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Schuldenkrise: Wie wir Griechen immer deutscher werden

REUTERSFrüher haben Griechen über die deutsche Sparsamkeit gelacht, heute steht Knausern hoch im Kurs. In der Krise werden die Hellenen den Deutschen immer ähnlicher. Aber wer soll eigentlich noch den Konsum ankurbeln, wenn Europa bald nur noch aus germanischen Geizkragen besteht?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...827128,00.html
  1. #50

    Zitat von blaudistel Beitrag anzeigen
    bei 400 Euro-Jobbern und 5 - 6 Euro Stundenlohn für einen Vollzeitjob mitten in Deutschland. Selbst wenn wir wollten ... wir könnten nicht ... wir heizen schon jahrelang wieder mit Holz, im Winter sind nur 2 von 5 Heizkörpern überhaupt in Betrieb und Wasser und Strom werden gespart. Der Fernseher hat 99 Euro gekostet und das Auto wurde abgemeldet. Konsum muss man sich leisten können Herr Christides!
    ...deshalb bekommt man ja auch schon im April Schwierigkeiten, wenn man im August einen Flug nach Teneriffa buchen möchte. Die ganzen Armen fliegen dann in den Urlaub, weil sie sich die Ferien in Deutschland nicht leisten können ?!?!

    Mit Holz heizen tun hier sehr viele. Allerdings eher, weil es sehr gemütlich ist, denn Holz ist ziemlich teuer geworden.

    Klar gibt es Leute, denen es schlecht geht. Aber der allgemeine Lebensstandard in Deutschland ist trotz allem sehr hoch. Erst recht, wenn man den mit anderen Kontinenten vergleicht.
  2. #51

    Für ein titelfreies SPON-Forum

    Zitat von salopp Beitrag anzeigen
    Man kann es auch mit der Aussage übertreiben.
    So schlecht geht es uns Deutschen nun wirklich nicht.
    Wer ist denn "uns Deutschen"?
    Mal nachgelesen wie viele Deutsche schon prekär beschäftigt sind? Denen nützt es nix, daß die Zinsmaden voll stecken...
  3. #52

    Käufermarkt

    zitat:=Man ist geneigt sich zu fragen, was aus Europa wird, wenn die Zahl der Konsumenten immer weiter zurückgeht und es nur noch Produzenten gibt. Wer wird die Rolle des Verbrauchers übernehmen=

    Ein wenig Makroökonomie und ein wenig Differentialrechnung und man bekommt: den klassischen Käufermarkt, wo die Qualität steigt und die Preise im Zaum bleiben. Ist es wirklich so eine Qual, wenn man nicht mehr durch die Wirtschaft trottelt wie ein Kind durch Lafayette?

    Wenn ausreichend Einkommen generiert wird, um das Angebot nicht einfrieren zu lassen, ist gegen solch eine Phase der Konsolidierung nichts zu sagen.
    Wenn jetzt auch die Steuerverwaltung, das Grundbuch und die restliche öffentliche Verwaltung saniert werden, umso besser.
    BTW: sind die Taxifahrten billiger geworden, seit das Lizenzsystem gefallen ist?
  4. #53

    Die Mär vom Deutschen Geizkragen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Früher haben Griechen über die deutsche Sparsamkeit gelacht, heute steht Knausern hoch im Kurs. In der Krise werden die Hellenen den Deutschen immer ähnlicher. Aber wer soll eigentlich noch den Konsum ankurbeln, wenn Europa bald nur noch aus germanischen Geizkragen besteht?

    Schuldenkrise: Wie wir Griechen immer deutscher werden - SPIEGEL ONLINE
    Ich kann dieses Vorurteil nicht mehr hören. Dass die Nachkriegsgeneration das bisschen Geld, das sie hatte nicht mit beiden Händen ausgegeben hat, ist wohl verständlich und war sehr sinnvoll, da hierdurch die Infrastruktur und das Produktionskapital aufbegaut werden konnte, welches Ländern wie Griechenland und Spanien, aber beispielsweise mittlererweile leider auch den Herrn Angelsachsen fehlt. Der Westdeutsche der 80er Jahre war dann schon wesentlich konsumfreudiger. Doch dann kam die Wiedervereinigung und fast zwei Jahrzehnte wirtschaftliche Stagnation. Ich erinnere mich noch gut an ein Spiegel Titelthema (25/2009) "Wir Krisenkinder" in der das Lebensgefühl der jungen Leute dieser Jahre beschrieben wurde. Ein solches Umfeld ist nun mal nicht dazu angetan, den Konsum zu fördern. Jetzt, da der Trend am Arbeitsmarkt sich langfristig gedreht hat und die Löhne steigen, wird auch die Konsumquote in Deutschland steigen. Nur die Ruhe.
  5. #54

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aber wer soll eigentlich noch den Konsum ankurbeln, wenn Europa bald nur noch aus germanischen Geizkragen besteht?

    Schuldenkrise: Wie wir Griechen immer deutscher werden - SPIEGEL ONLINE
    Niemand. Wenn Ressourcen begrenzt sind, ist es Irrsinn, Konsum anzukurbeln.
  6. #55

    @badsch: Verschuldung

    Zitat von badsch Beitrag anzeigen
    Wenn man sich die Verschuldungssituation der Industrieländer ansieht (vor allem auch die implizite Verschuldung, in D sind das noch einmal 5 Billionen zusätzlich an Verschuldung), dann ist eigentlich klar, dass dies durch Wirtschaftswachstum nicht mehr geregelt werden kann.
    Die öffentlichen Schulden betragen 2 Billionen €, alles andere ist Spekulation!
    Der Staat in Deutschland hat in den letzten 30 Jahren eine Umverteilung auf Pump vorgenommen. Damit stößt der Staat aber zunehmend an seine Grenzen.
    Fakt ist, allein die oberen 10 % halten über 5 Billionen € an Vermögen, Tendenz steigend.

    Es gibt also zwei Möglichkeiten.

    a) Man spart deutlich ein, indem man Sozialausgaben kürzt etc. Das wird die Kaufkraft und damit den Konsum schwächen und zusätzliche volkswirtschaftliche Probleme schaffen, wie wir sie derzeit in Spanien sehen.
    b) Man sorgt dafür das die Vermögen gerechter verteilt werden. Beispielsweise auf dem Niveau der 70er, wo die Unterschiede zwischen arm und reich noch deutlich geringer waren.

    Mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Dazu hat auch Dirk Müller (aka Mr. DAX) bereits Stellung bezogen.
    Starke Ungleichgewichte sprengen früher oder später jede Volkswirtschaft! Das gilt für den Außenhandel, als auch für die innere Verteilung. Deshalb haben wir auch laut GG zwischen den Bundesländern einen LFA, etc.
  7. #56

    Zitat von libertine^10 Beitrag anzeigen
    Ich kann dieses Vorurteil nicht mehr hören. Dass die Nachkriegsgeneration das bisschen Geld, das sie hatte nicht mit beiden Händen ausgegeben hat, ist wohl verständlich und war sehr sinnvoll, da hierdurch die Infrastruktur und das Produktionskapital aufbegaut werden konnte, ...

    Ein solches Umfeld ist nun mal nicht dazu angetan, den Konsum zu fördern. Jetzt, da der Trend am Arbeitsmarkt sich langfristig gedreht hat und die Löhne steigen, wird auch die Konsumquote in Deutschland steigen. Nur die Ruhe.
    Na , warum sollte man den den Konsum "ankurbeln"? Wir haben eine Welt in der die Rohstoffe begrenzt sind , und da sollte man sehr sparsam mit umgehen. Und wie die Kanzerlin verkündet hat - die Menschen müssen lernen sparen , sparen , sparen - keine Waffen mehr an Saudi-Arabien oder Griechenland (immer noch "DER Exportschlager" Deutschlands") Sondern lernen das die Produktion doch ganz ohne Konsumenten auskommen kann - wo keine Käufer , da muss man einfach nur Produzieren , und das Nichts dem BIP hinzurechnen - dann steigt das Wachstum eben einfach so!

    Es gibt da leider nur einen Hacken - den sowohl die Angebots- wie Nachfrage- Ökonomen alle seit fast 100 Jahren geistig ignorieren. Es kommt NIE darauf an was man Produziert, NIE darauf was Konsumiert wird, sondern nur darauf das die Menschen etwas "brauchen" und genau nur das immer wieder deshalb gekauft wird, weil es "verbraucht wurde"!

    Menschliche Wirtschaftsysteme beruhen nicht auf ominösen "Mehr"-Werten, sondern einfach auf der periodisch wiederkehrenden herstellung und Vernichtung/Verbrauch genau dieser Gegenstände - egal ob es ich um ein Brot oder um Häuser handelt!

    Wir müssen nur soviel herstellen wie wir brauchen, und wir brauchen nur soviel wie wir benötigen - alles andere ist Dummfug und beschert uns Banken und Staatenkrisen - und ebenso eine winzige Elitetruppe die immer reicher wird während sie den Menschen erzählen - man müßte diesen Nonsens doch gefälligst weiterbetreiben - Blender und Heuchler in der Politik ganz vorne dabei!
  8. #57

    Nicht überbewerten

    Zitat von ullibulli09 Beitrag anzeigen
    Die Griechen lernen nicht von den Deutschen, sie gehen ihren eigenen neuen Weg und das ist auch gut so. Die Demokratie ist in Griechenland entstanden und genauso ist Griechenland gerade der Ausgangspunkt einer neuen Art wirtschaftlichen Denkens.
    Wir stecken gerade in den Anfängen einer Revolution ein Beitrag des NDR verdeutlicht das sehr eindringlich ... NDR WELTBILDER - Griechen organisieren eine neue Art des Tauschhandels. ( 4:55 min ) - YouTube.
    Die Griechen mögen zwar die Demokratie erfunden haben, sie waren es aber auch die sie wieder zerstörten. "Zu jeder Ungeheuerlichkeit bereit und zu keinem Beschluss mehr fähig" verkam die Demokratie. Jede Demokratie ist, damit sie auf Dauer Erfolg hat, an bestimmte Voraussetzungen gebunden, bei deren Wegfall sie zum Schatten ihrer Selbst wird. Tauschhandel ist nichts weiter als ein Rückfall in die Subsistenzwirtschaft. Das gab es nach dem Krieg in Form des Schwarzmarktes auch in Deutschland, aber es ist eben nur ein Notbehelf.
  9. #58

    Ihre Annahmen sind schlichtweg falsch!

    Zitat von StefanSchu Beitrag anzeigen
    Ihre Aussage sind schlichtweg falsch! Griechenland war vor der Euroeinführung bereits mit über 100 % des BIP verschuldet.
    Großbritannien oder die USA sind auch völlig verschuldet und hatten nie den Euro.
    Argentinien ging 2001 pleite, auch sie hatten nicht den Euro.
    Die Schuld auf den Euro zu schieben ist eine billige und falsche Methode, um die Ursachen der Probleme beschreiben zu wollen. Aber sie passt dum Pöbel, der immer triviale Sündenböcke sucht.
    Werfen Sie bitte einmal einen Blick auf die Entwicklungen der nationalen Leistungsbilanzsalden. RICHTIG! Es entstanden und es entstehen ökonomische Ungleichgewichte!

    Griechenland hat gerade in der Eurozeit seine Auslandsverschuldung massiv ausgebaut, diese wurde von dem Euro überhaupt erst ermöglicht. Mit der Drachme hätten die Kreditgeber diese Kreditlinie niemals eingeräumt! RICHTITG! Der Kurs der Drachme hätte dies wirksam verhindert! RICHTIG!

    Amerika verfügt über eine große Währung. Zahlreiche weltweite Geldanlagen werden in dieser Ankerwährung gehalten. Der Dollar kann also auf- und abwerten, die FED kann durch die Bereitstellung von Liquidität die Inflationsproblematik auf die ausländischen Geldanlagen abschieben.

    Auch Großbritannien verfügt über eine autarke Währung, die auf- und abwerten kann, um einen Ausgleich herbeizuführen. RICHTIG! Deren Leistungsbilanzdefizite verschwinden nicht bei der EZB im Europool, da ein britisches Pfund nicht immer einem Euro entspricht! RICHTIG!

    Und nun zu Ihren Ausführungen zum Euro betreffend. Einige Links können hier weiterhelfen, einige Hintergründe und Ursachen besser zu veranschaulichen:

    Professor Dr. Wilhelm Hankel: Es war einmal... der €uro
    Professor Dr. Wilhelm Hankel: Es war einmal... der €uro
  10. #59

    Zitat von SirTurbo Beitrag anzeigen
    Für ein titelfreies SPON-Forum
    Es ist längst Titelfrei.


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