Forum


 

Schülerin mit Leukämie: Im neunten Bett stirbt man nicht

Conny Schmidt ist elf, als sie erfährt, dass sie an Leukämie erkrankt ist. Dem Gedanken an den Tod begegnet sie, wie nur ein Kind es kann. Von Connys Zeit auf der Krebsstation erzählt Veronika Widmann, 19 - es ist die beste Reportage im Schülerzeitungswettbewerb des SPIEGEL.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...700255,00.html
  1. #10

    Schülerin mit Leukämie....

    Einen Lebensabschnitt von mehreren Jahren so eindrucksvoll, einfühlsam und bewegend schildern zu können, hat meine absolute Hochachtung. Ich habe selber 4 Kinder. Alle sind gesund und munter.....und wir nehemn das wie selbstverständlich hin. Eigentlich müssten wir für jeden Tag dankbar sein! Diese Geschichte erinnert mich wieder daran. Schäme mich meiner Tränen nicht. Wünsche der Familie und der Autorin alles Gute für die Zukunft. HuH
  2. #11

    Typisierung macht immer Sinn!

    Zitat von herkurius Beitrag anzeigen
    warum wird das Märchen von der lebensrettenden Knochenmarkspende immer wieder neu verbreitet?
    Die Chance, daß in einem Dorf unter tausend Einwohnern sich jemand findet, dessen Werte in der Millionen Spender umfassenden Knochenmarkdatei noch nicht vorhanden sind und die gerade dem betreffenden Patienten helfen könnten, sind astronomisch klein. Das Rote Kreuz nutzt nur jeden in der Presse bekannt gewordenen Leukämiefall bei Kindern zu einem weiteren Spendenaufruf.
    Vielleicht hilft Ihnen ja die Erklärung eines Transplantierten, der selber viele Spender geworben hat:
    Nach meiner Leukämie-Diagnose (CML) haben meine Eltern, Freunde und ich, gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (www.dkms.de), über 1.000 Spendewillige geworben.

    Natürlich war mein späterer Spender nicht dabei. Dass es unwahrscheinlich war, den eigenen Spender zu werben, war uns und allen Spendewilligen klar.

    Geholfen hat es trotzdem:

    Mir kurzfristig psychologisch, weil es aufbauend war, diese Welle der Hilfsbereitschaft zu erleben und endlich etwas gegen den "Feind Leukämie" tun zu können, statt immer nur die Entwicklung der Blutwerte zu beobachten.

    Mindestens fünf anderen Patienten, weil ich von fünf Spenden aus dem Kreis der damals Geworbenen weiß. Ob die Patienten alle überleben konnte, weiß ich nicht. Aber sie hatten zumindest eine Chance und mussten nicht hoffnungslos auf ihr Ende warten. Das ist ein unschätzbarer Vorteil! - Und eine riesige Freude für mich, wenn ich höre, dass meine Freunde wieder einen Sieg gegen diese üble Krankheit ermöglicht haben.

    Gerettet hat mich ein Spender aus Schweden. Er hat auf meinen Brief nicht geantwortet. Das ist sein gutes Recht. Ich denke trotzdem oft an ihn und hoffe, dass er ein gesundes und glückliches Leben führt. Vielleicht hat er sich ja aus einer ähnlichen Motivation heraus wie meine Freunde typisieren lassen?

    Wenn alle Patienten sich bemühen, auch nur einige Freunde für die Typisierung zu gewinnen, wächst die Heilungschance für alle. Es ist eine der wenigen Organtransplantationen, die man von einem lebenden Spender durchführen kann und meines Wissens die einzige, bei der das Transplantat vollständig nachwächst, dem Spender also kein Nachteil entsteht.

    Ach ja, ich habe zwar viele Komplikationen seit der Transplantation überstehen müssen und bin nicht wieder gesund geworden. Aber die Leukämie ist seit viele Jahren besiegt und ich bin froh, überlebt zu haben.

    Schöne Grüße nach Schweden!
  3. #12

    Für einen titelfreies SpOn-Forum.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Conny Schmidt ist elf, als sie erfährt, dass sie an Leukämie erkrankt ist. Dem Gedanken an den Tod begegnet sie, wie nur ein Kind es kann. Von Connys Zeit auf der Krebsstation erzählt Veronika Widmann, 19 - es ist die beste Reportage im Schülerzeitungswettbewerb des SPIEGEL.
    Ich glaube, dass diese Reportage nur deshalb so gut ist, weil beide so jung waren. Es ist diese Klarheit, die Kinder (Jugendliche) besser empfinde und auch ohne eine Schere im Kopf fühlen und aussprechen können. Ich wünsche beiden, Conny und auch Veronika, dass sie es schaffen, diese Jugendlichkeit im Denken und Fühlen, lange zu bewahren;o).

    MfG. Rainer
  4. #13

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Conny Schmidt ist elf, als sie erfährt, dass sie an Leukämie erkrankt ist. Dem Gedanken an den Tod begegnet sie, wie nur ein Kind es kann. Von Connys Zeit auf der Krebsstation erzählt Veronika Widmann, 19 - es ist die beste Reportage im Schülerzeitungswettbewerb des SPIEGEL.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...700255,00.html
    Guter Artikel. Sehr realitätsnah. Habe mit 16 Jahre ebenfalls die Diagnose Krebs bekommen. Knochenkrebs. Hat sich nach längerem Streit zwischen 2 Laboren (Hamburg und Bern) allerdings als sehr seltene aber gutartige Tumorart herrausgestellt. Damals habe ich natürlich auch gedacht:" Warum ich?" Die Ärzte haben mich dann mit 16 Jahren auf die Kinderonkologie gesteckt. Dort habe ich dann auch einige Leukemie Patienten gesehen und auf einmal wurden meine Probleme ganz klein.

    Als ich das mit den Nebenreaktionen der Chemo gelesen habe wurde mir auf einmal wieder ganz kalt. Etwas schlimmeres habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt und trotzdem haben die meisten Kinder, vor allem die ganz kleinen, gelacht und gespielt. Ich kriege heute, 7 Jahre später, noch immer gute Laune wenn ich an die Unbekümmertheit dieser Kid`s denke. Das mit den Bibi-Blocksberg Kasetten kann ich daher gut nachvollziehen.
  5. #14

    "Verschenkte" Rubrik ?

    Kann mich meinen Vorredner_innen nur anschließen, die den Artikel sehr loben.

    Aber eine Frage an die Redaktion hätte ich : Kann mensch so einen gut geschriebenen Text nicht woanders als im Schulspiegel unterbringen ? Da, wo er mehr auffallen würde ?
    Selbst ich überfliege die Rubrik ja weitesgehend, und ich bin als Student die Zielgruppe ...

    Vielleicht sogar anstelle der "Wollsocken-Vermählung" ???
  6. #15

    Stark

    Stark, der Artikel, und stark die Einsicht im letzten Satz:

    Und noch etwas steht für sie fest: Die Angst, jemanden zu verlieren, den man liebt, ist viel schlimmer als die Angst, selbst zu sterben.

    Masha Kaléko hat es poetisch so ausgedrückt:

    Vor meinem Tod ist mir nicht bang,
    nur vor dem Tod derer,
    die mir nah sind.
    Wie soll ich leben,
    wenn sie nicht mehr da sind?

    Der weiß es wohl,
    dem Gleiches widerfuhr,
    Und die es trugen,
    mögen mir vergeben.

    Bedenkt, den eignen Tod,
    den stirbt man nur,
    doch mit dem Tod des andern
    muss man leben.
  7. #16

    Bitte keine Polemik

    Zitat von kuriosos Beitrag anzeigen
    wovon reden sie da eigentlich? soll die aktion eingestellt werden weil das "zugrundeliegende" kind gestorben ist??? meinen sie das tatsächlich ernst? (...)
    andernfalls empfehle ich ihnen einen besuch einer leukämie station.
    (Geduldig) Bitte, unterstellen Sie doch nicht etwas, was nicht dasteht, und verdrehen Sie es nicht auch noch in das Gegenteil.
    Der Zweck heiligt auch bei Sammlungen nicht die Mittel, und die personenbezogenen Appelle und Presseaufforderungen zu Spenden (ich spreche nicht von Knochenmarkspenden, sondern von Geldspenden) waren von Anfang an nicht wahr - das Geld (viel, darunter übrigens eine hohe 4stellige Summe aus einer Versteigerung von einem Verein auch mit meiner Mitwirkung, daher kenne ich diesen einen Fall nämlich sehr genau) ist in das Bestehen einer Organisation geflossen, die die Spenderkartei fördert, und der Patient, wegen dem angeblich die Spenden gesammelt wurden, hätte überlebt, wenn sich weltweit eine Übereinstimmung in der Spenderdatei gefunden hätte, auch ohne einen einzigen Cent von den angesprochenen Geldspendern, und ist gestorben, ohne daß seine persönliche medizinische Versorgung auch nur um einen Cent von den Spenden profitiert hätte.
  8. #17

    stimmt !!

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass diese Reportage nur deshalb so gut ist, weil beide so jung waren. Es ist diese Klarheit, die Kinder (Jugendliche) besser empfinde und auch ohne eine Schere im Kopf fühlen und aussprechen können. Ich wünsche beiden, Conny und auch Veronika, dass sie es schaffen, diese Jugendlichkeit im Denken und Fühlen, lange zu bewahren;o).

    MfG. Rainer
    Bei der Jugend ist man sehr bewegt,bei den vielen Alten
    die einsam in den Kliniken still weg sterben nimmt man das schon als selbstverständlich hin.Ist alles nur eine AnsichtsSache.
  9. #18

    Für einen titelfreies SpOn-Forum.

    Zitat von juergw. Beitrag anzeigen
    Bei der Jugend ist man sehr bewegt,bei den vielen Alten
    die einsam in den Kliniken still weg sterben nimmt man das schon als selbstverständlich hin.Ist alles nur eine AnsichtsSache.
    Das wollte ich damit eben nicht ausdrücken, sondern das andere Denken der Jugend. Die Möglichkeit etwas, was sehr persönlich ist, mit einer gewissen Distanz zu betrachten.

    Das findet vielleicht seine Erklärung darin, dass z.B. einige der größten mathematischen Gesetze und Schlussfolgerungen von Menschen erdacht/begründet wurden, die so zwischen 20 und 28 Jahre alt waren. Natürlich gehört auch noch eine besondere Begabung dazu, aber jugendliche Denkweise scheint auch etwas damit zu tun zu haben. Wahrscheinlich überschreitet man in dem Alter leichter Grenzen, in jeder Beziehung;o).

    MfG. Rainer
  10. #19

    Nicht so abgebrüht

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Das wollte ich damit eben nicht ausdrücken, sondern das andere Denken der Jugend. Die Möglichkeit etwas, was sehr persönlich ist, mit einer gewissen Distanz zu betrachten.

    Das findet vielleicht seine Erklärung darin, dass z.B. einige der größten mathematischen Gesetze und Schlussfolgerungen von Menschen erdacht/begründet wurden, die so zwischen 20 und 28 Jahre alt waren. Natürlich gehört auch noch eine besondere Begabung dazu, aber jugendliche Denkweise scheint auch etwas damit zu tun zu haben. (...)
    Vielleicht sind die jugendlichen Reporter einfach nicht so abgebrüht wie die älteren, und natürlich kann Jugend mit Jugend leicht kommunizieren. Wenn dann noch ein hohes Können, Begabung und Einfühlungsvermögen hinzukommen wie in diesem Bericht, wird eben guter, anrührender Journalismus draus.


TOP



TOP