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Schwacher Jobmarkt: Arbeitsagentur-Chef prophezeit Schrumpflöhne
Die Regierung sagt einen Job-Boom voraus - doch Frank-Jürgen Weise dämpft die Erwartungen: Der Chef der Bundesagentur für Arbeit erklärt im*Interview, dass*es keinen großen*Stellenzuwachs geben wird.*Tendenziell müssten sich die Deutschen sogar auf niedrigere Löhne einstellen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...740172,00.html
- #460 24.01.2011 18:58 von
Auch im neuen Jahr gegen Titelzwang©
Stimmt genau.
Aber für das Gros der Mitmenschen ist es nun mal einfacher und bequemer solche "Hetzpropaganda" zu lesen und für richtig zu halten, als sich mal wirklich in den entsprechenden Gestezesvorschriften oder auch bei entsprechenden Foren kundig zu machen.
Ich bin jedenfalls dankbar, wenn ich auf einen Fehler hingewiesen werde und so immer noch etwas dazulernen kann.^^ - #461 24.01.2011 20:09 von
'Weise ebenso
Auch Weise hat der Zeitung mit den großen Buchstaben noch vor Tagen ganz was anderes erzählt.
Er jubelte förmlich und meinte, wir hätten bald Vollbeschäftigung.
Wenn selbst solche Leute ihre Meinungen in wenigen Tagen ändern und revidieren, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn so vieles mittlerweile in diesem Land schief läuft. - #462 24.01.2011 21:10 von
Interpretationssache
Ob Konjunkturprogramme nützen, hängt von vielen Faktoren ab, auch davon, ob sie nachfrage- oder angebotesorientiert sind und ob sie gegenfinanziert werden oder nicht.
Es zeigt sich, dass besonders das Konjunkturprogramm von 1967 erfolgreich war und längere Perioden guten Wirtschaftswachstums brachte, abrupt unterbrochen durch die Ölpreiskrise 1973.
Konjunkturprogramme:
1967: 3,1%
1974: 0,2%
1977: 1,3%
1978: 1,2%
1980: 1,1% des BIP.
Reale Wachstumsraten (W) im Verhältnis zum Vorjahr und Verbraucherpreisinflation (V) ab 1967, dem Jahr des 1. Konjunkturprogramms:
1967: 0,0% (W) 1,7% (V)
1968: 6,5% (W) 1,9% (V)
1969: 7,9% (W) 2,5% (V)
1970: 5,9% (W) 3,5% (V)
1971: 3,3% (W) 5,4% (V)
1972: 3,6% (W) 5,6% (V)
1973: 4,9% (W) 7,1% (V) (1. Ölpreisschock)
1974: 0,4% (W) 7,0% (V)
Ab 1969 wurde die Konjunkturpolitik als dämpfendes Mittel eingesetzt und man schöpfte überschüssige Nachfrage ab. Darauf sank der Schuldenstand der öffentlichen Haushalte von 21,9% im Jahr 1967 auf 18,3% im Jahr 1973. Gemessen am BIP konnte man also auf eine Verringerung der Verschuldung in Höhe von 3,6% zurückblicken, während das Konjunkturprogramm selbst nur 3,1% gekostet hatte. 1973 stieg die Inflationsrate dann wegen der drastischen Ölpreiskrise auf über 7%.
Die Daten der Jahre 1975 bis 1982:
1975: -1,8% (W) 6,2% (V)
1976: 5,3% (W) 4,4% (V)
1977: 2,8% (W) 3,7% (V)
1978: 3,6% (W) 2,8% (V)
1979: 4,0% (W) 4,1% (V) (Jahre des 2.
1980: 1,9% (W) 5,5% (V) Ölpreisschocks)
1981: -0,2% (W) 6,1% (V)
1982: -1,0% (W) 4,8% (V)
Im August 1975 wurden Konjunkturprogramme aus Konjunkturausgleichrücklagen und Krediten aufgelegt.
Im März 1977 wurden kreditfinanzierte staatliche Investitionen getätigt, im September 1977 folgten kreditfinanzierte Steuererleichterungen, Hilfen und Zuschüsse.
1979 und 1980 erfolgten Steuererleichterungen in Höhe von 21,4 Mrd. DM, finanziert durch Erhöhung der Umsatzsteuer.
1981: mehr steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, finanziert hauptsächlich durch Ausgabenkürzungen.
1982: Investitionszulagen, finanziert hauptsächlich durch Ausgabenkürzungen.
Die Staatsverschuldung stieg in diesem Zeitraum von 25% in 1975 auf 38% in 1982.
Erkennen Sie den Unterschied? Beim ersten Konjunkturprogramm erfolgte keine "Gegenfinanzierung" und man konnte trotzdem einen Schuldenabbau verzeichnen. Spätestens ab 1979 kann man die sich einschleichende neoliberale Denkweise in der rot-gelben Regierungskoalition beobachten. Umsatzsteuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, euphemistisch Gegenfinanzierung genannt, schwächten die Massenkaufkraft, dadurch sanken Steuereinnahmen ebenso wie durch Steuererleichterungen, der Schuldenabbau wurde erschwert oder unmöglich.
Eine etwas höhere Inflationsrate muss auch durchaus nicht schädlich sein, wir hatten deswegen ja noch lange keine Hyperinflation. Inflationsraten lassen sich durch Anpassung der Löhne ausgleichen, sodass die Massenkaufkraft kaum beeinträchtigt wird, während Umsatzsteuererhöhungen die Kaufkraft allgemein schwächen. Wenn der Staat während einer Konjunkturschwäche die Ausgaben kürzt, dann kann er sie verschärfen. Eine moderate Inflationsrate von 2% (manche Ökonomen sagen sogar 4%) sollte sogar angestrebt werden, um z. B. staatlichen Schuldenabbau zu erleichtern.
Gruß
Janna - #463 24.01.2011 22:30 von
- #464 25.01.2011 08:05 von
- #465 25.01.2011 21:21 von
- #466 26.01.2011 16:25 von
- #467 26.01.2011 17:34 von
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