Wenn die Alternative Hartz IV ist, akzeptieren Mitarbeiter auch Niedrigstlöhne. Deshalb ist Hartz IV ja auch eingeführt worden.
Ich kann das individuell auch nachvollziehen. Individuell gesehen ist eine schlechte Arbeit immer noch besser als lange Arbeitslosigkeit.
Schlecker hat versucht Tariflöhne dadurch zu umgehen, in dem er nach Tariflohn bezahlte Mitarbeiter entliess und dieselbe Mitarbeiter wieder als Zeitarbeiter, mit deutlich geringeren Löhnen, einstellte. Der Trick Mitarbeiter über eine eigene Zeitarbeitsfirma einzustellen, ist aber nicht Schlecker spezifisch.Das Geld das wir dort verdienen werden wir nirgends mehr verdienen. Denkst Du vielleicht auch mal daran das es hier um viele alleinstehende Frauen geht die hier um Ihre Existenz fürchten und nicht dem Staat auf der Tasche liegen wollen. Bei den Löhnen die Dir heute im Einzelhandel angeboten werden.... als Alleinerziehende wird die ARGE sich freuen. Grundsicherung ich brauche Dich!!!
Wenn sich eine Gewerkschaft dagegen nicht wehrt, ist die Gewerkschaft nichts mehr wert.
Lässt man diesen Trick bei Schlecker zu hat das natürlich Auswirkungen auf die Mitarbeiter von DM und anderen Drogerieketten. Ein Unternehmer wie Götz Werner kann natürlich auch keine hohen sozialen Standards seinen Mitarbeitern anbieten, wenn die Konkurrenz jegliche soziale Standards unterbietet.
Wie hoch diese sozialen Mindeststandards anzusetzen sind, darüber kann man streiten. Sie hängen natürlich von der Wirtschaftskraft eines Landes ab. Diese Frage ist auch im Hinblick auf den Euroraum interessant. Wenn Deutschland mit Niedrigstlöhnen arbeitet, dann muss schon Griechenland und Portugal Hungerlöhne zahlen um im Wettbewerb mithalten zu können. Aber vielleicht ist Schlecker nicht das entscheidente Beispiel dafür, denn die Griechen werden nicht nach Deutschland reisen um billig an ein Deo zu kommen.
Man kann über die Höhe der sozialen Mindestandards streiten ,aber es muss eine Grenze nach unten geben. Es lohnt sich für einen Unternehmer nicht in die Weiterbildung und die Motivation der Mitarbeiter zu investieren, wenn ein anderer Unternehmer diesen Vorsprung mit niedrigereren sozialen Standards ausgleicht. Wir brauchen nicht den Wettbewerb nach den niedrigsten Löhnen, sondern den Wettbewerb nach den besten Produkten.
Es geht nicht nur um den Schutz der Schlecker Mitarbeiterin, sondern auch um den Schutz der DM Mitarbeiterin. Und wenn DM bessere Arbeitbedingungen anbieten kann, sollte es Schlecker doch auch können.

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