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Schuldenkrise: Vier tickende Geldbomben bedrohen Europa

Wieder einmal stehen die Schuldenverhandlungen mit Griechenland auf der Kippe. Doch die größten Gefahren für den Euro lauern nicht in Athen - sondern in Spanien und in den Bilanzen des Europäischen Zentralbanksystems.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...813992,00.html
  1. #30

    Zitat von mr-mojo-risin´ Beitrag anzeigen
    Immerhin ist in dem Artikel schon von Bomben die Rede, was zumindest schon die Gefährlichkeit der Situation angemassen umschreibt.
    Was für mich trotzdem unverständlich bleibt, ist, dass in allen Diskussionsrunden und Beiträgen immer nur über Nebenkriegsschauplätze .....
    Sehr interessant aber erklären Sie doch mal, weshalb die um die Welt kreisenden Gelder (korrekt eigentlich Kapital) einen Crash auslösen sollten?
    Wo ist die Kausalität?
    Vor allem was für einen Crash?
    Was ist so schlimm daran, daß Börsen unabhängig von der Geldmenge bzw vom BIP funktionieren?

    Was ist schlimm daran, wenn der Dax auf 10.000 steigt und 1 Jahr später auf 5000 fällt? Auf die Geldmenge hat das wie ich schon öfter sagte keinen Einfluss

    Ich habe das Gefühl, daß viele Menschen diese Dinge einfach nicht verstehen und deshalb meinen es kann nicht funktionieren.

    Die gute Nachricht ist, es funktioniert gut!
  2. #31

    Das traurige ist, --

    Zitat von mr-mojo-risin´ Beitrag anzeigen
    Immerhin ist in dem Artikel schon von Bomben die Rede, was zumindest schon die Gefährlichkeit der Situation angemassen umschreibt.
    Was für mich trotzdem unverständlich.....
    der Weg die Dinge wieder ins LOT zu bringen ist versperrt. Ein kleines Wort, um das es geht, WOHLSTAND, ist, wie schon die Sprache andeutet eine mehr statischer Zustand und kein dynamischer, Stand eben.

    Deshalb wünscht sich die Politik auch unentwegt Wachstum, um zu vertuschen, dass eine ständige Nachschusspflicht besteht, um diesen WOHLSTAND aufrecht zu erhalten.
    Ändert man dieses dynamische WOHLSTANDSmodell in ein mehr statisch orientiertes, verlören Teilbereiche der gegenwärtigen Realwirtschaft an Wert. Die Folgen, noch mehr Papier und noch mehr Verunsicherung.

    Die gegenwärtig hohen Aktienkurse zeigen nur deutlich, wo der Markt sich noch Sicherheiten verspricht.
    zum Grusse
  3. #32

    Zitat von Very Serious Sam Beitrag anzeigen
    Ja, und die Deutschen auf alle Zeiten hin zu den Zahlemännern Europas machen. Wie kann man überhaupt auf so einen unsinnigen Vorschlag kommen, Eurobonds und Transferzahlungen usw?
    Das ist das Totschlag Argument gegen die Transferunion! Dann müssen immer die Deutschen zahlen. Wann sehen die Massen es endlich ein? Schulden und Guthaben sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Wenn einer immer Überschüsse produziert, gibt es auf der Gegenseite einen der Defizite hat. Wenn man die nicht ausgleicht, ist derjenige der die Defizite hat schnell Pleite und der mit den Überschüssen hat ebenfalls ein Problem, weil er nix mehr verkaufen kann. Wenn sich die Partner im gleichen Währungsraum aufhalten kann man das ganze abmildern in dem man Transferzahlungen vornimmt. In Deutschland gibts das seit Jahrzehnten und nennt sich Länderfinanzausgleich. Da gibt es Länder die waren schon immer Nettozahler bzw. Nettempfänger. Andere sind mal auf der einen und mal auf der anderen Seite. Wieso ist also die Angst so groß, das ganze auf europäischer Ebene ebenfalls einzuführen.
    Die "Deutschen" werden es in irgendeiner Form auf jeden Fall zahlen. Entweder über eine Transferunion, bei einem Schuldenschnitt oder Staatsbankrott über die EZB bzw. Bankenrettungen oder bei einem Austritt der Griechen (Spanier, Portugiesen usw.) über den Einbruch in der deutschen Wirtschaft, weil sich in diesen Ländern dann niemand mehr unsere Produkte leisten kann.

    Nichts desto trotz bin ich bei dir, auch das wird das Problem der Geldverteilung und damit die Ursache nicht lösen. Das Problem ist systemimmanent.
    Erschreckend ist für mich vielmehr der jetzt aufkommende Hass der Massen aufeinander (siehe brennende deutsche Fahnen usw.) Dabei sitzen die Otto-Normalverbraucher in beiden Ländern im gleichen Boot.
  4. #33

    Brauchen wohl nicht...

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Natürlich brauchen wir keinen europäischen Zntralstaat a la USA
    ...aber wäre das - angepasst an europäische Verhältnisse (sprich: Befindlichkeiten) natürlich - wirklich so eine schlechte Lösung? Jedes Land wählt einen Gouverneur, der sich um das europäische Präsidentenamt bewerben kann. Klar, die amerikanische Wahl-Soap muss ja nicht sein...aber egal, dieses *halbherzige* halb-vereinte Europa hat m.E. keine Zukunft. Mit Nägeln ohne Köpfen kann man auf Dauer nicht arbeiten.
  5. #34

    Das passiert nur dann...

    Zitat von Very Serious Sam Beitrag anzeigen
    Ja, und die Deutschen auf alle Zeiten hin zu den Zahlemännern Europas machen. Wie kann man überhaupt auf so einen unsinnigen Vorschlag kommen, Eurobonds und Transferzahlungen usw?
    ...wenn die Deutschen auch weiterhin so blöd sind und die Arbeit von allen anderen mit erledigen wollen.
    Löhne hoch, dann wird weniger verkauft und ein Anreiz geschaffen, dass die anderen das was sie zu brauchen denken selbst produzieren.
    Damit schafft man dort Arbeit, Kapital und Schuldenabbau.
    Eigentlich gar nicht so kompliziert - oder?
  6. #35

    Geistes-Derivate

    Dieser Beitrag macht das Dilemma deutlich. Die Handhabung der allgemeinen Schieflage des Euro-Systems ist ähnlich wie zweifelhafte Finanzprodukte eine hermetische Geheimwissenschaft. Das Verständnis einer Argumentation zum Target-System ähnlich wie bei den früheren Basel-Regulierungen zur Risikominimierung im Bankwesen setzt detaillierte Kenntnis der verwinkelten Konstruktionen voraus, die solche Gebilde schaffen. Wer das versucht, wird ähnlich wie bei einem unbekannten Programmiercode in ein hochkomplexes Geisteskonstrukt eingeführt, das er dechiffrieren muß durch Aneignung des verwendeten Denkschemas. Man kann es kühn mit den tausenden Seiten der Konstrukte des brit. Wirtschaftsprofessors K. Marx vergleichen.

    In einzelnen Nischen des Konstrukts wird man logisch plausible Zusammenhänge erkennen. Sie gerinnen zu Setzungen/Thesen, auf denen weitere Ableitungen fußen. Ihre Plausibilität kann gerechtfertigt sein durch die erkannte Logik der Basis-Annahmen. Sie haben aber nur Erkenntniswert, wenn zusätzlich neue Annahmen/Thesen aus der Konklusion folgen. Ob die noch ebenso plausibel sind oder wie hoch spekulativ, ist kaum mehr einschätzbar. Am Ende der vielschichtigen Folgerungsketten stehen einfache Anweisungen wie: Leitzinsen/Schulden/Transferleistungen senken/erhöhen. Man meint, das folgere zwingend und als objektive Erkenntnis aus vorherigen Schritten.

    Wer sich die Mühe macht, könnte aber in selben Folgerungsschichten die gegenteilige Anweisung ableiten. Man kann das testweise auch mit mathematischen Ausdrücken versuchen. Auch sie enden in einer eindeutigen Aussage. Bei hoher Komplexität kann man absichtliche Fehler in der Herleitung verstecken, die nur mit sehr großer Mühe und viel Aufwand dechiffrierbar sind. Dabei wird man erkennen, daß man hier keiner höheren Weisheit begegnet, sondern lediglich einer mühsam aufgestapelten Komplexität. Analytische Kompetenz wurde durch Unüberschaubarkeit der produzierten Masse ersetzt, durch Leerschleifen in den Folgerungen, durch Zirkelschlüsse, durch doppelte Linien selber Erkenntnisfrage. Wer darin sehr versiert ist, kann ein Ergebnis vorher festlegen und von jeder beliebigen Annahme ausgehend, jedes beliebige Ergebnis erzeugen.

    Umständehalber und aus Zwängen einer speziellen Zeit mußte die Rücküberprüfung für Marx schon geleistet werden. Es zeigte sich, daß sein Konstrukt von unüberprüfbaren Setzungen her schlußfolgert (Histomat), oder sich in sophistischer Mehrdeutigkeit verirrt hatte (Diamat). Seine Leistung lag letztlich nur in präziser Analyse der Fehler seiner Zeit. Das dürfte damals aber auch mancher brit. Journalist geschafft haben, man kann es auch bei Jack London über seinen England-Aufenthalt nachlesen. Für Target-2 und Basel-III wird das niemand mehr machen, weil es schon jetzt keinen mehr interessiert. Das gilt ebenso für das sicher bald folgende Rocky-87, unterstützt von Rambo-8.

    Münchau hat das auch schon gemacht. Das Konstrukt Honkwonk-1 lautet hier: politische Union (=des Eurosystems). Und was soll das jetzt sein? Übersetzen wir es doch in Klarsprech: "... mit Eurobonds und Transferzahlungen die Ungleichgewichte überbrück(en)". Das filtern wir jetzt noch und erhalten Hochdeutsch: alle, die nichts leisten, werden von denen ausgehalten, die für ihr Geld arbeiten müssen. Neh, Herr Münchhausen, vielen Dank dann, das hatten wir schon. Das ist nur neue Verpackung für alte Hüte. Auf dann zum Update von Weißerhai-7 als Gegenentwurf.
  7. #36

    Euro=Ehe

    Zitat von The Captain Beitrag anzeigen
    Frage ich mich auch. Es kann doch nicht Ziel sein, dass in einem Verbund von 27 Staaten eine knappe Handvoll den Wohlstand ALLER Länder erarbeiten und finanzieren soll. Nein, so geht das nicht.

    Der Grundfehler, die "Bombe Nr. 4" die hier angekreidet wird, besteht aber eigentlich nicht erst seit gestern sondern ist der Geburtsfehler der Eurozone.......
    Mit dem Euro verhält sich eigentlich wie mit der Ehe:
    Man löst gemeinsam die Probleme, die man nicht gehabt hätte, wenn man allein geblieben wäre! :-)
  8. #37

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Eurobonds und Transferzahlungen werden kommen, allerdings erst, wenn die politischen Umstände zu einer viel stärkeren europäischen Integration erreicht sind.

    Dann habe ich auch nichts mehr dagegen, weil der quantitaive und qualitative Gewinn höher sein wird als die Kosten
    Die Frage ist doch nur, für wen der Gewinn höher liegt und wer die Kosten zu tragen hat. Ich stelle mal die These auf, das der Gewinn nach oben wandert und die Kosten nach unten.
  9. #38

    Armes Deutschland

    Zitat von freesprit Beitrag anzeigen
    Welche Stimme sollte das denn sein?
    Ausgerechnet die eines Nichtteuromitglieds?
    Oder doch lieber französisch?
    Unsere wird es jedenfalls nicht sein, die ist in der EU ja nicht einmal offizielle Amtssprache. Insofern wird die "echte politische Union" dann wohl so aussehen, dass wir uns kaputtarbeiten und die anderen entscheiden, wer wieviel von unserem Geld erhält. Ich wüsste gerne mal, für wen Herr Münchau das als eine zukunftsorientierte Lösung ansieht. Für uns Deutsche jedenfalls endet sein Szenario in einer Art Euro-Arbeitslager. Dann lasst die Bomben lieber jetzt krachen. Die Alternative heißt Knechtschaft für Generationen. Das scheint aber für manche eine echter Traum zu sein.
  10. #39

    Die Überschüsse die Sie aufführen...

    Zitat von bürgerschreck Beitrag anzeigen
    Wie soll eine "echte europäische Union" die Target II Salden ins Lot bringen? Soll D pro Jahr auf etwa 250 Mrd Euro Überschüsse verzichten? Machen wir bei uns alle Fabriken dicht und lassen Spanien aus China und Korea beliefern? Herr Münchau, bitte machen Sie konkrete Vorschläge... und gehen Sie mit gutem Beispiel voran und schenken unseren armen Brüdern im Süden 10% Ihres Gehaltes.
    ...nihilieren sich von selbst.

    Wie sollen die denn gedeckt sein?


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