Ich glaube, der richtige Weg wäre es, einen Brotberuf zu ergreifen und von diesem Standbein dann je nach Möglichkeiten und Erfolg sein Gewicht auf die Schriftstellerei zu verlagern. Franz Kafka z. B. arbeitete in einer spießigen Versicherung und konnte sich nur deshalb die Eigenwilligkeit leisten, seine Texte so zu schreiben, wie er es wollte und nicht dem Geschmack des Publikums hinterherzulaufen. Wenn aber der frischgebackene Diplomschriftsteller zu Hause an seinem Küchentisch in drei Monaten sein Erstlingwerk abliefern muss, denn sonst ist der pleite, dann wird das in den seltensten Fällen klappen. Man kann davon ausgehen, dass 80% der Bevölkerung nie ein Buch freiwillig lesen, die meisten anderen lesen einige wenige im Jahr. Es gibt schon jetzt viele Autoren (ich kenne gefühlt zwei Dutzend) und die müssen alle mit Gewalt Werke produzieren. Viel zu viel, um das alles zu verkaufen oder gar zu lesen. J. Rawling war eine Ausnahme. Sie schrieb, um mit ihren Kindern nicht zu verhungern und wurde zur meistgelesen Autorin der Nullerjahre. Aber das kann eben nur eine Person sein.
Was sicher immer geht, sind Kinderbücher und Kindersachbücher. Es ist ein unfassbarer Dreck, der für die Kinder produziert wird. Lieblos, schwachsinnig, und eines vom anderen abgekupfert. Aber das ist egal. Sie sind wo eingeladen und brauchen ein Mitbringsel für die Kleinen, haben keine Zeit mal in das Buch reinzuschauen, liegt auch kein unverschweißtes rum. Irgendwas mit Dinosauriern oder Umweltschutz passt schon. Kinderbücher, da kann man nicht viel falsch machen.
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