Satelliten-Ausfall: Weltraumbehörde gibt All-Koloss "Envisat" verloren

AFP/ ESADie Esa gibt ihr Flaggschiff auf: Die Mission von "Envisat" ist offiziell beendet. Einen Monat lang hat die Europäische Weltraumbehörde versucht, den verlorenen Kontakt zu dem riesigen Satelliten wiederherzustellen - vergeblich, wie sich jetzt zeigt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...832304,00.html
  1. #20

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Bevor man das Ding ganz verloren gibt, sollte noch mal jemand hochfliegen und Strg-Alt-Entf drücken. Das hilft häufig.
    Oooh, schicken Sie diesen Vorschlag unbedingt an das Jahr 1998!
  2. #21

    gute Idee

    Zitat von prösus Beitrag anzeigen
    2,3 Milliarden - und will gar nicht wissen, in wie viele Kitaplätze man das umrechnen könnte… oder Bierkästen!
    Die Idee mit den Bierkästen hat was:
    1 Bierkiste kostet etwa 1,-€ und ist 27cm hoch.
    Für 2,3 Mrd. könnte man also einen 621km hohen Turm bauen.
    Bei der Menge sollte sich am Preis noch was machen lassen,
    bei knapp 20% Rabatt erreicht man dann auch die Environ Höhe von 790km.
  3. #22

    titel

    Zitat von prösus Beitrag anzeigen
    2,3 Milliarden - und will gar nicht wissen, in wie viele Kitaplätze man das umrechnen könnte… oder Bierkästen!
    Die Antwort auf Ihre Frage lautet übrigens: Null.

    Das Geld wäre in ein anderes Forschungs- oder Technologieprojekt gegangen. Es ist ein Irrglaube, dass Geld ür einen Zweck auch für alle anderen Zwecke zur Verfügung stünde.
  4. #23

    Satellitensteuerung

    Zitat von sehrleise Beitrag anzeigen
    Jedes einfache zeitkritische System hat ein Watchdog System, das die betroffene Einheit oder notfalls das gesamte System in instabilen Zuständen neu startet.
    Ja, natürlich haben auch Satelliten so etwas. Es nennt sich "safe mode", und bewirkt nicht nur einen Neustart des Zentralrechners, sondern auch die Änderung der Ausrichtung des Satelliten, so dass sowohl die Energieversorgung als auch die Kommunikation sichergestellt ist. Es nutzt ja z.B. nichts, wenn die Solarpanele von der Sonne wegzeigen.

    Wie im Artikel steht, wird auch vermutet, dass der Satellit in diesen "safe mode" überging, und dann *noch etwas* passiert ist. Das ist letztlich über zehn Jahre alte Hardware, da kann schon mal ein Teil ausfallen.

    Und um gleich dem nächsten Argument vorzubeugen: Nein, man kann nicht alles redundant bauen, denn man braucht ja immer auch einen Umschalter zwischen den beiden Systemen, und der ist dann zwangsläufig nicht redundant.
    Der Fehler liegt nicht m.E. also nicht darin, dass ein Satellit, der das doppelte der geplanten Nutzungsdauer überschritten hat, einfach ausfällt. Sondern darin, dass es nicht längst einen Nachfolger gibt. Doch zu "Lebzeiten" von Envisat gab es kein Budget für einen Nachfolger, denn Envisat funktionierte ja noch... Folglich sollte künftig für ein Standardprogramm an Erdbeobachtung - Kameras im sichtbaren Licht und IR, Radar, Reflektometer für Spurengase, Magnetometer, Gravitometer usw. usf. - bei der ESA ein festes Budget vorhanden sein, damit diese regelmäßig entsprechende Satelliten bauen und starten kann.
  5. #24

    Envisat fliegt zu hoch

    Zitat von My2Cents Beitrag anzeigen
    Es ist schade, dass die Space Shuttles alle eingestellt wurden, ohne eine Nachfolgelösung zu präsentieren. Sonst hätte man Envisat jetzt mal untersuchen und ggf. reparieren können - wenn man das denn gewollt hätte.
    Man hätte nicht, denn Envisat fliegt in einer Höhe (766 km), die der Space Shuttle nicht erreichen konnte. Und Envisat fliegt in einem so genannten sonnensynchronen Orbit, das sehr nah zu den Polen führt. Solche Orbits ist der Space Shuttle nie geflogen, da dort die Strahlung für die Astronauten zu hoch ist. Stichwort: Polarlichter.

    Die hohe Strahlung auf dem sonnensynchronen Orbit dürfte auch einer der Gründe sowohl für die kurze nominelle Missionsdauer (vier Jahre) als auch Envisats vergleichsweise frühen Ausfall sein. Standard-Tk-Satelliten halten regelmäßig mehr als 15 Jahre.