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Schnickschnack statt Literatur: Haus der traurigen Bücher

DPAWo bekommt man aztekische Traumpüppchen und Lavendelseife in Blumenform? Natürlich im Buchladen! Die großen Filialketten haben unsere Tempel der Lesekultur in Ramschrampen für Flitter und Firlefanz verwandelt. So etwas haben Bücher nicht verdient.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...832704,00.html
  1. #1

    kT

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo bekommt man aztekische Traumpüppchen und Lavendelseife in Blumenform? Natürlich im Buchladen! Die großen Filialketten haben unsere Tempel der Lesekultur in Ramschrampen für Flitter und Firlefanz verwandelt. So etwas haben Bücher nicht verdient.

    Warteschleife: Große Buchketten vertreiben nur Massenware - SPIEGEL ONLINE
    Danke, der Artikel hat meinen Tag gerettet. Ja, vielleicht ein stellenweise leicht überzogen und ein bisschen weniger "ich-liiieeeebe-Bücher" hätte es auch getan, egal.

    Nunja, den gut sortierten Buchhandel gibt es durchaus noch, man muss nur wissen, wo man ihn findet. Meistens eben nicht (mehr) direkt in der Innenstadt... ein wenig schade, ja, aber gut.. so ist das halt.

    Ich gehe schon seit Ewigkeiten nicht mehr zu Thalia (und wie sie nicht alle heißen), um Bücher zu kaufen, sondern um mich nach reduzierten CDs umzuschauen. Mit ein wenig Glück findet man die ein oder andere Platte von "Deutsches Grammophon", "Naxos" etc. zu wirklich guten Preisen.

    Achso... früher gab es dort wenigstens noch eine Mini-Abteilung von "Zweitausendeins"... aber die wurde auch irgendwann eingestampft.

    Jaja, echte Liebhaber... undso. Aber ich kann das Geld nun einmal auch nicht ka****.
  2. #2

    Recht gesprochen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo bekommt man aztekische Traumpüppchen und Lavendelseife in Blumenform? Natürlich im Buchladen! Die großen Filialketten haben unsere Tempel der Lesekultur in Ramschrampen für Flitter und Firlefanz verwandelt. So etwas haben Bücher nicht verdient.

    Warteschleife: Große Buchketten vertreiben nur Massenware - SPIEGEL ONLINE
    Aber wer Bücher so lieblos behandelt, der hat es nicht besser verdient.
    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.
  3. #3

    Wer braucht Bücher?

    Weltbild machts vor, Thalia machts nach und demnächst gibts gar kein gedrucktes Buch mehr. Die gibt's dann nur noch als ebook von amazon... Ich schlage Wiederverwertung der Buchläden als 1 Euro Ramschverklopper vor...
  4. #4

    wie wahr

    Toller Kommentar - der leider Gottes der Wahrheit entspricht. Große Buchläden, gerade Thalia, verdienen den Titel "Buchladen" wirklich nicht mehr! Hoffen wir mal, dass ein Umdenken stattfindet. Aber ansonsten gibt es auch in großen Städten noch wunderbare kleine Buchläden fernab von Amazon, Thalia und Konsorten. Man muss allerdings ein wenig stöbern...
  5. #5

    Zitat von ti-ana Beitrag anzeigen
    Weltbild machts vor, Thalia machts nach und demnächst gibts gar kein gedrucktes Buch mehr. Die gibt's dann nur noch als ebook von amazon... Ich schlage Wiederverwertung der Buchläden als 1 Euro Ramschverklopper vor...
    Es gibt Bücherliebhaber und Leseliebhaber.
    Letztere haben irgendwann einfach keinen Platz mehr für das ganze Papier.
  6. #6

    Traumtänzer

    In welcher Welt leben Sie eigentlich? Nicht nur die Buchläden verkommen zu Ramschläden sondern auch die meisten Innenstädte.
    Der Markt hat sich völlig gewandelt: Viele kaufen eben per Internet und lassen sich die Neuerwerbungen entweder digital oder per Post/UPS zusenden.
    Aber es gibt noch diese schönen wohl sortierten Läden: Nur der Markt gibt nicht mehr als einen oder zwei Standorte pro Großstadt her.
    Vielleicht suchen Sie ein wenig.
    Ich lebe in Brüssel und verweile immer mit Freuden in der Librairie Tropismes, die genauso gestaltet ist, wie man sich das als Bücherfreund wünscht. http://www.tropismes.be/librairies
    Allerdings, immer öfter gehe ich dorthin mehr aus Nostalgie den Kauflust, da ich meine Bücher zumeist digital lese.
    Aber ich habe sie gern in den Händen die Bücher mit den schönen Einbänden; zum Lesen halt ich sie allerdings für unpraktisch.
    Bei Bild - und Kunstbänden ist das was anderes. Nur diese kaufe ich selten.
    Wenn ich dann die Generation Kinder und Enkel betrachte: Lesen ist ein kurzes Vegnügen geworden; sich tagelang in ein Buch Vertiefen eine Rarität.
    Aus der Traum: Facebook und all diese sozialen Dienste und online Zeitungen mit Schnipselinformation sind nun angesagt.
    Wenn Sie dem guten alten Buchladen um die Ecke nachtrauern, auf mit der Zeitmaschine in die Vergangenheit, Sie Traumtänzer oder mit dem ICE nach Brüssel in die Galerie St Hubert zur Librairie. Tropismes
  7. #7

    Wunderbarer Artikel

    Genau diese Stimmung überkommt mich, wenn ich in einer der großen Buchketten nach neuem Lesestoff suche. Wenn man spezielle Literatur sucht, wird man glatt noch gefragt wie alt die Sprösslinge sind ohne überhaupt auf die Sache einzugehen. Es gibt jedoch Ausnahmen, kleine Buchhandlungen, in denen sich alles um Literatur dreht und wo man sich wohl fühlt zwischen den gesammelten Ideen ganzer Jahrzehnte.
  8. #8

    Der Buchhandel boomt und das nicht nur bei eBooks, das gedruckte Wort ist also auch noch lange nicht vom Aussterben bedroht. Nur wundert es mich nicht, dass trotz des Booms immer mehr Buchhandlungen dicht machen müssen. Die großen Ketten sind in der Tat meistens einfach nur noch ein Alptraum (Ausnahmen bestätigen die Regel), Thalia geht mit "gutem" Beispiel voran und zeigt, wie man nicht nur die kleinen Buchläden aus der Innenstadt verdrängt sondern gleichzeitig auch noch den örtlichen Buchhandel im Allgemeinen in ein schlechtes Licht rückt.

    Ich habe kein Problem damit, wenn es in der Buchhandlung "Schnickschnack" gibt, ganz im Gegenteil. Ich finde es toll, wenn ich mich neben Büchern auch noch durch ausgefallene Lesezeichen und andere Buchaccessoirs, Buch-"Merchandise" und ähnliches wühlen kann, nur wenn ich unter all dem Krempel keine Bücher mehr finde, dann ist es einfach zu viel. Und dann greife auch ich lieber auf den Online-Buchhandel zurück, der nicht nur wenigstens alles hat, was ich suche, sondern, gerade bei fremdsprachigen Büchern, auch noch günstiger und schneller ist, als ddie Buchhandlung. Und ich sehe es nun wirklich nicht ein, den Ketten noch zusätzliches Geld in den Rachen zu werden.
  9. #9

    Selbst schuld

    Lieber Herr König,
    mehr daneben liegen hätten Sie nicht können. Der Filialbuchhandel macht das nicht, damit jemand wie Sie herumstänkern kann, auch nicht, weil so viele Leute (wie auch hier in den Kommentaren) sich darüber ärgern kann. Der macht das damit überhaupt noch Buchläden in den Innenstädten zu finden sind. Denn der große Teil der Buchkonsumenten und -leser, läßt sich von den teuren Buchhändlern beraten udn kauft dann bei Amazon. Und die haben sich die Filialen in 1a-Lagenund überhaupt Filialen und vor allem Buchhändler gespart. Also bitte nicht beschweren, sondern den Filialbuchhandel unterstützen und vor Ort kaufen. Und wenn dann irgendwann Amazon mal endlich Pleite sein sollte (oder mehr Media-Markt und co statt dem Filialbuchhandel Konkurrenz zu machen), dann haben wir auch wieder reine urige Buchläden, die vom einfachen Mitarbeiter, bis hinauf zu einem Herrn Busch (Vorstand Thalia) von allen so gewollt sind.


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