Schuldenkrise: US-Finanzminister verteidigt Deutschland

AFPUS-Finanzminister Timothy Geithner hat die Bundesregierung gegen die internationale Kritik an ihrer Euro-Krisenpolitik verteidigt: Die Lösung der Finanzkrise in Europa sei nicht allein die Sache Deutschlands. Geithner forderte die EU aber zum Handeln auf.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...838764,00.html
  1. #10

    Zitat von yves1981 Beitrag anzeigen
    Tja nur das die USA einfach Geld drucken können und Rohstoffe in USD gehandelt werden. Kapiert?
    Geld drucken könnte die EZB auch, im Grunde tut sie das auch schon über die Senkung dr Leitzinsen und den Aufkauf von Staatsanleihen. Nur Geld drucken treibt die Inflation hoch, was man am Eurokurs bereits sieht. Wenn im Winter die Ölpreise wieder steigen werden sich viele umschauen. Würde die EZB allerdings direkt den Staaten Geld leihen, hätte man wenigstens die Zinsen im Griff, Inflation haben wir so oder so.
  2. #11

    usa ist völlig unschuldig

    "Es ist ein bisschen unfair, Deutschland als die einzige Quelle für das Problem zu sehen".
    es wäre ja auch vom us-finanzminister ein bisschen viel verlangt, zuzugeben, dass mehr als eine hauptquelle des finanzdesasters in seinem eigenen land liegt: erinnert sei nur an die hauskreditblase sowie das lehman-brothers desaster.
    und war es nicht die us-bank goldman sachs, die den griechen bei den manipulationen mit gefälschten statistischen zahlen zum euroeinstieg geholfen hat? - o.k. schnee von gestern.
  3. #12

    Die grösste Gefahr für den Dollar

    geht vom Euro aus . Das Lob Geithners ist der
    Beweis das Merkel alles aber auch wirklich
    alles falsch macht .
    Unsere reale Wirtschaft hat sich über
    Jahrzehnte an das Schuldengeld gewöhnt.
    Ein Fiskalpakt mit Schuldenbremse ist
    wie ein kalter Entzug eines multipel
    Drogenabhängigen . Ohne Übergangshilfen
    und eine alternative Wirtschaftsordnung,
    d.h. ohne Behandlung und Perspektive
    für die Zukunft fürt das zum Kreislauf-
    zusammenbruch und dann zum Exitus .

    Leider gibt es außer bei den Linken
    in Europa keine Entwürfe für die
    Zukunft .
    Griechenland ist wie ein Labor Europas.
    Ohne massiv gegen das Eigentum der
    Millionäre und Milliardäre vorzugehen
    gibt es weder eine Zukunft noch
    Demokratie sondern eine große
    Depression . Die Aufrüstung Syriens
    durch die USA und Russland läßt mich
    böses erahnen und im Zusammenhang
    mit unseres Blut und Krieg geilen
    moralischen Gewissens Names Gauk
    trifft uns tiefe Dunkelheit wie ein
    Baikal Dark Pool!
  4. #13

    Zitat von Calenberg Beitrag anzeigen
    Zunächst einmal sind die USA deutlich höher verschuldet, als die meisten europäischen Staaten. Ratschläge von dort sind mir deshalb äußerst suspekt. Im übrigen denken amerikanische Politiker bestimmt nicht an das Wohl anderer Länder, sondern erst einmal an ihr eigenes.
    Und: Doch, Deutschland hat den Schlüssel zur Lösung der Euro Finanzkrise in der Hand. Deutschland hat mit seinen Strukturreformen der letzten 15 Jahre, sehr zu Lasten der Arbeitnehmer und sozial Schwachen, die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg innerhalb des Korsetts einer gemeinsamen Währung geschaffen. Weil aber die anderen Länder innerhalb des Währungskorsetts nicht mitgezogen haben, müßten diese eigentlich jetzt abwerten oder Deutschland kräftig aufwerten. Geht aber nicht wegen der gemeinsamen Währung. Ohne wirtschaftlichen Erfolg, also gemeinhin Wachstum, können aber die anderen Länder im Korsett ihre Schulden nicht mehr bedienen, die sie leichtfertig haben anschwellen lassen.
    Nötig wäre also Wachstum in den anderen Ländern des Korsetts, ohne dieses Wachstum durch Schulden zu finanzieren. Geht eigentlich auch nicht. Eine andere Alternative wäre, daß Deutschland sich zurückentwickelt - oder aber aus dem Euro Verbund austritt. Mit einem Austritt Deutschlands (und vielleicht einiger anderer Länder, die ähnlich strukturiert sind), hätten die im Euro verbleibenden Länder eine reale Chance, sich wirtschaftlich zu erholen, Wachstum zu generieren und damit auch wieder für Deutschland zu wertvollen Handelspartner zu werden.
    Die gegenwärtige Situation führt dazu, daß die Partnerländer im Euro Zwangsverbund in eine schwerwiegende Rezession abgleiten und damit auch als Handelspartner für Deutschland zusehends uninteressant werden. Dadurch ist auch gleich das Argument, daß Deutschland ja so ganz viel vom Euro profitieren würde, hinfällig. Ja, unsere Exportwirtschaft hat tatsächlich vom Euro profitiert, indem sich Länder des Euroverbundes deutsche Waren und Dienstleistungen gekauft haben, die sie nur auf Pump bezahlen konnten. Das rächt sich jetzt und am Ende muß der deutsche Steuerzahler die Rechnung begleichen. Außer Spesen nix gewesen.
    Nicht der Grexit ist die Lösung, sondern der Dexit.
    Wir könnten ja spasseshalber den geplanten Finanzausgleich umdrehen und die BuBa Gewinne mal den Deutschen direkt auszahlen, dann hätten wir wenigsten was von unserer Sparsamkeit.

    Wenn ich die Target Forderungn von 700.000.000.000,-€ durch die 80.000.000 Einwohner teile, dann habe ich 35.000,-€ für eine 4 köpfige Familie, vom Millionär bis zum Harz 4 Empfänger.

    Das wäre dann mal eine gerechte Verteilung der erwitschafteten Wohlstandsdividende.
  5. #14

    Kleiner Unterschied

    Zitat von Wunderläufer Beitrag anzeigen
    Welche positiven Ergebnisse hat Herr Geithner bei diesem Problem vorzuweisen?
    Herr Finanzminister Geithner kann vorweisen, dass die USA seit ihrer Krise die Target-Forderungen bereits auf nur noch 21 Mrd. Dollar reduziert haben. In der Eurozone hingegen sind die Target-Schulden in den letzten Monaten auf die beängstigende Summe von 947 Milliarden Euro angestiegen und steigen täglich massiv weiter.
    (Quelle: Hans-Werner Sinn, FAZ vom 12.6.2012)
  6. #15

    Brauchen Deutsche das, dass sie andere fertigmachen?

    Zitat von odysseus33 Beitrag anzeigen
    ... die Neoliberalen, ... dachten sie haben es durchblickt:
    ... De-Regulierung sei alternativlos.
    Folge: erst wurden erstmals die Menschen hier abgekoppelt
    von Produktivitäts-Zuwächsen,
    und asoziale Arbeitsverhältnisse ...(wurden)... normal.
    Gleichzeitig wurden auch die europäischen Partner
    an die Wand gespielt.
    Sind die Deutschen dümmliche brutale Typen oder
    selbstmitleidige Monster? Das mögen Klischees sein,
    d.h. überkommene Vorstellungen oder ein altes
    eingefahrenes Denkschema.

    Aus persönlicher Unsicherheit macht es einigen Spaß,
    andere fertig zu machen. Das haben wir alle schon erlebt.
    Frau Merkel wird weltweit immer mehr zur meistgehassten Frau.
    Die Manager der Wirtschaft verurteilen ihre Untätigkeit.

    1. Und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass es das erklärte
    Ziel gab, in der deutschen Wirtschaft, andere fertig zu machen:
    Sowohl die ausländischen konkurrierenden Unternehmen und
    die schwächeren Volkswirtschaften als auch
    die schwächeren Menschen im eigenen Land.
    Mit niedrigen Löhnen sollten niedrige Lohnstückkosten erreicht
    werden. Die Binnenwirtschaft und die Kaufkraft der
    einfachen Bürger wurden als unwichtig angesehen. Export
    über alles, koste-es-was-es-wolle, hieß die Devise.

    2. Und dann kam noch ein unfassbares Versagen der Banker hinzu:
    Sie gaben an überschuldete Staaten, Firmen und Privatleute
    zu viele Kredite zu niedrigsten Zinsen.
    Der Finanzmarkt versagte völlig wegen fehlender Voraussicht,
    das Risiko, die Zahlungsfähigkeit der Schuldner wurde falsch
    eingeschätzt. Nun sitzen die Banken auf faulen Krediten.

    Fazit: Die Probleme sind komplex, einfache Lösungen gibt es
    nicht mehr. Die Europäer stehen vor unendlichem
    menschlichen Leid.
    Die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch.

    siehe "on European Debt Crisis"
    Charlie Rose - Gillian Tett and Robert Rubin on European Debt Crisis
  7. #16

    Auf Befehl von oben in den Abgrund

    "Der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner sagte auf einer Veranstaltung: Europa habe entschieden, dass es in seinem besten Interesse sei, den Währungsblock zusammenzuhalten."

    Mir ist nicht bekannt, dass unser Volk jemals "entschieden" hat. Es wird uns von allen, wirklich allen, verkauft, dass es keine "Alternative" zum Euro gibt. Das ist keine Entscheidung, sondern ein Befehl von oben.

    Was hat das mit Demokratie zu tun? Unsere Machthaber befehlen und wir folgen ihm.

    Das einzig legitime demokratische Mittel, um die Situation zu bereinigen, ist eine Volksabstimmung in Deutschland über den Euro.
  8. #17

    Philosophenabend - kockolores

    Ich bin schon einigermaßen betroffen über die Anzahl der Philosophen und Humanisten zu diesem Beitrag.
    Der Euro ist ein politisches Projekt, das natürlich wie bei jedem multinationalen Projekt faule Kompromisse eingegangen ist, zu verantworten durch unsere gewählten Volksvertreter aller Beteiligten Länder.
    Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen. Zum zweiten Mal das gleiche Kind.
    Griechenland hatte diese finanzielle Unterstützung in dem Ausmaße nie erhalten dürfen. Das Problem waren aber unsere Banken. Die mussten erst einmal aus der Schusslinie genommen werden. War ja einigermaßen gelungen.
    Jetzt werden die Fehler wiederum wiederholt. jedoch natürlich nicht aus Sicht unser Banken.

    Mein Szenario:
    Griechenland wird auch weiterhin versucht im Euroraum zu behalten, und bekommen erneut finanziellen Hilfen. Die heißen dann einfach nur anders. Z.B. Mediterranes Aufbauprogramm.
    Spanien kommt ab September richtig ins Wackeln, weil dann die Ferien dort rum sind und man dann wieder Zeit hat, sich um den Krisensch.... zu kümmern.
    Italien fängt an den Vatikan zu plündern, erhöht die Schutzgeldpraemie an die Mafia etc, verkauft sein Gold und wird dann ebenfalls ganz überraschend einen minimalen Zuwachs seiner Wirtschaftsleistung erfahren. Koennte vielleicht dann heißen "Das Wunder von Mailand". Der Grund wird die Aufbauleistung wegen dem Erdbeben dort sein.

    Portugal, Zypern und Irland haben sich medial quasi unsichtbar gemacht.
    Deutschland kann ebenfalls zum rechten Zeitpunkt wieder die Zeitungsente setzen, dass die Inflationsrate erneut zurückgegangen ist.
    Die USA muss bei diesen ganzen guten Neuigkeiten mitziehen und wird im Oktober melden, dass nach langer Zeit der Immobilienmarkt anzieht.

    An Weihnachten sitzen wir dann besoffen vor Glück das alles noch einmal gut gegangen ist unterm Tannenbaum.
    ...
    Am 01.01.2013 wollen wir dann schnell mal Geld holen vom Automat und stellen fest Sche..., da kommt ja gar nix raus.
    Abends dann die Meldung, dass das gesamte Kapital eingefroren wird und völlig alternativlos und nur unter anderem eine Hypotheken-Zwangsabgabe aufgrund nicht vorhersehbaren Entwicklungen an den Märkten erheben muss.

    Das wäre meine Gute-Nacht -Geschichte.

    Meine Erkenntnis aus dem Ganzen: Alles ist offen...

    Was ich machen würde?
    Als Regierung von Deutschland, wuerde ich irgendeinen abgeordneten Hinterbaenkler (oder ist es umgekehrt?) ans Mikrofon unserer Qualitaetsjounalie schicken, der folgendes zu sagen hat:
    "...deshalb prueft die Deutsche Regierung einen zeitlich mit der EU-Kommission abgestimmten Austritt aus dem Euro-Wirtschaftsraum..."
    Das wäre doch die Knallermeldung, um sich danach mit Dreck bewerfen zu lassen, dass es nur so knallt.
    Also, ich wuerde es sagen, als pensionsberechtigter Politiker. Das wäre doch so ein Satz fuer den Herrn Niebel. So als Abschiedsgeschenk, oder.

    Es verdienen zu viele zu gut an dem anstehenden Desaster.
    Ich werde auch schauen, dass ich daran verdienen werde.
    Tschoe!