dapdJean-Claude Juncker lobt ihn als idealen Nachfolger, Angela Merkel will ihn durchsetzen, er selbst ist bereit: Finanzminister Schäuble soll Chef der Euro-Gruppe werden. Doch ein neuer französischer Präsident François Hollande könnte ihn verhindern - die Kanzlerin wäre blamiert.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...831028,00.html
Es geht gar nicht darum, den besten Kandidaten (ob Schäuble das ist, kann ich nicht beurteilen) auf den Stuhl zu hieven, sondern Merkel eins auszuwischen. Immerhin hat sie sich unverschämterweise im französischen Wahlkampf eingemischt und dabei aufs falsche Pferd gesetzt.
Da verwechseln sie etwas: Das eine ist der Lauf der Dinge, der nur bedingt beeinflussbar ist und wenn Frankreich einen Präsidenten Hollande bekäme, der das alles umsetzt, was er jetzt von sich gibt, dann sollten wir in Deutschland doch die Freiheit haben darüber nachzudenken und entsprechend zu handeln, ob wir das alles weiter mittragen, was sich da über unseren Köpfen und denen unserer Nachkommen zusammen braut. Ich war von jeher ein überzeugter Europäer, bin es auch jetzt noch, habe aber erkennen müssen, dass es so nicht geht, wie die Politiker es uns vorgaukeln. Europa heute heißt für mich vielmehr: "Zurück auf Los" und das verarbeiten aller Erfahrungen, Erkenntnisse, Einsichten - nicht der Politiker, sondern der Menschen, die Europa wollen - oder eben nicht!
Leider lassen gerade die volkswirtschaftlichen Analysefähigkeiten von Herrn J.C. Juncker sehr zu wünschen übrig. Wenn man sich einmal die erzielten Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands näher ansieht, wieviel Kapitalexport von Deutschland in die heutigen Europroblemländern erfolgt ist, sich die Target 2 Salden betrachtet (Forderungssaldo der Buba ca. 620 Milliarden EUR), Deutschland ist der Hauptfianzierer des EFSF und des ESM, ergibt sich ein völlig anderes Bild.
Spaniens reale Binneninflationsrate lag deutlich über den realen Marktzinsen, kein Grund für den Eurogruppenchef dies in der Vergangenheit als ein Problem anzusehen. Die Leistungsbilanzdefizite Spaniens lagen höher als die der USA, die private Verschuldungen explodierten. Währungskommissar Hr. Almunja, gelehrter Wirtschaftsprofessor, beschäftigte sich lieber mit den deutschen Haushaltsdefiziten. Die deutsche Kapitalexporte flossen auch auf die besagte Halbinsel. Auch dies wurde großzügig übersehen.
Wilhelm Nölling - Auswirkungen der Euro-Währungsunion - YouTube
Prof. Dr. Wilhelm Hankel 2011 in Berlin - YouTube
Es kommt drauf das verneunftige Politik gemacht wird, und dass richtige Entscheidungen getroffen werden. - Dabei ist es nicht wichtig ob ein Schaeuble so einen Zweitposten bekommt oder nicht. Es kommt aber darauf wie die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Fuer Frankreich sehe ich allerdings schwarz, gegen den Herren Hollande habe ich nichts, aber sein Programm geht in die falsche Richtung. Frankreich wird sich noch weiter ins oekonomische Abseits manoevrieren, die Lohnnebenkosten weiter erhoehen. Ich habe Frankreich gerade nach 10 Jahren den Ruecken gekehrt. Das Land ist auf dem absteigenden Ast, und schlimmer noch, Frankreich ist kaum reformierbar.
Ganz schlimm koennte es werden wenn die UMP in den naechsten Jahren noch mehr Waehler an die Front National verliert. Dann wird es nicht nur aus oekonomischer, sondern auch aus sozial-politscher Sicht kritisch.
Sollte Hollande eine Wahl Schäubles verhindern wollen, kann das ganz schnell in die Hose gehen, für ihn wie für Frankreich. Eine 'blamierte' Kanzlerin kann den Beitrag Deutschlands zur Bewältigung der Krise ganz neu überdenken. Man stelle sich vor, Deutschland zieht sich aus der Finanzierung der Schirme zurück und gibt keine Garantien mehr, geschweige denn daß es zahlt! Darüber hinaus könnten die Schulden europäischer Länder in Höhe von 500 Billionen Euro eingefordert werden können. Usw. Da kann man sich noch viel mehr einfallen lassen. Hollande sollte also gewarnt sein, den Bogen zu überspannen. Allerdings klangen seine Worte im Rededuell mit Sarkozy ja bereits sehr vieol zurückhaltender. Auch Frankreich steht nicht besonders gut da, daß zumindest scheint er zu wissen.
Ist dann denn nicht schon fast egal wer dieses Amt übernehmen wird, denn eine Person wird doch nichts grundlegendes verändern können.
Es liegt doch nie nur immerr an dieser Person, sondern viel mehr an das bestehende System und das entscheidet auch was grundsätzlich getan wird.
Haben wir es denn nicht schon bei der Frau Merkel mit erleben können wie sie in der Richtung der Banken marschiert, es ist auch kein Wunder, denn der Herr Ackermann Chef des Deutschen Bank und des europäischen Bankenverbundes geben ihr die Richtung an.
Wir leben im Kapitalismus und da wird nun mal die Hauptrichtung in der Politik, Wirtschaft und Finanzen von der Finanzwelt entschieden, die Politiker sind doch nur die Ausführenden und so einer wird der Herr Schäuble auch sein.
Nein, solange sich nichts grundsätzliches in der Strategie der Politik und dem Finanzsektor ändern wird, solange werden wir ständig die Krisen als einen festen Begleiter bei uns haben.
Aber das ist doch nichts neues, denn vor weit über einhundert Jahren hatten das alles schon mal Philosophen und Ökonomen so dargestellt und es hat nach wie vor seine Gültigkeit.