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Schikane gegen Korrespondenten: Merkel soll deutschen Journalisten in China helfen

DPASchikanen bei der Berichterstattung, Gewaltandrohung und Visa-Probleme: Die deutschen Korrespondenten in China bitten Kanzlerin Merkel um Hilfe: Sie soll sich bei ihrem Besuch in Peking für bessere Arbeitsbedingungen der Journalisten einsetzen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...852224,00.html
  1. #1

    Ein umgekehrter Appell

    Ich würde mir wünschen, daß die deutschen Journalisten ein faires, realistisches, wahrheitsgemäßes Bild von China wiedergeben.
    Ich lebe seit 25 Jahren in China, und das was ich in den deutschen Medien lese, hat mit der Realität in China so gut wie nichts gemein.
    Regelmäßig negative Nachrichten, Halbwahrheiten, Unterstellungen. Das ist keine kritische Berichterstattung, das ist Des-Information.

    Leider haben die wenigsten Deutschen die Möglichkeit, China für eine längere Zeit selbst zu sehen, sie sind auf die
    Informationen angewiesen, die die Medien bieten.
    Die Berichte der deutschen Medien beeinflussen das Verhältnis der beiden Länder negativ, daß kann nicht im Sinne Deutschlands sein.

    Deutschland und China sind zwar manchmal Konkurrenten, aber keine Gegner, schon gar nicht Feinde.
    Die deutsche Presse sollte sich ein Beispiel nehmen, wie sachlich und positiv die chinesische Presse über Deutschland berichtet.

    Vielleicht kann sich Kanzlerin Merkel bei den deutschen Jourlanlisten für eine faire China-Berichterstattung einsetzen.
  2. #2

    Unklug

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schikanen bei der Berichterstattung, Gewaltandrohung und Visa-Probleme: Die deutschen Korrespondenten in China bitten Kanzlerin Merkel um Hilfe: Sie soll sich bei ihrem Besuch in Peking für bessere Arbeitsbedingungen der Journalisten einsetzen.

    Merkel soll deutschen Journalisten in China helfen - SPIEGEL ONLINE
    Der Versuch, Journalisten zu behindern und einzuschüchtern, ist außerordentlich unklug. Die Berichterstattung wird dadurch nur noch kritischer. Es gibt so viel Positives aus der VR China zu berichten, dass die Beeinträchtigung der journalistischen Arbeit völlig kontraproduktiv wirkt. Man kann nur hoffen, dass der Regierungswechsel im Herbst glatt über die Bühne geht und der Liberalisierungsprozess weitergeht. Nur dadurch wird die Legitimität und Glaubwürdigkeit der chinesischen Regierung weiter gestärkt.
  3. #3

    Bin doch etwas überrascht!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schikanen bei der Berichterstattung, Gewaltandrohung und Visa-Probleme: Die deutschen Korrespondenten in China bitten Kanzlerin Merkel um Hilfe: Sie soll sich bei ihrem Besuch in Peking für bessere Arbeitsbedingungen der Journalisten einsetzen.

    Merkel soll deutschen Journalisten in China helfen - SPIEGEL ONLINE
    Also ich treffe mich sehr oft mit westlichen Journalisten
    und höre auch zu, was diese so reden, aber von solchen
    Schikanen, wie sie in diesem Beitrag erwähnt werden,
    hat noch keiner gesprochen.

    Es wird zwar ab und zu geschimpft, dass ein Interviewtermin,
    eine Drehgenehmigung sehr lange dauert, aber sonst
    gefällt es den meisten Journalisten sehr gut in China,
    wie sie mir oft erzählen.

    Kann es nicht sein, dass Merkel wieder mal weitere
    Munition benötigt, um "wieder mal", den Chinesischen
    Politikern den Kopf zu waschen, in den Senkel stellen,
    denen mal klar zu machen, wer das Sagen hat, so wie bei
    ihren letzten Besuchen auch schon?
    (lach, lach).

    Fakt ist doch, dass Merkel wieder mal nach China kommt,
    um sich wichtig zu machen, denn Fakt ist doch, dass
    gerade die Deutsche Industrie, egal ob Großindustrie
    oder Mittelstand, ganz bestimmt nicht Merkel für
    irgendwelche Akquisitionen benötigt.

    Ist wohl einen weitere Wahlkrampftour von Merkel und
    wieder mal der Versuch, die Chinesen zu mehr
    Engagement für die Euro-Schuldenpolitik aufzufordern, so
    wie auch -erfolglos - beim letzten Besuch.

    Wenn Sie aber nach Deutschland zurückkommt, werden
    dann die Medien wieder über Milliardenaufträge berichten,
    die sie an Land gezogen hat, von Menschenrechten, die
    sie erfolgreich einforderte, und jetzt halt auch noch von
    ihrer Hilfe für die Deutschen Journalisten!

    Kommen sich die Medien nicht langsam lächerlich vor?
  4. #4

    Journalisten, Journalisten und noch mehr Journalisten.

    Da geht wohl jedem der Hut oder die Kappe hoch.
    Unser Mann in Peking, verzeihung Bejing vom Spiegel, Stern,Welt, Sueddeutsche, ostdeutsche mitteldeutsche. Fast jedes Kaeseblatt hat da ihren Journalisten. Damals hab ich mich lustig gemacht ueber die Mikrophone, die da aufgebaut wurden, ein paarmal hab ich versucht sie zu zaehlen, ist mir nicht gelungen.
    Moechten Sie, wenn sie morgens aus der Tuer kommen von 50 oder noch mehr Journalisten bedraengt werden???

    Was muss ich tun, um z.B. Journalist in Maynila zu werden?
    Wenn ich den Job bekaeme wurde ich mir eine nette Philippina anlachen, die schaltet dann den Fernseher ein und uebersetzt mir das Geschehen. Auch kann ich ja auf Yahoo philipines zurueckgreifen, da wird es mir sogar in Englisch verdolmetscht. Feinen Leben haet ich da.

    PS Hat man Frau Merkel wieder zum Bootfahren eingeladen!
  5. #5

    Schikane in China

    Ich wohne seit 10 Jahren in China und fühle mich dort immer noch wohl. Von den vielen negativen Unterstellungen in der deutschen Presse habe ich hier bisher noch nichts mitbekommen. Ich kann mich überall frei bewegen, kann alles diskutieren und bin immer wieder überrascht, was selbst die einfachen Bürger nicht alles über ihre Situation im Land der auseinanderklaffenden Einommens-Schere wissen. Das wird offen diskutiert. Ich kenne Polizisten die sich öffentlich darüber beschwert hatten, dass Kollegen, die zu Sondereinsätzen aus anderen Städten zusätzlich eingesetzt wurden, eine Sonderzulage erhielten die ihnen versagt blieb.Diese Polizisten gehen ihrem Dienst immer noch nach.

    Aus meiner Sicht ist das Leben hier sicher, offen und frei. Natürlich muss man bei der Behandlung von einigen Einheimischen, z.B. auch dem eigensinnigen Künstler Ai Weiwei, etwas hinterfragen. Was wollte er z.B. 1985 mit dem Nacktfote vor dem World Trade Center in New York bezwecken? Ich würde mich auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Beijing nicht nackt fotografieren lassen, auch nicht wenn es einem guten Zweck dienen sollte.
  6. #6

    .

    Zitat von laosichuan Beitrag anzeigen
    Ich würde mir wünschen, daß die deutschen Journalisten ein faires, realistisches, wahrheitsgemäßes Bild von China wiedergeben.
    Das würde ich mir auch wünschen, aber wie soll das geschehen wenn die Journalisten nicht einmal die dortige Sprache beherrschen und auf Dolmetscher angewiesen sind?
    Wie viele von den Journalisten wohnen in rein chinesischen Wohnsiedlungen und nicht in irgendwelchen (mehr oder weniger gediegenen Ausländer-, bzw. Wohlstands-)Ghettos?
  7. #7

    Verharmlosende Kommentare völlig unangebracht

    Die verharmlosenden Kommentare sind hiervöllig unangebracht. China ist unter den großen Ländern das brutalste Unterdrückerregime. Die korrupte und im Luxus lebende Führung ist nervös. Jede Kritik an diesen menschenverachtenden Schergen an der Spitze Chinas wird als Kritik am Staatsapparat aufgefasst, die es nach chinesischer Lesart einfach "nicht geben kann" und "weg-harmonisiert" werden muss (Originalton der Partei, wg. Unruhen in Tibet). Das Ganze üblicherweise mit Folter, Unterdrückung, barbarischen Haftbedingungen, Hunger und Schlägen.
    Das Regime ist sehr nervös, was die Befreiungsbewegungen im Nahen Osten betrifft. Man will unbedingt ein Organisieren der Proteste, eine freie Presse, freie Meinungsäußerung etc. verhindern. In Tibet (und nicht nur da) werden Mönche und Nonnen zusammengeschlagen, in Gefängnisse geworfen und gefoltert. Deswegen hat China ja auch die besten Beziehungen zu anderen Unterdrückerregimen dieser Erde: Nordkorea, Syrien, Iran etc, wie sich gerade aktuell wieder zeigt.

    Man muss dieses Regime öffentlich geißeln und ächten wo man nur kann. Jeder der in den brutalen Gefängnissen einsitzenden Dissidenten hat später berichtet, dass die ausländische "Einmischung" das beste und wirksamste war, was das Leid und die Not verkürzt oder gemindert haben.

    Hier gibt es Leute, die das alles verharmlosen, abstreiten, leugnen und verniedlichen.
  8. #8

    China

    Zitat von laosichuan Beitrag anzeigen
    Ich würde mir wünschen, daß die deutschen Journalisten ein faires, realistisches, wahrheitsgemäßes Bild von China wiedergeben.
    Ich lebe seit 25 Jahren in China, und das was ich in den deutschen Medien lese, hat mit der Realität in China so gut wie nichts gemein.
    Regelmäßig negative Nachrichten, Halbwahrheiten, Unterstellungen. Das ist keine kritische Berichterstattung, das ist Des-Information.
    Dass das Leben in China nicht so ist, wie es in den westlichen Medien oft beschrieben wird glaube ich Ihnen sogar. Aber auch Sie bekommen doch nur einen ganz kleinen Teil des Lebens in China mit.

    Ich glaube Ihnen sofort, dass das Leben in Shanghai, Peking oder den anderen Metropolen kaum anders ist als in vergleichbaren Städten im "Westen". Aber wie sieht es auf dem Land aus? Behördenwillkür, massive Umweltverschmutzung (diie zu Verlendung der Landbevölkerung stark beiträgt)und Menschenrechtsverletzungen scheinen dort an der Tagesordnug zu sein.
  9. #9

    Naive Ausländer

    Viele Ausländer in China sind leider auch etwas naiv. Ich wohne auch seit vielen Jahren hier, auch ich hatte noch nie irgendwelche Probleme, wurde nie bedrängt.....ich bewege mich hier frei und ungezwungen. DOCH darf man hieraus keine Fehlschlüsse ziehen. Der Staat hat hier Kontrolle über alles und jeden und sobald man einen kleinen Schritt über die rote Linie macht, macht sich dies auch bemerkbar. Darüber schreiben die Medien halt gerne. Der Vergleich mit westlichenm Medien ist grotesk. Wenn die Staatsmedien eine Kampagne gegen Ausländer führen....alles kein Thema....darf man da nicht berichten? Über al die willkürlichen Prozesse? Bitte nicht erblinden, auch wenn man China als Land mag.


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