dapdWilm Schumacher ist technikaffin, öffentlichkeitsscheu und idealistisch, eigentlich perfekt für ein Spitzenamt bei den Piraten. Ein Jahr lang war Schumacher Generalsekretär der Partei, jetzt gibt er den Job auf. Im Interview erklärt er, warum er zurück zur Basis will.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830434,00.html
In jeder anderen grösseren Partei hätte er wohl schon Berufspolitiker sein müssen, um den Posten überhaupt zu bekommen. Oder er wäre es im Amt geworden. Die Piraten sind ja noch jung. Mal sehn, ob die auch inhaltlich ein ernstzunehmender Politikgestalter werden können...
Es wird Zeit, dass die Piraten auch zu bezahlten Vorständlern kommen, denn die Parteiarbeit ist einfach zu umfangreich, um sie in der Freizeit erledigen zu können
Lauter Fragen zu Befindlichkeiten, keine zu Inhalten.
Ich will endlich wissen, wo die Piraten stehen, gerade auch wirtschaftspolitisch!
Darum geht es dem Spiegel doch gar nicht. Der will nur den Nachweis führen, daß es die Piraten wirklich gibt, und daß sie nicht nur eine Schimäre sind, und das macht er dreimal täglich. Und die anderen machen bei der konzertierten Aktion auch mit. Inhalte sind nach wie vor nicht vorhanden, aber Wählerstimmen ohne Ende. Und dieses in der Parteiengeschichte einmalige Phänomen kann nur durch die lancierten Pressekampagnen erklärt werden. Null Information, außer daß man aus den Foren weiß, daß die Parteisympathisanten recht einfach Gemüter sind. Irgendwelche Kenntnisse scheinen ihnen nicht sonderlich zu liegen, mit ein paar Ausnahmen. Immerhin kommt der neue Chef aus dem Verteidigungsministerium. Es handelt sich also um eine grundsolide Einstellung: Deutschland erwache ?
Direkt, real, nachvollziehbar, ehrlich, nichts geschauspielert.
Man moege mir nur einen einzigen Funktionstraeger aus irgend einer anderen Partei nennen, auf den die obige Beschreibung in 6 Woertern zutraefe.
Und da sind wir schon beim Kern des "Geheimisses", warum so eine Truppe, die eigentlich gar keine ist, sondern gelebte Idee eines Agglomerats von Individuen, solchen Anklang findet.
Die Frage nach einem "Parteiproramm" liegt dermassen weitab im Abstrusen, wie sie nur die abstruse Wirklichkeit verlogen praesentierter Programme anderer ueber Jahrzehnte als Komikum evozieren konnte.
Ich mag die Piraten, viele sympathische Leute, allerdings ist der Trollanteil unheimlich hoch und was Berlin angeht scheint die Partei verrückte magisch Anzuziehen. Das macht es sehr Anstrengend.
ich finde genau das gegenteil richtig:
unsere dt. demokratie ist zu einer parteien-demokratie verkommen, in der "berufspolitiker" das sagen haben.
ich würde sogar noch einen schritt weitergehen: das bei den Piraten zu beobachtende phänomen der annuität sähe ich gerne sogar institutionalisiert.
ein jahr in seinem leben ein unbezahltes parteiamt übernehmen ... das ist finanziell, an menschlichkeit und persönlichen kräften, an privatsphären-verzicht und charakterlicher integrität verkraftbar.
irgendwannmag dann ein (i.m.h.o. dann zurecht) besoldetes staatsamt (als abgeordneter, minister o.ä.) sich daraus ergeben. Dort mag es aus verschiedenen gründen in manchen bereichen nicht ratsam sein, auf dem prinzip der annuität zu beharren - das müsste man sich genauer anschauen.
Doch selbst da: Politik ist kein selbstzweck sondern dienst am gemeinwesen. Es geht über das menschlich-onthologische vermögen hinaus, länger als ein jahr "für fremde" da zu sein.