1,6 Millionen Datensätze hat ein Student aus der Community SchülerVZ automatisiert abgefragt - jetzt fordert Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger von den VZ-Netzwerken Nachbesserungen. Der TÜV, der den Betreibern Datensicherheit bescheinigt hatte, sieht dagegen kein Problem.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...692963,00.html
Wahnsinn. Welches kriminelle Potential sich da eröffnet:
Mit anderen Worten: Mit Hilfe dieser hochgefährlichen Datenbank kann ein Mensch mit bösen Absichten genau das tun, was er als Mitglied von SchülerVZ ohnehin tun könnte.Die durch den Crawler entstandene Datenbank könnte trotzdem für viele eine echte Fundgrube sein - von Vermarktern mit Interesse an punktgenauer Zielgruppenansprache bis hin zu Pädophilen mit dunkleren Absichten. Sie lässt sich nach "Mädchen aus der Grundschule nebenan" ebenso durchsuchen wie nach "Fans von Tokio Hotel".
Danke, genau das dachte ich mir auch zuerst.
Es dürfte auch bei StudiVZ möglich sein nach bestimmten Schulen zu suchen (womöglich gleich nach Jahrgängen sortiert) oder zu schauen wer sich in irgendwelchen Tokio Hotel-Gruppen rumtreibt.
Außerdem schreibt SPON doch selbst, dass Problem ist ein Verstoß gegen die AGB und damit illegal.
VZ muss sich sicherlich vorwerfen lassen, dass es zu einfach oder überhaupt möglich ist, aus ihrem Netz Massendaten zu gewinnen, die für zweifelhafte Zwecke verwendet werden können.
Der TÜV prüft genau diese Möglichkeit offensichtlich noch nicht oder stuft sie als nicht kritisch ein, was auch sehr bedauerlich ist.
Welche Daten und dass diese überhaupt vorhanden sind, liegt aber immer noch in der Verantwortung der Mitglieder des VZ.
Das Internet und dessen Möglichkeiten zu nutzen ist inzwischen sehr einfach. Sich klar zu machen was für Konsequenzen es hat sich dort weltweit mit teilweise intimen Details zu präsentieren scheint die grosse Masse aber immer noch zu überfordern.
Leider sind auch viele Eltern, die im Falle von SchülerVZ ihre Kinder anleiten sollten, mit dem Thema überfordert.
Die Zertifizierung aller möglicher Branchen wie Versicherungen, Wellness-Hotels u.a., für die sich der TÜV immer erst etwas Sachkunde aneignen muss, ist inzwischen ein lohnendes Geschäftsmodell für den TÜV geworden. Er bekommt für Zertifizierungen, die meiner Ansicht nach ohne Wert sind, Honorare und die Auftraggeber meinen, mit diesen Zertifikaten Marktvorteile erzielen zu können. Diesem Geschäftsgebaren sollte sich die Presse mal widmen.
Sorry, aber hier gibt es kein Datenleck. Wer seine Daten ins öffentliche Netz pustet, der will doch, dass sie abgerufen werden dürfen.
Man könnte auch genause ein paar hundert eifrige asiatische Mitarbeiter engagieren, die die Daten und Links schlicht abtippen. Ich meine mich zu erinnern, dass die ersten Nicht-Telekom-CD's mit Telefonnummern so entstanden sind.
Wenn die Hyterie so weiter geht, bekommen wir bald vor jeder Website ein möglichst unleserliches Capture, nur weil einige Menschen erst alles veröffentlichen, und sich dann über die Nutzung zu beschweren oder weil Medien ständig Skandale sehen, wo keine sind.
Zur Kritik am TÜV: Wer den TÜV kritisiert, hat keine Ahnung, was hier passiert. Ein TÜV-Siegel bestätigt auf dem Auto die Sicherheit bei bestimmungsgerechten Umgang. Niemand behauptet, dass man deshalb in der Ortschaft 200 km/h fahren darf. Genausowenig kann der TÜV verhindern, dass bei der VZ-Gruppe Leute mit ihren eigenen Daten liederlich umgehen.