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Schulklasse am Tropf: Junge Chinesen dopen mit Infusionen für Examen

AFPVier Wochen noch bis zur entscheidenden Prüfung, da geht es mit einigen Chinesen durch. In einer Schule in Zentralchina ließ sich eine ganze Klasse über einen Tropf Aminosäuren verabreichen. Ziel der gefährlichen Übung: noch besser lernen können.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...832096,00.html
  1. #1

    Schwachsinn

    Und da gibt es Leute, die behaupten, die chinesischen Schüler wären besonders schlau. Die das mit sich machen (lassen), sind es jedenfalls nicht...
  2. #2

    Vermutlich sind diese Infusionen noch die harmloseren Mittelchen, die einige Chinesen benutzen um für die Prüfung fir zu sein.
    Hoffentlich helfen die durchaus kritischen Berichte auch in China, endlich das chinesische Bildungs- und Prüfungssystem zu reformieren.
  3. #3

    Warum soll man das chinesische System ändern?

    China erlebt derzeit eine extreme Form der Meritokratie. Nur die Besten kommen weiter und die Auslese beginnt sehr früh. Entscheidend ist dabei zwar nur einziges Kriterium , die Schulnote, jedoch ist dieses Kriterium trotz aller Widrigkeiten immer noch eines der objektivsten.

    Ich sehe wirklich nicht, warum wir den Chinesen gute Ratschläge geben sollten. China hat seinen eigenen Weg gefunden, aus einem Milliardenvolk die Besten zu identifzieren und dann zu fördern, unabhängig von deren familiärer oder geographischer Herkunft.
    Der Weg ist nicht perfekt und er führt zu extremen Auswüchsen, aber er ist besser als alles was China vorher hatte und er funktioniert für die Chinesen.

    Umgekehrt sehen wir in der westlichen Welt eine Rückkehr zu feudalen Traditionen. Nicht die Besten kommen weiter, sondern die wohlhabensten Eltern können ihren Sprösslingen den Zugang zu Eliteschulen und damit verbundenen Karrieren erkaufen.

    Extreme Auswüchse, die kann und muss man immer mit Einzelmassnahmen und Anpassungen wieder in den Griff bekommen, aber das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist ausschließlich , ob das grundlegende System ausreichend gut ist. Vielleicht sollten daher eher wir Westler darüber reflektieren, ob die feudalen Perioden unserer Geschichte - in denen die familiäre (aka soziale) Herkunft wichtiger war, als individuelles Können - gut für uns waren.
  4. #4

    @opag78

    Ein schöne nette Vorstellung, doch auch nicht ganz wahr. Die guten/besten Universitäten und Schulen kosten erheblich viel Geld. Ich sag mal einfach 20000 RMB im Jahr (etwas mehr als 2000 Euro) für mittelmäßige Uni's. Klingt erstmal nicht viel. Doch bei einem DURCHSCHNITTSGEHALT von 1500 RMB (oder eventuell noch weniger) im Monat auf dem Land bzw 3000 RMB (oder eventuell weniger) in der Großstadt ist dies eine Menge Geld. Wer glaubt das NUR die besten in eine gute Universität kommt, der irrt gewaltig.
    Grüße aus Tonghua / Jilin
  5. #5

    Albtraum Mensch

    Das Konkurrenzdenken und das heiliggesprochene Leistungsprinzip, dass sich über jede Humanität hinwegsetzt, drängt die menschliche Gesellschaft immer weiter an den Rand des sozialen Abgrunds. Wo das Prinzip der Auslese immer heftiger gefordert wird, die Leistungsschwachen immer weiter verdrängt werden, dann als gesellschaftliche Last angesehen und diskreditiert, ist es nicht mehr weit hin, bis wieder gefordert wird, diesen Ballast irgendwann einfach nach der Selektion von der Klippe zu stoßen. Das klingt populistisch, ist aber näher an der Realität, als manche Menschen gern wahrhaben mögen. Als Mutter einer behinderten Tochter sehe ich die zwei Gesichter der Menschlichkeit in der Gesellschaft, die gefühlte und die tatsächlich gelebte. Die Vorstellung, hilfreich anderen gegenüber zu sein, ist stets stark ausgeprägt. Wenn es darum geht, Abstriche am eigenen Erfolg zu machen, um anderen unter die Arme zu greifen, also diese teilhaben zu lassen, stößt das Verständnis schnell an Grenzen. Hilfbereitschaft ist nur in der Vorstellung der Menschen wirklich gern geleistet, niemals in der Realität.
    Und Ursache für die Rücksichtslosigkeit ist stets das Bestreben, zunächst selbst vorwärtszukommen. Und genau diese Motivation bekommen die Menschen heute von Kindesbeinen an gelehrt.
  6. #6

    @opag78

    Schulnoten objektiv? Ich vermute, es gibt wenige Dinge, die SUBJEKTIVER sind. Ich muss es wissen, ich bin Lehrer.
  7. #7

    Kein schöner Land

    Zitat von silke_w. Beitrag anzeigen
    Das Konkurrenzdenken und das heiliggesprochene Leistungsprinzip,
    sind so alt wie die Menschheit.
    In Mesopotamien und im Neanderthal war es nicht anders.

    Zitat von silke_w. Beitrag anzeigen
    dass sich über jede Humanität hinwegsetzt, .
    Humanität ist schönes Ideal für eine ideale Welt. Also ein Konzept aus und für Utopia.

    Zitat von silke_w. Beitrag anzeigen
    drängt die menschliche Gesellschaft immer weiter an den Rand des sozialen Abgrunds. .
    drängt die Gesellschaft an den Ran des gesellschaftlichen Abgrunds?
    Was heißt das?

    Zitat von silke_w. Beitrag anzeigen
    ist es nicht mehr weit hin, bis wieder gefordert wird, diesen Ballast irgendwann einfach nach der Selektion von der Klippe zu stoßen. .
    Nicht mehr weithin?
    Das passiert doch!
    Und ich spreche nicht von China, ich spreche von D.land 2012.

    Zitat von silke_w. Beitrag anzeigen
    Hilfbereitschaft ist nur in der Vorstellung der Menschen wirklich gern geleistet, niemals in der Realität.
    Richtig. Wenn Sie anderen helfen, bescheren Sie sich selbst einen Nachteil. Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit werden als Schwäche ausgelegt und von den Erfolgreichen und Skrupellosen rücksichtslos ausgenutzt.

    Zitat von silke_w. Beitrag anzeigen
    Und Ursache für die Rücksichtslosigkeit ist stets das Bestreben, zunächst selbst vorwärtszukommen. Und genau diese Motivation bekommen die Menschen heute von Kindesbeinen an gelehrt.
    Genauso würde ich meine Kinder erziehen. In einer übervölkerten Welt unerbittlicher Konkurrenz führt alles andere in den Untergang. Traurig, aber wahr!
  8. #8

    Setzen!

    Zitat von jay-kopp Beitrag anzeigen
    Schulnoten objektiv? Ich vermute, es gibt wenige Dinge, die SUBJEKTIVER sind. Ich muss es wissen, ich bin Lehrer.
    Kommt das wohl ein bißchen auf das Fach und die Prüfungsbedingungen an?
  9. #9

    Zitat von opag78 Beitrag anzeigen
    China erlebt derzeit eine extreme Form der Meritokratie. Nur die Besten kommen weiter und die Auslese beginnt sehr früh. Entscheidend ist dabei zwar nur einziges Kriterium , die Schulnote, jedoch ist dieses Kriterium trotz aller Widrigkeiten immer noch eines der objektivsten.

    Ich sehe wirklich nicht, warum wir den Chinesen gute Ratschläge geben sollten. China hat seinen eigenen Weg gefunden, aus einem Milliardenvolk die Besten zu identifzieren und dann zu fördern, unabhängig von deren familiärer oder geographischer Herkunft.
    Der Weg ist nicht perfekt und er führt zu extremen Auswüchsen, aber er ist besser als alles was China vorher hatte und er funktioniert für die Chinesen.
    Bildung war in China schon immer ein hohes Gut. Und, anders als in Europa, führte der Aufstieg als Beamter schon unter den chinesischen Kaisern über Prüfungen. Es ist also nicht wirklich etwas neues für China, was neu ist, ist, das diese Chancen nun über ein flächendeckendes Bildungssystem für die breite Masse existieren.
    Ob der europäische Weg, Druck zu vermeiden und die Qualität von Bildung auf das Mittelmass abzusenken, wirklich langfristig der bessere Weg ist, das bezweifle ich.








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