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Schmutziges Weihnachtsbaum-Geschäft: Tot unter der Tanne

Aus Georgien kommen mehr als die Hälfte der Samen für Christbäume in deutschen Wohnzimmern. Um den Nachschub an begehrten Nordmann-Tannen für das reiche Westeuropa zu sichern, setzen arme Zapfenpflücker ihr Leben aufs Spiel.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...736496,00.html
  1. #30

    Globalisierung würde die Margen des Händlers drücken!

    Zitat von hat0 Beitrag anzeigen
    SPON weist besonders darauf hin, dass 2€ vom "Produzenten" erwirtschaftet werden und weitere 98€ von den Zwischenhändlern. Diese typische Ausführung der Globalisierung führte stets dazu, dass der größte Profiteur vom ganzen nur der Händler ist.
    Es ist genau anders herum: Weil der zitierte Weihnachtsbaumsamenmarkt doch recht eng ist (beim zitierten Endpreis von ca. 2 Cent pro Baum (5000 Setzlinge aus 1 Kilo Samen, das 100 Euro kostet) kommt man selbst mit 100 Mio. Christbäumen gerade mal auf 0,002 Mrd. Euro Umsatz für Christbaumsamen.

    Diese kleine Zahl lockt nun nicht gerade Scharen von Händlern hinter'm Ofen hervor, zumal Christbaumsamen garantiert kein Produkt ist, dass sich so einfach handeln lässt wie Spielzeug oder Elektronik aus China: Rin in den Container, raus aus dem Container. Wenn man den Samen nicht richtig behandelt, kommt nur noch unkeimbarer Matsch bei der Baumschule an.

    Ergo ist die Konkurrenz gering, die Marge bleibt für die etablierten Händler ordentlich. Berechnet man, dass sich die oben bereits zitierten ca. 2 Mio. Euro Umsatz auf z.B. fünf Händler verteilen, die dann zusammen noch 1 Mio. Euro Kosten stemmen müssen (Einkauf der Zapfen, Transport etc. pp.,), dann bleiben pro Händler gerade mal 200.000 Euro Jahresgewinn. Viele gute IT-ler verdienen auch so viel. Und hat der Händler, der sich auch um die Qualität der Samen, den richtigen Transport usw. kümmern muss, das Geld wirklich nicht verdient, angesichts dessen, dass er uns allen Weihnachten etwas schöner macht?

    Bleibt das Thema, dass die Händler sich auch um die Sicherheit der Arbeiter vor Ort kümmern sollten. Schon deswegen, damit der Warenstrom nicht versiegt.


    Jag
  2. #31

    Frohes Fest

    Selten so einen rührseligen Quatsch gelesen.Natürlich ist Georgien ein armes Land,aber dieser Artikel ist an Kitschigkeit kaum zu überbieten.Ich war selbst schon in Georgien und mein bester Freund ist Georgier.Er schwört daß der letzte Satz des Artikels niemals von einem Georgier stammt.Auf solche Bäume ist er schon als 8jähriger geklettert.Allerdings sagt er auch daß 70 Jahre Kommunismus es nicht geschafft hatten die Identität der georgischen Nation zu zerstören,während nach 20 Jahren Raubtier-Kapitalismus die Gesellschaft atomisiert ist.Der globalisierte Kapitalismus ist wohl doch das aggressivste Virus auf diesem Planeten.
  3. #32

    Hilfestellung

    Zitat von Neurovore Beitrag anzeigen
    Doch, doch...
    Kommt der dann aus der Freilandhaltung? Womöglich gar Bodenhaltung?

    Kostenloser (das stehen Sie doch drauf, oder?) Humorfortbildungskurs:

    Nur kurz, auch aus humooristischer Sicht, wäre die Frage nur dann sinnvoll, wenn Sie die Reihenfolge von "Freilandhaltung" und "Bodenhaltung" vertauschten, da erstes höherwertiger ist als das zweite....

    Und mit Bauzaungehege sind diese wunderbaren Einrichtungen gemeint, die wir vor unseren Schoppingcentern wiederfinden..., aber das mußten Sie sicherlich aus taktiscchen Erwägungen heraus ignorieren....
  4. #33

    Es gibt eine Alternative

    Zitat von eurozocker Beitrag anzeigen
    erst wird man wochenlang mit Spendenaufrufen traktiert die Welt zu retten um dann nochmal am 24. 12. das erkaufte ruhige Gewissen zu torpedieren. Ganz ehrlich - mich ficht das alles nicht mehr an - denn wenn wir die "bösen bösen Deutschen" keine Weihnachtsbäume mehr kaufen müssen wir nächstes Jahr lesen das wir durch unsere Verweigerung sooooo viel Elend auslösen würden. Wir sind doch eh an allem Schuld, ob wir es tun oder ob wir es lassen. Diese ganze Spendenindustrie geht mir sowieso mächtig auf den Senkel, da werden Milliarden eingesammelt (z.B. für Haiti) und jetzt dürfen wir tägl. über die Medien erfahren - außer Spesen nichts gewesen. Das einzige was in Haiti voranschreitet ist das Elend und die Seuchen, trotz aller Spendengelder. Von mir gibt es also keinen einzigen Cent mehr, egal für wen, egal für was oder gegen wen und mein Konsumverhalten richte ich nach meinen vermeintlichen Bedürfnissen aus und nicht nach "wem es hilft oder schadet" !!!
    helfen Sie mit Zeit und Geld dort wo Sie den Beguenstigten persoenlich kennenlernen koennen - es gibt sogar welche in IHRER Stadt, in IHREM Dorf. Und spenden Sie dann direkt an ihn/sie oder an jene (normalerweise kleine) Gruppe, die Ihnen den Kontakt zu diesen Menschen herstellt und bei der Sie durch persoenlich Beobachtung feststellen koennen, dass Ihre Spenden nicht zu Spesen werden weil die Helfenden ausschliesslich Freiwillige ohne jegliche Bezahlung und ohne jegliches persoenliches finanzielles Interesse sind. Kennen Sie einen Haitaner, einen Burmesen, einen Georgier in Ihrer Stadt ? Machen Sie seine / ihre Bekanntschaft - Sie werden ohne Zweifel eine Moeglichkeit entdecken ueber diesen kleinen Umweg zu helfen ohne das Gefuehl zu haben, dass Ihr Beitrag in einem grossen schwarzen Schlund verschwindet.
  5. #34

    ...

    Vielleicht sollte man sich vor dem großen Gejammer mal überlegen, wie arm Gaga und Dato ohne ihren ach so bescheidenen Zusatzverdienst wären. Darüber hinaus sind die Gewinnmargen aller beteiligten Firmen zu betrachten, die mit diesem Geschäft sicherlich nicht so reich werden können, wie uns dieser rührselige Bericht suggerieren möchte. Letzten Endes hat davon der Georgier seine 1000 Euro Zusatzverdienst jährlich (siehe auch Spiegel 51/2010) - jedoch bei weitaus geringeren Lebenshaltungskosten als wir hier in Deutschland haben, und der Geiz-ist-geil Deutsche seinen billigen Qualitätsbaum.

    Jeder der ein I-Phone kauft beutet die Mitarbeiter von Foxconn aus und sorgt dafür daß sich hin und wieder einer davon umbringt, und jeder der billige Kleidung kauft fördert Kinderarbeit in Indien oder Bangladesh...

    Wenn man sich von den 1000,- Zusatzverdienst keine Sicherheitsausrüstung im Wert von 80,- kaufen möchte, dann ist das eigenes Verschulden.
  6. #35

    Wir retten die Welt

    Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Ich weiß nicht so recht, was ich mit diesem Artikel anfangen soll. Es geschieht bestimmt viel Unrecht in der Welt und man muss auch sagen, dass es uns Westeuropäern (auch den Hartz IV Empfängern) im Vergleich mit dem Rest der Welt sehr gut geht.

    Aber wie soll ich nun auf diesen Artikel reagieren? Eine Beschreibung des Alltags in Georgien gibt er ja nun nicht, es wird ja lediglich die Pflücksaison im September "herausgepflückt". Ich denke nicht, dass die Leute den Rest des Jahres traurig in der Ecke sitzen. Und können wir etwas daran ändern? Fordert der Artikel uns dazu auf? Bietet er Lösungsvorschläge? Was wird in dem Artikel eigentlich kritisiert? Unser Kaufverhalten? Die georgische Regierung, die für die Zustände vor Ort die Verantwortung trägt?

    Ich denke, dass Artikel diesen Stils für SPON nicht das notwendige Niveau haben.

    Frohes Fest!
    Der Gedanke, dass womöglich die Leute vor Ort in Georgien oder anderswo für ihr Schicksal selbst verantwortlich sind und ihr Leben und ihre Gesellschaft selbst gestalten sollten, befremdet mich zutiefst. Dann wären sie für die bestehenden Verhältnisse in ihrem Lande ja selbst verantwortlich und nicht wir hier in D. Wie kann man uns denn dann noch ein schlechtes Gewissen einreden, das geht doch garnicht.
  7. #36

    jessass

    warum hat der SPON mensch anstatt diesen schmierigen artikel zu schreiben - die jungs da unten nicht mal kurz organisiert sein iphone angeschmissen ein paar zwischenhändler ausgeschaltet???
    wenn er dann nach 1-2 jahren nochmal nachgeguckt hätte -
    gäbs dort unten dann wahrscheinlich schon eine tannenbaum mafia.
    der allgemeine wohlstand wär aber gestiegen weil der mafiaboss waschmaschinen an die dorfbewohner zu überhöhten preisen vermieten würde.
    willkommen im kapitalismus.

    aber jetzt mal ehrlich - soll man nun noch bäume kaufen oder nicht?
    die fairtrade leute wollen sich doch auch nur selbst gesundstossen...
  8. #37

    Auch wir haben

    Zitat von silenced Beitrag anzeigen
    Zum Artikel:

    Schon fasznierend.


    Zum Thema Weihnachtsbaum:

    Wie gut, wir gehen nur vor die Haustür mit der Säge und fällen unseren eigenen Baum. Da steht eine ganze Reihe, jedes Jahr kommt einer dazu und einer verschwindet kurz vor Jahresende.
    das Glück über eigene Bäume zu verfügen.Natürlich Nordmanntannen.
    Die Bäume sind mittlerweise nur etwas der geeignten Größe entwachsen.Die Samenpflücker sind allerdings,wenn,dann auch schon vor über 20 Jahren abgestürzt.
    Solange der Ostgeorier jedoch sein Hadschaburi hat ist Er nicht arm.Zu essen haben die immer.Geld hatten Die noch nie,haben auch keines,und werden auch nie welches lange haben.
  9. #38

    Isch geb Dir gleisch Titel!

    Zitat von silenced Beitrag anzeigen
    Zum Artikel:

    Schon fasznierend.


    Zum Thema Weihnachtsbaum:

    Wie gut, wir gehen nur vor die Haustür mit der Säge und fällen unseren eigenen Baum. Da steht eine ganze Reihe, jedes Jahr kommt einer dazu und einer verschwindet kurz vor Jahresende.
    Ich hoffe doch Sie klauen den Baum nicht ?! Ein schlechtes Gewissen dürfen Sie trotzdem haben, es sei denn Sie haben sichergestellt, woher die Samen der Bäume kommen, denn um die geht es in dem Artikel.
    Und wenn Sie nicht aus Georgien kommen sollten verdient a) der Lehrer aus Georgien nichts und b) riskiert woanders jemand sein Leben. Kaufen Sie keinen Baum verdient keiner was, kaufen Sie einen Plastikbaum verseuchen Sie die Flsse in China.
    Egal was Sie tun, es hilft Ihnen nur noch heute Abend in die Kirche zu gehen und eine Runde zu beten.
  10. #39

    Titel

    Zitat von Warlord Beitrag anzeigen
    ... . . Was kümmert mich das bedauernswerte Schicksal georgischer Tannenzapfenpflücker irgendwo am A.... der Welt, wenn wir in Deutschland genug Not und Elend vor der eigenen Haustür haben?
    Sicher darf man heute in diesem Forum noch viele Aufschreie von braven Bürgern lesen, die sich durch das Lesen dieses Artikels irgendwie bedrängt fühlen.
    Mir fällt auf, daß es sich einfach nur um einen Bericht über das Leben von georgischen Waldarbeitern handelt und nicht um einen Spendenaufruf für dieselben oder gar um die Ankündigung, daß der Bundestag morgen ein Gesetz über eine Weihnachtsbaumsteuer verabschieden wird.
    Also haltet mal die Füße still, ihr kleinen Spiesser, esst eure Gans beim schönen öffentlich-rechtlichen Weihnachtsprogramm und freut euch, daß wenigstens ab und zu mal ein Journalist eine Reportage über Gegenden schreibt, die weit hinter eurem Horizont liegen.
    Frohes Fest !


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