im Februar und März 2011 allerdings, auf dem Höhepunkt des Guttenberg-Plagiatsskandals, brauchte es einen mehrtätigen öffentlichen Proteststurm von bis zu 20.000 Doktoranden, bis Schavan sich zu Kritik am Kabinettskollegen aufraffen konnte. Sie forderte zunächst nicht Aufklärung, sondern sagte Sätze wie: "Wer Wissenschaft ernst nimmt, muss nicht gleich den Stab über den Minister brechen." Und: "Ich finde, auch Minister haben den Anspruch, nicht vorverurteilt zu werden." Erst Tage später wagte sie sich zaghaft vor und sagte, als Wissenschaftlerin, die vor 30 Jahren selbst promoviert habe, schäme sie sich "nicht nur heimlich" für das Debakel um Guttenbergs Doktorarbeit