Sarrazin-Auftritt in der ARD: Jauch zeigt Mut zur Lücke

DPAEine gute Talkshow zum Thema Eurokrise? Gab's noch nie - bis Sonntagabend. Günther Jauch pfiff auf Proporz und Political Correctness, ließ Thilo Sarrazin reden, und siehe da: Es wurde richtig interessant.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,834092,00.html
  1. #50

    Das Beste!

    Das Beste war in der Tat das Fehlen eines Schlagersängers,eines Filmstars oder einer sonstigen Koryphäe aus dem Showbusiness,die unbedingt ein neues Produkt bewerben musste.
  2. #51

    Endlich mal eine Talkshow zum Thema Euro, in der nicht Leute eingeladen werden, die von Ökonomie null Ahnung haben und nur dummes Zeug reden. Hier haben zwei Männer miteinander diskutiert, die hoch kompetent waren, ohne von herum labernden Dilettanten gestört zu werden. Da wird wohl so bald nicht wieder zu sehen sein. Eine der eher seltenen Talkshows, bei der es sich lohnte zuzuhören.
  3. #52

    Sieger nach Punkten Sarrazin!

    Obwohl Sarrazin auf meiner Punkte Liste ohnehin in dieser Diskussion Punktsieger geworden ist, hätte ich mir gewünscht, dass Paul Krugman dort mit am Tisch gesessen hätte.

    Bei Steinbrück hatte hatte ich das Gefühl, dass er auf Krugmans Argumente vorbereitet war. Sarrazin schien Krugmans Hilfe aber gar nicht zu benötigen.
  4. #53

    Entsetzen

    Sehr geehrter Herr Steinbrück,

    ich war entsetzt, mit welchen weltfremden Argumenten Sie das ganze finanzielle Risiko für Deutschland verteidigen. Das Europagefühl retten in dem Sinne, dass Europa eine Zivilisation sei, kann nicht das wichtigste Anliegen eines deutschen Politikers sein. Wichtig ist, dass wir in Europa friedlich nebeneinander leben können. Und das tun wir schon lange und im besonderen seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs. Sie sollen meine Rente und mein Gesundheitswesen verteidigen und sich nicht dem Traumgebilde Europa verpflichtet fühlen.

    Besonders hanebüchen ist für mich ihre Meinung, dass die Eurorettung eine besondere Verpflichtung für Deutschland sei, eine Wiedergutmachung der NS-Verbrechen. Damit sind sie ein Kerkermeister all derer, die die Deutschen immer noch in Sippenhaft nehmen.

    Ich bin durch diese Fernsehsendung zu dem Schluss gekommen, dass die deutschen Politiker eher in einem Eurounglück untergehen wollen, als einzugestehen, dass dieses Gebilde falsch war. Seit gestern Abend weiß ich, dass Sie das einfache Volk nicht vertreten.
  5. #54

    optional

    Es sei lediglich bemerkt, daß "Unabhängige Gerichte, Sozialstaat, Trennung von Staat und Kirche, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Aufklärung" auch ohne den Euro ganz gut funktioniert haben. Und genau das schreibt Thilo Sarrazin.
  6. #55

    die größten Europa-Fanatiker sind die größten Gegner von direkter Demokratie

    Die angestrebte Eurokratur hat (logisch) so ganz und gar nichts mehr mit den ursprünglichen friedensstiftenden Versöhnungsmotiven, abgeleitet aus den grossen Kriegen zu tun. Die hinter den Kulissen der Politik Weisung erteilenden Finanzoligarchen sind lediglich so unverschämt, sich (trojanisch) auf diese Ideale zu berufen. Im Wissen um die dafür vorhandenen Denkmuster, Synapsen und historischen Komplexe, die sich so vorzüglich für Machtinteressen instrumentalisieren lassen.
    Motto: mehr "Opfer" EUropa bringen.

    Dieses "Geschäftsmodell" ist in der Tat eines der historisch einträglichsten seit dem Ablasshandel der kathol. Kirche. Wer braucht Banken, die systemisch ganze Volkswirtschaften vernichten und in Folge nach dem grössten Raubzug der Geschichte auch noch die grobe Dreistigkeit besitzen, mit dem grössten Selbstverständnis ihre eigene systemisch-automatisierte Rettung durch den Staat/den Bürger einzufordern?
    Dem Bürger in DE wurde Sparen, Sparen und Lohnverzicht fast schon als Ersatzreligion jahrzehntelang gepredigt, bis es verinnerlicht war, u.a. um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu sichern (nach offizieller Lesart). Und diese jahrzehntelangen Opfer wurden erbracht, um die Erträge daraus jetzt AUTOMATISIERT zu transferierendieses System ist vollkommen krank!

    Allerdings: Die tatsächlich Verantwortlichen für diese Entwicklung sind wie allseits bekannt nicht im Finanzsektor zu verorten, sondern in der Politik, von der die Bevölkerung wie eine Ansammlung unmündiger Unzurechnungsfähiger behandelt wird, für deren Verständnis und Mitspracherecht (angeblich) immer dann alles viel zu komplex ist, wenn es um die Durchsetzung des grossen undemokratischen Prestige-Projekts geht. Nach dieser Logik müsse man den Souverän zu seinem Glück folglich zwingen - ein Selbstverständnis wie bei einer anmassend autoritären Vormundschaft oder eben absolutistisch.

    Schweizer sagen dazu: Wenn man den glasklaren rationalen unmittelbaren SINN und NUTZEN eines Projekts dem Souverän nicht schlüssig erklären kann (ohne argumentativ in die Pauschal-Rechtfertigung mit verbrämenden idealistischen Motiven auszuweichen) dann ist es nicht durchsetzbar. Ohne den Souverän als Finanzier und Nutzniesser (!) geht es nicht, Punkt. Dies gilt für Prestigeprojekte umso stärker.
  7. #56

    Guten Morgen Deutschland

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine gute Talkshow zum Thema Eurokrise? Gab's noch nie - bis Sonntagabend. Günther Jauch pfiff auf Proporz und Political Correctness, ließ Thilo Sarrazin reden, und siehe da: Es wurde richtig interessant.

    Thilo Sarrazin und Peer Steinbrück streiten bei Jauch über den Euro - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe mir gerade in der Mediathek diese Debatte angesehen. Weder im Stil, noch in den Argumenten gab es da Aufregendes. Im Gegensatz zu dem was wir in Frankreich gewohnt sind eher lahm. Da wurden bekannte Argumente ausgetauscht in eher hoeflicher Form.
    Probleme duerfen nicht totgeschwiegen werden, solche Debatten muessen sein, une kein einziges Argument hat mich geschockt.
    Was mich jedoch geschockt hat, das waren diese Bilder von der kleinen Demonstration vorher mit dem Transparent 'Deutschland halt's Maul'.
    Noch etwas ist mir aufgefallen: "Steinbrück: "Unabhängige Gerichte, Sozialstaat, Trennung von Staat und Kirche, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Aufklärung - das ist Europa, und davon finde ich bei Sarrazin nichts."". Ich kenne das Buch nicht, werde es mir sicherlich auch nicht kaufen, aber weder CDU/CSU, noch FDP, von der SPD und den Gruenen ganz zu schweigen, verteidigen diese Werte offensiv. Es ist wahr was Steinbrueck hier sagt, aber er kann Sarrazin nicht etwas vorwerfen was die SPD auch schon lange nicht mehr macht.
  8. #57

    ....

    Zitat von rastar Beitrag anzeigen
    ....
    Der Euro als 'Opfer' Deutschlands für seine Vergangenheit?? Wieso denn Opfer - fragte Jean-Hugues ungläubig - wenn es doch offensichtlich Deutschland gelungen ist, mit Hilfe des Euros ganz Europa an die Wand zu wirtschaften. Mit größerer Berechtigung könnte man vom Euro als Rache Deutschlands für den 2.Weltkrieg reden. ..
    Wow, so ein Schwachsinn! Der normale deutsche Arbeitnehmer wird durch Europa verarmen. Das was Sie mit Deutschland meinen, sind Großkonzerne mit Sitz in Deutschland und einer internationalen Anlegerstruktur und ein paar Mittelständler, die wenige Inhaberfamilien reich machen. Der deutsche Michel, der jeden Tag an der CNC-Maschine steht, hat rein gar nichts von Europa!
  9. #58

    Zitat von rastar Beitrag anzeigen
    Diese Sendung war ein weiterer Tiefpunkt in der medialen Berichterstattung zur Eurokrise. Ich saß mit 2 Freunden aus Frankreich vor dem Fernseher, die überhaupt nicht glauben konnten, über was die beiden Protagonisten da diskutierten: Der Euro als 'Opfer' Deutschlands für seine Vergangenheit?? Wieso denn Opfer - fragte Jean-Hugues ungläubig - wenn es doch offensichtlich Deutschland gelungen ist, mit Hilfe des Euros ganz Europa an die Wand zu wirtschaften.
    da haben sie eine andere sendung gesehen als ich. ich -als notorischer talkshowverweigerer - fand sie sehr interessant- es ging um fakten, deren bewertungen, die sicht auf europa .
    steinbrück fand ich bisher immer einen schwätzer- aber ich muß zugeben, er ist fundiert in seinen ansichten , ebenso wie sarazin.

    die sicht ihrer französischen freune ist im übrigen falsch- detuland ist wirtschaftlich stark nicht des euros wegen, sondern aufgrund seiner reformen und innovationskraft der wirtschaft. frankreich hat in den letzten 20jahren seine hausaufgaben nicht gemacht .
  10. #59

    Buch-Verkaufsshow

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine gute Talkshow zum Thema Eurokrise? Gab's noch nie - bis Sonntagabend. Günther Jauch pfiff auf Proporz und Political Correctness, ließ Thilo Sarrazin reden, und siehe da: Es wurde richtig interessant.

    Thilo Sarrazin und Peer Steinbrück streiten bei Jauch über den Euro - SPIEGEL ONLINE
    Das war doch eine tolle PR-Sendung, Erstverkaufstag am kommenden Dienstag. Ach ja, an der Bankenkrise und an dem europaweiten Niedergang des Mittelstandes ist der Euro schuld. Lang lebe die neoliberale Ideologie, Ihre Mietmäuler und die angeschlpossenen medien.