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Schüler-Gespräch: "Ich mag das Genie vor der Tafel"

Wie muss ein guter Lehrer sein? Welches Fachwissen, welche Persönlichkeit sollte er haben? Vier Schüler diskutieren darüber, was sie von den Menschen erwarten, die in ihrem Leben eine ziemlich wichtige Rolle spielen.

http://www.spiegel.de/spiegelwissen/...760431,00.html
  1. #30

    .

    Ich könnte nicht einmal sagen was das beste "Lehrermodel" ist. Ich denke *das* Lehrermodel gibt es nicht. Ich habe in meiner Schulzeit sowohl autoritäre Lhrer gehabt bei denen das lernen Spaß machte, als auch mehr Kumpelhafte, bis zu einem der seinen jungen Schülern mit Jugio Karten belohnte wenn sie sich in Mathe angestrengt haben. Am Ende kommt es meines Erachtens auf die Persönlichkeit des Lehrers an, und das läßt sich kaum erlernen, sondern muss man in den Beruf mitbringen.

    Die Autoritären Lehrer, die ich angesprochen habe (ich denke da an 2 bestimmte) mußten niemals laut oder aggressiv werden. Mangels besserer Worte sage ich einfach mal, dass sie eine Aura hatten, welche Respekt abverlangte. Man dachte einfach immer, dass man diesen Lehrer nicht zum Feind haben will, auch wenn man nie gesehen hat, dass erwirklich jemals jemanden auf den Kicker gehabt hätte. Witzigerweise war mein Hauptfeld beim Bund genauso. Der hat nie rumgeschrien, gedroht oder beleidigt, trotzdem hatte er den Zug besser im Griff als als die anderen Ausbilder.

    Der "Jugio Lehrer" (den ich auch ein Jahr in Mathe hatte) war ähnlich. Er hat es auch irgendwie geschafft von den Schülern respektiert zu werden, aber trotzdem sehr kumpelhaft rüberzukommen. Man hat einfach gemerkt, dass er sich nicht verstellt, sich wohl fühlt und was auf den Kasten hat. Ich denke diese Kombination ist sehr wichtig für einen Lehrer.

    Und ein Punkt ist besonders wichtig. Wenn Strafen verhängt werden sollten (Hinweise, Verweise, zusätzliche Hausaufgaben, mündliche Noten etc.) dann müssen diese auch vollstreckt werden. Ich habe einen Lehrer gekannt der das nicht getan hat, seine Schüler niemals under Kontrolle hatte (bis zu dem Punkt das andere Lehrer in die Klasse gestürmt kamen um für Ruhe zu sorgen), sich dadurch einen entsprechenden Ruf aneignete und schlußendlich sich selbst seinen Beruf zum Alptraum gemacht hat.
  2. #31

    ....

    Zitat von solitube Beitrag anzeigen
    Und zu wessen Nachteil das Ganze? Na raten Sie mal.. bin selbstverständlich heute noch dankbar dafür, dass mir diese Leute geholfen haben, mir bestimmte Zukunftschancen zu verbauen.. Putzen muss ich zwar nicht, aber meinen Traumberuf werd ich nie machen können. Ist sicher nicht die einzige Schule, die so agiert.. kenne ja weitere Beispiele..
    Schon mal den Spruch gehört: "Fürs Leben lernen wir, nicht für die Schule". Vermutlich hast du nicht viel gelernt sonst hättest du die Kurve gekriegt, aber ich kann dir versichern kein Lehrer hat einen Schüler einfach so auf den Zeiger.
    So lernt man soziale Handlungskompetenz, auch wenn sie nicht im Lehrplan steht ;)

    Erinnert mich glatt an den einen aus der Schule den niemand leiden konnte weil er jedes mal den Lehrer auf die nerven ging mit den Noten feilschen: "Das muss aber jetzt richtig sein, die Frage war nicht eindeutig blablub"
    An der Uni war es dann vorbei, der Prof. lies ihn in der mündlichen einfach durchfliegen :D
    Die Lektion "Ich Chef du nix", muss auch gelernt sein.
  3. #32

    Vorsicht

    Zitat von kphilipp Beitrag anzeigen
    Kinder wünschen sich eine angstfreie Schule. Viele Lehrer verbreiten bewusst oder unbewusst Angst bereits bei den Kleinsten (
    http://karinkoller.wordpress.com/201...rnsehreligion/ ) und torpedieren damit die Erziehung durch die Eltern. Eine wesentlich fundiertere pädagogische Ausbildung wäre dringend notwendig.
    ..bei Ihren Zahlen: Viele Lehrer bedeutet: mindestens 50 %. Der von Ihnen beschriebene Fall dürfte jedoch unter einem Prozent liegen. Was Sie machen, grenzt an Pauschalverurteilung.
  4. #33

    Ich bin gerne Lehrer - noch!

    Denn die Rahmenbedingungen werden immer schlimmer. Und wenn man jedes Jahr mit realen Minusrunden beim Einkommen "belohnt" wird, kann die Motivation darunter leiden.

    Die Klassen bzw. Kurse müssen kleiner werden. Auch und gerade auf dem Gymnasium. Die Arbeitsbelastung für Lehrer muss insgesamt geringer werden. 50-60 Stunden pro Woche sind eindeutig zu viel. Und wenn es ganz schlimm läuft, sind es auch einmal 70 Stunden die Woche. Beispiel gefällig? Da muss bei einer LK-Arbeit nur ein Schüler fehlen, und der Lehrer darf sich dann für diesen einen Schüler eine komplett neue Arbeit ausdenken. Das kann z.B. in Informatik locker ein ganzes Wochenende dauern.

    Manche Schüler müssen ihre Einstellung zur Schule ändern. Wer nichts lernen möchte (solche Schüler gibt es!), der verplempert auf dem Gymnasium seine Zeit und stresst die Mitschüler und die Lehrer. Wofür benötigt ein solcher Schüler überhaupt ein Abitur? Damit er später im Studium auch nichts lernen möchte? Bravo!

    Das Niveau eines Mathe-GKs ist mittlerweile derart niedrig, weil so viele Schüler riesige Probleme beim einfachen logischen Denken (mehr wird in der Schulmathematik nicht verlangt) haben und auch viel zu schnell aufgeben.
  5. #34

    ...

    Zitat von solitube Beitrag anzeigen
    Ich wüsste nicht was daran ein pauschales Urteil sein soll. War schließlich meine Schule. Aber Sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass Schüler nicht ernst genommen werden. :)
    Also wenn es Ihr Traumberuf ist, dann sollten Sie es wirklich trotzdem schaffen. Scheinbar sind Sie ja noch nicht so alt.

    Im Ernst: zwar können Eltern, Lehrer und Mitschüler, später Kollegen und Vorgesetzte, einem das Leben wirklich schwer machen. Aber es wird niemals besonders beeindruckend wirken, wenn Sie anderen die Schuld daran geben, dass Ihr Leben nicht so ist, wie Sie es wollten.

    Wenn Sie Träume haben, dann müssen Sie dafür kämpfen. Sich 100% einsetzen. Wenn Sie das in der Schule nicht getan haben und nun feststellen, dass das zu Ihrem Schaden war, dann können Sie es jetzt immer noch tun. Mit zwanzig Jahren ist es nicht zu spät dafür :-)
  6. #35

    Mathe gilt eben als schwer:- also weg damit...

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    ...

    Das Niveau eines Mathe-GKs ist mittlerweile derart niedrig, weil so viele Schüler riesige Probleme beim einfachen logischen Denken (mehr wird in der Schulmathematik nicht verlangt) haben und auch viel zu schnell aufgeben.
    Das glaube ich sofort. Und an den integrierten Gesamtschulen sieht es noch übler aus als in den Gymnasien.
    An den Universitäten sammeln sich mittlerweile selbst in den MINT-Fächern die, die mathematisch exrem schlecht vorgebildet sind. Und viele von denen wollen Lehrer werden...

    Die Abwärtsspirale wird sich weiter fortsetzen, denn es ist zumindest in einigen Bundesländern politisch gewollt, dass jeder, der sich die Schuhe zubinden kann, Abitur macht. Und da Mathe als schwer gilt, wird es eben immer weiter zurückgechraubt. Solange bis die Abiturienten weniger können als früher die Hauptschulabgänger. Und manchmal meine ich, dass wir an dem Punkt schon fast angekommen sind.
  7. #36

    ..

    Zitat von schnuppe Beitrag anzeigen

    Wenn Sie Träume haben, dann müssen Sie dafür kämpfen. Sich 100% einsetzen. Wenn Sie das in der Schule nicht getan haben und nun feststellen, dass das zu Ihrem Schaden war, dann können Sie es jetzt immer noch tun. Mit zwanzig Jahren ist es nicht zu spät dafür :-)
    Für die Schule habe ich einiges getan, bis ich irgendwann in der Oberstufe gemerkt habe, dass es nichts bringt. Und ich bin auch weit über 20.

    Zitat von Mathe-Freak Beitrag anzeigen
    Schon mal den Spruch gehört: "Fürs Leben lernen wir, nicht für die Schule". Vermutlich hast du nicht viel gelernt sonst hättest du die Kurve gekriegt, aber ich kann dir versichern kein Lehrer hat einen Schüler einfach so auf den Zeiger.
    (...)
    Die Lektion "Ich Chef du nix", muss auch gelernt sein.
    Natürlich habe ich gelernt. Wenn man aber merkt, dass man eine vier in Bio kriegt, egal ob man sich zehn mal pro Stunde oder nie meldet, während andere ihre Noten geschenkt bekommen, weil sie Doktoreltern haben, dann wirst du zugeben müssen, dass das einem den Spaß an der Schule nimmt.
    Wenn ein Lehrer in seinem Kurs über einen nicht-anwesenden Schüler über seine psychischen Probleme lästert bis zum geht nicht mehr, dann wirst du zugeben, dass etwas an der Schule falsch läuft.
    Wenn ein Lehrer nach den Abiergebnissen an einer Gruppe Mädchen vorbeigeht und ruft "Ich hab euch doch gesagt ihr könnt's nicht", dann wirst du zugeben, dass die Benotung wohl nicht ganz objektiv abgelaufen sein wird.
    Solche Geschichten gibt es zuhauf von meiner Schule.

    Und doch, Lehrer haben Schüler auch grundlos "auf dem Zeiger", zB wegen unbegründeter Antipathie, die, um ganz ehrlich zu sein, nichts mit der Benotung zu tun haben darf und auch bei guten Lehrern nicht wirklich anzumerken ist. Ich war bis zur 11. Klasse fleißig, bemüht, brav, und dumm war ich auch nicht. Dann habe ich das nicht mehr ausgehalten. Die durchschnittlichen bis sehr guten Lehrer kann ich an 2 Fingern abzählen. Man muss eben auch mal einsehen, dass es viele schlechte Lehrer gibt, und viel an den Lehrern liegt. Und nicht immer den Standardspruch bringen, "Immer sind die Lehrer schuld, jaja". Als Schülerin wäre ich übrigens viel zu brav und stolz gewesen als mich bei einem Lehrer anzubiedern oder zu nöhlen wegen einer ungerechtfertigten Note. Und wenn ich mich mal so in meinem Studiengang umschaue oder überlege, wer von meinen damaligen Schulkameraden so Lehrer wird, dann graut es mir schon wer mal meine Kinder unterrichtet. ;)
  8. #37

    Am letzten Wochenende...

    ...habe ich einen ehemaligen Schüler von mir getroffen und ihn sponatn auf ein Bierchen eingeladen. Seine Äußerungen hinsichtlich seiner guten und schlechten Erfahrungen mit Lehrern (und auch mit mir) spiegelten ein ähnliches Bild wieder, wie es in dem vorliegenden Artikel aufgezeit wird.

    "Die erste Stunde muss sitzen, sonst hat man als Lehrer verkackt!"

    Er erzählte mir von einer jungen Kollegin, die Aushilfslehrerin an unserer Schule war und die meinen Kurs, in dem er war, übernommen hatte. Sie muss von Anfang an unsicher gewesen sein und wenig autoritär. Die Schüler hatten dies wohl sehr schnell gemerkt und tanzten ihr seit Beginn auf der Nase herum. Ich erinnere mich, dass Sie mich einmal nach meinem Verhältnis zu dem Kurs befragt hatte. Trotz meiner Ratschläge und trotz anschließender Gespräche mit den Schülern hat Sie die Kurve nie mehr gekriegt...

    Mein "Geheimrezept" ist seither:

    1. Von Beginn an klare Regeln aufstellen und diese v.a. in den ersten Wochen knallhart durchziehen! Die Schüler müssen sehen, wer am längeren Hebel sitzt und wer der Boss ist. Später kann man auch schon einmal Ausnahmen machen oder "Strafen" auch nur noch einmal androhend wiederholen, aber der Start muss sitzen!
    2. Man muss sein Fach lieben und darin aufgehen! Meine Fächer sind Sport und Französisch und die Schüler lieben es, wenn ich mal beim Basketball, beim Völkerball o.Ä. mitmache. Selbst wenn ich nicht immer die beste Figur dabei mache, weil ich nicht mehr die Reflexe habe, die die Jugend mit sich bringt, honorieren Schüler diesen Einsatz mit mehr Aufmerksamkeit und mit mehr Respekt. Auch im Fach Französisch bringen Stunden, in denen man beispielsweise französischen Hip Hop oder französische Filme thematisiert unglaublich viele Pluspunkte (v.a. wenn die Schüler merken, dass man selber total begeistert von der Sache ist).
    3. Schüler brauchen ein offenes Ohr und das Gefühl, dass sie nicht nur auf ihre Leistung bezogen beobachtet und wahrgenommen werden. Individuelle Förderung ist hier der springende Punkt und dies nicht nur auf das Fach bezogen. Natürlich ist das nicht immer leicht, aber man hat ja auch nicht immer 30 Schüler, die keine Lust auf Schule haben und schon morgens bekifft in die Schule kommen (ich zumindest nicht). Das Erkennen und das richtige Eingehen auf die Probleme der Schüler ist sehr wichtig, wobei natürlich beides nicht einfach ist.

    Ich weiß nicht, ob man als Lehrer ein "angeborenes Talent" für seinen Job braucht, aber man braucht viel Geduld, starke Nerven und jeden Morgen aufs neue die Einstellung, dass jeder "schlechte" Schüler wieder eine Chance verdient hat, sein Image zu verbessern!
  9. #38

    bullshit!

    Zitat von Boone Beitrag anzeigen
    Wer an einer Hauptschule arbeitet kann über diesen elitären Interviewblödsinn nur milde lächeln. Nahezu alle Familien dort brauchen intensive, eigentlich tägliche soziale Betreuung, da sie selber gar nicht in der Lage sind ein Familienleben zu gestalten, welches den Namen auch verdient. Und wenn wir nicht bald damit anfangen, dann wird es bei uns gesellschaftlich in nicht allzu ferner Zukunft sehr ungemütlich werden. Unser Kinder sollten unser grösster Posten in der Bundeshaushaltsrechnung sein. Wir brauchen Spitzenlehrer und Spitzensozialarbeiter mit Spitzenausbildung und Topgehältern und davon ein ganzes Heer.
    immer wieder das gleiche: auch die Kinder der Redakteure wie auch der politiker gehen eben nicht auf Haupt-, Förder-, Real- und Berufsschulen. Sie werden nicht mit Migrantenkindern konfrontiert, mit bildungsfernen Eltern und all dem anderen Scheiß, mit dem man sich dort herumschlägt. Dort liegt unser zentrales Problem und nicht bei den verwöhnten und am meisten beachteten Gymnasien.

    Industrie und Handwerk suchen verzweifelt kompetente Azubis, aber statt unser Potential auszunutzen, holen wir lieber Azubis aus Osteuropa. Der doofe Rest bleibt dann bei der vorzeichneten H4-Karriere und auf ewig ein brodelndes Problem unser Gesellschaft
  10. #39

    schüler

    von solchen schülern träume ich nur. hier der typische Querschnitt einer berufsvorbereitenden Klasse in NDS:
    schüler 1: halb Türke, halb Italiener mit alleinerziehender Mutter und zwei älteren Brüdern mit Knasterfahrung. Berufsziel: Mafiapate
    schüler 2: habe ich noch nicht gesehen dieses Schul-Jahr
    schülerin 3: hat soviel aggressivität in sich, dass sie ihre alleinerziehende mutter schlägt oder mitschüler terrorisiert
    schüler 4: wird vom stiefvater massiv unterdrückt und ist in der schule ein echter tullius destructivus
    schüler 5: der Lichtblick, ist zwar schwach in mathe und in praxis träge, fehlt allerdings nur entschuldigt
    schüler 6: alleinerziehende Mutter, ältester von 6 Geschwistern, Knasterfahrung, eigentlich recht intelligent, hält sich aber nicht an regeln

    schüler 7: eindeutig psychisch gestört, mutter hat definitiv auch ne macke, vater gibt es nicht

    schüler 8: fordert ständig alles von Hartz 4 Eltern, flog im Praktikum nach 2 tagen heraus, zwanghaft notgeil, ADHs ohne beahndlung

    schüler 9: ist ernsthaft krank seit beginn des SJ

    Alle haben Erfahrungen mit Drogen und Alkohol, Gewalt und Polizei. Da nützen dann keine Anzeigen, keine Sozialarbeiter, keine Gespräche, kein Engagement, rein gar nichts.

    Gott sei Dank sind sie im nächsten Jahr nicht mehr schulpflichtig!








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