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Schlecker-Pleite: Quittung für den Billig-Rambo

Anton Schlecker baute Deutschlands einst erfolgreichste Drogeriekette auf*- doch statt Bewunderung schlug ihm Abneigung entgegen. Berichte über Mitarbeiter-Schikane und Dumping-Löhne ramponierten Image. Der Niedergang der Firma zeigt: Die Billig-Masche zieht nicht mehr.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...810457,00.html
  1. #150

    Genau!

    Zitat von Izmir.Übül Beitrag anzeigen
    Die Frage ist nur, welches erfolgreiche Unternehmen seine Mitarbeiter nicht ausbeutet. Mittlerweile setzt sogar "der Daimler" massenhaft schlecht bezahlte Leiharbeiter ein.
    Profit ist nur noch über Ausbeuterei zu erzielen - sei es nun in Deutschland, wo man Arbeiter bis aufs Hemd auszieht...oder billige Waren in Südostsien produzieren läßt.....
  2. #151

    Holla!

    Zitat von cravall Beitrag anzeigen
    Es sollte vielleicht noch eine weiterer Grund erwähnt werden, warum Schlecker irgendwann unausweichlich in die Insolvenz musste:

    Lieferanten wurden mit einem Zahlungsziel von 90 Tagen versehen, in dieser Zeit konnte also mit dem Erlös der verkauften Waren gewirtschaftet werden. Dies funktioniert aber nur dann, wenn stetiges Wachstum zu verzeichnen ist, daher war Schlecker geradezu gezwungen, immer weitere Filialen zu eröffnen. Wenn die Kunden dann ausbleiben, aus den im Artikel beschriebenen Gründen, kippt dieses Modell irgendwann.
    Ich bin sicher, dass Sie das Geschäftsmodell hier eindeutig beschrieben haben.
    Ähnlich wie ein Schneeballsystem, dass nur mit Wachstum funktioniert.
    Dazu wurde wahrscheinlich immer ein Maximum an Geld herausgezogen und mit minimalen Betriebskosten weiter gewachsen.

    Die Zeche zahlen nicht nur die Angestellten, sondern auch die Lieferanten, die ihr Geld nicht Wiedersehen.
  3. #152

    Achja?

    Zitat von kornfehlt Beitrag anzeigen
    dass Hr. Schlecker nur eine wirkliche Verpflichtung zur Zeit hat. Die heisst Vermögen retten, so gut es geht. Sonst nichts. Für die Angestellten ist doch Verdi zuständig. Die wissen doch immer alles sowieso besser!!
    Auch mal wieder einer der vielen kleinen Chefs in D, die meinen was zu sein, wenn sie als devoter Sklave so einen Mist verzapfen?

    LOL!
  4. #153

    Nur..

    Zitat von naklar? Beitrag anzeigen
    So ist es halt, wenn immer mehr auf jeden Cent achten müssen.

    Die blöde Leier vom hohen Durchschnittsverdient und Wohlstand für alle in Deutschland sind alles nur Lügen. Aber dieses Lügengerüst wird schon dieses Jahr einbrechen.

    Fakt ist:
    Wer genug Geld zum Leben hat, der geht auch schnell und täglich in das kleine Geschäft nebenan und plant nicht den Großeinkauf im Lidl oder Aldi. Und so kommt es auch nicht zur Verdrängung der kleinen Läden durch die Großen Riesen.

    Leiharbeiter, arme Rentner, Minijobber sowie Kleinstunternehmer in zweistelliger Millionenhöhe (zunehmend) spiegeln unsere Gesellschaft wieder und nicht die Ackermanns, welche den statistischen Durchschnittsverdienst in Deutschland nach oben schnellen lassen.
    ...das "kleine Geschäft an der Ecke"gibt`s schon lange nicht mehr!
  5. #154

    Wohl daneben

    Zitat von Reiner_Deutsch Beitrag anzeigen
    Wonach wird der Einkauf denn geplant, etwa mit der Überlegung, wo es dem Mitarbeiter am besten geht? Es darf jetzt gelacht werden.
    Fast alles geht über den Preis, Prospekte werden gewälzt und das billigste Angebot herausgepickt, oder eben übers Internet eingekauft.
    Alle arbeiten gleich. Lockangeboten, ziehen den Kunden in die Läden und verleiten sie dort zu weiteren Käufen.
    Markenware können sie nicht beliebig preislich senken, dann bekommen sie keine mehr.

    Zitat von Reiner_Deutsch Beitrag anzeigen
    Geiz ist geil steht ganz hoch im Kurs, das kann man niemandem übel nehmen. Aber, wenn aus Sicht des Unternehmers an den Produkten nicht mehr eingespart werden kann, wo dann? Richtig, hauptsächlich beim Personal.
    Betriebskosten einsparen ist angesagt.

    Zitat von Reiner_Deutsch Beitrag anzeigen
    Sieht man mal von den Verfehlungen der letzten Jahre ab, waren die Arbeitsplätze bei Schlecker nicht mal so schlecht und auch fair entlohnt. Ich kenne eine Frau, die schon seit ca. 20 Jahren dort arbeitet(e), und niemand hat sie dazu gezwungen. Mit dem Gehalt ihres Mannes haben sie sich durchaus einiges leisten können, wie reglmäßigen Urlaub und ein eigenes Haus.
    Wie niedlich!!!
    Kann sich Ihre Bekannte von ihrem Gehalt ernähren?
  6. #155

    Danke

    Ich möchte an dieser Stelle einmal den immer netten und freundlichen Mitarbeitern in der Filiale Am Bischofskreuz in Freiburg danken. Schwanerich
  7. #156

    Selbstüberschätzung?

    Zitat von Reiner_Deutsch Beitrag anzeigen
    Wonach wird der Einkauf denn geplant, etwa mit der Überlegung, wo es dem Mitarbeiter am besten geht? Es darf jetzt gelacht werden.
    Fast alles geht über den Preis, Prospekte werden gewälzt und das billigste Angebot herausgepickt, oder eben übers Internet eingekauft.

    Geiz ist geil steht ganz hoch im Kurs, das kann man niemandem übel nehmen. Aber, wenn aus Sicht des Unternehmers an den Produkten nicht mehr eingespart werden kann, wo dann? Richtig, hauptsächlich beim Personal.

    Sieht man mal von den Verfehlungen der letzten Jahre ab, waren die Arbeitsplätze bei Schlecker nicht mal so schlecht und auch fair entlohnt. Ich kenne eine Frau, die schon seit ca. 20 Jahren dort arbeitet(e), und niemand hat sie dazu gezwungen. Mit dem Gehalt ihres Mannes haben sie sich durchaus einiges leisten können, wie reglmäßigen Urlaub und ein eigenes Haus.

    Die engen Regale bei Schlecker haben Langfingern die Arbeit erleichtert, auch unter manchen Jugendlichen galt das als Geheimtipp.

    In allen Schlecker Märkten die ich kenne, war es sauber, das Personal freundlich und wirkte nicht überstrapaziert. Da geht es in der Industrie teils deutlich härter zur Sache. Ich habe keinen Hass auf die Schlecker Familie, Unternehmer mit sozialer Verantwortung sind kaum noch anzutreffen, zumal viele Firmen nur noch in Bankenbesitz sind, oder von sonstigen Raubtieren verwaltet werden.
    In vielen Punkten kann ich Ihnen nicht widersprechen, ganz im Gegenteil.

    So kann ich auch einigen Foristen überhaupt nicht beipflichten, die davon ausgehen, daß nun die MA bei Schlecker in Jubelarien ausbrechen werden, weil es angeblich durch einen Boykott der ach so ethischen Kundschaft gelungen ist, EINEN tatsächlich skrupellosen Großkapitalisten ins Straucheln gebracht zu haben.
    Wow, sicherlich sind ob dieses Erfolgs einige Moralisten heute Nacht mit Krawatte ins Bett gegangen während die Schleckermitarbeiter nicht so gut geschlafen haben dürften.

    Man darf schon davon ausgehen, daß es einige Mitbürger gibt, die sich über die Euro 12,30 Stundenlohn, die Schlecker bundesweit! zahlt, gefreut haben, auch unter dem Aspekt, daß dies für viele Arbeiter/innen eben nicht so ist und sein wird und die von vielen gewählte Bundesregierung einen Mindestlohn von 7,79 Euro (West) für zu hoch hält.

    Nochwas: Ich arbeite nicht für oder bei oder mit Schlecker.
  8. #157

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anton Schlecker baute Deutschlands einst erfolgreichste Drogeriekette auf*- doch statt Bewunderung schlug ihm Abneigung entgegen. Berichte über Mitarbeiter-Schikane und Dumping-Löhne ramponierten Image. Der Niedergang der Firma zeigt: Die Billig-Masche zieht nicht mehr.

    Schlecker-Pleite: Quittung für den Billig-Rambo - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Ich empfinde es nur noch als bedrückend und erschreckend das solche und viele andere Läden so eine Narrenfreiheit haben und sich quasi in einer rechtsfreien Zone bewegen können. Das diese Zustände in D. möglich sind zeigt nur das alles ganz gewaltig und schnell die Rinne runter geht demnächst.
  9. #158

    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    Ich wohne in einem 3000-Einwohner-Dorf am Schwarzwaldrand. Hier gibt es eine Schlecker-Filiale, andere Drogerien sind weit weg. Die Mitarbeiterinnen waren immer freundlich, haben mich beraten und haben auf mich ganz und garnicht den Eindruck gemacht, als würden sie wie Sklaven gehalten. Dieser Laden war und ist am Ort sehr beliebt, und er lief meinem Eindruck nach auch gut. Sonst wäre er, in einem so kleinen Ort, wohl schon früher geschlossen worden. Wenn dieser Laden jetzt zumacht, habe ich ein Problem. Denn die anderen, angeblich so "sauberen" Drogerieketten, lassen sich ja nicht dazu herab, in so einem kleinen "Kaff" einen Laden aufzumachen. Klar, wenn man Filialen immer nur in großen Städten aufmacht, ist es leichter, Kundschaft zu gewinnen. Hier am Ort laufen halt nicht 1000 Leute pro Tag an dem Laden vorbei und schauen mal kurz rein. Ich kann mich dem Schlecker-Bashing daher nicht anschliessen.
    Wie sind Sie denn drauf - aus reinem Egoismus können Sie sich dem Schlecker-Bashing nicht anschießen?! Das hört sich so an wie: Ich kann nichts gegen die Nazis sagen, denn mir haben die Zwangsarbeiter genutzt (womit ich Schlecker nicht mit den Nazis vergleichen will, obwohl eine ähnliche Rücksichtslosigkeit vorhanden ist, denn vermutlich wäre Herr Schlecker auch für Sklaverei).
    Sie sollten mal in sich gehen und sich fragen, ob Sie vielleicht menschlich nicht auch unterste Sohle sind?!
  10. #159

    Prösterchen

    Zitat von ego66 Beitrag anzeigen
    Gerade hab ich mir ein Piccolöchen aufgemacht und feiere den Sieg der Kunden über einen abartigen Sklavenhalter. Man kann nur hoffen, dass diese Pleite eine Warnung an alle Unternehmer ist, die ihre Angestellten wie Dreck behandeln.
    Ich feiere mit.


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