Forum


 

Schüleraustausch: Breakfast, ich brech' fast

CorbisVergorene Bohnen, gekochtes Hirn, modriger Fisch: Austauschschüler sollten sich auf einiges gefasst machen, wenn sie in einem fremden Land in einer Gastfamilie wohnen. Das Jugendmagazin "Yaez" hat kulinarische Schreckmomente zusammengetragen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...848897,00.html
  1. #1

    Also...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vergorene Bohnen, gekochtes Hirn, modriger Fisch: Austauschschüler sollten sich auf einiges gefasst machen, wenn sie in einem fremden Land in einer Gastfamilie wohnen. Das Jugendmagazin "Yaez" hat kulinarische Schreckmomente zusammengetragen.

    Internationale Küche: Austauschschüler essen Gerichte aus aller Welt - SPIEGEL ONLINE
    Also ich wäre wohl am liebsten nach Frankreich oder Japan gegangen. Und das mit den Entenköpfen und Hühnerkrallen in Thailand: Da war die Dame wohl bei einer chinesischstämmigen Gastfamilie. Ich hab nämlich in Thailand, auch privat, nie sowas bekommen, und im Übrigen hat die Thaiküche Weltklasseformat!

    Am ekligsten fand ich diesen norwegischen "Rakfisk". Kenne ähnliches aus Schweden, da heißt das dann "Surströmming". Nur mit viel Schnaps verzehrbar, wahrscheinlich ähnlich wie beim slowakischen gekochten Hirn (Darf man sowas in der EU eigentlich noch verkaufen?)
  2. #2

    Kulturschock?

    "Schokolade, Nutella, Marzipan und Gummibärchen machen sich da gut im Gepäck - als Notration für Krisenzeiten"

    Ist es nicht der Sinn eines Austauschs, auch die fremde (Ess-)Kultur kennenzulernen? Das fremde Essen gehört doch mit zu den Spannendsten Entdeckungen, wer sich dem grundsätzlich und kategorisch verweigert, tut mir leid. Und ein bisschen informieren über die kulinarischen Gepflogenheiten des fremden Lands gehört ja wohl zu den Vorbereitungen.
  3. #3

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    [...] wahrscheinlich ähnlich wie beim slowakischen gekochten Hirn (Darf man sowas in der EU eigentlich noch verkaufen?)
    O Gott, ich erinnere mich mit Grausen, wie meine Mutter Kalbshirn mit Ruehrei briet. Da streikten mein Vater und ich grundsaetzlich!

    Zitat von kamol Beitrag anzeigen
    "Schokolade, Nutella, Marzipan und Gummibärchen machen sich da gut im Gepäck - als Notration für Krisenzeiten"

    Ist es nicht der Sinn eines Austauschs, auch die fremde (Ess-)Kultur kennenzulernen? Das fremde Essen gehört doch mit zu den Spannendsten Entdeckungen, wer sich dem grundsätzlich und kategorisch verweigert, tut mir leid. Und ein bisschen informieren über die kulinarischen Gepflogenheiten des fremden Lands gehört ja wohl zu den Vorbereitungen.
    Hey, das sind Kinder, die muessen nicht alles entdecken, das koennen sie spaeter noch immer.

    Die Grossmutter meines Austauschschuelers briet einmal einen wunderbaren Hammelbraten (Echter Hammel: Bekommt man in Deutschland gar nicht mehr, sondern nur noch geschmacksneutrales Lamm!.).

    Nur uebergoss sie den dann mit einer ungeniessbaren Minzsauce ...
  4. #4

    Liebe Anna-Lena,

    "Das hat mich schon etwas entsetzt: Gesundes und frisches Essen war teurer als Tiefkühlessen."

    Das ist hier nicht anders: Versuch' mal, mit frischen Zutaten den Preis einer TK-Pizza vom Discounter zu unterbieten. Schon der Würfel Hefe für den Teig kostet (in meinem Supermarkt) 29 Cent, da hast du dein Budget schon zu etwa 20% verbraucht ...

    Nur so als Beispiel.
  5. #5

    Kotz & Würg

    In seiner unter dem Pseudonym NANDINDA verfassten Autobiographie "Draußen ist Freiheit..." (Deutsche Literaturgesellschaft, Berlin 2009) erinnert sich der Autor Björn Pätzoldt der ungenießbarsten Gerichte, die ihm auf seinen Auslandsreisen vor einem halben Jahrhundert kredenzt wurden:

    "Während meiner vielen Trampfahrten hatte ich gelernt das Gesicht nicht zu verziehen, wenn mir gastfreundlich heimische Köstlichkeiten zum Verzehr gereicht wurden: Fischaugensuppe im portugiesischen Küstendorf Peniche, kreidig schmeckender Porridgeschleim zum englischen Morgenmahl oder die türkische Kuttelsuppe iskembe corbasi. Auch aus meinem Land kannte ich vergällte Gerichte: Bayerische Weißwürste, sie schmecken nach Urin. Harzer Käse, Geruch wie Kot. Saure Sülze, wie Erbrochenes..."
  6. #6

    Zitat von kamol Beitrag anzeigen
    "Schokolade, Nutella, Marzipan und Gummibärchen machen sich da gut im Gepäck - als Notration für Krisenzeiten"

    Ist es nicht der Sinn eines .....
    Ich würde das nicht so strikt sehen. Es ist doch klar, dass man als Jugendlicher mal Heimweh bekommt und sich in dem Moment auf etwas leckeres aus der Heimat freut. In dem Bericht war ja nicht die Rede davon, dass dies ständig verzehrt wird, sondern nur als Notration für Krisenzeiten. Das ist ein riesiger Unterschied und deshalb sollte nicht gleich Verweigerung unterstellt werden.
  7. #7

    Zitat von pk-1 Beitrag anzeigen
    "Das hat mich schon etwas entsetzt: Gesundes und frisches Essen war teurer als Tiefkühlessen."

    Das ist hier nicht anders: Versuch' mal, mit frischen Zutaten den Preis einer TK-Pizza vom Discounter zu unterbieten. Schon der Würfel Hefe für den Teig kostet (in meinem Supermarkt) 29 Cent, da hast du dein Budget schon zu etwa 20% verbraucht ...

    Nur so als Beispiel.
    Also ein Würfel frische Hefe kostet hier 9 Cent und reicht für den Teig von vier bis 5 Pizzen.

    Die Tomatensauce zu kochen kostet auf eine Portion heruntergebrochen (den Rest friert man ein) etwa 20 bis 30 Cent. Dazu noch etwas Basilikum, Salami, Mozarella und Olivenöl, da ist man auch erst knapp bei einem Euro und das Resultat schmeckt nicht nur wesentlich besser als die billigste hier erhältliche Salami-Tiefkühlpizza (89 Cent), sondern die Portion ist auch noch größer.

    Bei anderen Speise verhält es sich ähnlich. Solange man also nicht den Tiefkühlfraß mit aus Feinkostläden zusammengetragenen Edelzutaten nochzukochen versucht, sondern ganz normale Mittelklasseprodukte verwendet, ist frisch zu kochen nur unwesentlich teurer.

    Der einzige Unterschied ist: Es macht etwas Arbeit und man muß hinterher mehr als nur den Pizzateller abwaschen. Das ist für viele schon zuviel.
  8. #8

    Einstellungssache

    Aus beruflicher Erfahrung mit Menschen im unter-20 Bereich .. kombiniert mit sehr viel eigener Austauscherfahrung in derselben Lebensphase kann ich ganz klar sagen: Die eigene Einstellung hilft enorm weiter. Und Gasteltern sind in der Regel immer bemüht ihre Schützlinge auch kulinarisch glücklich zu machen. Wer aber schon zu hause ganz viele *iiih... esse ich nicht.. mag ich nicht... bäh... * Momente hat, der sollte das mit dem Austausch lieber auf kulturell eng verwandte Länder beschränken. Und diese Einstellung ist leider sehr, sehr weit verbreitet. Wer schon rohes Gemüse ekelig findet, Bolognesesauce auf den Spaghetti ablehnt weil sie "so komisch flüssig aussieht", bestimmte Nudeln nicht mag weil sie "die falsche Form" haben oder sich 8 Tage lang ausschließlich von Cornflakes, Nudeln ohne Soße und Chips ernährt.. weil man das zu hause auch tut... (!) der wird vermutlich in keinem Land der Erde gerne alles mal probieren. Und genau dieses ist aber was einem der Austausch doch eigentlich bringen soll. Mindestens versuchen sollte man das! Und sich angewöhnen wenn es gar nicht geht wenigstens höflich zu bleiben. Ich hab da schon schlimme Dinge erlebt!

    Seit meinen eigenen Austausch- und Auslandserfahrungen weiß ich: Ich mag ganz schön viel.... auch Dinge, die ich vorher freiwillig nicht gegessen hätte. Außer.... Seegurke. Die geht gar nicht. Und ich esse meinen Fisch gerne wenn er NICHT mehr lebt. Erstere habe ich probiert (bäh...) .. zweites habe ich höflich abgelehnt.. was die Gastfamilie völlig normal fand.

    Ausländischen Gastschülern bei uns geht es übrigens nicht anders.... die sind auch gelegentlich verwirrt..... und so kommt es schon mal vor dass jemand fröhlich aus der Katzenfutterdose mampft und findet wir hätten aber fein gewürztes Corned beef. (Echt passiert!)
  9. #9

    Zitat von LeToubib Beitrag anzeigen
    O Gott, ich erinnere mich mit Grausen, wie meine Mutter Kalbshirn mit Ruehrei briet. Da streikten mein Vater und ich grundsaetzlich!

    Hey, das sind Kinder, die muessen nicht alles entdecken, das koennen sie spaeter noch immer.

    Die Grossmutter meines Austauschschuelers briet einmal einen wunderbaren Hammelbraten (Echter Hammel: Bekommt man in Deutschland gar nicht mehr, sondern nur noch geschmacksneutrales Lamm!.).

    Nur uebergoss sie den dann mit einer ungeniessbaren Minzsauce ...
    Wer intensiv über seine Vorlieben nachdenkt, müsste eigentlich drauf kommen, dass seine Familienstruktur nur zwei Möglichkeiten zulässt. Entweder isst man das, was die Eltern essen, oder man lehnt gerade das ab.

    Ich kenne kein Tier, welches etwas anderes Isst, als die Familie, aber von Menschen kenne ich solche Sprüche, wie, der (Schwiegersohn, Enkel, oder wer auch immer, isst dies, und das, die stammen aus Nord- oder Süddeutschland, bei uns isst man das nicht.

    Das bedeutet, ein Kind wächst mit Vorurteilen auf, was ich für mein Kind ablehnen würde.

    Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich den Spruch, "die Oma ist doof." auf Nachfrage, warum?, die Antwort, die isst Butter" ja und Du, ich esse mit der Mama Letta, das ist viel gesünder.

    Die Oma ist trotz ihrer ungesunden Ernährung, aber schon 86 Jahre alt geworden, vergiftet, hat sie sich wohl noch nicht;o).

    MfG. Rainer








TOP



TOP