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Schulden außer Kontrolle: Troika stellt Griechen Katastrophen-Zeugnis aus

REUTERSDas Vertrauen in Athens Krisenmanagement schwindet. Nach SPIEGEL-Informationen rügt die Troika aus EU, IWF und EZB die mangelnden Fortschritte Griechenlands beim Schuldenabbau. Immer mehr Euro-Partner zweifeln an einem Erfolg der milliardenschweren Rettungsaktion.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...815874,00.html
  1. #200

    Griechenland und Schweden

    Zitat von recardo Beitrag anzeigen
    Diese ganze EU ist viel zu groß und ich bezweifle, was man uns andauernd erzählen will, dass sie je so wüterich und überdehnt geplant war. Die Griechen werden, mit ihrer Form des Denkens, niemals auch nur irgendwie unabhängiger werden, wir werden sie ewig am Irgendwo haben. Wenn sie aber angeblich so klein sind, oder immer nur andere Schuld an ihrem Leid sein solle: Wie kann ein Land wie Schweden denn bloss funktionieren? Kann es sein, dass da doch noch irgendetwas anderes ist, als nur Wirtschaftszahlen, Import, Export? Irgendwas läuft da anders und wir profitieren auch von Schweden mehr, als von Griechenland, obwohl sie - viellleicht - keine Panzer aus Deutschland kaufen. Man erzählt uns einen ganz schönen Mist mit diesem ewigen: Wir profitieren von Griechenland. Da kann man doch glatt das Gegenteil behaupten. Und Schweden ist nichtmal in der Eurozone.......!
    Das liegt an der Region. In Griechenland habe ich Lust mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, bin also unproduktiv. In Schweden bekomme ich Lust Holz zu hacken, bin also aktiv.
    Irgendwie kann ich das bei den Griechen verstehen, dass sie nicht so wild auf Arbeit aus sind, obwohl es dort sicherlich auch viele Menschen gibt, die hart arbeiten. :o)
  2. #201

    Dann lieber Maya-Kalender

    Zitat von Weißlicht Beitrag anzeigen
    Man sollte sich den ursprünglich vom Nutzer Silverhair verlinkten Vortrag von Andreas Popp unbedingt mal ansehen: Andreas Popp - Danistakratie 1/2 Die Herrschaft des Wuchers [Wissensmanufaktur] - YouTube. Er gibt einen der Gründe, warum Griechenland und den anderen "Sozialhilfeempfängerländern" (Begriff von mir, nicht von Popp) diese enormen "Gelder" zur Verfügung gestellt wurden: Die Ausweitung der Kreditsummen "schafft" Geld, das als Aktiva in den Bilanzen der Institute steht. Erstmal nur Giralgeld, also gar kein gesetzliches Zahlungsmittel eigentlich. Nur Luftblasen, Zahlen auf Computerfestplatten. Auf die aber Zinsen verlangt werden. Die dann möglichst aus echten Altvermögen und echtem Wirtschaften bezahlt werden müssen.

    Auch wenn ich nicht allem, was Popp sagt, sofort folge: Der Mann hat Hintergründe begriffen, die das (Nicht-)Funktionieren unseres gesamten heutigen politischen und wirtschaftlichen Systems erklären helfen.
    Wo stehen die den Aktiva entsprechenden Passiva, wo tauchen die auf, werden die den Griechen untergeschoben? So wird’s sein.
    Vielen Foristen hier wäre geholfen, würfen sie mal einen Blick in das Lehrmaterial, das die Berufsschulen im Fach Buchhaltung verwenden.
    In der FAZ steht ein Artikel über die Gründe für Griechenlands Pleite von Edmond About, einem ganz unverdächtigen Franzosen. Die Lektüre könnte ebenfalls hilfreich sein.
  3. #202

    .

    Zitat von heinzsalomon Beitrag anzeigen
    Rufen Sie Herrn Prof. H.W. Sinn in München an der erklärts Ihnen sicher gerne, der Ausdruck "markträumende Löhne", gemeint sind Hungerlöhne, stammt von Ihm. Schröder und Clement haben das dann umgesetzt, Niedriglohnsektor nannten sie das. Und genau diese Fehlentwicklungen haben nicht unwesentlich zur Griechenlandkatastrophe beigetragen, das deutsche Exportweltmeisterdelirantentum, die wirtschaftsliberale Ideologie zerstören zuerst Europa und dann die Zivilisation.
    Die Fehlentwicklung in D hat keineswegs zur Griechenlandkatastrophe beigetragen, da wir als Exportland nicht mit Griechenland konkurrieren.

    Die Griechenlandkatastrophe ist u.a. darauf zurückzuführen, dass man in Griechenland das andere Extrembeispiel praktiziert hat, gewaltige Lohnerhöhungen ohne Rücksicht auf jede Produktivitätsentwicklung. Mit anderen Worten, es wurde sehr viel mehr verdient, aber nicht mehr erarbeitet. Das kann auch nicht gut gehen.
    Der zweite katastrophale Fehler war die Einführung des Euro in Griechenland, weil man dort plötzlich zu Dumpingpreisen hochwertige Importgüter erwerben konnte.

    Wir brauchen in der Eurozone für die einzelnen Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlichen Lösungen. Was für D gut ist, ist für Gr schädlich und umgekehrt.

    Griechenland kann auch keine "deutschen Lösungen" brauchen, da können sich Rössler oder Schäuble ihre Ratschläge sparen. Griechenland braucht griechische Lösungen.
  4. #203

    .

    Zitat von zabbel Beitrag anzeigen
    Zunächst einmal ist der Reallohn für einen Arbeitgeber nicht die entscheidende Grösse.
    Stimmt, aber die anderen Faktoren machen Griechenland als Investitionsstandort noch sehr viel uninteressanter. Wer soll dort auch nur einen Cent investieren? Warum?

    Zitat von zabbel Beitrag anzeigen
    Tatsache ist dass es in den Jahren 2010/11 eine signifikante Bruttolohnerhöhung gab. Und selbstverständlich ist die auch Folge von gesunkener Arbeitslosigkeit.
    Das bringt aber auch nichts, wenn man vorher einen viel zu großen Schluck aus der Flasche genommen hat.

    Wenn Griechenland überhaupt (wieder) Industrie oder Dienstleistungsfirmen ansiedeln will, die international konkurrieren können, dann geht es nur über Niedriglohnentwicklung. Das ist eine unerfreuliche Analyse, aber alles andere ist realitätsfremd.
    Man möge doch mal einen anderen Weg zeigen.
  5. #204

    Zitat von pgroemer Beitrag anzeigen
    sind völlig abwegig. Es ging nicht um 'nur Export', können Sie sich das vorstellen, ist das überhaupt vorstellbar? Natürlich nicht. Und damit fällt der Rest Ihres Katastrophenkreislaufs flach.
    Also nochmal: Ein niedrigerer Mindestlohn k a n n Arbeitsplätze schaffen.
    Ein niedriger Mindestlohn wird nur kurz für Arbeitsplätze sorgen. Langfristig gesehen, wird ein Niedrigstlohn zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Wenn ich keine Nachfrage erzeuge, werde ich keine Arbeitsplätze schaffen. Völlig egal, ob im In-oder Ausland.
  6. #205

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen

    Wenn Griechenland überhaupt (wieder) Industrie oder Dienstleistungsfirmen ansiedeln will, die international konkurrieren können, dann geht es nur über Niedriglohnentwicklung. Das ist eine unerfreuliche Analyse, aber alles andere ist realitätsfremd.
    Man möge doch mal einen anderen Weg zeigen.
    Was kommt danach? Wenn G jetzt das gleiche durchzieht wie wir und dann wie wild exportiert, wird in anderen Ländern die Notwendigkeit gesehen, genauso zu handeln. Am Ende sind dann wieder die Deutschen mit Lohnkürzungen dran , bis es am Ende dieses Wahnsinns des Lohndumpings nichts mehr zu kürzen gibt. Das bedeutet, das nirgendwo auf der Welt noch ausreichend konsomiert werden kann. Wer bitte soll dann die ganzen Waren kaufen, die überall so billig wie möglich produziert werden??
  7. #206

    .

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Wenn G jetzt das gleiche durchzieht wie wir und dann wie wild exportiert
    Griechenland wird dann aber nicht wie wild exportieren, dazu fehlen dort die Strukturen und die Industrien. Es wird aber hoffentlich verhindern, dass der Rest an Wirtschaft auch noch verloren geht.
    Jedes Land braucht eine eigene Wirtschaftspolitik, was für D schlecht war, kann für Gr gut sein.
    Außerdem ist der Euroraum keine geschlossene Wirtschaftszone, Gr konkurriert beispielsweise mit der Türkei, dort sind die Löhne sehr viel niedriger, die Türkei boomt, auch auf Kosten Griechenlands.

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    bis es am Ende dieses Wahnsinns des Lohndumpings nichts mehr zu kürzen gibt. Das bedeutet, das nirgendwo auf der Welt noch ausreichend konsomiert werden kann. Wer bitte soll dann die ganzen Waren kaufen, die überall so billig wie möglich produziert werden??
    Die Ware sollen die kaufen, die sie herstellen. Das ist aber eine Frage der Umverteilung von Einkommen in den einzelnen Ländern. Wenn das Sozialprodukt zu stark nach oben verteilt wird, fehlt unten die Kaufkraft, damit wird weniger Geld in Investitionen fließen und es bildet sich eine schädliche Geldblase. Es gilt, die Volkswirtschaft im Gleichgewicht zu halten, d.h. das Sozialprodukt so zu verteilen, dass eine optimale Verteilung von Konsum und Investition heraus kommt.
  8. #207

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer mehr Euro-Partner zweifeln an einem Erfolg der milliardenschweren Rettungsaktion.
    Wenn man sich die Jugendarbeitslosenqoute der letzten 10 Jahre in Griechenland betrachtet ( ähnliches gilt auch für Spanien ) sieht man, dass die im Mittel von 2000 bis 2010 immer schon um die 25 Prozent gelegen hat. Ich habe zwar keine genauen Infos darüber, wie sich der Bildungsgrad im besagten Zeitraum geändert hat, aber ich nehme an, dass kontinuierlich ansteigend viele Abitur und auch ein Studium absolviert haben.

    Da es vor allem Griechenland in den letzten 10 Jahren nicht angegangen ist entsprechend qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, fragt man sich natürlich was vor allem der Jugend - sie sind ja die Zukunft ihres Heimatlandes ! - kurz- und mittelfristig helfen kann. Tendenzen sind erkennbar, dass junge Griechen und Spanier vermehrt Jobs im Ausland ( u.a. ja auch in Deutschland ) suchen und auch finden. Ich empfinde dies als eine absolute Win-Win Situation. Vor allem erscheint mir dies die große Chance zu sein, dass vor allem Griechenland langfristig gesehen tatsächlich wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Wenn auch nur Teile dieser Jugendlichen nach und nach in ihr Heimatland zurückkehren, ergibt sich die reale Chance, dass sie selbst ihre Wirtschaft mit aufbauen können ( Firmengründungen etc. ) .

    Jedem hier ist klar: Die EU kann noch so viele Euro nach Griechenland pumpen. Es wird nichts bringen, da Griechenland unter dem Diktat der Währung "Euro" absolut keine Chance für einen Neuanfang hat. Also raus aus dem Euro und zurück zur Drachme. Meinetwegen verbunden mit einem noch größeren Schuldenschnitt. Dann eine sofortige und radikale Rückbesinnung auf bis vor dem Euro-Beitritt eigentlich funktionierende Wirtschaftszweige wie Tourismus und Lebensmittel. So sollte es erstmal möglich sein - vor allem konstante - Einnahmen zu generieren. Wird zudem zügig - wahrscheinlich nur möglich mit Unterstützung der EU - ein Minimum an transparenter und ordentlicher Verwaltung geschaffen sehe ich durchaus die Chance, dass mitbedingt durch die abgewertete Währung auch Privatinvestoren in Griechenland wieder investieren werden. Ich möchte gerade auf die Wichtigkeit privater Investitionen hinweisen. Diese sind in der Regel nachhaltiger als jede staatliche Maßnahme. Hier sei als abschreckendes Beispiel wie man es gerade nicht machen soll, der hoch subventioniere und bis ins Detail staatlich gelenkte Solar-Irrsinn in Deutschland genannt! Es bleibt zu hoffen, dass wenn Griechenland aus dem Währungsraum austritt, sich die EU vor allem schwerpunktmäßig auf die zweifelslos anfangs herrschenden sozialen Probleme konzentriert, und nicht mit irgendwelchen absurden Bürokratenideen daher kommt. Etwa, welche Wirtschaftszweige für Griechenland zukünftig am "besten" sind ... und dies in bekannter Manier dann auch gleich mit der ganz großen Subventionskeule untermauern will ...

    Kurz- und mittelfristig wird aber vielen gebildeten Jugendlichen - und ich wiederhole mich hier gerne: Sie sind die Zukunft ihres Heimatlandes ! - aber nichts anderes übrig bleiben, als ihr Heimatland zu verlassen um im Ausland zu arbeiten.
  9. #208

    Logik besteht den Praxis Test nicht!

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Ein niedriger Mindestlohn wird nur kurz für Arbeitsplätze sorgen. Langfristig gesehen, wird ein Niedrigstlohn zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Wenn ich keine Nachfrage erzeuge, werde ich keine Arbeitsplätze schaffen. Völlig egal, ob im In-oder Ausland.
    In Griechenland sind die Löhne schon lange hoch. Wann entfalten diese hohen Löhne denn endlich ihre Wirkung? Wann verstehen die Investoren ihre Logik und gehen endlich nach Griechenland anstatt in anderen europäischen, baltischen oder asiatischen Ländern zu investieren.

    Glauben Sie wirklich dass ein Handyhersteller nach Griechenland geht weil er damit rechnet, dass die Griechen ihr Gehalt raushauen um ihm die doppelt so teuren Geräte aus den Händen zu reissen? Möchte ein multinationaler Konzern sich überhaupt in einem so kleinen Land niederlassen, wenn er seine überteuerten Geräte - wenn überhaupt - nur an die lokalen Konsumenten verkaufen kann?
  10. #209

    ..

    Zitat von Charles_007 Beitrag anzeigen
    ......Wird zudem zügig - wahrscheinlich nur möglich mit Unterstützung der EU ..... .
    Solange Deutschland im gut Wetter noch Milliarden hat,
    um diese in der Solarindustrie zu verbraten, gehts dem
    Land noch echt gut. Wir sollten uns daher nicht mehr
    beschweren über noch verschwendungssüchtige Politiker,
    denn sie repräsentieren die Leistungsfähigkeit unseres
    Landes.
    Zudem sind diese doch auch nur Opfer ihres Systems, wer wollte
    ihnen da noch Vorwürfe machen?
    Sehen wir uns doch nur einmal, als verantwortungsvolle Bürger,
    die für uns lastentragende Frau Merkel an,
    wer hätte nicht als Bundesbürger Mitleid mit ihr ob ihrer
    schweren Bürde und Aufgabe die sie für uns in unser aller
    Namen trägt ?


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