Schatzkammern des Wissens: Künstliches Gedächtnis

Bibliotheken entwickeln sich zu weltweit vernetzten, multimedialen Informationszentren und erleben einen Boom als Lernorte. Sorgt der Wandel auch für mehr Erkenntnis?

http://www.spiegel.de/spiegelwissen/...715348,00.html
  1. #10

    Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

    Zitat von W. Robert Beitrag anzeigen
    Ohne Medienkompetenz ist auch das Internet wenig hilfreich, und eine „Stadtbücherei“ erst recht, trotz der Anbiederung an die „Lower Class“ Raubkopierer.
    Grade die Vermittlung von Informationskompetenz ist eine DER Aufgaben welche von Bibliothekaren verstärkt wahrgenommen werden.. auch weil sich sonst kaum jemand darum bemüht. Man versucht, aufgrund katastrophaler Ergebnisse von Studien zur Informationskompetenz an Hochschulen, diese Vermittlung dieser Kompetenzen fest in Lehrpläne zu integrieren. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliotheken und Schulen. Bei Bibliotheksführungen kann es nicht bleiben... Leider leben auch ein Großteil der Dozenten an Hochschulen, vorallem in den Geisteswissenschaften, die Ignoranz gegenüber den digitalen Informationsmitteln vor (à la "Alle Texte die ich für meine Arbeit brauche finde ich in den Fußnoten der Zeitschriftenartikel die ich lese"). Die Diskrepanzen sind enorm und der Bereitschaft das Versäumte aufzuholen leider gering.
    Wozu soll dann der Bund teure Datenbankprojekte bezahlen wenn sie niemand nutzt!? Fragt man sich jedenfalls.. auf jeden Fall gibt es noch viel zu tun.

    eine interessante Studie, zwar aus dem Jahr 2001, aber dennoch:
    http://www.stefi.de/
  2. #11

    Zitat von LJA Beitrag anzeigen
    soll "durch Digitalisierung vor Gefahren geschützt" werden. Sehr schön. Aber wer schützt das Buch vor den Gefahren der Digitalisierung ?
    Wer die Hand am Server hat, der besitzt natürlich auch die Möglichkeit Inhalte zu ändern. Dies ist in der digitalen Welt sogar relativ einfach.
    Antike Bücher zu fälschen erforderte dahin gehend schon einen erheblich höheren Aufwand. Schriftbild, verwendete Tinte, Papier - alles müsste passen. Und selbst dann wird man vermutlich noch erkennen können, dass hier manipuliert wurde.
    In der digitalen Welt bleibt höchstens ein entsprechendes Änderungsprotokoll und auch auch das kann gelöscht werden.

    Natürlich, solange die Schriften von Leibniz, A. Smith, Marx, Churchill oder Sarrazzin noch im Original vorhanden sind, wird man solches leicht aufdecken können. Aber wie lange werden sie noch vorhanden sein ? Wie lange wird es dauern, bis die letzten physikalischen Originale nur noch in schwer gesicherten Bunkern untergebracht werden, wo sie für den normalen Leser gar nicht mehr erreichbar sind ?
    Orwell´s Ministry of Truth hätte seine helle Freude an den sich abzeichnenden Möglichkeiten.
    Es gibt entsprechende Prüfsummenverfahren welche Manipulation an digitalen Ressourcen sehr schwer machen, bzw. wie Sie bereits erkannt haben bliebe dem Fälscher eigentlich nurnoch übrig das Änderungsprotokoll zu löschen um die Spuren zu verwischen.

    Die Gefahr das ein orwell´scher Machtapperat (ich schaue in eure Richtung Google ;D ) die Macht im digitalen Informationsraum an sich reißt bleibt natürlich bestehen. Aber zur Zeit sehe ich die Gefahr eher in einer zu unkritischen und laienhaften Nutzung digitaler Informationsmittel.
    Ich meine das ein totalitäres Regime erwächst welches in bösester Absicht die digitalen Informationen manipuliert..das ist doch ein Stück weit auch nur Paranoia, und solange es Informationwissenschaftler und Bibliothekare gibt welche sich nicht korumpieren lassen ist es einfach sehr unwahrscheinlich.
    Eine viel aktuellere Gefahr im Zusammenhang mit digitalen Informationen ist der Rückstand den beispielsweise der afrikanische Kontinent auf Europa und Amerika hat im Bezug auf schnelle Internet-Anbindung und Zugang zu wissenschaftlichen Fachdaten, siehe "digital divide".
  3. #12

    Das Problem könnte

    Zitat von Eiermann Beitrag anzeigen
    Heißt Mulitasking-Fähigkeit nicht soviel, wie sich auf mehrere Sachen hintereinander in kurzen Abständen konzentrieren zu können? Was heißt schon "wirklich konzentrieren"? Ich kann eben noch einen Artikel lesen und kurze Zeit später ein Musikvideo hören. Konzentration kann, muß aber nicht unbedingt bedeuten, sich stundenlang nur mit ein und derselben Sache zu beschäftigen. Das gibt die heutige Überfülle der Informations- und Wissensangebote nicht mehr in dem Maße wie früher her. Dass man sich früher länger mit einer Sache beschäftigen konnte, lag vor allem daran, dass es weniger Informationen und Wissen gab, die man aufnehmen konnte.
    Die "Gefahr" des Internets sehe ich vorerst ganz woanders: in seinem Übergewicht des Aktuellen. Insbesondere die Onlinenews, Blogs, Twitter, Netzwerke, Web 2.0 usw. bieten eine solche Überfülle an aktuellen Themen, Diskussionen usw., dass damit die Beschäftigung mit der Vergangenheit, Geschichte, früherer Kultur, Literatur usw., also auch mit den Bildungsschätzen in Bibliotheken leicht verschütt gehen kann. Zumal es für solche Beschäftigung mit Geschichte noch recht wenig brauchbare Internet-Wegweiser gibt.
    aber im Gleichzeitigen liegen. Der PC ist heute eine gigantische Gebrauchsmaschine. Früher war es so, dass man eine Sache machte, z.B. ein Buch lesen. Vielleicht lief nebenher noch Musik. Heute ist der PC-Nutzer z.T. in verschiedene Vorgänge gleichzeitig involviert. Mit diesen ganzen Social-Networks kenne ich mich zuwenig aus, aber ich vermute, dass darin zusätzliche Multiplikatoren liegen. Verkürzt ausgedrückt: wir steuern auf einen Zustand hin, in welchem unser Gehirn und die Sinnesorgane sehr viel mehr als früher verarbeiten, aber nichts mehr mit Kontinuität und Konzentration machen. Der historische Bezug ist dabei nur ein Aspekt. Ich könnte ja Ihnen entgegenhalten, dass ich heute mit dem PC viel schneller einen historischen Überblick über ein beliebiges Thema bekommen kann als früher: ein paar Klicks durch Wiki und ich weiß ganz viel. Wie prägt sich diese Art der Wahrnehmung jedoch auf das Gehirn und die Wahrnehmungsfähigkeit insbesondere derer aus, die mit diesen Medien aufwachsen?

    PS: ich entstamme einer Zeit, in der Schallplatten noch aus Vinyl waren. Davon hatte man ungefähr 50 und glaubte, sehr viele coole Musik zu haben. Und es gab zwei Fernsehprogramme (+ 1 Drittes). Nolens volens hatte eine simple Fersehproduktion seinerzeit einen völlig anderen Stellenwert als heute: man denke mal an die sog. "Straßenfeger".
  4. #13

    .

    Zitat von titurel Beitrag anzeigen
    aber im Gleichzeitigen liegen. Der PC ist heute eine gigantische Gebrauchsmaschine. Früher war es so, dass man eine Sache machte, z.B. ein Buch lesen. Vielleicht lief nebenher noch Musik. Heute ist der PC-Nutzer z.T. in verschiedene Vorgänge gleichzeitig involviert.
    Mediennutzer sind auch im Internet kaum bis garnicht in verschiedene Vorgänge gleichzeitig involviert, sondern in unzählige kleine Vorgänge nacheinander. Da ein Artikel gelesen, dann in die Mail geguckt, da eine Notiz gemacht, dort ein Bookmark abgelegt, ein Video angeschaut usw.

    Verkürzt ausgedrückt: wir steuern auf einen Zustand hin, in welchem unser Gehirn und die Sinnesorgane sehr viel mehr als früher verarbeiten,
    So weit so richtig, die Informationsmengen haben in der Tat gewaltig zugenommen.

    aber nichts mehr mit Kontinuität und Konzentration machen.
    Meiner Meinung werden Internetuser vor allem durch die Überfülle des interessanten Kleinteiligen (Onlinenews, Blogs, Twitter usw.) davon abgelenkt, sich länger mit irgendwas anderem zu beschäftigen. Die Überfülle an direkt verfügbarem Wissen und Informationen ist so groß, dass wenig Zeit bleibt, sich weiter in etwas Einzelnes zu vertiefen.

    Der historische Bezug ist dabei nur ein Aspekt. Ich könnte ja Ihnen entgegenhalten, dass ich heute mit dem PC viel schneller einen historischen Überblick über ein beliebiges Thema bekommen kann als früher: ein paar Klicks durch Wiki und ich weiß ganz viel. Wie prägt sich diese Art der Wahrnehmung jedoch auf das Gehirn und die Wahrnehmungsfähigkeit insbesondere derer aus, die mit diesen Medien aufwachsen?
    Meiner Meinung nicht unbedingt negativ. Die sogenannten Digital Natives werden im großen Infomeer Internet genauso Prioritäten setzen und danach auswählen und filtern wie früher Aufwachsende ohne Internet. Nur dass ihnen dafür eben sehr viel mehr direkt erreichbare Informations- und Wissensquellen zur Verfügung stehen. Ungewohnt ist das nur für jene, die noch ohne Internet aufgewachsen sind.

    PS: ich entstamme einer Zeit, in der Schallplatten noch aus Vinyl waren. Davon hatte man ungefähr 50 und glaubte, sehr viele coole Musik zu haben. Und es gab zwei Fernsehprogramme (+ 1 Drittes). Nolens volens hatte eine simple Fersehproduktion seinerzeit einen völlig anderen Stellenwert als heute: man denke mal an die sog. "Straßenfeger".
    Das ist ein wichtiger Hinweis. Die Informationsvermehrung bis hin zur heutigen Informationsflut hat beileibe nicht erst mit dem Internet angefangen. Auch die Printzeitungen und Zeitschriften, die Unmengen an Büchern kann kaum einer jemand alle durchlesen. Was sich weiter fortsetzte mit der Überfülle an Fernsehsendern im Kabelfernsehen. Die Informationsflut war also längst vor dem Internet da, sie erfährt nur durch das Internet eine nochmalige, jetzt exponentielle Steigerung.
  5. #14

    [QUOTE=Eiermann;6168846]

    Meiner Meinung nicht unbedingt negativ. Die sogenannten Digital Natives werden im großen Infomeer Internet genauso Prioritäten setzen und danach auswählen und filtern wie früher Aufwachsende ohne Internet. Nur dass ihnen dafür eben sehr viel mehr direkt erreichbare Informations- und Wissensquellen zur Verfügung stehen. Ungewohnt ist das nur für jene, die noch ohne Internet aufgewachsen sind.
    [QUOTE]

    Ich befürchte allerdings das einem Großteil der Menschen die Fähigkeit fehlt Informationsquellen ob ihrer seriösität zu Beurteilen. Das ist keine Frage des Geburtsjahres (alle Menschen sind ungefähr gleich talentiert und haben, zumindest theoretisch die Fähigkeit sich an alles anzupassen) sondern eine Frage der Informationsmenge. Der Irrglaube man könne alle Informationen im Internet, und vorallem an der "Oberfläche" des Netzes finden ist weit verbreitet. Korrekte Einschätzung von Relevanz und Wissenschaftlichkeit von Informationen ist meiner Meinung nach kein Geschäft für Laien. Das ist wie gesagt nicht durch Unzulänglichkeit der Menschen begründet sondern durch die schiere Informationsmenge und Unübersichtlichkeit des Informationsangebotes.

    Zitat von Eiermann Beitrag anzeigen
    Das ist ein wichtiger Hinweis. Die Informationsvermehrung bis hin zur heutigen Informationsflut hat beileibe nicht erst mit dem Internet angefangen. Auch die Printzeitungen und Zeitschriften, die Unmengen an Büchern kann kaum einer jemand alle durchlesen. Was sich weiter fortsetzte mit der Überfülle an Fernsehsendern im Kabelfernsehen. Die Informationsflut war also längst vor dem Internet da, sie erfährt nur durch das Internet eine nochmalige, jetzt exponentielle Steigerung.
    Das stimmt, der Unterschied liegt hauptsächlich in der Geschwindigkeit mit der die Informationen jetzt verfügbar gemacht werden können.
  6. #15

    Titel liest doch eh niemand

    Die ganzen Informationen, (auch die, die sich heute schon im Internet befinden) sind so viele, dass die Sammlung nicht ausreicht: Man muss sie auch auffindbar haben. Heute gilt noch mehr dass der klug ist, der weiß wo (wie) er das, was er nicht weiß finden kann.

    Nur wer weiß noch, ob die gefundene Information korrekt und vollständig ist und nicht absichtlich in ein Licht gestellt wurde, um dem der sie da hingestellt hatte dienlich zu sein?

    Google hat heute eindeutig eine Monopolstellung zur Informationsauffindung. Während Googles Bemühungen, auch Informationen zu beschaffen häufig kritisch gesehen werden, macht sich kaum jemand um die Art und Weise wie die Informationen gesucht werden Gedanken. So können mit Google-Bomben bestimmte Suchergebnisse in den Vordergrund gerückt werden und Informationen auch unterdrückt werden, indem sie später oder gar nicht aufgeführt werden.

    Brauchen wir ein "Kartellamt für Informationen"?
  7. #16

    Fachleute

    Zitat von Karl_Lauer Beitrag anzeigen
    ...
    Der Irrglaube man könne alle Informationen im Internet, und vorallem an der "Oberfläche" des Netzes finden ist weit verbreitet. Korrekte Einschätzung von Relevanz und Wissenschaftlichkeit von Informationen ist meiner Meinung nach kein Geschäft für Laien.

    ...
    Ist es nicht eher die Selbstüberschätzung der "Fachleute" die dort herausklingt? Informationen unterliegen schlichtweg Blickwinkeln .. der Eine sucht "grosse" Zusammenhänge, der andere entwickelt einen Röhrenblick für gerade die Themen die ihn interessieren.
    Die wirkliche Kognitive Fähigkeit des Menschen liegt aber nicht darin das "bestehende" einfach "geistig" aufzunehmen, sondern aus den "nicht vorgegebenen" Zusammenhängen neue zu erschaffen.

    Was ist "wissenschaftliche Relevanz" ? Zu lesen das irgendeine Empirische Forschung die und die Daten ergeben hat? Oder die Liste der zum Thema gehörenden "Fachtexte" abzurufen? (wobei das gerade heutzutage ziemlich schwer ist .. siehe Urheberrecht und Spezialverlage mit astronomischen Kosten für das hineinzuschauen).

    Wissenschaft erschließt sich eher durch das Interesse an einem Thema, und dann sein - je nach Interesselage mal mehr, oder mal weniger tiefgründige Verfolgung in die Tiefe - nach rechts nach links - Irgendwohin wohin eben vorher noch kein anderer gegangen ist!

    Ein Wissenschaftler ist doch eher jemand der Mit Tunnelblick sein "Fachgebiet wie in der Vergrösserung durch ein Microskop beschaut" aber dabei den "Wald vor lauter Bäumen" nicht mehr sieht!

    Nichts gegen diese Art von Wissenschaft - sie "verdieft" das bekannte wissen, läßt es mit immer mehr Details anreichern, aber es ist der Blick auf "Bekanntes" nicht auf neues!

    Neues Wissen entsteht aber nicht aus der Tiefensuche, sondern aus dem Verknüpfen von Neuen Zusammenhängen - der "Fachidiot" ist eben Fachmann, der "Laie" ist der Sucher der alles das abklappert was noch nicht bekannt war.

    Viele wirklich wichtige Erkunder der Menschheitsgeschichte waren "Laien" - Einstein - das was kein "Wissenschaftler" er war Laie im Patentamt - und er fügte das zusammen was er oberflächlich angekratzt hatte .. Bissle bekante Physik, ein paar seltsame Fragen und die Lorenz transformationen.
    Wissenschaftler nannte man ihn erst später... Erst war er Sucher, sonst nichts.

    Und genau das ist die "Wissenschaft" die durch die "Fachleute" leider nicht mehr betrieben wird - sie sitzen auf ihren "Fachgebieten" aber sie sehen den Wald letztlich nicht mehr, mit Schild allerdings davor - Zutritt verboten für nicht Fachleute!

    Wissenschaftliche Relevanz , die kann man nicht dort suchen wo nur "aufgeschriebene fakten stehen" - man muss sie dort suchen wo "nicht aufgeschriebene Zusammenhänge" noch der Entdeckung warten.

    Auf der Suche nach Neuem, und das ist Aufgabe der Wissenschaft sind alle Laien .. das was "bekannt" ist, das Detail der korrekten Zuordnung - das ist reine Technologie .. wie lautet die Formel, haben die Daten den und den Korrelationskoeffienten .. Wichtig für "Technologen" - aber letztlich unwichtig für die "Wissenschaft".
  8. #17

    Kontinuität und Konzentration Illusionen?

    Zitat von titurel Beitrag anzeigen
    aber im Gleichzeitigen liegen. Der PC ist heute eine gigantische Gebrauchsmaschine. Früher war es so, dass man eine Sache machte, z.B. ein Buch lesen. Vielleicht lief nebenher noch Musik. Heute ist der PC-Nutzer z.T. in verschiedene Vorgänge gleichzeitig involviert. Mit diesen ganzen Social-Networks kenne ich mich zuwenig aus, aber ich vermute, dass darin zusätzliche Multiplikatoren liegen. Verkürzt ausgedrückt: wir steuern auf einen Zustand hin, in welchem unser Gehirn und die Sinnesorgane sehr viel mehr als früher verarbeiten, aber nichts mehr mit Kontinuität und Konzentration machen. Der historische Bezug ist dabei nur ein Aspekt. Ich könnte ja Ihnen entgegenhalten, dass ich heute mit dem PC viel schneller einen historischen Überblick über ein beliebiges Thema bekommen kann als früher: ein paar Klicks durch Wiki und ich weiß ganz viel. Wie prägt sich diese Art der Wahrnehmung jedoch auf das Gehirn und die Wahrnehmungsfähigkeit insbesondere derer aus, die mit diesen Medien aufwachsen?

    ...
    Vielleicht ist ihr Bild und ihr Eindruck von dieser Welt schlicht auf einer "sehr schwammigen Philospophie" aufgebaut?

    Seit den Griechen wurde die "Rationalität" als Wesensmerkmal des Denkens eingeführt - und damit eine "Folge von Logisch zu treffenden" Entscheidungen die eine Handlung, den Eindruck der Welt bestimmen.
    Ihre Darstellung selber ist eine solche "Folge" von "Diskreten Entscheidungen" - aber ist "Denken" das wirklich?

    Als "Suchliste" einmal dieser Einstieg ..

    http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Wille

    Vieles weißt darauf hin das das "innere Bild" des Menschen überhaupt nicht so "diskret" aufgebaut ist, das die Verarbeitung von Informationen keineswegs auf einem "diskreten- sauber trennbaren Prozess" beruht - das alle Faktoren - auch der aktuellen Umgebung ,der Geräusche, die Farbe der Wand - die "Multiwelt" um uns herum im gleichen Moment verarbeitet wird - keineswegs diskret , sondern wie ein bunter Mischmasch - dessen "Rationale" Erklärung von Konzentration auf ein Gebiet - oder die Fixierung auf "eine Handlung" die passiert sein soll nur eine "Zurechtgebasteltet" künstliche Erklärung ist!

    Der Mensch ist entstanden in einem evolutionären Prozess der das Überleben sichern sollte .. nicht als "Denkmaschine" - und es ist schon ziemlich vermessen diesem Prozess als Ergebnis ein "rationales" - künstlich in diskrete Einzelaktionen aufspaltbares "Weltmodell" zu beschreiben!

    Wahrscheinlich leben wir nur in der künstlich formulierten Illusione wir würden auf "Kontinuität und Konzentration" unsere Denkvorgänge reduziert haben - mit der Wirklichkeit scheint das allerdings immer schwerer in Übereinstimmung zu bringen sein.
  9. #18

    Das Geheime ist das schlimme

    Zitat von LJA Beitrag anzeigen
    soll "durch Digitalisierung vor Gefahren geschützt" werden. Sehr schön. Aber wer schützt das Buch vor den Gefahren der Digitalisierung ?
    Wer die Hand am Server hat, der besitzt natürlich auch die Möglichkeit Inhalte zu ändern. Dies ist in der digitalen Welt sogar relativ einfach.
    Antike Bücher zu fälschen erforderte dahin gehend schon einen erheblich höheren Aufwand. Schriftbild, verwendete Tinte, Papier - alles müsste passen. Und selbst dann wird man vermutlich noch erkennen können, dass hier manipuliert wurde.
    In der digitalen Welt bleibt höchstens ein entsprechendes Änderungsprotokoll und auch auch das kann gelöscht werden.

    Natürlich, solange die Schriften von Leibniz, A. Smith, Marx, Churchill oder Sarrazzin noch im Original vorhanden sind, wird man solches leicht aufdecken können. Aber wie lange werden sie noch vorhanden sein ? Wie lange wird es dauern, bis die letzten physikalischen Originale nur noch in schwer gesicherten Bunkern untergebracht werden, wo sie für den normalen Leser gar nicht mehr erreichbar sind ?
    Orwell´s Ministry of Truth hätte seine helle Freude an den sich abzeichnenden Möglichkeiten.
    Die Gefahr das "Originale" verschwinden ist sehr gering - dafür ist ihr Inhalt letztlich schon tausendmal "kopiert" worden.
    Die Gefahr besteht eher darin das die Originale überhaupt nicht mehr "öffentlich" werden - sondern nur noch Interpretationen präsentiert werden!
    Das ist so bei der "Klimadebatte" offensichtlich geworden, bei den vielen kleinen Fälschungen in der Wissenschaft, gerade bei einem Verhaltensforscher, wird massiv betrieben im Bereich der Wirtschaft und sog. Ökonomie - wo ausschließlich nur noch "gefärbte" Darstellungen kursieren, deren "Datenbasis" als geheim, als "nicht für den Laien" verständlich oder Zugänglich präsentiert werden!

    Man schaue sich doch die ganzen "Wege" von öffentlich - beauftragten Studien an -sie werden überhaupt nicht veröffentlicht, sondern sind nur noch einer ausgewählten Schicht , incl. manchmal ein paar Journalisten zugänglich.

    Und damit läßt sich viel leichter Manipulation und Irreführung umsetzen, ganze Völker lenken und ihrem Denken auf das fixieren was man gerne "verbreitet" haben möchte!

    Leibnitz, A.Marx können sie schlicht nicht fälschen .. deren Denkvorgänge sind "nachvollziehbar" von jedermann - das gilt aber längst nicht mehr für Churchill der sich auf "Staatsinformationen" beruft - und Sarrazins "Daten" weisen einen färbungsgrad auf der schon gewaltig ist, er präsentiert schon "gefärbte Daten" die er dann nochmals aufhüpscht für seine Zwecke ..
    Und da liegt das grosse Missbrauchspotential ..in der Verheimlichung von Daten, im Urheberrecht was aus Wissen "Geschäftsgeheimnisse" macht - wo das "Geld" im vordergrund, und das Wissen nur noch verwertbare Rendite wird.

    Hellhörig sollt man nicht werden weil Daten gefälscht werden .. Hellhörig sollte man werden wenn immer mehr "geheime untersuchungsberichte" , Studien , Umfragen etc. die Polistisch- Wirtschaftliche Welt bestimmen!
  10. #19

    Langzeitarchivierung nicht erwünscht

    Zitat von Karl_Lauer Beitrag anzeigen
    Leider geht der ansonsten sehr löbliche Artikel nur mit einigen kurzen Sätzen auf die technischen Schwierigkeiten der Langzeitarchivierung digitaler Medien ein.

    Hardware und Software überholen sich in immer schnelleren Zyklen. Dateiformate die noch vor einigen Jahren gängig waren sind heute obskur und sobald das Wissen um die Dekodierung verlorengegangen ist hilft nichts mehr. Lösen lässt sich das Problem nur durch ständiges "Refreshing", d.h. die Übertragung der Daten, nichtnur auf neue, evtl. halbarere aber mindestens technisch aktuellere Datenträger und vorallem in die aktuellsten Dateiformate, oder durch das Modell "Computermuseum" (Aufbewahrung und Wartung alter DV-Maschinen Zwecks auslesen alter Medien) welches jedoch wenig praktikabel ist.

    Die Digitalisierungsprojekte deutscher Forschungs- und Staatsbibliotheken sind natürlich eine große Leistung, nur bräuchten sie noch viel mehr Geld und Initiative, da es mit der bloßen Digitalisierung noch lange nicht getan ist.
    Es wird teilweise zu einer Farce inzwischen. Die Verlage = Verwerter klagen unter dem Urheberrecht eine "Ausschließlichkeitsverfügung" über wissen ein - verhindern "kopien" und zwingen so die Bibliotheken "nicht kopierbares" zu horten, teilweise mit "illegalen Programmen" überhaupt erst eine Verfügbarkeit noch herzustellen. Alles geschuldet einer Politik die "Geschäft" vor Wissen stellt!
    Sogar rein wissenschaftliche Veröffentlichungen MÜSSEN zwangsweise einem der grossen teuren Verlage "übereignet" werden (zumindest mein Stand wissen) - damit sie überhaupt anerkannt werden!

    Die Klostermauern von früher waren klein gegenüber diesen "neuen Mauern" - Wissen nur für diejenigen die es sich "Leisten" können heißt das Motto und die Devise - und genau das ist den Politikern + Geschäftemachern ja der Dorn im Auge...
    Es geht nicht darum das Google ein "Monopol" aufbaut .. sondern darum das die Monopole der Politik und der "Geschäftemacherei" damit gebrochen werden das "Wissen" eben frei und für jedermann verfügbar gemacht wird!

    Es geht darum auch, das Meinungshoheit eben nicht mehr durchsetzbar ist wenn die Menschen in "ausländischen Büchern" lesen können wie das eigentlich mit den Kriegen ist - mit der Geschäftemacherei - warum Europa einen inzwischen us-kopierten Imperalismus führt.. also muss die Meinungshoheit der Politik wieder hergestellt werden.

    Da stehen sich eben "Wissen" und Politik im Wege , und deshalb ist die Langzeitarchivierung überhaupt nicht mehr gewünscht .. es ist eben verräterisch wenn die Fehler der Vergangenheit länger existieren als die Politik es gerne hätte..