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Schuldenkrise: Das Märchen vom deutschen Sparweltmeister

Die Bundesregierung verkauft Deutschland in der Krise als Hort der Stabilität*- und die Finanzmärkte glauben ihr das sogar.*Doch in Wahrheit stehen wir kaum besser da als die meisten anderen Länder. Die öffentliche Zuchtmeisterrolle ist*arrogant und gefährlich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...798309,00.html
  1. #150

    Merkel und Kirchhof

    Zitat von jugo311 Beitrag anzeigen
    fand ich sowohl Merz als auch Kirchof gut - ich stimme Ihnen da zu. ABER Sie vernachlässigen: beide wurden von Merkel "weggebissen". Sie (und mit ihr die CDU) hätte die Möglichkeit gehabt, das alles (was vernünftig ist) durchzusetzen, und sie könnte es immer noch, aber Merkel WILL nicht - weil sie auf die Wirtschaftslobby hört bzw. von ihr bezahlt wird. Denn Steuervereinfachung ginge, wie Sie richtig anmerken, ebenfalls "auf Lasten der Reichen". Und deshalb wird es nicht gemacht!
    Ich glaube sie haben dabei übersehen, dass Merkel Herrn Kirchhof in ihr Kabinett nominiert hatte, sich dann aber nach dem Sturmlauf der Opposition und der Wut der Öffentlichkeit von ihm verabschiedet hat. Sie ist ein Machtmensch. Beispiele?
    1) Sie glaubte dass den meisten Bürgern die Geldbörse letztlich näher steht als ein abstraktes Restrisiko. Also Laufzeitverlägerung schlägt Ökorevolution! Fukushima hat aus dem abstrakten Risiko ein konkretes gemacht. Also Ökorevolution schlägt Laufzeitverlägerung!
    2) Mindestlohn,
    3) die Gutenberg-Affaire,
    4) das Kunduz-Massaker

    Merkel will Wahlen gewinnen. Der Wähler wollte Kirchhof nicht und so hat er seinen Willen bekommen! Merkel schnallt sofort, wenn die Stimmung umschlägt. Es ist nicht der Schlingerkurs von Merkel, sondern der Schlingerkurs des Wählerwillens was wir unter ihr erleben! Nur erwarten manche Menschen in diesem Land auch etwas Charakter und Konzepte! Merkel hat das Problem eines Familienvaters, der immer zu allem ja sagt. So jemand wird auf Dauer nicht ernst genommen.
  2. #151

    Na aber jetzt

    Zitat von zoon.politicon Beitrag anzeigen
    Wenn man den - im Vergleich zu anderen Euro-Ländern - extrem niedrigen Zinssatz von Bundesanleihen betrachtet, spart Deutschland allein für den Zinsdienst seiner Anleihen jährlich Milliarden. Andere Euro-Länder müssen für ihre Anleihen bekanntlich das Mehrfache an Schuldzinsen.....
    Da gehen Sie aber bitte mal 10 Jahre zurück:
    Durch die Einführung des Euro sind die Zinsen in GR, I, ESP enorm gesunken - die Kredite wurden leider verprasst und nicht investiert.

    Gleichzeitig sind die Zinsen für deutsche Verbraucher massiv gestiegen.
    Das hat den deutschen Bürger bis heute ca. 2,5 Billionen Euro gekostet - aber davon hat hier keiner geredet!

    http://www.krisennews.com/2011/05/30...-25-billionen/

    Wer hat denn da "profitiert"??

    Also wenn Sie schon von Zinsen schwadronieren, dann vielleicht doch vorher nicht nur die Gazetten mit den großen Buchstaben....
  3. #152

    Sparweltmeister?

    Zitat von drhk Beitrag anzeigen
    Der deutsche Sparweltmeister sitzt zuhause und backt kleine Brötchen. Jedenfalls kleinere als alle anderen im Verhältnis zu seinem Vermögen. Etwa 4 Billionen Euro (!) haben die Deutschen auf der Bank liegen - grösstenteils Bargeld.

    Auch wenn der Deutsche Staat nicht weniger verschuldet ist, als andere Staaten: er hätte jederzeit die Möglichkeit, VIEL mehr einzunehmen als andere, denn immerhin könnte er die Barvermögen der Deutschen anzapfen. Und im Ernstfall würde er es wohl auch.

    Kann Spanien, Italien, Griechenland oder sonst ein Staat im gleichen Umfang?
    Mein Gott, was für ein Blödsinn! Zunächst kann der Staat nicht einfach Privatvermögen anzapfen, zudem diese Vermögen in der Regel schon mehrfach besteuert wurden. Dann haben die Italiener ca. 8 Billionen auf der hohen Kante!! Was hat das mit den Staatsschulden zu tun? Auch hat Italien die drittgrößten Goldreserven der Welt, aber hat das die Ratingagenturen davon abgehalten, Italien an den Pranger zu stellen. Das Defizit Italiens ist 30 Jahre alt, aber angeblich musste jetzt herabgestuft werden - wieso jetzt plötzlich? Das ist Politik vom Feinsten!
    Deutschland und Frankreich stehen eigentlich insgesamt ziemlich übel da, werden aber hoch bewertet, und können sogar dadurch direkten Einfluss auf den politischen Wandel in anderen Ländern nehmen!! Da die beiden sich so großkotzig aufführen, ist wirklich eine Frechheit (beide haben kräftig Geld in Griechenland verzockt und haben massenhaft klamme Banken), und man kann nur hoffen, dass der Fall nicht entsprechend tief ausfällt, weil das für ganz Europa schlecht wäre.
  4. #153

    Toller Beitrag,

    Zitat von Istana Beitrag anzeigen
    Ich denke sie reden da nicht von den Bremern oder Berlinern die ja auch gerne betteln gehen...
    schon mal etwas von der Verantwortung des Staates als Ganzes gehört? Ihre Frage verdeutlicht einen hanebüchenen Unsinn.
  5. #154

    Überschrift

    Zitat von Baerliner73 Beitrag anzeigen
    Deutschland ist am "Zahltag" in der Lage seine Kredite zu bedienen (noch).

    Auch ein Staat muß zwischen langfristigen Investitionen und laufenden Haushaltsausgaben unterscheiden. Für Investitionen kann man auch mal Kredite/Anleihen in Anspruch nehmen, aber unsere laufende Nueverschuldung wegen fehlender Sparsamkeit bei den laufenden Ausgaben geht nicht ewig so weiter.
    Deutschland ist deshalb in der Lage seine Kredite zu bedienen weil Deutschalnd noch neue Kredite bekommt mit denen es die alten ablösen kann.

    Das Problem ist dass sich die verschuldeten Staaten darauf verlassen, dass dies der Normalzustand ist und immer so weitergeht.

    Das Thema Investitionen mag eine Entscheidung bei der Kreditvergabe spielen, aber nicht bei der Rückzahlung.

    Ich widerspreche auch nicht der Aussage dass Investitionen nötig sind. Nur der Aussage, dass diese irgenjemanden interessieren der sein Geld zurückerwartet und es dann nicht zurückerhält.
  6. #155

    ...Steuer!

    Zitat von huggi Beitrag anzeigen
    ... können Sie für Ihre Aussage eine Quelle nennen?

    Grundsätzlich muss es immer eine funktionierende Steuererhebung geben, aber diese Steuererhebung ist, wie übrigens auch die Beratung durch Steuerexperten zur Minimierung der Steuerlast, nicht produktiv. Insofern stehen dem unproduktiven Steuererhebungs- und Kontrollapparat natürlich noch Opportunitätskosten gegenüber.

    Vielleicht gibt eine seriöse Quelle dann einen Eindruck wie gross dieser Wahnsinn denn eigentlich ist.
    Nun die kann ich Ihnen mangels aktueller Untersuchungen zu diesem Thema leider nicht bieten. Als ich 1996 während meiner Schulzeit ein Steuerseminar besuchte wurde von 80 Mrd. DM gesprochen, die für das Erheben der direkten Steuern insgesamt anfallen. Ich gehe davon aus, dass es nicht billiger geworden ist ;)...

    Und ja es ist unproduktiv. Steuerberatungen -prüfungsgesellschaften, Steuerkanzleien und Finanzgerichte beschäftigen viele der Bestabsolventen der BWL und der Rechtswissenschaften. Man stelle sich vor man würde die fähigsten Architekten des Jahrgangs anheuern um bei Ebbe Häuser im Wattenmeer errichten!
  7. #156

    .

    Zitat von Naclador Beitrag anzeigen
    Haben Sie schon mal auf Hartz4-Niveau gelebt?
    Jeder Azubi und (fast) jeder Student leben auf Hartz4-Niveau und auch die verhungern ebenso wie Hartzis nicht.
  8. #157

    Ohne EU nebst Euro...

    wäre die Verschuldung nicht so hoch! Deutschland dafür zu kritisieren, die dadurch entstanden sind, dass es im Rahmen der Eurorettung sowie der EU geplündert wird, wodurch einer sehr großer Teil der Schulden überhaupt erst entstanden ist, ist unseriös.

    (...) Die Bundesbank finanziert den Rest der Euro-Zone stillschweigend mit einer dreistelligen Milliardensumme - und täglich wird es mehr Geld. (...) Danach sind die Schulden, welche die EZB und nationale Notenbanken [anderer EU-Länder] im Euro-Raum gegenüber der Bundesbank angehäuft haben, bis Ende 2010 auf 338 Milliarden Euro gestiegen. Allein die Forderungen an nationale Notenbanken in Euro-Ländern belaufen sich auf 326 Milliarden Euro. 2006, also vor Ausbruch der Finanz- und folgender Euro-Schuldenkrise, lagen die Forderungen insgesamt bei nur 18 Milliarden Euro. (...)
    http://www.wiwo.de/finanzen/kritik-a...esbank-457649/

    -> Die Kredite für den Rettungsschirm kommen da noch hinzu!

    »Ist Deutschland wirklich der Hauptbegünstigte des Euro? Der Blick in die Statistiken kann skeptisch stimmen. (...)
    Die Rechnung wird gegenwärtig dem deutschen Steuerzahler gestellt.“«

    http://www.faz.net/-01xefv

    Im Gegensatz zu den europäischen Pleitestaaten hat Deutschland eine florierende Wirtschaft, eine wissenschaftliche und technische Spitzenposition, so wie weltweit begehrt Produkte, das macht den Unterschied!

    Der Artikel ist tendenziös.
  9. #158

    Der gemeine Plebs zählt nicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Bundesregierung verkauft Deutschland in der Krise als Hort der Stabilität*- und die Finanzmärkte glauben ihr das sogar.*Doch in Wahrheit stehen wir kaum besser da als die meisten anderen Länder. Die öffentliche Zuchtmeisterrolle ist*arrogant und gefährlich.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...798309,00.html
    Schon seltsam: Da haben die Delegierten beim CDU-Parteitag die Harmonie-Suppe runtergewürgt. Da haben die Regierungsfraktion den Schäuble-Haushalt mit 26 Millarden Euro Nettoneuverschuldung klaglos abgenickt.
    Und jetzt stellen Juncker und der Spiegel fest, dass Deutschland gar nicht so gut da steht, wie es die Kanzlerin und die Finanzmärkte glauben machen wollen.
    Hier im Spon gibt es Hunderte von Foristen, die seit Monaten die gigantische Staatsverschuldung ins Visier nehmen, die die Belastungen Deutschlands durch Schrottanleihen-Aufkäufe durch die EZB und Milliarden-Zahlungen der KfW an Griechenland anprangern. Aber der gemeine Plebs zählt ja nicht. Deshalb darf das tumbe Volk auch nicht abstimmen, wenn es um wichtige Entscheidungen wie Euro-Einführung, Rettungschirme oder Teilnahme an Kriegen geht.
  10. #159

    Nun ja

    Zitat von Hardliner 1 Beitrag anzeigen
    Schon seltsam: Da haben die Delegierten beim CDU-Parteitag die Harmonie-Suppe runtergewürgt. Da haben die Regierungsfraktion den Schäuble-Haushalt mit 26 Millarden Euro Nettoneuverschuldung klaglos abgenickt.
    Und jetzt stellen Juncker und der Spiegel fest, dass Deutschland gar nicht so gut da steht, wie es die Kanzlerin und die Finanzmärkte glauben machen wollen.
    Hier im Spon gibt es Hunderte von Foristen, die seit Monaten die gigantische Staatsverschuldung ins Visier nehmen, die die Belastungen Deutschlands durch Schrottanleihen-Aufkäufe durch die EZB und Milliarden-Zahlungen der KfW an Griechenland anprangern. Aber der gemeine Plebs zählt ja nicht. Deshalb darf das tumbe Volk auch nicht abstimmen, wenn es um wichtige Entscheidungen wie Euro-Einführung, Rettungschirme oder Teilnahme an Kriegen geht.
    Nur weil sich hier ein paar Foristen an dem Thema abarbeiten, heisst das ja nicht, dass das die Mehrheit des " Plebs" auch tut. Vielleicht hat ja die Mehrheit des "Plebs" eine andere Sicht auf die Dinge?Aber dann sind das ja einfach nur blöde Michel, nicht wahr?


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