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Schwacher Jobmarkt: Arbeitsagentur-Chef prophezeit Schrumpflöhne

Die Regierung sagt einen Job-Boom voraus - doch Frank-Jürgen Weise dämpft die Erwartungen: Der Chef der Bundesagentur für Arbeit erklärt im*Interview, dass*es keinen großen*Stellenzuwachs geben wird.*Tendenziell müssten sich die Deutschen sogar auf niedrigere Löhne einstellen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...740172,00.html
  1. #460

    Auch im neuen Jahr gegen Titelzwang©

    Zitat von Dylan Hunt Beitrag anzeigen
    ..und geglaubt. Man kann es hundertmal richtig stellen. Sollte es eine Wohnungsaustattung geben--> Schnäpchenmarkt. Alles gebraucht.
    Stimmt genau.
    Aber für das Gros der Mitmenschen ist es nun mal einfacher und bequemer solche "Hetzpropaganda" zu lesen und für richtig zu halten, als sich mal wirklich in den entsprechenden Gestezesvorschriften oder auch bei entsprechenden Foren kundig zu machen.
    Ich bin jedenfalls dankbar, wenn ich auf einen Fehler hingewiesen werde und so immer noch etwas dazulernen kann.^^
  2. #461

    'Weise ebenso

    Zitat von leanwo Beitrag anzeigen
    Seltsam, hat unser Wirtschaftsminister nicht gestern abend im Fernsehinterview genau das Gegenteil verkündet? Es sprach davon, dass jede Menge hochbezahlte und voll sozialversicherungspflichtige Jobs entstehen.

    Auch Weise hat der Zeitung mit den großen Buchstaben noch vor Tagen ganz was anderes erzählt.
    Er jubelte förmlich und meinte, wir hätten bald Vollbeschäftigung.
    Wenn selbst solche Leute ihre Meinungen in wenigen Tagen ändern und revidieren, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn so vieles mittlerweile in diesem Land schief läuft.
  3. #462

    Interpretationssache

    Zitat von praise Beitrag anzeigen
    Nachfrageorientierung hat ab Ende der 80er schlicht nicht mehr funktioniert.
    Ob Konjunkturprogramme nützen, hängt von vielen Faktoren ab, auch davon, ob sie nachfrage- oder angebotesorientiert sind und ob sie gegenfinanziert werden oder nicht.

    Es zeigt sich, dass besonders das Konjunkturprogramm von 1967 erfolgreich war und längere Perioden guten Wirtschaftswachstums brachte, abrupt unterbrochen durch die Ölpreiskrise 1973.

    Konjunkturprogramme:

    1967: 3,1%
    1974: 0,2%
    1977: 1,3%
    1978: 1,2%
    1980: 1,1% des BIP.

    Reale Wachstumsraten (W) im Verhältnis zum Vorjahr und Verbraucherpreisinflation (V) ab 1967, dem Jahr des 1. Konjunkturprogramms:

    1967: 0,0% (W) 1,7% (V)
    1968: 6,5% (W) 1,9% (V)
    1969: 7,9% (W) 2,5% (V)
    1970: 5,9% (W) 3,5% (V)
    1971: 3,3% (W) 5,4% (V)
    1972: 3,6% (W) 5,6% (V)
    1973: 4,9% (W) 7,1% (V) (1. Ölpreisschock)
    1974: 0,4% (W) 7,0% (V)

    Ab 1969 wurde die Konjunkturpolitik als dämpfendes Mittel eingesetzt und man schöpfte überschüssige Nachfrage ab. Darauf sank der Schuldenstand der öffentlichen Haushalte von 21,9% im Jahr 1967 auf 18,3% im Jahr 1973. Gemessen am BIP konnte man also auf eine Verringerung der Verschuldung in Höhe von 3,6% zurückblicken, während das Konjunkturprogramm selbst nur 3,1% gekostet hatte. 1973 stieg die Inflationsrate dann wegen der drastischen Ölpreiskrise auf über 7%.

    Die Daten der Jahre 1975 bis 1982:

    1975: -1,8% (W) 6,2% (V)
    1976: 5,3% (W) 4,4% (V)
    1977: 2,8% (W) 3,7% (V)
    1978: 3,6% (W) 2,8% (V)
    1979: 4,0% (W) 4,1% (V) (Jahre des 2.
    1980: 1,9% (W) 5,5% (V) Ölpreisschocks)
    1981: -0,2% (W) 6,1% (V)
    1982: -1,0% (W) 4,8% (V)

    Im August 1975 wurden Konjunkturprogramme aus Konjunkturausgleichrücklagen und Krediten aufgelegt.

    Im März 1977 wurden kreditfinanzierte staatliche Investitionen getätigt, im September 1977 folgten kreditfinanzierte Steuererleichterungen, Hilfen und Zuschüsse.

    1979 und 1980 erfolgten Steuererleichterungen in Höhe von 21,4 Mrd. DM, finanziert durch Erhöhung der Umsatzsteuer.

    1981: mehr steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, finanziert hauptsächlich durch Ausgabenkürzungen.

    1982: Investitionszulagen, finanziert hauptsächlich durch Ausgabenkürzungen.

    Die Staatsverschuldung stieg in diesem Zeitraum von 25% in 1975 auf 38% in 1982.

    Erkennen Sie den Unterschied? Beim ersten Konjunkturprogramm erfolgte keine "Gegenfinanzierung" und man konnte trotzdem einen Schuldenabbau verzeichnen. Spätestens ab 1979 kann man die sich einschleichende neoliberale Denkweise in der rot-gelben Regierungskoalition beobachten. Umsatzsteuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, euphemistisch Gegenfinanzierung genannt, schwächten die Massenkaufkraft, dadurch sanken Steuereinnahmen ebenso wie durch Steuererleichterungen, der Schuldenabbau wurde erschwert oder unmöglich.

    Eine etwas höhere Inflationsrate muss auch durchaus nicht schädlich sein, wir hatten deswegen ja noch lange keine Hyperinflation. Inflationsraten lassen sich durch Anpassung der Löhne ausgleichen, sodass die Massenkaufkraft kaum beeinträchtigt wird, während Umsatzsteuererhöhungen die Kaufkraft allgemein schwächen. Wenn der Staat während einer Konjunkturschwäche die Ausgaben kürzt, dann kann er sie verschärfen. Eine moderate Inflationsrate von 2% (manche Ökonomen sagen sogar 4%) sollte sogar angestrebt werden, um z. B. staatlichen Schuldenabbau zu erleichtern.

    Gruß
    Janna
  4. #463

    So

    Zitat von Ernst Robert Beitrag anzeigen
    Neulich habe ich mit zwei jungen Verkäuferinnen gesprochen.
    Die eine wollte Überstunden machen und eine Weiterbildung, damit sie sich die Küche einrichten kann. Es ging um eine .....
    ein Schwachsinn, niemand bekommt einen Kühlschrank vom Amt.

    Bieten Sie in der jetztigen Zeit einfach einen Job an von dem man leben kann und die Leute rennen Ihnen die Türen ein, das ist die Realität.
  5. #464

    .

    Zitat von Spiegeleii Beitrag anzeigen

    Bieten Sie in der jetztigen Zeit einfach einen Job an von dem man leben kann und die Leute rennen Ihnen die Türen ein, das ist die Realität.
    ...Wird schon jemand dabei sein der den Job auch zuverlässig und in gewünschter Qualität ausführt.
  6. #465

    Klar

    Zitat von settembrini. Beitrag anzeigen
    ...Wird schon jemand dabei sein der den Job auch zuverlässig und in gewünschter Qualität ausführt.
    Der Fachkräftemangel wird zuschlagen, niemand wird sich finden, wir brauchen unbedingt Leute aus den Mittelmeeranrainerstaaten, sagt die CDU, hoffentlich sinds dann keine Moslems.
  7. #466

    .

    Zitat von Günter Bodendörfer Beitrag anzeigen
    Der Fachkräftemangel wird zuschlagen, niemand wird sich finden, wir brauchen unbedingt Leute aus den Mittelmeeranrainerstaaten, sagt die CDU, hoffentlich sinds dann keine Moslems.
    Da darf man mit einverstanden sein, denke ich, wenn sie sich nicht als islamistisch verstehen und den säkularen Staat glaubwürdig akzeptieren.
  8. #467

    CSU-Wähler

    Zitat von settembrini. Beitrag anzeigen
    Da darf man mit einverstanden sein, denke ich, wenn sie sich nicht als islamistisch verstehen und den säkularen Staat glaubwürdig akzeptieren.
    Das möcht ich sehen, die Reaktion des klassischen CSU-Wählers, desjenigen der HartzIV befürwortet und ansonsten das Wort Xenophobie nicht kennt weil er derart fremdenfeindlich ist, dass Fremdwörter für ihn schon das sprichwörtliche rote Tuch sind.








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