Schulmathematik absurd: 26 Schafe + 10 Ziegen = 36 Jahre

Manche Schüler mögen Mathe, andere hassen das Fach. Viel hängt davon ab, wie die Kinder den Unterricht erleben: Bekommen sie*Lösungstechniken eingetrichtert? Oder dürfen sie kreative Ideen entwickeln? Tests mit simplen Textaufgaben zeigen, dass eine Menge schief läuft*in den Schulen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...806981,00.html
  1. #100

    Zitat von Sitiveni Beitrag anzeigen
    Ein Bauer hat 16 Schafe : "hat" ist Gegenwart, also hat er sie noch.
    Alle sterben außer 9: Wenn man den Vorgang des Sterbens als Intervall sieht, also nicht als exakt zu bestimmenden Zeitpunkt, sind 7 gerade am Sterben.
    Fazit: Er hat noch alle 16 Schafe, von denen 7 im Sterben liegen.
    Sehen Sie! Eindeutig eine Frage des Leseverständnisses...
  2. #101

    Falscher Ansatz

    Der wahre Fehler liegt im Versuch, jedes noch so triviale Problem mit kritischem Denken und Lebenswirklichkeitsbezug aufzublähen. Diese Art mathematischer Aufgaben sollte formuliert werden als "Was ist 26 + 10?"
  3. #102

    Zitat von bigbeat Beitrag anzeigen
    Sorry, aber ich habe selber lange genug Mathe und Deutsch unterrichtet. In diesem Test geht es um Leseverständnis und nicht um Rechenfähigkeit.
    Das ist so ähnlich wie folgende Scherzfrage (haben wir oft im Unterricht gemacht und die Schüler haben es geliebt):
    "Ein Bauer hat 16 Schafe. Alle sterben außer 9. Wieviele Schafe hat er noch?"
    Sofern sich durch den Tod nicht die Besitzverhältnisse ändern, ist die Antwort 16.
  4. #103

    Stundenkilometer = Stunde mal Kilometer

    Zitat von hajo58 Beitrag anzeigen
    Mathematiklehrerin: das Auto fährt mit 80 "Sachen".
    Physiklehrer: der Zug fährt mit 120 "Stundenkilometern".
    Lehrer im Fach Werken: nehmt einmal den "Zollstock" und messt.
    Einer meiner Physiklehrer (den ich sehr schätze), sagte immer: "Stundenkilometer sind Unsinn (wenn man sie als Geschwindigkeitsangabe benutzt), dass heißt Kilometer pro Stunde!"

    Viele würden das sicher als Korintenkackerei abtun, aber genau an solchen Unterscheidungen merkt man oft erst, ob jemand etwas wirklich verstanden hat.
  5. #104

    Wir hatten...

    Zitat von GerhardFeder Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich noch gut, dass die Lehrerin, die eine Textaufgabe falsch gestellt hatte und dann die richtige Lösung als falsch bewertete, als Antwort auf die Kritik sagte: "Das sollte so gerechnet werden, wie wir es geübt haben".

    Der Matheunterricht ist zu 80% eine reine Lehr-Katastrophe und entsprechend schlecht ist dann der Bildungsstand der Bevölkerung.

    ...auf der Penne auch lustige Lehrer. Zum Beispiel konnte einer beweisen, dass 1 DM = 1 Pfennig ist!

    100 Pf = 1 DM
    10 Pf x 10Pf =1 DM
    1/10DM x 1/10DM = 1DM
    1/100DM = 1DM
    1 Pf = 1DM
    q.e.d.
    :-)
  6. #105

    Ist doch ne super Aufgabe...

    Zitat von old_spice Beitrag anzeigen
    die Kapitänaufgabe geht so:
    Das Schiff ist 127m lang und 23m breit.
    Wie lang ist der Kapitän ?
    Antwort: Bis er satt ist.

    Die Aufgabe darf aber nur mündlich gestellt werden,
    da die korrekte Frage heissen müßte:
    Wie lange isst der Kapitän.

    Gestern hatte meine Tochter eineAufgabe zu linearen Gleichungen:
    In einem Zoogehege sind 16 Tiere, Robben und Pinguine.
    Zusammen haben diese 24 Füße.
    Wieviele Pinguine und Robben sind im Gehege?
    .... ich bin mir nur nicht ganz sicher wieviele "Füße" Robben eigentlich haben, ich denke wohl gar keine, insofern sieht das GLS wie folgt aus:
    R+P=16
    2P=24
    wobei R für Anzahl der Robben und P für Anzahl der Pinguine steht. Es gibt also 12 Pinguine und demnach 4 Robben...
  7. #106

    Insideraufgabe

    Zitat von old_spice Beitrag anzeigen
    Wieviele Pinguine und Robben sind im Gehege?
    Die Menge der Pinguine ist die Menge aller Robben, die sich nicht selbst enthält...
  8. #107

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    hat kann man nicht so deuten, dass die die er noch hat alle Leben. Er hat auch tote Schafe. Sie haben unterstellt, nicht analysiert!
    Wo habe ich denn geschrieben, dass die, die nicht im Sterben liegen, leben? 7 liegen im Sterben, der Rest, also 9, die er noch hat, können lebendige, tote oder meinetwegen aus Holz geschnitzte Schafe sein.
  9. #108

    Ich würde die These aufstellen, dass Mathematik letztlich auch eine Art "Sprache" ist, mit eigener Grammatik und eigenen Vokabeln. Die Hauptschwierigkeit vieler Schüler ist meiner Erfahrung nach, dass sie viele Dinge zwar intuitiv verstehen, aber nicht auf "formelisch" schreiben können.

    Ein Beispiel ist der allseits gefürchtete Dreisatz. Die Aufgabe "Drei Hennen legen 6 Eier, wieviele Eier legen 5 Hennen?" macht vielen Schülern große Probleme. Fragt man aber, wieviele Eier 6 Hennen legen, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Na 12 Eier natürlich! Sind ja doppelt soviele! Das können oft auch die Schwächsten der Klasse.
    Beim Ausrechnen haben sie eigentlich alle notwendigen Schritte gemacht. Sie haben 6:3 gerechnet, dabei 2 erhalten, und verstanden, dass die Eierzahl nun mit 2 multipliziert werden muss. Ganz genauso funktioniert es ja auch bei 5 Hennen, man rechnet 5:3 = 5/3 und multipliziert 6 mit 5/3, was 10 ergibt.

    Dass der Dreisatz also ein solches Problem darstellt, liegt nicht an der mangelnden mathematischen Begabung der Schüler. Im Gegenteil zeigt die Tatsache, dass für 6 Hennen die meisten Schüler eine Antwort haben, sogar, dass die meisten Leute Mathematik auf einer intuitiven Ebene oftmals sogar recht gut verstanden haben. Aber es scheitert an der Fähigkeit, diese Erkenntnisse zu verbalisieren und auf andere Situationen anzuwenden. Eben "formelisch" zu sprechen. Und gegen dieses Problem wird oftmals in der Schule zuwenig getan. Da übt man dann halt stur einen Lösungsweg ein, den die Schüler vier Wochen später wieder vergessen haben, spätestens wenn das Thema komplett wechselt. Weil sie nicht verstanden haben, diesen Weg mit dem intuitiven Wissen zu verknüpfen. Und ich denke, unser Mathematik-Unterricht krankt oftmals genau daran, dass das intuitive Verständnis und die gelernten Formeln in zwei verschiedenen Welten leben.
  10. #109

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    Zitat von hajo58 Beitrag anzeigen
    hier noch eine Aufgabe für Spezialisten:
    ein Scheich vererbt 19 Kamele. Sie sollen wie folgt aufgeteilt werden: Sohn eines die Hälfte, Sohn zwei ein Viertel, Sohn drei ein Fünftel.
    Wie viele Kamele bekommt jeder?
    Hinweis: ein halbes Kamel gibt es nicht, es würde ja auch im Stall
    umfallen.
    Neben "Hilfskamelen" läßt sich das auch ganz einfach mathematisch lösen:

    Sohn 1: 9,5 Kamele
    Sohn 2: 4,75 Kamele
    Sohn 3: 3,80 Kamele

    Kaufmännisch gerundet (da es ja kein Kamelgulasch geben soll) wären das 10, 5 und 4 Kamele. Also weder etwas für Spezialisten, noch eine Scherzfrage, sondern einfache Mathematik (auch wenn ich jetzt die Spaßbremse bin).