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Schuldenkrise: Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus

DPADie Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...827853,00.html
  1. #140

    Immer schoen weiter mit der Sozialisierung und der vermehrten Einfluss nahme des Staates. Das ist die Autobahn in den Absturz unseres Lebenstandards, wie wir ihn ( noch ) kennen..
  2. #141

    Lobbyismus verbieten, Spekulation einschränken

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.

    Schuldenkrise: Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus - SPIEGEL ONLINE
    Daß man heute 30 Jahre lang an einem Haus abbzehalt hat zwei Gründe:
    1.) Grund und Boden ist unermeßlich teuer geworden - weil damit spekuliert wird. 300.000 Euro für ein Reihenhaus ist durch nichts gerechtfertigt.

    2.) die Wohlhabenden, die Industrie und wer auch immer reich oder vermögend ist strebt danach, steuerlich begünstigt zu werden. Denn mehr Geld ist besser als weniger Geld. Besonders in den USA kann man das beobachten... die 1% sponsorn dort den Wahlkampf, und wer wird hinterher gewinnen?

    Und weil das so lange dauert, die Realeinkommen in 20 Jahren um 30% gesunken sind und Jobhopping mittlerweile an der Tagesordnung ist, kriegen faktisch auch viele Leute keinen Häuslebauerkredit.

    Diese Mechanismen gibt es schon seit langer Zeit, und ohne eine gewisse Portion Gier kann Kapitalismus halt auch nicht funktionieren. Aber es darf nicht dahin tendieren, daß Kleinunternehmer keine Kredite kriegen und Großunternehmer keine Steuern zahlen UND prekäre Löhne bezahlen. Man beachte mal die Midestlohndebatte, die NIE, aber auch NIE im Interesse der Beschäftigten geführt wurde. erst ist die Post AG dagegen, dann mit einem Male dafür, weil der Briefträgermindestlohn von der Konkurrenz nicht zu bezahlen war und deshalb zwei, drei Konkurrenten den Betrieb einstellen.
    Im westlich geprägten Kapitalismus gibts eine Grundregel: ohne Rendite keine Investition, man sieht ja an der DDR was dabei herausgekommen ist. Eine unkontrollierte Machtelite betreibt 40 Jahre lang Mißwirtschaft, und die Planwirtschaft funktionierte im Vergelich zu "uns" im Westen deutlich schlechter.
    Aber wo ist der Mittelweg? Ich kann nicht übermäßig fleißig sein, wenn ich davon in absehbarer Zeit nichts habe oder erst in 30 Jahren wenn das Haus abbezahlt ist.
  3. #142

    viel Spaß dabei

    Zitat von natprod Beitrag anzeigen
    Ich hoffe dass das Finanzsystem der Welt bald komplett zusammenbricht. Dann koennen wir uns wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Waere schoen....
    ich hab mir mühsam 35.000 Euro gespart... die liegen auf der Bank und wenn die Bank pleite ist dann ist die Kohle weg. Ich sollt besser schnell ne Wohnung kaufen oder so... dann gehört mir wenigstens ein Teil davon. Denn der Einlagensicherungsfonds ist nicht drauf ausgelegt, 20 bis 40 Millionen Kunden einer Großbank zu entschädigen. Aber Tabula Rasa wird irgendwann kommen....
  4. #143

    Nieder mit dem König - es lebe der König

    Welch naive Grundposition! Man schafft den "bösen, alten Kapitalismus" ab und ersetzt ihn durch den "guten, neuen Kapitalismus". Mon dieu, wo leben wir eigentlich? Nach `45 war Mangel, heute ist Überfluss. Die EWG zuerst, die EU dann, schließlich der EURO hatten nur das Wirtschaftlich-Monetäre im Fokus. Politisch herrscht in Europa, auch nach dem Wegfall des "Eisernen Vorhangs", der reine, egomane Partikularismus, mit germanischem Primat! Die "United States of Europe", reine Phantasiegebilde. Es gibt keinen ernsthaften Willen, das alte Paradigma durch ein neues Paradigma zu verändern. Systemtheoretisch-organisationssoziologisch heisst es: jedes System tut alles, um sich zu erhalten, systemisches Gesetz. Mit andern Worten: nur der Untergang ist möglich. Und davor hat man Angst, verständlicherweise. Es ist, wie bei Münchhausen, der sich selbst an seinen Haaren herausziehen wollte, aus der Scheiße. Es wird wohl früher oder später zu einer "Öko-Diktatur" kommen müssen, denn eine gegenwärtige Demokratie ist zur Überlebenskorrektur nicht in der Lage.
  5. #144

    "Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen, ist keine Lösung. "

    - steht im Untertitel des Artkels.
    Grundfalsch ! Das billige Geld fliesst mal wieder den Zockern zu und nicht in die reale Wirtschaft. Die Oberzocker machen Billionen. Und alle schauen zu.
  6. #145

    Ein Anfang wird schon gemacht!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.

    Schuldenkrise: Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus - SPIEGEL ONLINE
    Hierzu ein wirklich sehr passender Artikel aus der Wirtschaftswoche. Dieser zeigt, dass es auch noch Verantwortung gibt oder auch Manager, die diese übernehmen wollen:

    Evonik in China:
  7. #146

    soll das überhaupt sein, in dem Gewinne der Finanzindustrie privatisiert werden, Verluste und Risiken sozialisiert?
  8. #147

    Nein.

    Zitat von sponlainer Beitrag anzeigen
    Die letzten grossen Eingriffe erleben wir nun in Form direkter bzw. indirekter Bankenrettung.

    Ich "rede" von den Banken, die sich selbst 2008 samt und sonders in einem weitgehend komplett liberalisierten Parallelunversum mit völlig wertlosen Zertifikaten in den Ruin getrieben um dann zur Rettung nach dem Staat zu rufen.

    Nicht zuviel Staat, sondern zuwenig Staat ist das Problem.
    Das ist nachweislich falsch - und es ist eine Schande, dass es besonders in Deutschland immer wieder wiederholt wird. Die Ursache war die Immobilienblase. "Blase". Das passiert immer dann wenn der Staat an einer Stelle eingreift "Anreize" schafft oder "ausgleicht".
    Die Kredite für die Immobilien waren durch staatliche Institute gedeckt - welche kaufmännische, denkende Bank gibt sonst einem völligen Habenichts einen Hauskredit? Dass die Politiker diese Programme immer weiter aufgestockt haben, hatte einzig den Zweck Wohltaten zu verteilen, dem Ruf nach "Teilhabe" zu befriedigen und wieder gewählt zu werden.
    Dass dann - als die staatlichen Institute Pleite waren - die Banken, denen diese Sicherheiten versprochen wurden, kein Interesse daran hatten die imensen Schulden einfach selbst zu tragen, ist der Punkt, an dem Sie einsteigen und mit dem Finger zeigen.
    Die Ursache war - wie immer bei Blasen - der staatliche Eingriff.

    Das die Politiker an dieser einfachen Ursachenforschung kein Interesse haben ist doch wohl klar - sogar bei der Euro Krise fingen sie ja an mit dem Finger auf die Banken zu zeigen und da entbehrt es wirklich JEDER Grundlage. Die Eurokrise ist offensichtlich eine Schuldenkrise.
  9. #148

    Unterscheiden

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.

    Schuldenkrise: Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus - SPIEGEL ONLINE
    sollte man allerdings, dass die Probleme des Kapitalismus und die Probleme, die Europa mit seiner politischen Organisation hat, nicht miteinander zusammenhängen.
    Wer aber die Europa-Probleme angeht, sollte die Optionen "Verkleinerung der Euro-Zone" oder "Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone" zulassen und darüber diskutieren. Wie sich Herr Müller die ganz schnelle Bildung der Vereinigten Staaten von Europa vorstellt, die dann auch noch per Volksabstimmung legitimiert sein sollten, bleibt sein Geheimnis.
  10. #149

    ...

    Zitat von sponlainer Beitrag anzeigen
    Die letzten grossen Eingriffe erleben wir nun in Form direkter bzw. indirekter Bankenrettung.

    Ich "rede" von den Banken, die sich selbst 2008 samt und sonders in einem weitgehend komplett liberalisierten Parallelunversum mit völlig wertlosen Zertifikaten in den Ruin getrieben um dann zur Rettung nach dem Staat zu rufen.

    Nicht zuviel Staat, sondern zuwenig Staat ist das Problem.
    Sie sagen es. Ohne den Rückzug des Staates seit Reagan-Thatcher und ihren Jüngern, von Blair bis Schröder, und die "Liberalisierung" der Märkte hätte sich das Problem nie in heutigem Masstab gestellt.
    Wer den Tiger saus dem Käfig lässt muß sich nicht wundern wenn er die Schafe frisst, aber manche dachten ja MEHR Freiheit gebiert MEHR Wohlstand für ALLE. Naivität wird immer bestraft.
    Das "System" hat sich selbst zerstört - ein weiterer überzeugender Beweis für die Überlegenheit des Kapitalismus :)

    Zum Glück gibt es leise Ansätze den Tiger wieder einzufangen - aber solange unserer amerikanischen Oberherren nach der Pfeife der Wallstreet Bosse tanzen wird das wohl noch etwas dauern. Die Sch... muß noch mehr dampfen. Der letzt Cent Gewinn eingefahren werden.

    Dann darf der reset Knopf gedrückt werden, das Kapital wird sich bis dahin natürlich in "sichere Häfen" zurückgezogen haben - um frisch und ausgeruht eine neue Runde Monopoly zu beginnen.

    Wer an "das Gute" im Menschen und die gottgegebene kapitalistische Ordnung glaubt ist ein Träumer. Da draussen läuft das alte Spiel ab - wer hat die größte Keule, wer frisst wen. Der Neandertaler in uns wird immer die Oberhand gewinnen - jetzt eben im Massanzug und iPad.
    Und weil das so ist ,muß der Staat, die Gesellschaft, wirtschaftliche Vorgänge IMMER auf dem Hintergrund ihrer möglichen negativen sozialen Auswirkungen betrachten - und notfalls reglementieren. Daß falsche Freiheit die Gesellschaft mittel- und langfristig zersetzt und unterhölt dürfte nach den Ereignissen der letzten dreissig Jahre klar sein.

    Gute Politik verhindert so etwas.


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