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Schauspielerin Silvia Seidel ist tot: Der Fluch der "Anna"

DPASie war die Tänzerin "Anna" in der ZDF-Weihnachtsserie, sie erhielt für den Kinofilm den "Bambi". Doch der frühe Ruhm als Kinderstar war nicht einfach zu verkraften. Silvia Seidel sagte einmal: "Nach 'Anna' stand ich unter Schock, wie nach einem Unfall." Jetzt ist die Schauspielerin gestorben - mit nur 42 Jahren.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,848586,00.html
  1. #50

    parallelwelten

    ...kann mit den ganzen namen nix anfangen, ausser mit tommy ohrner wegen diesem dschungelfilm und ups...muss ein anderes universum sein...tut mir aber dennoch leid für die frau, als filmmensch kriege ich das elend der schauspieler allzu gut mit, manche lassen sich ihren film sogar vom bruder finanzieren um karrieremäßig voran zu kommen, trotz fehlendem talent (ich hab das direkt miterlebt...) da sind wir hinter der kamera millionenfach besser dran...
  2. #51

    Hm..

    Zitat von Schreibtischknecht Beitrag anzeigen
    In diesem "Alter" und unter diesen Umständen aus dem Leben zu scheiden ist ganz besonders traurig.
    Für wen? Dem, der unter der Erde liegt, ist es vermutlich wurscht. Bill Cosby hat mal treffend formuliert, dass das alles nur unser Egoismus ist. "Ich/Wir hören nichts mehr Neues vom Geliebten/Verwandten/Bekannten/Star..." Das macht uns so betroffen, nicht der Tod selber, der ist genauso neutral wie der Tisch vor mir.
    Ich denke mal, wenn das Gehirn so falsch verkabelt ist wie bei diesem Deutschland-Achter-Goldjungen, über den SPON gestern berichtete (Buch von Evi Simeoni), dann hat er das gute Recht, den Freitod zu wählen:
    FAZ Artikel, Bahne Rabe, 15.12.01

    Und wozu soll ein Lebemann wie Gunther Sachs seinen eigenen Zerfall begleiten? Wenn man bis dahin nicht gelebt hat und das Gefühl hat, was verpasst zu haben, dann hat man eh alles falsch gemacht. Der Tod ist nur umverteilte Energie, mehr nicht.
  3. #52

    Der Fluch der "Anna"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie war die Tänzerin "Anna" in der ZDF-Weihnachtsserie, sie erhielt für den Kinofilm den "Bambi". Doch der frühe Ruhm als Kinderstar war nicht einfach zu verkraften. Silvia Seidel sagte einmal: "Nach 'Anna' stand ich unter Schock, wie nach einem Unfall." Jetzt ist die Schauspielerin gestorben - mit nur 42 Jahren.
    "Anna"-Darstellerin Silvia Seidel ist tot - SPIEGEL ONLINE
    Nicht der Fluch der Anna, nicht der Fluch der Karibik, nein, der Fluch dieses unmenschlichen, menschenverachtenden Systems.
  4. #53

    Der Fluch des Kapitalismus

    Zitat von schriftsetzer Beitrag anzeigen
    ...gelesen, dass ein Abschiedsbrief gefunden wurde, und auch, dass sie - wegen Erfolgslosigkeit als Schaupielerin? - wiederholt in finanzielle Nöte geriet? Abschiedsbriefe schreibt man m.E. nur, wenn man vorhat, sich das Leben zu nehmen... über die wahren Gründe kann man nur spekulieren. Mir persönlich tut es leid, dass sie so früh aus dem Leben schied...
    Die Protagonisten dieses Systems dürften eigentlich gerne mal anfangen zu überlegen.
    Erfolglosigkeit trieb diese Frau in den Tod, wie im Übrigen wohl auch den Polizisten aus "diese Drombuschs", ein Robert Enke kamm mit dem Druck des Systems nicht mehr zurecht.

    Möchten wir den Schärgen des menschenverachtenden Systems des Kapitalismus tatsächlich diese Macht über Leben und Tod zugestehen?.
    Niemand sollte sich von diesem System einreden lassen, er wäre nichts wert oder hätte keinen Erfolg.
    Bringt Euch deswegen nicht um, sondern geht dieses menschenunwürdige System an, klagt es an!.
    Und zieht euch zurück, macht nicht mehr mit.

    Waren die Steigbügelhalter, "willigen Vollstrecker" (Zizat Daniel Goldhagen) und Mitläufer die Helden des Nationalsozialismus oder waren es die Scholls, Probst, Schmorell und Claus Schenk Graf von Stauffenberg und die weiteren an die 40 Attentäter, die versuchten Hitler umzubringen?

    Im Reich 4.0 des Kapitalismus gibt es eine Wahl, so wie sie auch im Dritten Reich existierte.

    Es ist nötig, sich zu wehren, damit die Demokratie wehrhaft bleibt und sich totalitärem, antidemokratischem Gedankengut, wie es dem Kapitalismus immanent ist, widersetzen und verschließen kann.

    Vermeidet es, euch umzubringen, ihr tut dem System nur einen Gefallen, geht dem System des Kapitalismus gehörig und renitent auf die Nerven.

    It's fun in the end. Und das Ende wird sein, das der Kapitalismus noch in diesem Jahrzehnt zusammenbricht.
  5. #54

    Freitod

    Das bedauerliche am Freitod ist, dass er ein Phänomen der heutigen Gesellschaft ist. Er wird hingenommen wie der Alltag. Die vielen bekannteren Fälle von Personen, die den Freitod als Ausweg wählten, schrecken unsere Gesellschaft nicht mehr. Ein kurzes Innehalten vielleicht. Das System macht die Gesellschaft krank. Die Zahl der Depressionen und auch die Freitod Rate wird weiter zunehmen. Da helfen auch keine ausführlichen Artikel und Aufklärungsversuche, solange das System sich nicht ändert. Schlechte Arbeitsbedingungen schlechte Arbeitszeiten, ein immer zunehmender Zeitmangel, das auch für nahestehende Menschen, Burn out, gesellschaftliches Nebeneinanderherleben als moderne Kinder des 20 Jahrhunderts sind schwerlich auszumerzen.
    Und wer das erkennt, der wählt eben den Freitod. Mögen sie alle in Frieden ruhen.
  6. #55

    Zitat von acars Beitrag anzeigen
    Das bedauerliche am Freitod ist, dass er ein Phänomen der heutigen Gesellschaft ist. Er wird hingenommen wie der Alltag. Die vielen bekannteren Fälle von Personen, die den Freitod als Ausweg wählten, schrecken unsere Gesellschaft nicht mehr. Ein kurzes Innehalten vielleicht. Das System macht die .....
    Freitod oder etwas reißerischer Selbstmord ist kein Phänomen unserer Zeit. Vielmehr wird damit offener umgegangen und der Hausarzt stellt auf Zuraten der Familie nicht mehr so oft eine alternative Diagnose aus. In asiatischen Ländern wird sehr viel offener mit diesem Thema umgegangen, als bei uns.

    Es bleibt nur zu hoffen, dass die Freitode bei Prominente viel stärker das Licht auf die Ursachen werfen. Ich lehne mich weit aus dem Fenster, aber wenn die Aussagen der Wirtin stimmen, dürfte Seidel Alkoholikerin und depressiv gewesen sein. In beiden Fällen hätte sie Hilfe gebraucht. Völlig wertneutral, völlig unabhängig von ihrer Vergangenheit. Das hätte ihr den Tod und uns diese Nachrichten erspart.
  7. #56

    Zitat von acars Beitrag anzeigen
    Das bedauerliche am Freitod ist, dass er ein Phänomen der heutigen Gesellschaft ist. Er wird hingenommen wie der Alltag. Die vielen bekannteren Fälle von Personen, die den Freitod als Ausweg wählten, schrecken unsere Gesellschaft nicht mehr. Ein kurzes Innehalten vielleicht. Das System macht die Gesellschaft krank. Die Zahl der Depressionen und auch die Freitod Rate wird weiter zunehmen. Da helfen auch keine ausführlichen Artikel und Aufklärungsversuche, solange das System sich nicht ändert. Schlechte Arbeitsbedingungen schlechte Arbeitszeiten, ein immer zunehmender Zeitmangel, das auch für nahestehende Menschen, Burn out, gesellschaftliches Nebeneinanderherleben als moderne Kinder des 20 Jahrhunderts sind schwerlich auszumerzen.
    Und wer das erkennt, der wählt eben den Freitod. Mögen sie alle in Frieden ruhen.
    Nicht ganz. Man kann die Missstände im System erkennen und trotzdem weiterleben, um das System entweder zu verbessern oder ihm die kalte Schulter zu zeigen.

    Man kann mit dem System leben, ohne in ihm zu leben oder in ihm aufzugehen. Dem System ein Minimum dienen, die persönliche Ausbeutung minimieren. Einfach die Ansprüche runterschrauben und auf ein bisschen Wohlstand verzichten. Denn der Mensch braucht gar nicht so viel, wie ihm das System versucht, einzureden. Weniger wollen, auch mal nichts wollen, das ist das Geheimnis. Wer die Karotte unbedingt will, der ist von dem erpressbar, der sie hat. Will ich die Karotte gar nicht, erpresst mich auch niemand und beutet mich niemand aus.

    Man muss das Gute des Systems für sich nutzen und das Schlechte von sich fernhalten bzw. ändern, wenn man möchte.

    Wenn ich etwas nicht möchte, dann sage ich nein. Punkt. Und Neinsagen, dass kann jeder, tut es nur zu selten. Die Konsequenzen eines Neins sind zumeist gar nicht so schlimm, wie angedroht.

    Dieses System beruht einzig und allein auf Angst und Beschwichtigung. Was wohlgemerkt keine Einbahnstraße ist, auch 80 Millionen können 10.000 Menschen Furcht und Schrecken einjagen, es muss nicht immer nur umgekehrt sein.

    Ein bundesweiter Generalstreik wäre ein Anfang.

    Man müsste den Kampf eben annehmen. Aber der Wohlstand hat uns Wessies fett und träge gemacht. Locker könnten wir mit der Hälfte unseres Wohlstandes auskommen, wir wären fit und agil, gewappnet für eine Schlacht, die nötig wäre.

    Der Aufstand gegen das System ist nötig, denn es dominiert uns dermaßen, dass es Menschen als erfolglos deklariert und links liegen lässt, so renitent, bis manche sich freiwillig in den Tod begeben.

    Dieses System ist respektlos, es macht Menschen krank und treibt sie in den Selbstmord. Gegenüber Schwäche kennt es keine Gnade.

    Es ist ein menschenunwürdiges und menschenverachtendes System, dass allein auf der Ausbeutung seines Humankapitals fußt.

    Zusammenarbeit ist was Gutes, aber nicht in und nicht mit diesem System.
  8. #57

    Menschliche Tragödie - nicht nur Fehler im System ...

    @tobilechat: Ich glaube, Sie verkennen, dass es sich hier um einen Menschen handelt, der an seinem Leben gescheitert ist, nicht bloß um einen "Systemfehler". Das wäre in der Tat zu einfach - denn ein Mensch lebt erst durch die Dinge außerhalb der Grundbedürfnisse, und da auch eben nicht nur durch Dinge, sondern durch Zuwendung auch anderer Menschen, insbesondere durch Freunde, die vielleicht auch mal ehrlich sagen, dass man sich besser umorientieren sollte. Für Menschen wie Silvia Seidel ist das gnadenlose Dasein einer freischaffenden Künstlerin nichts - sie brauchte eigentlich menschlichen und auch materiellen Rückhalt - diesen insoweit, als dass ihr ein zumindest sorgenärmeres Leben möglich gewesen wäre. Aber als Schauspieler auf dem freien Markt kann man oft gar keine langfristigen sozialen Bindungen aufbauen oder halten, und dann hatte sie auch noch zunehmend mit dem Teufelskreis Depression und Alkohol zu kämpfen, und das nach einer Jugend geprägt von Sorge für und um die depressive Mutter - Jugend sollte anders aussehen - sie hatte vermutlich nie Zeit und Gelegenheit und Anleitung und Führung durch ihr nahestehende Menschen, ins Leben hinein und zu einem eigenen Ich zu finden. Und so ist dann eben - leider - das Eine zum Anderen gekommen, und das Ende kennen wir heute. Vielleicht ist das vielzitierte Wort vom Aufeinanderachten eines, dem man mehr Beachtung schenken sollte, anstatt sich immer nur in der eigenen Ego-Blase zu bewegen ...
  9. #58

    Fehlende Hilfe

    Dieser Suizid hätte verhindert werden können. Für mich ist der frühe Tod von S. S. eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände. Wenn ein Elternteil suizid begeht, dann liegen derart kranke Umstände zuhause vor, mit denen ein "Kind" niemals alleine fertig wird. Solche Erlebnisse prägen das eigene Leben. Einige schaffen es hinterher, in einer Normalität zu leben und andere scheitern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es unglaublich schwer ist, wirkliche Hilfe bei der Bewältigung eines solchen Schicksales zu finden. (Einschließlich der Neuorientierung und Wertfindung im Leben) Natürlich kann man sich in irgendwelche Kliniken legen, Tabletten schlucken, an einer Gruppentherapie teilnehmen und etwas progressive Muskelentspannung üben, damit man irgendwelche Symptome in den Griff bekommt. Nur eine wirkliche Heilung erzielen, woraus man derart gestärkt ins Leben zurück geht, dass man durch den eigenen Lebenswillen die Kraft findet zu überleben, ist unglaublich schwer.
    S.S. hätte wirkliche Freunde gebraucht, Menschen die ihr Halt geben.
    Es war ein sinnloser Suizid und für sie hoffe ich, dass sie jetzt in einer anderen Welt bei ihren "Lieben" sein kann.


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