Schuldenkrise: US-Finanzminister verteidigt Deutschland

AFPUS-Finanzminister Timothy Geithner hat die Bundesregierung gegen die internationale Kritik an ihrer Euro-Krisenpolitik verteidigt: Die Lösung der Finanzkrise in Europa sei nicht allein die Sache Deutschlands. Geithner forderte die EU aber zum Handeln auf.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...838764,00.html
  1. #1

    Deutschland nicht einzige Quelle für das Problem

    "Deutschland nicht einzige Quelle für das Problem ".
    Eine Verteidigung ist das eher nicht.
    1. Stur kurzsichtige, ideologische Wirtschaftspolitik, aus der Arroganz es schon immer besser zu wissen als alle anderen, ist ein Grund für die Probleme seitens der deutschen Regierung..
    2. Und das sture Festhalten am "schrecklichen Fehler" Euro, bei gleichzeitig halbherzigen und zögerlichen Hilfsmaßnahmen, ist der andere Grund. Gegen alle wirtschaftliche Vernunft, da der Euro ein politisches, kein ökonomisches Projekt ist.

    Agenda2010 und über 10 Jahre Lohn-Deckelung für die Arbeitnehmer haben ebenso zum Ungleichgewicht beigetragen, wie Lohnsteigerungen in Griechenland &Co. Jetzt steht Deutschland formal "gut da", muss aber natürlich aufgrund der internationalen Verknüpfungen Riesen-Summen zahlen um den anderen zu helfen. Dies bisschen Komplexität überfordert uns scheinbar schon, - wir sind zu doof für eine komplexe Welt, tragisch. Es gibt aber Leute wie Prof. Flassbeck die es die ganze Zeit erklären.
    Die normalen Menschen in Deutschland hatten in diesem Jahrhundert nichts vom Aufschwung, haben den Preis gezahlt für diesen "Erfolg" (auf dem Papier). Damit Leute wie Schröder und Merkel sich als "erfolgreiche" Wirtschafts-Strategen feiern können. Und jetzt kommt der Hammer zurück.

    Also noch mal zum mitschreiben: die Neoliberalen, wozu auch Schröder und sein Truppe zählen, dachten sie haben es durchblickt: De-Regulierung sei alternativlos. Folge: erst wurden erstmals die Menschen hier abgekoppelt von Produktivitäts-Zuwächsen, und asoziale Arbeitsverhältnisse normal. Gleichzeitig wurden auch die europäischen Partner an die Wand gespielt.
  2. #2

    Alte Leier in neuer Tonart

    Geithner schlägt andere Töne an, bleibt aber in der Sache bei den alten Forderungen nach mehr Geld aus Deutschland für Wachstumsprogramme und Bankenunion. Die Fiskalunion will er "unterstützen", da fragt man sich, wie er das machen will, da er Kredite über den IWF ja schon verweigert hat. Ratschläge gibt es genug und sie sind nichts wert aus Ländern, die selbst keine Lasten tragen wollen.
  3. #3

    Danaergeschenk

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    US-Finanzminister Timothy Geithner hat die Bundesregierung gegen die internationale Kritik an ihrer Euro-Krisenpolitik verteidigt: Die Lösung der Finanzkrise in Europa sei nicht allein die Sache Deutschlands. Geithner forderte die EU aber zum Handeln auf.

    Schuldenkrise: US-Finanzminister verteidigt Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Also dieses Lob von Geithner kann man nur als
    Danaergeschenk bewerten, denn wie heißt es doch so schön:

    "Was immer es ist, ich fürchte die Danaer, selbst wenn sie
    Geschenke bringen."

    Und so ist es wohl mit dem "Lob" von Geithner.

    Aber Merkel merkt ja nichts, will ja gar nicht merken, denn
    sonst müßten sie und ihre tollen Experten ja sofort
    zugeben, dass Sie mit dem Euro und ihren
    Großmachtsträumen gescheitert sind.
  4. #4

    Putzig

    Es ist schon putzig, was US-Politiker zum Thema Euro so alles von sich geben. Amüsant wird's, wenn man sich die katastrophale Verschuldung der USA anschaut. Und hierbei handelt es sich im Gegensatz zur EU um einen einzelnen souveränen Staat, keinen Staatenbund. Welche positiven Ergebnisse hat Herr Geithner bei diesem Problem vorzuweisen?
  5. #5

    Zitat von Wunderläufer Beitrag anzeigen
    Es ist schon putzig, was US-Politiker zum Thema Euro so alles von sich geben. Amüsant wird's, wenn man sich die katastrophale Verschuldung der USA anschaut. Und hierbei handelt es sich im Gegensatz zur EU um einen einzelnen souveränen Staat, keinen Staatenbund. Welche positiven Ergebnisse hat Herr Geithner bei diesem Problem vorzuweisen?
    Tja nur das die USA einfach Geld drucken können und Rohstoffe in USD gehandelt werden. Kapiert?
  6. #6

    Das ist aber wirklich nett,

    dass die Verursacher der Suprime Krise und nachfolgender Weltwirtschaftskrise 2008 heute besänftigende Worte finden für die Germanen. Tatsache jedoch ist: Die Multinationalwährung Euro war ein ökonomisch nicht funktionierendes, politisch motiviertes Projekt von absoluten Währungslaien, gegen jeden guten Rat aus Professorenschaft und den Geschäftsleitungen aller namhaften Banken, generiert. Die Folgen mit weisem und wachem Blick gen Zukunft gerichtet, hätten erkannt werden können und die Generierung verhindert werden müssen. Natürlich nicht von den Gründerhohlköpfen, die waren unbelehrbar und haben alles immer besser gewusst als alle anderen. In diese Kategeroie zählt auch (das Mädchen) Merkel mit ihrer falschen Austeritäts-, Fiskal-, Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik. Die Vorgänger Schröder und Kohl waren kein Jota besser. Im Endeffekt haben sie den Kontinent an die Wand fahren lassen, obschon noch infantilere Politiker in anderen Ländern mit ihrer veranwortungslosen Verschuldung mittels der ihnen zur Verfügung gestellten Staatsanleihen in Euro niedrigzinsig ein gerüttelt Mass an Mitschuld an dem Desaster haben. Die der Währung fehlenden Parameter von Geburt an sind auch nicht durch diverse Strukturmassnahmen, Politikänderungen und sonstige Massnahmen zu ändern, sondern die bleiben, wie sie sind. Die Implosion der Eurozone kann nur solange aufgehalten werden, wie die "starken Staaten" mit der Spitze BRD die Garantien und Cashhilfsprogramme aufrecht erhalten und falls die Kassen leer werden, die EZB zu weiterer BIllionenschöpfung treiben, irgendwann dann greift die Hyperinflation trotz Lohndumpingpolitik um sich und dann ist Schluss mit Lustig. Wieso die gehirnarmen Politiker sich so vor einer Rekapitalisierung von Nationalwährungen fürchten, ist mir nicht nachvollziehbar, die glauben, alle anderen 10 Mitglieder der Europäischen Union mit ordentlichen Währungen wären verloren, verloren sind aber nur die "Insassen" der Eurozone. Ausserdem ist die Geldmenge so gross, dass sie die Welt global in eine Rezession treibt, das gibt dann mindestens 10 Jahre lang "Heulen und Zähneklappern" und den Globus.
  7. #7

    Eurogeddon is near...

    Das ist aber arg rosa Brille für Geithners Zitate zu titeln, er hätte Deutschland "verteidigt", nur wenn er Deutschland nicht als einzige Ursache der Euro-Krise angeprangert sehen will.

    Seit zwei Jahren macht Angela Merkel das nämlich genau andersherum, daß sie Griechen und andere Südeuropäer dem Mob zum Bashing für vermeintliche Faulheit und andere Mißstände preisgibt, als gäbe es in Deutschland keine Korruption und keine Defzite beim Steuereintreiben, derweil ihr mit ihrem Kern-Europa-Ideologen Schäuble sowieso nichts perspektreicheres einfällt, als in diese nationalistische Kleinstaaterei zu flüchten – Stahlhelme aufsetzen & Großmachen. Geithner wollte sich halt nicht auf Merkels Niveau herablassen.

    So wie ihr Freund George W Bush der Welt eine Weltfinanzkrise hinterlassen hat, wird Merkel halt Europa eine Euro-Krise hinterlassen...
  8. #8

    Da liegt er auch falsch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    US-Finanzminister Timothy Geithner hat die Bundesregierung gegen die internationale Kritik an ihrer Euro-Krisenpolitik verteidigt: Die Lösung der Finanzkrise in Europa sei nicht allein die Sache Deutschlands. Geithner forderte die EU aber zum Handeln auf.

    Schuldenkrise: US-Finanzminister verteidigt Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Zunächst einmal sind die USA deutlich höher verschuldet, als die meisten europäischen Staaten. Ratschläge von dort sind mir deshalb äußerst suspekt. Im übrigen denken amerikanische Politiker bestimmt nicht an das Wohl anderer Länder, sondern erst einmal an ihr eigenes.
    Und: Doch, Deutschland hat den Schlüssel zur Lösung der Euro Finanzkrise in der Hand. Deutschland hat mit seinen Strukturreformen der letzten 15 Jahre, sehr zu Lasten der Arbeitnehmer und sozial Schwachen, die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg innerhalb des Korsetts einer gemeinsamen Währung geschaffen. Weil aber die anderen Länder innerhalb des Währungskorsetts nicht mitgezogen haben, müßten diese eigentlich jetzt abwerten oder Deutschland kräftig aufwerten. Geht aber nicht wegen der gemeinsamen Währung. Ohne wirtschaftlichen Erfolg, also gemeinhin Wachstum, können aber die anderen Länder im Korsett ihre Schulden nicht mehr bedienen, die sie leichtfertig haben anschwellen lassen.
    Nötig wäre also Wachstum in den anderen Ländern des Korsetts, ohne dieses Wachstum durch Schulden zu finanzieren. Geht eigentlich auch nicht. Eine andere Alternative wäre, daß Deutschland sich zurückentwickelt - oder aber aus dem Euro Verbund austritt. Mit einem Austritt Deutschlands (und vielleicht einiger anderer Länder, die ähnlich strukturiert sind), hätten die im Euro verbleibenden Länder eine reale Chance, sich wirtschaftlich zu erholen, Wachstum zu generieren und damit auch wieder für Deutschland zu wertvollen Handelspartner zu werden.
    Die gegenwärtige Situation führt dazu, daß die Partnerländer im Euro Zwangsverbund in eine schwerwiegende Rezession abgleiten und damit auch als Handelspartner für Deutschland zusehends uninteressant werden. Dadurch ist auch gleich das Argument, daß Deutschland ja so ganz viel vom Euro profitieren würde, hinfällig. Ja, unsere Exportwirtschaft hat tatsächlich vom Euro profitiert, indem sich Länder des Euroverbundes deutsche Waren und Dienstleistungen gekauft haben, die sie nur auf Pump bezahlen konnten. Das rächt sich jetzt und am Ende muß der deutsche Steuerzahler die Rechnung begleichen. Außer Spesen nix gewesen.
    Nicht der Grexit ist die Lösung, sondern der Dexit.
  9. #9

    Lesen Sie den Artikel von Issing in der FAZ vom 12.6.12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    US-Finanzminister Timothy Geithner hat die Bundesregierung gegen die internationale Kritik an ihrer Euro-Krisenpolitik verteidigt: Die Lösung der Finanzkrise in Europa sei nicht allein die Sache Deutschlands. Geithner forderte die EU aber zum Handeln auf.

    Schuldenkrise: US-Finanzminister verteidigt Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Seite 9: Deutschland in Gefahr ! Ich verlange in solch einer wichtigen Angelegenheit einen Volksentscheid. Jeder vernünftige Deutsche will eien Währung, die was taugt. Meßlatte: Alle deutschen Währungen boten auf dem Sparbuch zu allen Zeiten 3% Zinsen und nicht wie heute 0,25%. So einfach ist die Beurteilung des € und der EU.