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Schlecker-Pleite: "Es ist nichts mehr da"

Die Insolvenz der Drogeriekette Schlecker ist auch für die Gründerfamilie ein Desaster. Nach Angabe der Konzernerbin Meike Schlecker hat der Clan bei der Pleite sein Vermögen verloren. Die letzte Hoffnung für das Unternehmen ruht auf dem guten Willen der Gläubiger.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...812232,00.html
  1. #140

    Kaufmann

    Die allermeisten Kommentare in diesem Zusammenhang sind geradezu abenteuerlich - entweder falsch oder oberflächlich oder unqualifiziert oder alles zusammen.
    Eines bewahrheitet sich: Wer sich in Deutschland etwas aufbaut und dadurch wohlhabend wird, erntet Neid.
    Stürzt derjenige wieder ab, gibt es beißende Häme und man tritt auf ihn ein.
    Dass die meisten Inhaber (übrigens auch deren Erben) von kleinen bis mittelgroßen Unternehmen in aller Regel persönlich für ihr gesamtes Vermögen haften, wissen viele nicht - oder sie ignorieren es ganz einfach.

    Ich rede wohlgemerkt nicht von Managern oder Vorstandsmitgliedern, die ein überschaubares Risiko eingehen und trotzdem ungeheuer viel verdienen.
    Mir geht es um den Unternehmer, der etwas wagt und riskiert, der unser Land wirtschaftlich und manchmal auch politisch voranbringt. Wenn dieser Unternehmer auf seinem steinigen Weg nach oben dann selber wohlhabend wird, warum nicht? Wo liegt das Problem? Ich sage es Ihnen: An unserer Neidzerfressenheit.

    Anton Schlecker kann ich nicht beurteilen, weil ich ihn nicht kenne.
    Aber eines ist sicher: Er war ein Pionier, hat etwas aufgebaut und sich nicht hinter einer AG verschanzt oder rechtzeitig alles verkauft. Er ist nun insolvent und haftet als eingetragener Kaufmann für alles.
    Die Gesellschaftsform mag man für riskant halten oder als dämlich bewerten, aber sie ist ganz sicher nicht feige. Man könnte auch positiv sagen, er ist mit offenem Visier untergegangen. Eine in unserer Gesellschaft verdammt selten gewordene Eigenschaft.

    Ob Anton Schlecker einen schlechten Charakter hat, weil einige oder auch viele seiner Filialen in Verruf gerieten, kann man hier nicht beurteilen. Aber fest steht, dass die Medien genau diesen Ruf transportiert haben. Und wer schon jemals mit Journalisten zu tun hatte, weiß, welche unfassbare Macht die haben. Ab einem bestimmten Zeitpunkt geht es überhaupt nicht mehr um die Wahrheit, sondern nur noch um Auflage, Umsatzsteigerung und um Zerstörung.

    Abschließend: Es sollte jedem zu denken geben, wie kleinlaut die Gewerkschaften geworden sind, die noch vor kurzem so eine große Klappe hatten. Vielleicht wäre Zusammenarbeit besser gewesen, als reflexartiges Geplapper von überkommenen Parolen.
  2. #141

    Hoppla !

    Zitat von hermes69 Beitrag anzeigen
    Für meine Begriffe gehört diese ganze Familie hinter Gitter.
    Da fehlt leider die Liste der Familienmitglieder und zugehörigen Straftaten.
    Sonst ist es purer Rufmord.
    War es das, was Sie wollten ? Warum ?
  3. #142

    Ach ja, nachmittags um 1600 kommt man von der Arbeit und liest erstmal bei SPON im Kommentarbereich was die ehrenwerten Foristen, nachdem sie wohl bei Schlekcer rausgeflogen/gar nicht angenommen wurden, mit ihrem Hartz 4 bildungstechnisch so alles anstellen können. Beeindruckend.
  4. #143

    Nee

    Zitat von spiegelator Beitrag anzeigen
    Wenn man "natürlich" schreibt, sollte man es belegen.
    Ansonsten schreibt man "wahrscheinlich" oder ähnliches.

    Unschuldsvermutung ade !
    Wenn es nach einigen Foristen geht - sofort erschiessen den Anton S.!
    Danach soll er gefälligst sein Unschuld beweisen.
  5. #144

    Markant-Sanierung

    Zitat von Fritz Motzki Beitrag anzeigen
    Zitat von WAZ Beitrag anzeigen

    Könnte Markant, bzw. familia, denn das Sortiment übernehmen? Werden die Märkte nicht schon von den selben Herstellern beliefert, wie Schlecker? Markant ist jedenfalls m.E. an den Standorten vertreten, die dem Bürger lange Wege ersparen.
    Könnte Markant, bzw. familia, denn das Sortiment übernehmen? Werden die Märkte nicht schon von den selben Herstellern beliefert, wie Schlecker? Markant ist jedenfalls m.E. an den Standorten vertreten, die dem Bürger lange Wege ersparen.
    Das sind gute Überlegungen.
    Jedoch kann kein deutsches Handelsunternehmen die Ware von Schlecker übernehmen, weil dann die eigene Sortimentskonzeption nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus sind die eigenen Absprachen der Handelsunternehmungen mit den Lieferanten zu berücksichtigen. Es geht hierbei um viel Geld für Aktionsabsprachen mit Werbekostenzuschüssen und Sortimentsplazierungen.

    Schlecker muss komplett saniert werden. Da führt kein Weg dran vorbei. Also volles Programm.
    Dazu zählen u.a. folgende Bereiche:
    - Schließung der kleinen Filialen
    - Renovierung der großen Filialen
    - Überarbeitung der Sortimente (klare Drogeriesortiments-Konzeption)
    - Reduzierung der Mieten (also Gespräche mit den Vermietern)
    - Absprachen mit den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen wegen
    Gehaltsverzicht
    - Absprache mit den Lieferanten wegen Schuldenschnitt
    (das Verfahren ist so ähnlich wir bei der Griechenlandsanierung)
    - Verkauf der Altware zu erheblichen Preisenachlässen
    - Verhandlung mit den Leasing-Gesellschaften über Reduzierung der
    Raten
    - Mitarbeiter/Innen-Schulungen

    Markant sollte die Federführung für die Sanierung übernehmen.
    Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann das Unternehmen an ein anderes Markant-Mitgliedsunternhmen übergeleitet werden.
  6. #145

    Antwort....

    Zitat von suppesuppe25253 Beitrag anzeigen
    für einen Vorteil bringt "eingetrsgener Kaufmann"?
    In den Größenordnungen: Kein wesentlicher.

    In der Startphase: Man bekommt vergleichsweise leichter Darlehen, weil nicht nur das vorhandene Kapital haftet, sondern ebenso der haftende Gesellschafter. Zwar könnte der in Privatinsolvenz gehen, aber sieben Jahre Pfändbarkeit ist immer noch mehr als gar nichts bei einer Kapitalgesellschaft.

    Zitat von suppesuppe25253 Beitrag anzeigen
    Als GmbH wäre die Firma samt Stammkapital weg, oder übersehe ich was?
    Nein, völlig richtig erkannt. Da die Firma bei einem e.K. dem haftenden Gesellschafter privat gehört ist die hier ebenso 'weg', nur halt obendrein sämtliches Vermögen welches man nicht direkt mit der Firma in Verbindung bringen würde (z.B. privater PKW) ebenso.

    Zuem wurden vorher sämtliche Gewinne mit dem privaten Einkommenssteuersatz versteuert, anstatt dem wesentlich niedrigeren Satz der für Kapitalgesellschaften gilt (in Zahlen: 48% vs. 15% - Höchststeuersatz!).
    Dieser Aspekt der Causa Schlecker ist A.S. hoch anzurechnen. Obgleich er salopp gesagt als ein vergleichsweise übler Ausbeuter erschien (-> Skandale), hat er sich nie aus der Verantwortung, auch nicht aus der steuerlichen, gestohlen.
  7. #146

    so geht´s

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Frau Schickedanz war keine Investorin, die ihr Geld einer Bank anvertraut hat. Sie war und ist Unternehmerin, justisch: Vollkauffrau, d.h. sie ist für ihr eigenes Handeln voll und ganz selbst verantwortlich, und niemand sonst. Wenn sie ihren Beratern blind vertraut hat: Pech. .
    Falsch: sie war vor allem und in erster Linie ERBIN.
    Neulich im Fernsehen klagte die arme Frau, das ihre Eltern sie von allem ferngehalten hätten. DAS hat die Haie angelockt.
  8. #147

    in einem Jahr ...

    Ich bin davon überzeugt, dass wir die Familie Schlecker in einem Jahr in einer Steueroase im schönen Süden antreffen werden ... 20-Zimmer-Villa usw. und auf Anfrage, woher das Geld dafür hergekommen ist, antwortet uns eine Schar von Rechtsanwälten, dass sie in einem schwebenden Verfahren leider leider keine Auskünfte erteilen dürfen.
  9. #148

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Es gibt im Zivilrecht gar keine Unschuldsvermutung.
    Aber auch im Zivilrecht darf man nicht einfach etwas unterstellen, sondern muss es auch belegen können.
  10. #149

    Blöde Fragen:

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Aus welchen Sklavenhalter Zoo kommen sie? Seit wann haben die Arbeitnehmer irgendwelche Möglichkeiten den Aufstieg oder Untergang von Unternehmen zu beeinflussen! Sie sind Arbeitsklaven die um ihren viel zu niedrigen Lohn noch kämpfen müssen - oder denken sie die sollen das Geld noch mitbringen ?

    Verantwortlich sind die Unternehmern, sollen sie sich doch selber in die Läden setzen und die Läger füllen oder an der Kasse sitzen!
    Vergessen sie mal schnell ihre "Sklavenhaltermentalität" - in Europa brauht sich gerade die Wut dagegen erst auf - könnte ganz schnell sein das da bald mehr als nur der Niedergang von Schlecker ansteht!
    Wer hat die 30.000 Jobs geschaffen: Schlecker oder die Gewrkschaften?
    Wer hat Schlecker zu dem gemacht, was es vor DM und Rossmann war: Die Kunden, die billiger als beim Einzel-Drogisten einkaufen konnten?

    Sie schreien immer SKLAVEN, SKLAVEN, doch niemand wird gezwungen bei Schlecker zu arbeiten, oder bei Schlecker zu kaufen. Dass Schlecker von der allgemeinen Billigheimer-Mentalität bei Konsumenten und Konkurrenten lange profitiert hat, ist in meinen Augen OK. Wenn sich Einzelhandelsketten in breiter Front vom flachen Land zurückziehen, und Schlecker besetzt das Feld mit möglichst profitablen Mini-Filialen - so what? Wer hat dann die Landbevölkerung dem sozialen Abstieg preisgegeben? Schlecker oder die moralisch so blendend da stehenden Konkurrenten?


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