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Salsa auf Kuba: Im Rhythmus der Karibik
TMNKubanischer Salsa ist Lebenslust, Erotik und Alltagsflucht. Ein Tanz als Ventil wider des sozialistischen Alltags auf der karibischen Insel. Touristen kommen in Scharen, um Hüften und Schultern zu schwingen. Doch der fröhliche Rhythmus ist für die meisten harte Arbeit.
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...842242,00.html
- #1 05.07.2012 14:47 von
Hochglanz-Parolen!!!
Ein halbes Jahr haben wir uns auf unser Kuba-Abenteuer vorbereitet: Geo-Special, drei Reiseführer, Recherchen in vier Kubaforen und natürlich haben wir uns auch den am Sonntag in Phoenix wiederholten Film "Sonne, Salsa, Sozialismus“ von Stefan Schaaf mehrmals reingezogen. Nach zwei Juni-Wochen und 3500 km mit dem Leihwagen quer durch Kuba (ohne längeren Aufenthalt im abgesperrten Touristen-Getto Varadero) stellen wir fest: Wir sind Hochglanz-Parolen aufgesessen! Den obligatorischen Reisebericht haben wir uns bislang versagt – zu groß ist die Enttäuschung und der Frust! Nur so viel: kein Beispiel für eine halbwegs egalitäre Gesellschaft! Armut beim überwiegenden Teil der Bevölkerung; Casa-Besitzer, die den Tag vor dem TV verbringen und die Nachbarschaft für sich arbeiten lassen: Köchin, Putzfrauen und z. B. ein zerlumpter Underdog, der bei sengender Hitze mit der Nagelschere den englischen Rasen stutzt; 2,4 Millionen Touristen (davon ca, 1 Million Sex-Reisende), die den Larry raushängen lassen! Freundliche Bevölkerung? Nicht nur Kinder zeigten uns den Stinkefinger oder schnitten eindeutige Grimassen! Unsere Schrottlaube war schon von Weitem durch das rote Nummernschild als Leihwagen erkennbar! Abzocke, wo man geht und steht (für das ausgegebene Geld hätten wir auf die Bahamas fliegen können)! Obwohl: Ich habe immer noch Verständnis für die Kubis, die durch uns Touris dazu verleitet werden, die Errungenschaften des Sozialismus kritisch zu sehen. Eine Infrastruktur, die ihren Namen nicht verdient! Umweltschutz? In Reservaten oder im Dschungel: ja. Aber ansonsten Fehlanzeige. Wer mal hinter einem Rudel stinkender Oldtimer hergerollt ist, Raffinerien oder Ölpumpstationen schon Kilometer im Voraus gerochen hat, der sehnt sich nach frischer Luft. Übrigens: Mein Sohn ist gerade von seinem Varadero-Urlaub zurückgekehrt. Er ist begeistert – kennt aber Kuba nicht!
- #2 05.07.2012 21:15 von
hat mir gefallen
naja, Salsa ist richtig eine kleine Industrie geworden auf Kuba. Aber das weltweite Salsa-Fieber hat Salsa auch in Kuba wieder mehr Auftrieb gegeben. Die Jugend in Kuba steht auch auf Hiphop und Reggaeton und Paartanz mit Figuren ist auch nicht das, was alle tanzen - vielleicht verliebte Pärchen. Ich war bei einem Festival in Santiago de Cuba, das alle zwei Jahre stattfindet, und die Kubaner tanzen gerne und gut, aber gerne Freestyle und nicht so "Tanztee"-mäßig wie in der bundesdeutschen Salsaszene.
Der negativen Beschreibung meines Vorposters kann ich gar nicht zustimmen. Klar, Kuba ist ein bisschen schäbig, aber ich hatte von den Leuten eigentlich einen sehr guten Eindruck. Die Kubaner sind selbstbewusste Menschen, es gibt vielleicht in Deutschland mehr Analphabeten als auf Kuba. Es ist auch sehr angenehm, wenn ich daran denke, wie rassistisch andere lateinamerikanische Länder sind - Kubaner begegnen einem auf Augenhöhe. Kuba ist auch sicher. Man schaue mal nach Mexiko, wo Mafia und Korruption das ganze Land im Griff haben, in vielen zentalamerikanischen Ländern gibt es Paramilitärs und Drogenmafia...auf Kuba dafür um so mehr Polizei, aber sie brauchen halt den Tourismus. Es gibt auch nicht mehr Kriminalität rund um den Tourismus als in Spanien. Das mit dem Sextourismus, ja... das ist leider so, da gibt es richtige Profis - auf beiden Seiten. Aber ich habe von Jamaika ähnliches gehört, und Santo Domingo, noch mehr, Haiti, werden kaum anders sein. Tourist sein kann auch anstrengend sein. Ich spreche gut Spanisch und hatte Adressen im Gepäck, und so konnte ich mich dem ganz gut entziehen. Ich mochte die Kubaner, sie sind erfinderisch und umtriebig, sehr humorvoll und interessiert, man kann sich über viele Themen mit ihnen unterhalten. Mein Arbeitskollege war vor ein paar Monaten in La Habana, in Pinar del Río und in Trinidad und hatte nur Positives zu berichten. - #3 06.07.2012 10:22 von
Egalitäre Gesellschaft ?!
Wo möchte der beitragschreibende Sozialromantiker diese den weltweit finden ?
Mein Tipp: Nordkorea !
Die Funktionärskapitalisten mal aussen vor gelassen.
Einerseits erwarten Sie die Bestätigung von "Hochglanzbroschüren", anderseits möchten Sie den "wahren" Sozialismus erleben. Meckern nach mehr als 50 Jahren Embargo jedoch über die fehlende Infrastruktur.
In 20 Jahren Cuba hat mir noch nie ein Kind den Stinkefinger gezeigt oder blöde Grimassen geschnitten.
Touristische Vollpfosten, die den "Larry" raushängen lassen, finden Sie weltweit und sie kommen aus allen Nationen. Zum Glück eine Minderheit, auch auf Cuba.
Abzocke. Absolut vorhanden, jedoch auch eine Minderheit.
Wie nennen Sie das eigentlich, die Absicht möglichst alles supergünstig erwerben zu können ? Ist das nicht auch eine Art von Abzocke ?
Die cub. Bevölkerung ist in überwiegender Mehrheit aufgeschlossen, gebildet, sehr gastfreundlich und herzlich.
Von Cuba ist man von Beginn an fasziniert oder man kann gar nichts damit anfangen.
Schönen Urlaub auf den Bahamas. - #4 06.07.2012 16:18 von
ich finde es gut
Was soll ich sagen, vielleicht waren es die falschen Foren und Reiseführer. Also ich für meinen Teil, bin ein großer Kuba-Fan und kann nur Positives berichten. Ich schließe mich da gern meinen Vorrednern an. Wenn man weiß, was auf einen zukommt bzw. worauf man sich einlässt, ist alles in Ordnung. Und das hat noch lange nicht zu heißen, dass ich mit der politischen Führung einverstanden bin. Aber mal ganz ehrlich, wenn ich nur noch in Länder verreisen darf, mit deren Führung ich absolut zufrieden bin, dürfte ich auch nicht zu Hause bleiben. So oder so, für mich geht es wieder in die Karibik. Ich weiß nur noch nicht, wie ich mehrere Inseln miteinander verbinden kann, ohne übermäßig Stress zu haben.
- #5 06.07.2012 16:31 von
ich finde es gut
Was soll ich sagen, vielleicht waren es die falschen Foren und Reiseführer. Also ich für meinen Teil, bin ein großer Kuba-Fan und kann nur Positives berichten. Ich schließe mich da gern meinen Vorrednern an. Wenn man weiß, was auf einen zukommt bzw. worauf man sich einlässt, ist alles in Ordnung. Und das hat noch lange nicht zu heißen, dass ich mit der politischen Führung einverstanden bin. Aber mal ganz ehrlich, wenn ich nur noch in Länder verreisen darf, mit deren Führung ich absolut zufrieden bin, dürfte ich auch nicht zu Hause bleiben. So oder so, für mich geht es wieder in die Karibik. Ich weiß nur noch nicht, wie ich mehrere Inseln miteinander verbinden kann, ohne übermäßig Stress zu haben.
- #6 06.07.2012 20:45 von
optional
Corsario: "Wo möchte der beitragschreibende Sozialromantiker diese den weltweit finden ? Mein Tipp: Nordkorea"
Das Prädikat "egalitäre Gesellschaft" stammt aus Geo-Special. Und gerade um mit "Sozialromantikern" diskutieren zu können, haben wir uns vor Ort informiert.
Nur keine Aufregung: Unsere Erwartungen waren aufgrund der Hochglanzinfos zu hochgeschraubt, die gepostete erlebte Realität ist natürlich subjektiv, mit 67 ist frau/man nicht mehr so flexibel und unser Englisch/Russisch half uns auch nicht weiter.
Den Kubafans in diesem Forum wollen und können wir keinesfalls die Freude an diesem außergewöhnlichen Karibikstaat verderben! Vielleicht hatten wir einfach nur Pech. - #7 07.07.2012 15:43 von
Respekt.
Mit 67 Jahren 3500 km durch eine unbekannte Insel ohne jegliche Spanischkenntnisse stelle ich mir nicht so einfach vor.
Englisch und russisch kannst Du auf Cuba vergessen, ausser vielleicht in Varadero und wie bereits festgestellt,
ist das ein, wenn auch teilweise sehr schönes, "Tourighetto".
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