Zwei*alte Bekannte*diskutierten bei "Beckmann" den Tod Osama Bin Ladens: Peter Scholl-Latour gab den gemütlichen Machiavellisten, Helmut Schmidt räsonierte über Völkerrecht und die Weltpolizisten-Rolle der USA - mit Understatement natürlich.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,760269,00.html
hat ja nun selber so ziemlich gegen alle Menschenrechte verstoßen und mißachtet, die es nur gibt.
Er hat darüber hinaus auch das Völkerrecht in keiner Weise geachtet, nachdem seine Organistion ihre verachtenswerten Aktionen in fast allen Ländern der Erde ausgeführt hat.
Die US-Regierung war vor eine Güterabwägung gestellt und hat sich entschieden.
Denn eines ist ganz klar, kein Mensch nimmt den Pakistanis ab, daß sie nicht wußten, wer in diesem Haus wohnt.
Helmut Schmidt hat etwas ganz Außergewöhnliches geschafft: Er ist auf seine uralten Tage zum Teil der Popkultur geworden. Ohne Glitteranzug zwar, dafür aber mit Kippe in der Glotze. Nicht schlecht.
Egal, was er so von sich gibt – es wird ja in den letzten Jahren wirklich nicht weiser –, es hat stets den Klang konkurrenzlos vernünftiger, auch irgendwie heimeliger Welterklärung, und danach sehnt sich ganz Deutschland, die Alten und sogar die Jüngeren, und nur deshalb klingt es so. Schmidt könnte auch verkünden, Deutschland habe '45 den Krieg verloren, es würde als erhabene Verlautbarung des großen alten Durchblickers in unseren Ohren ankommen, als lupenreine, würdevolle Wahrheit abseits des pubertären Medien-Mainstreams ...
Dabei ist es, meine ich, weniger Weisheit, die seine Popularität befördert. Nostalgie macht seine Anziehungskraft aus. Helmut Schmidt steht für die gemütliche, verantwortungsfreie Bundesrepublik der 70er Jahre mit ihren überschaubaren Problemen, für eine Zeit, in der die Unsicherheiten der Veränderung wenigstens durch einen Eisernen Vorhang halbwegs kalkulierbar waren. Schmidt verkörpert politische und moralische Stabilität, ein rar gewordenes Gut. Dabei war seine Kanzlerschaft seinerzeit nicht weniger umstritten, als die seiner Nachfolger, auch wenn er es im Nachhinein so aussehen läßt, als komme es darauf überhaupt nicht an und als sei die Rückschau der wahre Adel des Amtes.
Bin auch ein Fan von ihm. Eigentlich ja fast nur, weil er öffentlich raucht und damit die ganze hysterische Debatte ums Nichtrauchen so schön cool relativiert, aber wenn Freund Hein ihn irgendwann abholt, werde auch ich etwas trauern. Ein Original ist er ja, und vor allem das ist selten geworden ...
Mein besonderer Dank geht an Herrn Beckmann, der gekonnt eine Sendung moderierte, die kurzweilig, interessant, aufschlußreich war. Zu Helmut Schmidt und Dr. Scholl-Latour ( auch ich habe fast alle seine Bücher mit Begeisterung und großem Gewinn gelesen ) bleibt zu sagen, dass nichts über Erfahrung, Bildung und tiefere Einsichten geht - ( oft ) ein Vorzug des Alters.
Beide Herren verfügen über Einblicke in das Weltgeschehen und
die Entscheidungswege die zu Ereignissen führen,die dem
Normalo nicht zugänglich sind.
Unter diesem Gesichtspunkt sollte ihre Äußerungen gesehen werden,wenn der Rechenweg nachvollziehber ist,ergibt das
Ergebnis zwangsläufig.
Man kann anderer Meinung sein,aber das Potenzial in Abrede zu stellen wird der Sache nicht gerecht.