich kannte der Steinzeitmensch keinen Juckreiz.
Wenn nun aber obige lamarckistische Erklärung zuträfe, erhöbe sich augenblicklich die Frage, warum die hinteren Molaren nicht gleich mit wegevolviert sind?
Nicht? ;-)
Leider ein inkonsistenter Ansatz.
Daß Ötzi & Co. keine Osteoporose kannten, lag wohl auch zuvorderst daran, daß man seinerzeit den "Anstand" hatte, jung genug zu sterben, also lange bevor heute übliche Altersgebrechen auftreten konnten. Wer bei einem Jagdunfall eine Infektion und hernach eine Tetanusvergiftung oder eine Sepsis bekam, hatte halt mit senilem Knochenschwund nicht mehr zu kämpfen.
Klasse Artikel und locker geschrieben, hat mir gefallen. Zwei Dinge sind mir aber nicht ganz klar: 1) Obwohl es genetische Gruende fuer Fettleibigkeit gibt, die Mehrzahl der beschriebenen amerikanischen Frauen ist nur deshalb zu dick weil sie zuviel Burger & Fries fressen und dazu Soda literweise trinken. Hat mit Evolution wohl nichts zu tun.
2) Ich dachte blaue Augen sind eine relativ neue Erfindung, daher wundert mich der Kommentar "dass es sie bis heute gibt". Das klingt als seien blaue Augen schon in der Fruehzeit ueblich gewesen - obwohl braun die "urspruengliche" Augenfarbe ist. Aber ich kann mich taeuschen.
Ich habe noch noch nie in einem populärwissenschftlichen Artikel soviel zusammen- gestoppelten Unsinn gelesen. zB : "Denn vor 7000 Jahren begannen die ersten, Milchzucker zu verdauen." da hätte die Muttermilch vor 7000 Jahren keinen Milchzucker enthalten?? aber das ist nur eine Ente im ganzen großen Ententeich. Noch eins: Solche feinmotorischen Leistungen hätten seine Kinder damals, selbst wenn der Mikrochip schon bekannt gewesen wäre, unmöglich hinbekommen. " Blanker Blödsinn! man muss sich nur die absolut sauber und schon fast mit Mikrostichen zusammengenähte Kleidung von Ötzi anschauen und das alles ohne moderne Nadeln Schere usw. um das ins Reich des aufschneiderischen Geschwätzes abzutun. Ich möchte mal den modernen tastendrückenden "Feinmotoriker" sehen der das mit einer Knochennadel zuwege bringt. Der Homo sapien der Steinzeit war von uns so wenig verschieden wie ein Apfel von einem andern. Wahrscheinlich sogar im Schnitt intelligenter wenn man die grandiosen künstlerischen und astronomischen Leistungen bedenkt.
Irgendwie haben Sie ja recht, aber es ist nicht so, dass die Evolution völlig ungerichtet verläuft. Sie bevorzugt - wie Charles gesagt hätte - diejenigen, die der Umwelt am besten angepaßt sind und ihr auf effizienteste Weise Nahrungs- und Vermehrungsoptionen abgewinnen können. So ganz zufällig ist das nun ja nicht.
Bezieht sich der benutzte Begriff "Flegelei" auf den zitierten Satz?
Dann ist er angebracht, denn die konstitutive Expression des Lactasegens stellt keinen Defekt dar!
Es handelt sich bei dem konstitutiv exprimierten Allel lediglich um eine Genvariante, und zwar um eine, die sich zumindest in gewissen Umwelten als Selektionsvorteil entpuppte.
Ich muss auch sagen, mir fehlen die schlagenden Argumente... Knochendichte um 15% abgenommen weil weniger beansprucht? Okay, vielleicht, aber erstens: Wie war die Stichprobe gewählt, sieht das bei sogenannten "hunter-gatherer" Völkern auch so aus, gibt es eine Mutation oder Genvariante, die das macht?
Weil, wenn die Knochen nur aus mangelnder Auslastung dünner sind, im Durchschnitt, hat das erstmal überhaupt nichts mit Evolution zu tun sondern mit Variation im Phenotyp - so wie eineiige Zwillinge zwar genetisch identisch, aber von der Größe her sehr unterschiedlich sein können wenn einer von beiden als Jugendlichen unter Mangelernährung leidet. Genotyp und Phenotyp bleiben trotz allem unterschiedlich, und so wie ich das sehe sind die meisten Beispiele aus dem Artikel eben letztere, somit ist der Artikel nicht nur unpräzise sondern inhaltlich nicht wirlich korrekt.
Aber schön, dass jemand versucht, den menschen klar zu machen, wie Evolution funktoniert und dass wir diesem Prinzip trotz allem untergeordnet sind. Nur, man sollte sehr vorsichtig und eben PRÄZISE mit den Formulierungen und Beispielen sein weil man sonst der Allgemeinheut seltsame Ideen in die Köpfe setzt...
Liebe Grüße, Nellas