Forum


 

Schauspielerin Silvia Seidel ist tot: Der Fluch der "Anna"

DPASie war die Tänzerin "Anna" in der ZDF-Weihnachtsserie, sie erhielt für den Kinofilm den "Bambi". Doch der frühe Ruhm als Kinderstar war nicht einfach zu verkraften. Silvia Seidel sagte einmal: "Nach 'Anna' stand ich unter Schock, wie nach einem Unfall." Jetzt ist die Schauspielerin gestorben - mit nur 42 Jahren.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,848586,00.html
  1. #30

    Tänzer und Künstler im Alter

    Gerade Tänzer haben oftmals keine lange Karriere vor sich. Da zählt man mit 35 schon zum Alten Eisen und die Karriere ist am Ende. Viele fallen danach in ein großes Loch. Nicht jede Tänzerin kann als Tanzlehrerin oder Choreografin arbeiten. Und Altersarmut ist ein großes Thema bei Künstlern und Artisten, denn von der Künstlersozialkasse kann man nicht viel Rente erwarten. Ein Leben für die Kunst....
  2. #31

    ???

    Zitat von EricCartman Beitrag anzeigen
    diese Serie sowie all die anderen Weihnachtsmehrteiler waren Bestandteil dieser Zeit. Leider wird heute so etwas nicht mehr gedreht. Und wie das Fernsehen die Schauspieler dann hängen lässt, kann man nicht nur hier sehen. Ruhe in Frieden
    Das Gegenteil ist eher der Fall. Das Fernsehen bleibt häufig selbst solchen Schauspielern und Moderatoren treu, die wegen erwiesener Unfähigkeit besser ihren Beruf wechseln sollten.
    Davon abgesehen: TV-Schauspieler sind in den allermeisten Fällen freiberuflich. Sie gehen damit genau die Risiken ein, die alle Selbständigen tragen müssen. Nur gibt es bei Schauspielern die Probleme, dass ihr jeweiliges Fach irgendwann nicht mehr gefragt sein könnte und dass sie beim Älterwerden deutlich weniger Angebote bekommen, da die Rollen überwiegend ein jugendliches oder mittleres Alter voraussetzen.
    Schauspieler, Sänger, Musiker, Solisten etc. - viele davon sind freiberuflich und erleiden Schicksale, die dem von Frau Seidel nicht unähnlich sind. Nur geschieht das eben in einer unregistrierten Anonymität.
  3. #32

    rip

    Ist natürlich eine sehr deprimierende Geschichte. Wenn der einzige, der einen vermisst, die Kneipenwirtin ist - das ist bitter.
    Eine Schauspielerkarriere ist aber auch nicht einfach. Nicht jeder hat das Talent von de Niro.
  4. #33

    Kaum zu glauben

    Kauzm zu glauben, dass es für diese Schauspielerin kaum noch Rollen im TV gab, wo alle anderen austauschbar wirken. Schauspielerin Seidel ist sehr hübsch und authentisch geblieben, finde ich - irgendwie scheinen auch all die Agenten falsche Schwerpunkte im Können und Aussehen zu setzen. Schade, nach ANNA hätte die Seidel mehr machen können... RIP.
  5. #34

    mangelnde Loyalität zu Schauspielern seitens Produktionsfirmen

    Es wird von ihren Geldsorgen geschrieben. Ich finde, bei ihr war es besonders bitter: Silvia hat ANNA gedreht, als es noch keine DVDs gab - ergo kam dieses Thema gar nicht in Ihrem Vertrag vor … und als die Serie komplett auf DVD erschien - hat sie KEINEN Cent ( in Zahlen : 0 Cent!) von der Produktionsfirma bekommen. Obwohl es ohne sie diese DVDs nicht gegeben hätte. Obwohl IHR Gesicht, IHRE schauspielerische Leistung nochmals "verwertet" wurde! SO geht man mit Schauspielern um, wenn man sie nicht mehr braucht ….
    Es gibt auch andere, meist Theaterproduktionen, die so etwas wie Solidarität und Loyalität kennen - aber Ihre TV- Produktionsfirma gehörte definitiv nicht dazu!
  6. #35

    Amy, Kevin, Silvia,...

    Leider müssen wir damit zu rechtkommen. Leider.
  7. #36

    Zitat von camemberta Beitrag anzeigen
    Nun ja, gibt´s alles. Allerdings war sie wohl mit der Gastwirtin befreundet, und diese hat offenbar tagelang das Licht in Seidels Wohnung brennen sehen (Quelle: SZ). Möglicherweise schaut man auch einfach nicht gesund aus, wenn man viele Sorgen und wenig Geld hat.

    (Wenn ich in ein Lokal gehe, trinke ich übrigens ausschließlich Saftschorles, nebenbei bemerkt).

    Ich finde solche Vermutungen geschmacklos und ärgerlich.
    Dann lesen Sie mal Bild, Zitat: "Sie war doch sonst jeden Nachmittag bei mir, trank drei bis fünf Bier und Schnaps - Williams Birne und Sliwowitz."
    Wenn man dann noch raucht, kommt das sicherlich nicht gut.
  8. #37

    ..

    Zitat von slowbudget Beitrag anzeigen
    Es wird von ihren Geldsorgen geschrieben. Ich finde, bei ihr war es besonders bitter: Silvia hat ANNA gedreht, als es noch keine DVDs gab - ergo kam dieses Thema gar nicht in Ihrem Vertrag vor … und als die Serie komplett auf DVD erschien - hat sie KEINEN Cent ( in Zahlen : 0 Cent!) von der Produktionsfirma bekommen. Obwohl es ohne sie diese DVDs nicht gegeben hätte. Obwohl IHR Gesicht, IHRE schauspielerische Leistung nochmals "verwertet" wurde! SO geht man mit Schauspielern um, wenn man sie nicht mehr braucht ….
    so geht es den meisten Menschen im Job.

    Trauer ja.

    Aber es war nicht notwendig (falls es um Geld ging).
  9. #38

    Brotlose Kunst ?

    Zitat von BlakesWort Beitrag anzeigen
    Schauspielerei ist ein verdammt hartes Geschäft. In einer kürzlich ausgestrahlten Dokumentation und meiner Erinnerung nach auch in einem Artikel von SPON stand, nur "1 von 100" können später von der Schauspielerei leben. Alle anderen fallen durch das Raster. Wenn man sich vor Augen führt, wie hart die Aufnahmeprüfungen für Schauspielschulen sind, dann ist das schon abschreckend.
    Es gibt viele junge Künstler-im Fernsehen immer wieder die selben Gestalten.Erst letztens hat man in Berlin einen männlichen Seriendarsteller aus der Spree gefischt-er wurde aus der Serie rausgeschrieben-da hat das Ego nicht ertragen.
    Schauspielerei ist nur etwas für stabile Gemüter.Ach,wenn ich bedenke ,was ich einst für ein strahlender Jüngling war-seufz !
  10. #39

    Ja, Mensch, die Silvia...

    ich war sehr erschrocken über diese Mitteilung, dass sie sich das Leben nahm. Ja, offenbar hat sie sich suizidiert, und ja- sie ist damit aus dem Leben geflohen, wie manche das sagen...und doch sage ich: Mit Suizid, dem selbstgewählten Tod findet man zunächst keinen, ich betone, kEINEN Frieden...denn die finden das Licht nicht.Es sei denn, sie sind seelisch sehr, sehr krank, dann ist das eher der Fall, das sie Frieden finden werden. Ich ließ bei einem rennomierten Medium mal ein Reading machen von meinem Onkel, der sich sehr jung das Leben nahm. Der war 3 Jahre- so stellte sich heraus, in einer Art Zwischenwelt, im Belt. Da ist kein Licht, man ist da irgendwie im Nichts. Was soll daran gut sein? Er hatte sich aus Rache das Leben genommen, um anderen zu sagen: Seht her, das habt ihr aus mir gemacht! Erst später holte ihn ein Engel ins Licht und dann konnte er erst sehen, was er mit seinem Tod angerichtet hatte. Nicht nur seiner Familie , sondern vor allem sich selbst...Wenn man verzweifelt ist, hat man nur den Tunnelblick, dann sieht man nicht, was man der Umwelt und sich selbst antut. Selbstmord ist keine Lösung...für keinen, nichts und niemanden...Es ist eine teilweise makabre Art, Dingen aus dem Weg zu gehen, die nicht oder schwer auszuhalten sind. Es tut mir sehr, sehr leid für Silvia, das sie es nicht schaffte. Es zeigt auch, wie einsam sie sich gefühlt haben muss und unverstanden. Ich höre in letzter Zeit sehr oft von Schauspielern, egal, ob vom Theater oder Bühne oder beides, das die meisten sehr wohl ums Überleben kämpfen, die Existenz ist permant in Gefahr, weil Geld nie regelmäßig reinkommt...viele sind zwischendurch Hartz 4 Empfänger, und machen einfach alles, selbst diese kitschigen Pilcher Filme, in der die Schauspieler unterfordert sind, dafür aber eine prächtige Landschaft genießen können. Viele Theater-Schauspieler gehen nach der Aufführung in ein Clowns-Kostüm und lassen sich für Geburtstagsfeiern engagieren, andere greifen plötzlich zum Mikrofon und fangen an zu singen...andere gehen in Krankenhäuser und machen den Clown, und wieder andere machen Geschichtsreportagen, andere können weder das Eine noch das Andere , ziehen sich zurück, verbittern und sind vergessen und allein. Der Traumberuf entpuppt sich als Alptraum manchmal. Der Staat hat nicht unerheblich beigetragen dazu, die kürzen alles, was mit Kunst zu tun hat, Gagen und alles. Dabei wollen wir, das Publikum, bestens unterhalten werden, denn der Alltag ist ja nicht einfach heutzutage...ablenken tat allen immer gut. Man muss sich die Frage stellen, wo wollen wir hin? Reiche werden reicher, kriegen Steuervergünstigungen ohne Ende und die Ärmeren müssen sehen, wo sie bleiben, manche müssen sich regelrecht "ausziehen", um Geld reinzukriegen oder sich einfach neu erfinden, andere gehen unter. Ich denke, den Schauspielern gehts wie allen von uns, denn was wir sehen, passiert gerade öffentlich und deshalb machts sehr betroffen. Bei den einen heißts, Karstadt, immer Karstadt, einmal Opel, immer Opelaner. Da fängt das Problem an aus meiner Sicht...man denkt, die haben nur eines gelernt und das hätte ewig Bestand und sonst gar nix...das sind gewöhnlich die, die es nicht schaffen werden. Jeder ist heutzutage aufgefordert, sich selbst zu fragen, was geht? Was kann ich außer das, was ich gelernt habe, denn noch? Welche Ressourcen stecken noch in mir? Es ist doch so: Entweder man ist zu alt mit ab 40 J. (das dürfen heutzutage Firmen nicht sagen, sonst droht Klage, aber sie drücken sich anders aus...und der Betroffene ahnt und weiß sehr wohl den wahren Grund), selbst die kleinste Behinderung ist schon ein Grund, aufs Abstellgleis geschoben zu werden, selbstverständlich viel netter formuliert...diese Welt wird auf Perfektionismus geradezu getrimmt, damit vergessen gerade die Obrigen von Politik, Film, Fersehanstalten und sogar Zuschauer, das die Menschen alles andere als perfekt sind...aber sie werden dazu gemacht, sonst...Es ist traurig, was Menschen alles tun müssen, um anerkannt zu werden...Es fehlt so vielen an der Liebe zu sich selbst, sonst würden sie nicht so verzweifelt sein...wie etwa Brigitte Nielsen, deren Bilder ich erschreckenderweise in Boulevard-Zeitungen gleich auf Seite 1 sah, wie sie sich im amerikanischen Park mit einer Wodka-Flasche besoffen hatte. Ich finde, es ist für alle Menschen, die Zeit, sich selbst zu fragen, was kann ich, was will ich, was tut mir gut, was geht, was ist möglich, ...und nicht das,was andere wollen...Geld ist zu so einer Überlebensfrage geworden, das es einem förmlich Angst macht...Das kann es nicht sein, der Sinn des Lebens...

    Für Silvia tut es mir unendlich leid, das sie sich dazu entschlossen hat, aus dem Leben zu scheiden. Ja, das Leben ist hart. Aber wir sind hier, um Erfahrungen zu machen und zu lernen. Der Tod ist für mich kein Ausweg, man muss sich dem Leben stellen. Silvia hat es nicht leicht gehabt, das ist bei vielen Schauspielern,Sängern so, die sehr jung bekannt wurden...Silvia Seidel ist 2 Jahre jünger als ich, und auch ich habe sie begeistert im Weihnachts-Mehrteiler damals gesehen, wie andere Mehrteiler damals auch. Ich fand alles sehr toll, es entsprach dem Zeitgeist...Romy Schneider hätte sich auch nicht für die Sissi- Rolle schämen und verbittern müssen. Ich fand es alles toll, sie haben grandiose Leistungen gezeigt. Wir Zuschauer haben manchmal das Problem, zu sehen, das es bei Schauspielern die Privatseite noch gibt...man identifiziert zu sehr die Figur mit den Schauspielern. Aber Schauspieler müssen stets flexibel sein und alles spielen können, man muss sie auch spielen lassen! In Zeiten der gekürzten Geld gibts nur: Friss oder stirb! Sehr schade, das alles.

    Silvia, ich wünsche mir, das du irgendwann deinen Frieden findest. Und dann erkennst: Mensch, ich hätte das anders machen können...naja, beim nächsten Mal mach ich es besser! Alles Liebe für Dich Und versuch, das Licht zu finden.








TOP



TOP