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Schulen in Südkorea: Maximal digital

Malte E. KollenbergDas technikbegeisterte Südkorea setzt auf komplett papierlose Bildung. Schon bald sollen alle Schulen nur noch mit elektronischen Büchern unterrichten. Erste Pilotprojekte laufen erfolgreich - doch Experten warnen: Viele junge Koreaner hocken schon jetzt zu viel vorm Bildschirm.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...840959,00.html
  1. #1

    Zweischneidiges Schwert ...

    Ist ja alles schön und gut und sicherlich auch sehr fortschrittlich - aber offensichtlich legt man größten Wert darauf, dass kinder bald nicht mehr wissen, wie man schreibt und wie eine Handschrift aussieht. Was passiert, wenn der Computer ausfällt und man einem Kind einen Bleistift in die Handf drückt ? Kriegt es dann einen Nervenzusammenbruch, weil es nicht weiß, was es damit anfangen soll ? Schöne neue digitale Welt ... aua
  2. #2

    Wie lange werden noch unsere Kinder in Deutschland,

    täglich mit Schulranzen und schweres Inhalt Ihre Rücken schädigen? Die Zukunft ist Digital! auch wenn es manchen Verlagen nicht gefällt, wird es so kommen.
  3. #3

    Nicht alles ist Gold was digital ist ...

    Die Idee, einen Computer im Unterricht als Standardwerkzeug einzusetzen, ist richtig.

    Allerdings wird ein Verdrängen älterer Arbeitsweisen wie das Entwickeln einer Handschrift, das Malen ohne die intelligenten Hilfsmittel einer "Grafik-Software" besonders bei Kindern zu einer Verkümmerung ihrer Entwicklung führen.

    Wir dürfen nicht vergessen ... das Erlernen körperlich komplexer Abläufe, wie Sprechen, Laufen, Tanzen, Schreiben, Musizieren trägt entscheidend zur neuronalen Entwicklung des menschlichen Gehirns bei. Ein Monitor und eine Tastatur können das nicht ersetzen.

    Bei all der Innovationsfreudigkeit darf nicht vergessen werden, dass wir biologische Wesen sind, deren Organismus sich seit Jahrmillionen auf gewisse Körperlichkeiten gewöhnt hat. Ändert man das in kurzer Zeit - ich wage mal den Vergleich - und gerät im Verhältnis Nahrungsaufname zu Körperbewegung aus dem Gleichgewicht, dann ist Übergewicht schnell ein Thema.

    Mit unserem Gehirn sollten wir allerdings keine Experimente dieser Art durchführen. Abnehmen ist ja schon eine Quälerei.

    Daher - Computer ja - aber die alten Techniken nicht verkümmern lassen, denn irgendwann fällt garantiert wieder der Strom aus.
  4. #4

    Zitat von stefanaugsburg Beitrag anzeigen
    Ist ja alles schön und gut und sicherlich auch sehr fortschrittlich - aber offensichtlich legt man größten Wert darauf, dass kinder bald nicht mehr wissen, wie man schreibt und wie eine Handschrift aussieht. Was passiert, wenn der Computer ausfällt und man einem Kind einen Bleistift in die Handf drückt ? Kriegt es dann einen Nervenzusammenbruch, weil es nicht weiß, was es damit anfangen soll ? Schöne neue digitale Welt ... aua
    Ja, und was machen man um Urwald, wenn man nie gelernt hat einen Bogen und Pfeile zu bauen und außerdem kein Feuer mit ein paar Hölzern entzünden kann? Von den fehlenden Jagdfähigkeiten mal ganz abgesehen. Das ist viel lebensbedrohlicher für uns.
  5. #5

    5345345

    Zitat von stefanaugsburg Beitrag anzeigen
    Ist ja alles schön und gut und sicherlich auch sehr fortschrittlich - aber offensichtlich legt man größten Wert darauf, dass kinder bald nicht mehr wissen, wie man schreibt und wie eine Handschrift aussieht. Was passiert, wenn der Computer ausfällt und man einem Kind einen Bleistift in die Handf drückt ? Kriegt es dann einen Nervenzusammenbruch, weil es nicht weiß, was es damit anfangen soll ? Schöne neue digitale Welt ... aua
    interessante Frage. Ist das Schreiben per Hand eine nur noch historische Kulturtechnik, so wie schriftliches Multiplizieren? Also ich kann mich gut erinnern, daß in den 70gern das Rechnen mit dem Taschenrechner Teufelei war. "Was machen Sie, wenn die Batterien alles sind?" Der Rechenschieber galt als unverzichtbare Kulturtechnik.

    Ich denke, der Artikel übertreibt. Auch in Korea werden kinder zwischen dem dritten und achten Lebensjahr weiter lernen, wie man einen Stift benutzt. Einfach der Feinmotorik wegen, so wie sie etwas Geige lernen, einfach des Übens wegen. Vielleicht wird so was mehr in die Vorschule verlagert?
  6. #6

    Zitat von stefanaugsburg Beitrag anzeigen
    Ist ja alles schön und gut und sicherlich auch sehr fortschrittlich - aber offensichtlich legt man größten Wert darauf, dass kinder bald nicht mehr wissen, wie man schreibt und wie eine Handschrift aussieht. Was passiert, wenn der Computer ausfällt und man einem Kind einen Bleistift in die Handf drückt ? Kriegt es dann einen Nervenzusammenbruch, weil es nicht weiß, was es damit anfangen soll ? Schöne neue digitale Welt ... aua
    Die Welt wird nicht zusammenbrechen, nur weil man nicht mehr die Schreibschrift der Eltern/Großeltern lesen kann. (Können ja heute auch nicht mehr die meisten :D)
    Falls doch mal was aufgeschrieben werden muß, wird das dann vermutlich in Blockbuchstaben erfolgen (so wie man es ja auch häufig auf Formularen macht). BTW, bei der koreanischen Schrift dürfte der Unterschied da auch rel. klein sein.

    Der Computer ist nun mal das moderne Schreib- und Allerwelts-Werkzeug und Schulen sind nunmal da, die Schüler erstmal auf die moderne Welt vorzubereiten. Es lernt ja heutzutage auch keiner mehr technisch Zeichnen auf der Schule oder schleppt Kurvenlineale mit sich herum. Und wenn man heutzutage auch in Deutschland z.B. sich in eine Vorlesung setzt, hängen da auch wenigstens jeder 2.te mit seinem Notebook herum, statt mit Stift und Papier. Und als jemand, der nach 15 Jahren wieder studiert, verstehe ich das vollkommen, obwohl ich gerne mit der Hand schreibe.

    Wenn die Kinder dazu gebracht werden, den Computer als ein Werkzeug zu begreifen und nicht nur als eine Art Multimedia-Gerät, dann kann das nur gut sein und auch notwendig für die moderne hochtechnisierte Welt.
  7. #7

    optional

    Ich finde die Entwicklung gut und freue mich, dass es endlich Länder gibt, die dieses auch durchführen.
    Ich denke Deutschland wird in 30 Jahren noch nicht so weit sein. (Abgesehen von der einen Musterschule in Deutschland)

    Übrigens wird in diesen Ländern natürlich auch die Handschrift gelehrt und das noch viel intensiver als in Deutschland, da es eben nicht nur unsere kümmerlichen paar Buchstaben gibt.
    Nur wird dieses dann halt statt auf Papier auf ein Touchscreen entweder per Hand oder kapazitiven Stift getan.

    Übrigens gibt es die Kinder die über ermüdende Augen klagen auch wenn sie normale Bücher lesen. Genau wie Leute die meinen man säße zu viel oder zu wenig vor dem Bildschirm.

    Allein die Entlastung für die Kinder, dass sie keine 10kg an Bücher rumtragen müssen täglich, halte ich für einen großen Fortschritt.
  8. #8

    Der verteufelte Taschenrechner ...

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    interessante Frage. Ist das Schreiben per Hand eine nur noch historische Kulturtechnik, so wie schriftliches Multiplizieren? Also ich kann mich gut erinnern, daß in den 70gern das Rechnen mit dem Taschenrechner Teufelei war. "Was machen Sie, wenn die Batterien alles sind?" Der Rechenschieber galt als unverzichtbare Kulturtechnik. ...
    Die Verteufelung an sich war Unfug und konservatives Denken nach dem Motto "... das haben wir früher nicht gebraucht, das brauchen wir heute auch nicht.

    Allerdings war ein Phänomen zu beobachten, dass nicht zu unterschätzen ist, nämlich, der beginnende Verlust der Fähigkeit Größenordnungen abzuschätzen.

    Ein nicht allzu seltenes Beispiel sei hier erwähnt. In einer Klausur hatte ein Kandidat für den täglichen Stromverbrauch einer Glühbirne einen Verbrauch im Mega-Watt Bereich errechnet. Das wäre in etwa die Leistung eines Kraftwerks gewesen. Darauf aufmerksam gemacht, kam die erstaunte Antwort, das hätte der Taschenrechner aber angezeigt.

    Es läuft mal wieder auf ein altes Thema hinaus. Mit Technik muss man umgehen können. Auch sollte sich jeder Technikbegeisterte an einen - finde ich - sehr guten Spruch halten.

    "A fool with a tool - is a fool" (Urheber leider vergessen :-( )
  9. #9

    digitales Textbuch(?) - Kulturtechnik sinnvoll, braucht aber Grundlage

    Zunächst etwas Klugscheißerei :-): Im Artikel wird laufend vom "digitalen Textbuch" gesprochen was vermutlich eine schlechte Übertragung vom englischen "digital textbook" ist. Es sollte eher digitales "Lehr- oder Schulbuch" heißen. ´Tschuldigung, aber diese schlechten Übersetzungen in "online-Artikeln" sind echt störend und versauen die Sprache.

    Zum Thema: Der Umgang mit digitalen Medien ist sicherlich eine Kulturtechnik, der gelernt werden muss. Aber: Nur weil die Kulturtechnik "schreiben" entwickelt wurde, haben die Menschen ja nicht aufgehört zu sprechen. Und nur weil die Technik zunächst unvollkommen und bis vor kurzem nicht auf handschriftliche Eingabe ausgelegt ist, ist das Tastaturschreiben überhaupt so wichtig. Soll heißen, ich hoffe, dass den armen Schülern weiterhin eine "analoge Schrift" beigebracht wird als Grundlage für das digitale verfassen von Texten, so wie das Lernen der gesprochenen Sprache wichtig zum Erlernen der Schrift ist. Es sollte m.M. nach überhaupt darüber diskutiert werden, in welchem Lebensalter welche "digitale Kulturtechnike" gelernt werden sollte.

    Also: Digitale Kulturtechniken sind wichtig, müssen gelernt werden und sind aus unserer modernen, technisierten Welt kaum wegzudenken. Aber: Bitte nicht übertreiben.


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