Zitat von
Spiegelkritikus
Damit sprechen Sie die Metaebene aller Finanz- und Schuldenprobleme an: Das auf Zins und Zinseszins sowie freier Geldschöpfung durch Banken basierende Geldsystem. Ein hoch verschuldeter Staat wie Griechenland, aber auch Deutschland und viele andere Staaten, steckt letztlich unabwendbar in der Zinsfalle, solange er dieses Geldsystem akzeptiert. Es handelt sich um ein privat initiiertes und gesteuertes Geldsystem, das eine Goldgrube für die Kontrolleure darstellt - seit Jahrhunderten. Die Zinslogik hat unweigerlich die zunehmende Enteignung und Verarmung der Schuldner zur Folge, nur durch andauerndes Wirtschaftswachstum kann man diesen Mechanismus verlangsamen.
Als vorläufiges Resultat sind fast alle Staaten dieser Welt mehr oder weniger hoch verschuldet und damit auch ihre Bürger. Diesem gigantischen globalen Schuldenberg steht ein entsprechender Kapitalberg gegenüber, der wie die Schulden sämtliche Dimensionen zu sprengen droht. Mit anderen Worten: Die Kapitalakkumulation bei einer Minorität schreitet in dem Masse voran, wie die Verschuldung und Enteignung der Majorität zumimmt, worüber die einen verfügen, felt den vielen. Es handelt sich um eine im wahrsten Sinne des Wortes mörderische Logik, die da verfolgt wird.
Weil das enorme Kapital zunehmend Schwierigkeiten hat, gewinnbringende Anlagemöglichkeiten zu finden, weil den ausgepressten Schuldnern die Luft ausgeht, wird nun verstärkt Kapital in Sachwerte verwandelt - solange das noch geht bzw. das Luftgeld noch akzeptiert wird. Griechenland ist ein Paradebeispiel: Sobald der Widerstand in Politik, Gewerkschaften und Bevölkerung gebrochen ist, beginnt der fröhliche Ausverkauf zu Schnäppchenpreisen, mit Geld, das die Griechen bzw. ihre Geberländer als Zinsen längst veräussert haben und weiterhin veräussern.
Die Strategie ist so klar wie schlicht: Vor dem unvermeidlichen Zusammenbruch unseres zinsbasierten Geldsystems eignen sich die Geldtycoons so viel an Sachwerten an, wie möglich (Aktien, Grundbesitz, Immobilien usw.). Am Ende haben wir eine Welt, in der relativ wenige Menschen fast alles besitzen und die grosse Mehrheit so gut wie nichts! Schöne, neue Welt.