Zitat von
robinson1959
Der Sozialstaat als Giesskanne
Niemand hat bis heute eine nicht nur verständliche, sondern auch wahrheitsgetreue Definition des Wortes „sozial“ und seines kleinen Bruders „gerecht“ gefunden. So kann man konstatieren, daß kein Wort in der deutschen Politik mächtiger ist, als dieses kleine Adjektiv. Dies wird dadurch bewiesen, dass jede dritte Mark, die in Deutschland erwirtschaftet wird, in irgendwelchen sozialen Kassen verschwindet.
Deswegen reicht der Verdienst, das Einkommen des Ernährers der Familie nicht mehr aus, wie früher. Deswegen müssen jetzt (und dies ist schon lange so, so dass sich niemand mehr daran erinnert, wie das früher funktionierte) die Hausfrauen und Mütter mitarbeiten. Nicht um die Familie zu ernähren, nein dies nicht, sondern in praxi um den Sozialstaat mit seinen Metastasen zu ernähren und zu tragen.
Ein Ende dieser erschreckenden Entwicklung, die letztendlich einer Teilenteignung der gesamten arbeitenden Bevölkerung gleichkommt, und den familiären Zusammenhang erodiert hat, kann nicht geortet werden, solange immer neue Vereine und Interessenverbände, angeführt von Daseinsversorgern aus allen Parteien, sich immer neue Vergünstigungen erjammern.
Es gibt niemanden mehr in Deutschland, egal ob arm, ob reich, der bei Ausnutzung seiner „sozialen Möglichkeiten“ nicht Anspruch auf irgendeine „Hilfe“ des Gießkannensystems Sozialstaat hätte.
Die Idee, daß minderbemittelte Kranke und Erwerbsunfähige Anspruch auf staatliche Hilfe haben, ist alt und eine Erfindung meines Urgroßvaters, Staatsminister von Boetticher, und ging ein in die Bismarck´sche Sozialpolitik. Das aber, was zunächst als Fürsorge und Nächstenliebe für echte Anspruchsberechtigte gedacht war, wurde ein Ungeheuer, dessen Tentakeln jeden erfassen, der im „Sozialstaat Deutschland“ lebt.
Jeder, von dem auch nur vermutet wird, daß er gegenüber einem anderen benachteiligt ist, hängt am Tropf der Sozialadministration und findet sich in irgendeinem besonderen Gesetz wieder.