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Schreiben lernen: Küss mich, Muse

CorbisIch wär so gerne Schriftsteller, nur das Schreiben fällt mir schwer! Doch es gibt Hilfe: Einige Unis bieten Bachelorstudiengänge für künftige Autoren an. Allerdings gibt es wenig Studienplätze - und die bange Frage bleibt: Reicht es für eine Karriere? Oder wenigstens zum Leben?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-855861.html
  1. #1

    Bücher sind wirklich etwas Schönes. Aber eben nur manche.

    Ich glaube, der richtige Weg wäre es, einen Brotberuf zu ergreifen und von diesem Standbein dann je nach Möglichkeiten und Erfolg sein Gewicht auf die Schriftstellerei zu verlagern. Franz Kafka z. B. arbeitete in einer spießigen Versicherung und konnte sich nur deshalb die Eigenwilligkeit leisten, seine Texte so zu schreiben, wie er es wollte und nicht dem Geschmack des Publikums hinterherzulaufen. Wenn aber der frischgebackene Diplomschriftsteller zu Hause an seinem Küchentisch in drei Monaten sein Erstlingwerk abliefern muss, denn sonst ist der pleite, dann wird das in den seltensten Fällen klappen. Man kann davon ausgehen, dass 80% der Bevölkerung nie ein Buch freiwillig lesen, die meisten anderen lesen einige wenige im Jahr. Es gibt schon jetzt viele Autoren (ich kenne gefühlt zwei Dutzend) und die müssen alle mit Gewalt Werke produzieren. Viel zu viel, um das alles zu verkaufen oder gar zu lesen. J. Rawling war eine Ausnahme. Sie schrieb, um mit ihren Kindern nicht zu verhungern und wurde zur meistgelesen Autorin der Nullerjahre. Aber das kann eben nur eine Person sein.

    Was sicher immer geht, sind Kinderbücher und Kindersachbücher. Es ist ein unfassbarer Dreck, der für die Kinder produziert wird. Lieblos, schwachsinnig, und eines vom anderen abgekupfert. Aber das ist egal. Sie sind wo eingeladen und brauchen ein Mitbringsel für die Kleinen, haben keine Zeit mal in das Buch reinzuschauen, liegt auch kein unverschweißtes rum. Irgendwas mit Dinosauriern oder Umweltschutz passt schon. Kinderbücher, da kann man nicht viel falsch machen.
  2. #2

    In der Schweiz

    Studiert man »Literarisches Schreiben« nicht an der Uni Bern sondern am Schweizerischen Literaturinstitut, das ein Teil der Hochschule der Künste Bern & damit der Berner Fachhochschulen ist. www.literaturinstitut.ch
  3. #3

    Schreiben lernen

    Wow, ein Satz wie "Vorgaben zu Themas und Gattung des Textes gibt es nicht..." in einem Artikel mit dem Titel "Schreiben lernen"! Wenn das nicht Realsatire ist.
  4. #4

    brotlose Kunst

    Lichtenberg meinte schon vor 250 Jahren, daß Deutschland ausreichend viele Dichter hätte, um die ganze Welt damit zu versorgen.

    Von zehntausend eingereichten Manuskripten wird eines angenommen. Das meiste ist Auftragsarbeit von ausgesprochen idealistischen Billigkräften. Oder ein bekannter Mensch beschreibt die Konsistenz seines Stuhlgangs.

    In der bildenden Kunst ist es übrigens ähnlich. Einer von tausend kann von dem Erlös seiner Werke leben. Künstler ist ein typischer Neigungsberuf für Leute, die zu viel Geld und Zeit haben.
  5. #5

    Armselig

    Ich habe inzwischen 5 Buecher geschrieben, allerdings Fachbuecher, in dem Sinne keine wirkliche Literatur. Es gibt zwei wirkliche Probleme fuer die sogenannten "Literaten": die einen haben Aufschieberitis, Schreibhemmung oder schlicht keine Disziplin. Dann sollten sie es lassen. Die anderen schaffen es zu "produzieren" aber haben im grunde nichts zu sagen. Sie glauben es wuerde reichen, wenn sie ihr inneres Erleben oder irgendwas was sie sehen beschreiben und alles wuerde gut und sie beruehmt. Sie sind sich der Trivialitaet ihrer gedanken nicht bewusst (das DSDS Phaenomen).
  6. #6

    Reicht es zum Leben?

    Elizabeth Gilbert: Your elusive creative genius:

    http://www.ted.com/talks/lang/en/elizabeth_gilbert_on_genius.html

    Sehr sehenswert zu diesem Thema!
  7. #7

    optional

    Und wieder gehen die guten Bildungsgelder für derartig unsinnige Studienrichtungen drauf.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Allerdings gibt es wenig Studienplätze - und die bange Frage bleibt: Reicht es für eine Karriere? Oder wenigstens zum Leben?
    Die letzte Frage kann man wohl schon rein statistisch mit "Nein" beantworten. Bei der existierenden Masse an Schriftstellern reicht es ja selbst bei den begabteren oft nicht zum Leben. Wie soll dann ein Studiengang die Fähigkeit zum (auch wirtschaftlich) erfolgreichen schreiben bringen ?

    Bei Schriftstellern ist es doch so wie bei Schauspielern, Journalisten, Musiker, sonstigen Künstlern und ähnlichen Berufen : Eine ganz kleine Minderheit bildet die Stars, diese werden gehypted und verdienen massig Kohle, der große Rest wurschtelt sich meist mehr schlecht als recht durch's Leben. Oder ?
  9. #9

    Suane, was sind denn Ihrer Meinung nach sinnige Studienichtungen?








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