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Saudisches Gutachten: "Wenn Frauen Auto fahren, gibt es mehr Homosexualität"

Zehn Peitschenhiebe für eine Autofahrt - in Saudi-Arabien werden Frauen hart bestraft, wenn sie sich ans Steuer setzen. In einem Gutachten liefert ein Geistlicher dafür nun die Begründung: Fahrende Frauen verlieren angeblich ihre Jungfräulichkeit, außerdem könnten sie in die Prostitution abrutschen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...801461,00.html
  1. #130

    Also im Gegensatz zu manchen,

    die sich hier äußern, war ich einige Jahre in Saudi-Arabien als Lehrer für einen deutschen Konzern, habe einige Saudis, darunter Professoren kennengelent, das Land bereist und viele Eindrücke gesammelt.
    Meine Einschätzung, das ist zwar alles ca 30 Jahre her und zu Beginn der Ära Khomeni in Persién gewesen , ist folgende:
    Ich habe die Saudis als nettes und vor allem tolerantes Volk kennengelernt, in dem man durchaus offen über religiöse Fragen und Themen reden bzw. diskutieren konnte.
    Ich begegnete zwar wirklich tiefer Frömmigkeit, aber der Fanatismus, wie er hier z.B. von einigen islamischen Vertreter bewusst und provokativ gegen die hiesige Bevölkerung zelebriert wird, war dort fremd. Ja, ich durfte mich als Christ auch meiner Religion hingeben, und mir wurde auch erklärt, dass eine Konvertierung zum Islam eigentlich gar nicht erwünscht sei. Wenn man seine Religion ernst nimmt, bleibt man bei ihr, so die allgemeine Aussage.
    Ich habe mich dort wohl gefühlt und wurde nie belästigt.
    Die Frauen gingen übrigens in der Regel unverschleiert, manchmal hatten sie Halbmasken auf, manchmal war das Gesicht auch frei. Die Burka habe ich zumindest dort nie gesehen. In Riyadh z.B. ging man verhüllter als in Jeddah, woch ich Mädchen in kurzen Röcken und völlig unverschleiert sah.
    Richtig ist,dass die Frauen kein Auto fahren durften, Ärztinnen und Lehrerinnen gab es aber auch damals schon.
    Erklärt wurde es damit, dass man den Frauen die Gefahr einer Verurteilung ersparen wollte, denn be neinem tödlichen Unfall bestand durchaus die Gefahr eines Todesurteils.
    Die Scharia- Handabnahme, Enthaupten und auch eine Steinigung wurden kompromisslos öffentlich durchgeführt.
    Abends wies ein Sprecher mit immer gleichen Worten darauf hin,dass dieses Urteil nach dem heiligen Koran vollstreckt wurde und auch die Kriminalitätsrate niedrig halten sollte.
    Was die Kriminalität angeht, kann man davon hier nur träumen.
    Wer z. B. Geld verlor, konnte es n Ruhe aufheben, niemand nahm es an sich...das habe ich selbst erlebt, auch wie jemand öffentlich mit einigen Goldbarren abends durch eine Menschenmenge ging.
    Manchmal wünsche ich mir,dasss man an denjenigen,die hier so demonstrativ dem Islam frönen, die Scharia bei ihren nicht selten aggressiven und rassistischen Taten angewandt würde.
    Ich bin sicher, so ein Ehrenmord, wie er hier vorkommt und beschämend als solcher bezeichnet wird, würde in Saudi nicht geduldet werden.

    Die Frauen werden in Saudi Auto bald fahren dürfen, ja müssen. Denn auch Saudi kann es sich nicht leisten,auf die wirtschaftliche Resource Frau zu verzichten.
    Zudem bin ich sicher, dass halb Saudi über das vorliegende Gutachten schallend lachen wird.
  2. #131

    "Wenn Frauen Auto fahren, gibt es mehr Homosexualität"

    .
    Ja, das ist ja aber noch lang nicht alles an schlimmen Effekten, die es dann
    gibt, werter Herr Professor.
    Überall, wo Frhauen Auto fahren (egal ob le- oder ill-egal) geht auch die
    Geburtenrate der Bevölkerung brachial in die Knie!
    .
    Und ökologisch sinnvoll ist es nirgendwo.
    Deshalb muss die Devise lauten: Frhauen aufs Kamel!
  3. #132

    ...überlegung zum advent

    Zitat von _ab Beitrag anzeigen
    Hmm, so abwegig ist das doch gar nicht. ; )
    da ja nun morgen wieder advent is und diese seltsame schlagzeile die gemüter zu bewegen scheint, hat auch meine wenigkeit sich darüber gedanken gemacht und kommt zu diesem schluß:
    die saudis haben da etwas verstanden, und etwas anderes nicht. Nicht verstanden wurde: frauen haben natürlich die gleichen rechte wie männer. verstanden wurde aber: bis auf eines - autofahren. da haben sie recht. aber zum ausgleich (und das scheint der obergeistliche da wiederum nicht begriffen zu haben) können frauen etwas anderes viel, viel besser als wir, weshalb sie diesbezüglich ein schützenswertes extra-recht genießen: shoppen, insbesondere in Schuh- und Taschenläden (gemeinhin die "Boutique" genannt). Nun wäre es doch eine Superidee, den Männern das Autofahren zu überlassen und dafür in allen größeren Städten männerfreie shoppingzonen mit Schuh- und Handtaschenboutiquen einzurichten. Da hätten beide was davon. und damit das alles schön gerecht wird, muß der mann die einkäufe des weibes inkl. nebenkosten zahlen, das weib hingegen die tankrechnungen etc.
    das wäre ein modell, welches sich mehreitlich in der westlichen als auch der östlichen welt durchsetzen ließe. und zu weihnachten schenkte man sich gegenseitig handtaschen und schuhe oder spoiler und nürburgringfreitickets. alles wäre friede, freude eierkuchen.... ach wäre das schön!
  4. #133

    Ja, das ist es, der vordefinierte Aktionsradius...

    Zitat von enfanterrible Beitrag anzeigen
    ich finde es auch ein Unding, Frauen ans Steuer von Autos zu lassen.
    Wenn man sich allein mal überlegt, wie viele Parkschäden dadurch entstehen!
    Zudem erhöht es unnötig die Mobilität, das Selbstwertgefühl und führt möglicherweise sogar in die Unabhängigkeit!
    Eines Tages wird es sicherlich Golfwagenartige Elektrogefährte mit vordefinierbarem Aktionsradius geben, um denen wenigstens die täglichen Einkäufe zu erleichtern.
    .
    Technologisch beherrschbar, einfach das Rasenroboter-System etwas weiterentwickeln und vergrößern, das Mobilteil mit Kinderlenkrad und Sitz drauf et voilà: Die Frau fährt - aber nicht davon, in die gefahrvolle Umwelt. Sie bleibt in Reichweite von Herd und Harem...wie es die Tradition verlangt.
    Und man könnte vor aller Welt behaupten, dass es unwahr ist, dass saudische Frauen nicht ans Steuer dürfen.
  5. #134

    Konsequent weitergedacht

    Zitat von Robert A. C. Beitrag anzeigen
    Ja, dieser Artikel sollte auch mal der entsprechenden Behörde in Saudiarabien vorgelegt werden.

    Ganz im Ernst:
    Die religiösen Großkopferten und die durch sie gestützen Diktaturen (bzw. wenn sie Freunde des Westens sind heißt es ja Monarchien) sehen (und das sicher zum Teil zu recht) die Tendenz, das jede Befolgung von Menschenrechten, jede Gewährung persönlicher Freiheit, jeder Strohhalm auf dem Weg zum Rechtsstaat das fragile Gebilde zum Einsturz bringen könnte. Siehe den arabischen Frühling.

    Und damit halte ich die Ausgangsthese von mehr Prostitution, Pornografie, Homosexualität und Scheidungsraten durch Auto fahrende Frauen für gar nicht so abwegig. Natürlich nicht als direkte Folge, sondern als langfristiges Ergebnis einer modernisierenden und säkulären Politik.

    Nur sehe ich darin nicht den Untergang der Welt, sondern etwas Positives, wenn Menschen die Möglichkeit haben, sich zu prostituieren, Pronografie zu konsukieren, ihre Homosexualität auszuleben und sich scheiden zu lassen, wenn die Ehe keinen Spaß macht.

    Also, Übereinstimmung mit der These von Kamal Subhi, nur dass ich das Ergebnis fundamental anders werte.
  6. #135

    Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass auch bei uns vor gar nicht allzu langer Zeit bescheuerte Vorschriften für die Frauen da waren. In den 50ern musste mein Vater tatsächlich beim Reisepass meiner Mutter und auch bei ihrem Führerschein unterschreiben! Worauf mein Vater die betreffenden Beamten für "bekloppt" erklärte. Was diese aber gar nicht juckte, das hörten sie wahrscheinlich täglich ein paar mal. Der Wandel war bei uns wohl auch durch den Krieg gekommen, weil da die Frauen plötzlich gut genug waren, auch "Männerarbeiten" zu verrichten. Nicht zu vergessen die Trümmerfrauen, vor denen wir heute noch den Hut ziehen sollten.
    All das hat das Bewusstsein der Leute doch stark verändert und es ist richtig, dass es zwar viele einengende Vorschriften gab, diese aber kaum umgesetzt wurden.

    Und genau DARIN liegt der Unterschied zu heutigen Saudi-Land. Was da irgendein Koran-Mufti sagt oder per "Gutachten" festlegt, ist Gesetz und wird auch ANGEWENDET!

    Das alles ließe sich ändern, wenn die Amis nicht mehr ihre spritschluckenden Autos fahren würden. Die USA haben genug Öl im eignen Land, müssen nur deshalb importieren, weil die Autos saufen und die Häuser nach wie vor im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt sind und deswegen Energie und noch mal Energie schlucken!
    Würde die Amis nicht faktisch den Weltmarkt beherrschen, gäbe es ein Überanbebiot an Öl und auch die Saudis würden sich dem 21. Jhdt. öffnen müssen, ganz einfach, um überhaupt zu überleben.

    Friede den saudischen Frauen, die halt inzwischen auch ihre Handies haben und wissen, dass MEKKA nicht alles ist!
  7. #136

    Clärenore Stinnes

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zehn Peitschenhiebe für eine Autofahrt - in Saudi-Arabien werden Frauen hart bestraft, wenn sie sich ans Steuer setzen. In einem Gutachten liefert ein Geistlicher dafür nun die Begründung: Fahrende Frauen verlieren angeblich ihre Jungfräulichkeit, außerdem könnten sie in die Prostitution abrutschen.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...801461,00.html
    Wenn man überlegt, dass schon in den 1920er Jahren Clärenore Stinnes mit ihrem Auto einmal um die Welt gefahren war, und das, ohne damit "Homosexualität zu verbreiten" oder "in die Prostitution abzurutschen"...
  8. #137

    Viele Gesichter, sagte ich

    Zitat von Werner655 Beitrag anzeigen
    ...und Tatsache ist auch, dass die Frauen in Saudi Arabien nach wie vor nicht hinters Steuer dürfen!
    Um das ging`s doch, oder?
    Tatsache ist, dass die Frauen Saudi-Arabiens mit Männer-Gesetzen in einem uns unbegreifbaren Masse gestraft sind.
    Daran ist nicht zu deuteln.
    Der "normale" Araber übt Macht über seine Frauen aus, lässt sie malochen, und trinkt seinen Tee mit anderen Männern.

    Und in einem grossen Kaufhaus in Riad gibt es eine Etage nur für Frauen. Dort trinken die Frauen ihren Tee, nachdem sie alle hinderlichen Plünnen abgelegt haben, und machen sich über die Männer lustig.

    Noch'n Gesicht?
    Wenn eine europäisch gekleidete Europäerin in Riad versehentlich das Männer-Gate erwischt, drehen die anwesenden Saudis völlig durch. Sie tut gut daran, durch das Frauen-Gate zu treten. Ein Umweg von 1 m fuffzig.

    Und so fort.
  9. #138

    Unter 30?

    Zitat von predator77 Beitrag anzeigen
    Es gab auch noch den "Kuppelei"-Paragraphen und Homosexualität war auch Strafbar.
    Aber dennoch lässt sich dieses nicht vergleichen.
    Denn der Unterschied ist, ob ein Gesetzt auch angewendet und durchgesetzt wird.
    Das war in Deutschland aber sicher nicht die Regel und wie im Zitat ehr eine "kann-Bestimmung" von der sicher nur wenige Männer Gebrauch gemacht haben.

    Daher hinkt dieser Vergleich gewaltig.
    Denn auch zu dieser Zeit waren Frauen nicht "rechtlos", wie es in vielen dieser islamischen Länder heute noch ist.
    Die Realität der Nachkriegszeit sah ganz anders aus. "Wenig" mag in intellektuellen Kreisen gegolten haben, aber selbst die waren und sind nicht frei davon. Frauen wurden mit "Frau <Name oder Position des Mannes>" angesprochen, bei offiziellen Terminen (Gericht, Anwalt, Notar, Ämter) wurde nur mit dem Mann geredet auch wenn es um die anwesende Frau ging. Und wenn man die Geschlechterquote bei der Erziehungszeit betrachtet, dann ist der Weg vor uns noch länger als der Weg hinter uns.

    Ende der letzten Jahrhunderts, hört sich schön antiquiert an, hat der später siegreiche Landratskandidat in einem Radio-Interview geäußert, dass er von seiner Frau im Wahlkampf unterstützt würde. Auf die Nachfrage wie diese Unterstützung aussehe, erfolgte die Offenbarung, dass sie ihm morgens ein Hemd mit passender Krawatte bereitlegt und das Frühstück macht. Wenn es am Folgetag nicht in der Tageszeitung abgedruckt worden wäre, hätte ich es immer noch für eine Parodie bzw. Satire gehalten. Diese steinzeitlichen Männer, "Ich jagen, du Körner mahlen und Kind säugen", trifft man immer noch an.
  10. #139

    Eben!

    Zitat von Fackel Beitrag anzeigen
    Erinnert ich an den Witz mit der katholischen Pille: "Sie wiegt 2 Tonnen und man kann damit die Tür blockieren."
    Der Papst gibt doch zum Thema Geburtenkontrolle fast genauso solche Dümmlichkeiten von sich.

    Ich kann den Frauen nur zum zivilen Ungehorsam raten. Aber den scheint es ja schon zu geben, sonst wäre die Frau nicht verurteilt worden.








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