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Schuldenkrise: Ahnungslos in die Euro-Dämmerung

DPADie meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,837214,00.html
  1. #160

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.

    Wolfgang Münchau: Die Euro-Zone steht vor dem Zusammenbruch - SPIEGEL ONLINE
    Haben wir nicht genau den Weg des Zerfalls seit 2010 beschritten? Wieso sollten wir dann nicht vorbereitet sein? Oder denkt Herr Münchau an die berühmte Merkelsche Kehrtwende? Was dann ja genauso schief gehen wird wie die Energiewende. Wende, Wende über alles...

    Was hat man die letzten 6 Jahre eigentlich getrieben?
    2006: die EZB warnt zum ersten Mal vor Verwerfungen im Finanzmarkt
    2008: Lehman-Pleite
    2010: Griechenland-Pleite
    2012: Euro-Pleite?

    Hat man seit 2010 nicht vielmehr genau den Weg der Repatriierung und der nationalen Protektion (zum Preis der Aufgabe der gesamteuropäischen Protektion) und damit der Desintegration beschritten? Fällt Herrn Münchau das jetzt erst auf? Das war genau zu dem Zeitpunkt klar, zu dem Merkozy in Eintracht ihre Eurolösung präsentierten. Schauen Sie sich doch die Daten der Banken an, genau in die entgegengesetzte Richtung. Das hätten unsere Euroretter auch mal machen sollen, dann wäre ihnen ein wenig mehr aufgefallen. ;-)
    Und jetzt soll doch eine Union wieder her? Und dann fängt man zuerst mit einer Bankenunion an? Einer Fiskalunion? Herr Rompuy kaspert schon was aus? Mit welcher Kompetenz denn? Mit welcher Legitimation denn? Von heute auf morgen? Übers Knie gebrochen wie der Euro?
    Seit 2010 trägt man wider unserer Staatsräson aktiv zur europäischen Segregation bei, ohne eine Lösung der Eurokrise in Betracht gezogen zu haben. Fragen Sie mal den Enkel des Bundeskanzlers Adenauer...
    Spätestens seit 2010 hätte die deutsche Politik bestimmte Schritte einleiten müssen bezüglich einer Lösung der Eurokrise. Von der Opposition her hat man das erste Mal endlich letzte Woche kleinlaut in die Richtung gewiesen. Die Bundesregierung hat sich für einen anderen Weg entschieden. Vom Zeitpunkt her wäre ein Ende des Euro für Deutschland jetzt ideal, aber immer noch mehr als bitter.

    Wer sagt eigentlich, dass D nicht für die gesamten Target2-Salden aufkommen muss? Diese sind eindeutig der BRD zugewiesen, da gibt es leider keine Möglichkeit, diese über die EZB wegzuzaubern. Über den Anteil der EZB mit 27% kommt über Target hinausgehend nur noch weitere Verpflichtung dazu! Die Staatsanleihen, die die EZB aufgekauft hat zum Beispiel. Wenn Griechenland oder andere (nochmal) Pleite anmelden...
    Und nicht zu vergessen die Garantien, die wir über die Rettungsschirme geben, die ausserdem mit einem Automatismus versehen sind, der die Garantiesumme für D bei bestimmten Bedingungen laufend erhöht. ;-)
    In Summe eine Schuldenquote von weit über 100%, die Deutschland jetzt belasten. Bleibt nur abzuwarten, wann die Ratingagenturen sich melden...

    Wir müssen unsere Regierung ablösen durch eine Technokratenregierung, am besten durch das Bundesverfassungsgericht. ;-) Bei den Politikern, die wir zur Zeit haben, ist es das Beste, diese nicht mit diesem Prozess zu beauftragen, das kann nur schief gehen. Der einzige, von dem man etwas hätte erwarten können, ist Herr Schäuble, aber er ist einfach nicht über seinen Schatten gesprungen...
  2. #161

    Offenbar

    sind die besten Fachleute für Finanzwirtschaft zu den Hedgefonds gegangen und die schlechteren in die Politik. Alle Politberater erkennen die Tragweite der Probleme nicht und reagieren immer wieder zu spät. Mit kleinen Schritten kommen sie den weit voranschreitenden Problemen nicht hinterher. Die Krise ist über zwei Jahre alt, aber noch immer gibt es kein vernünftiges Rezept, außer hoffen, dass es mit geringem Einsatz besser wird. Das Problem ist offenbar einfach zu groß für "die Politik". Es fehlt an Kompetenz sie zu bewältigen.
  3. #162

    Jeder Person, welche halbwegs bei Verstand ist

    und sich nicht durch politische Gestalten, deren hauptsächlicher Ehrgeiz darin bestand, in die Geschichte einzugehen, koste es was es wolle, und welche den Markt zum Allheilmittel - trotz gegenteiliger historischer Zeugnisse - erklärten, war es klar, wohin die verantwortungslose Politik der letzten 25 Jahre führen wird.
  4. #163

    Verfassungsfeinde am Werk

    Zitat von thinkrice Beitrag anzeigen
    Hat nicht das Bundesverfassungsgericht mal in einem Urteil erwähnt das es keine politische Union geben wird?
    Das hat Voßkuhle in einem Interview mit der FAS klargestellt. Eine deutliche Vertiefung der Union (egal, ob Eurobonds, Fiskalunion o.Ä.) kollidiert mit Artikel 20 GG. Der kann in seiner Substanz nicht geändert werden (vgl. Art. 79 GG), so dass erst eine neue Verfassung nach Art. 146 GG her muss.
  5. #164

    Zitat von juergenwolfgang Beitrag anzeigen
    Tja was wird kommen?
    Ich sage wir bekommen eine richtig schöne gesalzene Inflation!
    Weichgekocht werden wir ja gerade schon
    Wetten?
    Eher wird der Niedriglohnsektor ausgeweitet. ;-)
  6. #165

    Europa wird deutlich unter Wert regiert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.

    Wolfgang Münchau: Die Euro-Zone steht vor dem Zusammenbruch - SPIEGEL ONLINE
    Also entweder politische Union oder der Euro zerbricht?
    Richtig müsste es heißen: Entweder Merkel beendet die Komplizenschaft mit der Finanzindustrie oder der Euro zerbricht.
    Was ist denn mit Geld drucken?
    Es kann doch nicht so schwer sein, ohne den Umweg über die Banken, Geld zu schöpfen, das machen andere Länder doch auch.
    Also einfach mal den Heli-ben anrufen und fragen, wie man denn mit dem Hubschrauber Geld in der Bevölkerung verteilen kann.

    Es wird immer offensichtlicher, das an einer Rettung des Euros kein Interesse besteht, womit haben die Bürger Europas solche Dilettanten in den Entscheiderpositionen verdient?
  7. #166

    Zitat von Sleeper_in_Metropolis Beitrag anzeigen
    Nicht das ich über die Maßen viel Ahnung von der Materie hätte, aber die Prophezeiung über den baldigen Untergang des Euros ist in etwa so alt wie der Euro selber. Selbst vor seiner Einführung gab es einige, die sich sicher waren, das der Euro nicht sehr alt werden wird. Alle Jahre wieder passierte in der Finanzwelt irgendwas, das das Untergangsszenario des Euros auf's neue in die Diskussion pushte. In der Finanzwelt ist ja irgendwie auch immer Krise.
    Bis jetzt lebt der Euro aber noch, und es würde mich nicht wundern, wenn er das in zehn und mehr Jahren auch noch täte (auch wenn vieleicht das ein oder andere Land den Euro nicht mehr hat).
    Sehr treffend beobachtet. Was von den angelsächsisch orientierten Untergangspropheten gerne übergangen wird, ist dass es nur eine minimale Flucht aus dem angeblich tödlich verwundeten Euro in den Dollar gibt. Eine Währung, die vor der Implosion steht sieht anders aus. "Die Märkte" sehen es offensichtlich in der Realität nicht wirklich so düster.

    Die lautesten Schreihälse kommen aus der Ecke, die den Euro nie gewollt hat. Es gibt keinen Grund sie speziell Ernst zu nehmen. Sie wissen wenig und entscheiden nichts.
  8. #167

    !

    Zitat von mabx Beitrag anzeigen
    Es wird seltsamerweise immer nur über Einsparungen berichtet.
    Warum wird in diesem Zusammenhang niemals über eine Erhöhung der Spitzensteuersätze, Besteuerung von Erbschaften etc. geschrieben.
    Schließlich darf die Einnahmenseite nicht vergessen werden.
    Und Inflation ? Ist es aktuell nicht so, dass die Einzelhandelsumsätze leicht stagnieren?
    nein!
    die einzelhandelsumsätze gehen zurück und das seit jahresanfang.
  9. #168

    Guter Beitrag

    Es stimmt, dass die meisten Bundesbürger die Krise ganz einfach ignorieren. Warum auch nicht? Erstens ist sie in Deutschland bisher nicht angekommen, und zweitens: Was sollen wir tun? Was können wir schon tun?
    Sollen wir die Dinge etwa besser wissen, als die Berufspolitiker? Sollen wir auf die Bank rennen, alles Geld abheben und unters Sofa stecken?
    Die Politiker sind ratlos. Wir sind ratlos. So ist es.
  10. #169

    Jetzt schlägt's aber 13!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.

    Wolfgang Münchau: Die Euro-Zone steht vor dem Zusammenbruch - SPIEGEL ONLINE
    Vorausgesetzt, daß die im Artikel gemachten Aussagen richtig sind, fehlen in Dtl. auf einem Schlag ca. 1 Billion Euro für die die öffentliche Hand - wie auch immer einstehen muß oder einstehen müßte. Damit wäre also auch Dtl. insolvent! Soviel mal zum Thema Bürgschaften ...

    Neben dem finanziellen Zusammenbruch der öffentlichen Hand ( Jeder HartzIV-Empfänger sollte sich überlegen, was das für ihn bedeutet! ) kollabieren viele Unternehmen, weil der Export binnen Wochen ca. um 30 % einbricht. Diese Zahl ergibt sich als die Hälfte des Anteils am Export in die EU/Euro-Zone und ist natürlich eine Schätzung. Weil diese Unternehmen als Anbieter auch auf außereuropäischen Märkten ausfallen, springen andere Anbieter ein. Patente gehen verloren. Dtl. würde also binnen Monate teilweise deindustrialisiert.

    Wertet dann die neue DM, bzw. der Rest-Euro, auf oder ab? Bestenfalls sieht ein Jojo mit fallender Tendenz. Wie auch immer. Das Ergebnis eine mehrere Jahrzehnte währenden Export-Booms ist, daß die Gewinne von Leuten/Unternehmen in Dtl. als Schulden aller in Dtl. zurückkehren und alles in den Abgrund reißen.

    Die Härte dieses Worst-Case-Szenarios überrascht sogar mich. Die Politik ist gut beraten, eine Währungsreform vorzubereiten, die - und das ist wesentlich - die Liquidierung aller großen Geldvermögen ( Aber was heißt groß? ) beinhaltet. Die der Währungsreform vorangehende Zahlungsunfähigkeit gegenüber den Weltmärkten erscheint mir als ein dafür notwendiges Übel. Die Währungsreform muß zeitnah vorbereitet und umgesetzt werden, denn sonst droht ein Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und in Folge dessen ein allgemeiner anarchistischer Bürgerkrieg aller gegen alle. Schlimmer als die Weltwirtschaftskrise ab 1929 herum.

    Die Währungsreform sollte - das scheint überraschend - den heutigen Euro-Raum umfassen und das Folgende berücksichtigen: Für den Handel innerhalb des Euro-Raumes muß es Barrieren geben, die den wirtschaftlichen Ungleichgewichten Rechnung tragen und wirtschaftspolitisch definiert. Die Währungsreform kann nur dann national sein, wenn solche Institutionen für das Management solcher Barrieren nicht möglich erscheinen. Der Sinn einer gemeinsamen Währung ist nämlich der, daß Preise vergleichbar werden. Unterschiede der wirtschaftlichen Leistungskraft werden in den politischen Raum abgebildet. Und so sollte es auch sein. Aus diesem Grund war und bin ich nach wie vor für den Euro!


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