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Saif al-Adel: Topterrorist kehrt in Qaida-Zentrale zurück

Saif al-Adel ist einer der gefährlichsten Terroristen der Welt. Neun Jahre hielt er sich in Iran auf. Nach Information von SPIEGEL ONLINE ist der Ägypter ins Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan zurückgekehrt - womöglich als al-Qaidas Militär-Chef. Mit seiner Hilfe könnte sich das Terrornetzwerk neu aufstellen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...724708,00.html
  1. #30

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Saif al-Adel ist einer der gefährlichsten Terroristen der Welt. Neun Jahre hielt er sich in Iran auf. Nach Information von SPIEGEL ONLINE ist der Ägypter ins Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan zurückgekehrt - womöglich als al-Qaidas Militär-Chef. Mit seiner Hilfe könnte sich das Terrornetzwerk neu aufstellen.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...724708,00.html
    Na das wurde auch Zeit, dass die mal wieder von sich hören lassen. Ich nehme mal an, es steht wieder, wie so oft über die letzten Jahre, unmittelbar ein gigantischer Angriff bevor.

    Was ist eigentlich aus dieser Riesenbedrohung von vor ein paar Wochen geworden? Wurde mir da nicht noch von einigen Berufs-Islamophoben angekündigt, dass das diesmal ganz bestimmt eintrifft und was ich dann wohl sagen würde? Naja, leider sind westliche Sicherheitsdienste nicht so blöd wie die Schweinegrippe VTler und nennen ein konkretes Datum für die Terroranschläge bzw. Zwangsimpfungen. So kann man das einfach ständig ankündigen und wenn's dann mal passiert hat man's ja genau vorhergesagt.
  2. #31

    !

    Zitat von schna´sel Beitrag anzeigen
    Solche Beiträge erinnern mich immer mehr an die gesteuerten Antworten in Threads, in denen es um chinesische Politik geht.
    Mit dem Unterschied nur, dass in dem einen Fall vermutlich mehr oder weniger professionelle Gegenpropaganda getrieben werden soll. Während es sich in dem aktuellen, anderen Fall wohl eher um hier ansässige "Mitbürger" handelt. Selbst erklärte Rebellen, Freiheits-, oder Möchtegern-Gotteskrieger, die meinen, ihren Senf dazutun zu müssen.
    Elegant formuliert aber inhaltlich neben der Kappe. Nochmal zur Nachhilfe; wie wurden die letzten Nahostkriege legitimiert? Richtig, durch Lügen über Babymorde in Brutkästen bzw. Massenvernichtungswaffen. Nun, bereits entlarvte Methoden kann man nicht mehr benutzen. Außerem muss man mit der Zeit gehen. Wären die Berichte dem Pentagon wirklich schädlich gewesen, hätten sie den Julian Assange längst aus dem Weg geräumt.
  3. #32

    Titel nerven

    Zitat von broadcaststurm Beitrag anzeigen
    Wir brauchen schärfere Gesetze! Jeder muss sich jeden Tag bei der Polizei melden! Wer nichts zu verbergen hat, kann das ruhig machen!
    Schön auf den Punkt gebracht. Wer hätte besonders den letzten Satz nicht schon von völlig gedankenlosen Geschichtsignoranten und sonstigen Ungebildeten gehört.
  4. #33

    wegen dem was wir sind

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Der Westen muss begreifen, dass er in der moslemischen Welt als Terrorist wahrgenommen wird, so wie wir den islamischen Fundamentalismus als terroristisch wahrnehmen. Auch ich glaube, dass reale Bedrohungen existieren und dass wir ihnen aktiv begegnen müssen...Die USA und Europa müssen ihr aggressives außenpolitisches Gebaren im Nahen und Mittleren Osten grundsätzlich auf den Prüfstand stellen, denn das ist einer der Hauptgründe für den Terror.
    Seit fast 10 Jahren dieselbe Leier… Wir sind schuld, wir sind schuld, wir sind schuld…

    Hören sie doch erstens einfach mal auf sich selber/ uns so wichtig zu nehmen…Ist das westliche Arroganz?!?

    Und fangen sie mal an sich von Spekulationen über Motive, die nach IHRER Denkweise und IHRER Meinung nach logisch sind zu trennen…

    Es hilft drittens übrigens nachzulesen was die Ideologen der Terroristen so zu sagen haben (zu finden hier www.tawhed.net)
    …so sagt Aiman al-Zawahiri in seinem Buch „Ritter unter dem Banner des Propheten“ wortwörtlich: „…bis die Massen der islamischen Nation (das Konzept) „al-wal´aa wal bara“ (~„Zuneigung und Abneigung“) verstehen bedarf es viel Zeit, die uns unsere Feinde nicht geben werden. Aus diesem Grund müssen wir den Jihad in Palästina als Mittel benutzen damit die islamische Nation al-wal´aa wal bara begreift.“….

    Sie verstehen jetzt nur Bahnhof …aber der Punkt ist: der Jihad in Palästina ist nicht das Mittel um die Juden zu vernichten, den Westen zu bestrafen, Palästina zu befreien etc…sondern ein „pädagogisches“ Mittel zum Zweck ist - damit „die islamische Nation al-wal´aa wal bara versteht.“

    Bezeichnend ist auch die Zusammenfassung von Eric Breininger, was für ihn „Taghut“/ "teuflisch" ist…nämlich: 1. Derjenige, der neben Allah Gesetze erlässt, 2. Jedes Gesetz, außer den Gesetzen Allahs, 3. Die Nation und der Nationalismus, 4. Der Humanismus (Menschlichkeit), 5. Das Volk, 6. Die Mehrheit, 7. Die Volksvertretung, 8. Die Vereinten Nationen, 9. Ständiger Internationaler Gerichtshof in Hag, 10. Götzen, Kreuze, Steine, Kühe, Gräber, Bilder, Tiere und dergleichen, die angebetet werden, 11. Die Demokratie, 12. Jene, die behaupten das Verborgene (ghayb) zu kennen (E. Breininger „Mein Weg nach Jennah“ S. 69)


    Das Ganze zeigt: es ist im Grunde völlig wurscht was "wir" machen, denn wer an diese Ideologie glaubt für den sind „Wir Westler“ teuflisch egal ob „Wir“ in Afghanistan sind oder nicht, ob „Wir“ für oder gegen den Irak-Krieg sind, oder ob „Wir“ für oder gegen einen gerechten Frieden in Palästina sind etc…oder irgendeine andere Politik betreiben

    Um es abzukürzen :

    Wenn sie sich wirklich mit al-Qa´ida und den Jihadis beschäftigen werden auch sie irgendwann feststellen, dass es sich dabei um eine relativ kleine, apokalyptische und apolitische Sekte handelt, die das Schlimmste für „Uns“ (allen voran ca. 99% aller Muslime) will, aber nicht wegen dem was wir tun, sondern wegen dem was wir sind…
  5. #34

    Diffus

    Zitat von Sebastian2212 Beitrag anzeigen
    Seit fast 10 Jahren dieselbe Leier… Wir sind schuld, wir sind schuld, wir sind schuld…Hören sie doch erstens einfach mal auf sich selber/ uns so wichtig zu nehmen…Ist das westliche Arroganz?!?

    Das Ganze zeigt: es ist im Grunde völlig wurscht was "wir" machen, denn wer an diese Ideologie glaubt für den sind „Wir Westler“ teuflisch egal ob „Wir“ in Afghanistan sind oder nicht, ob „Wir“ für oder gegen den Irak-Krieg sind, oder ob „Wir“ für oder gegen einen gerechten Frieden in Palästina sind etc…oder irgendeine andere Politik betreiben.
    Ihre Deutungen meines Beitrags sind gelinde gesagt diffus. Wichtig ist, dass dieser schwelende Weltkonflikt entschärft wird. Die Arroganz des Westens zeigt sich durch sein Verhalten in der moslemischen Hemisphäre. Die religiösen Eiferer, die der westlichen Welt den Krieg erklären, kamen erst vor ungefähr 50 Jahren auf. Vorher gab es zwar den religiösen Einzigartigkeitsanspruch, es gab den Koran und die Verachtung aller Ungläubigen – aber es gab in der arabischen Welt keinen nennenswerten aggressiven Expansionsdrang. Tatsache ist, dass der Westen das gesamte islamische Territorium unter seine Kontrolle bringen will, im Bewusstsein seiner technologischen und materiellen Überlegenheit. Dagegen wehrt sich der Islam, er wehrt sich besonders vor der Gefahr, dass die religiöse Identität der Moslems aufgerieben wird. Man mag davon halten, was man will – aber wir können den Moslems nicht vorschreiben, wie sie in ihren Heimatländern leben sollen.
  6. #35

    #

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Ihre Deutungen meines Beitrags sind gelinde gesagt diffus.
    Wenn sie denken mein Beitrag war „diffus“ zeigt, dass ich ihnen (auch in der Kürze) nicht erklären konnte um was es den Jihadis geht.

    Ich sehe eine Reihe von grundsätzlichen Verständnisproblemen und zwar erstens über die Natur der Ideologie und zweitens der Bedeutung der Politik für diese Bewegung:

    Ich glaube sie gehen mehr oder mindern von EINER islamistischen Bewegung aus. Diese Bewegung hat ein Spektrum das von moderaten Islamisten, zum Beispiel den türkischen Regierungspartei AKP bis zu gewaltbereiten Ultra-Radikalen/Sayid Qutb reicht.
    Ich habe zumindest ihren Hinweis auf die 50 Jahre als Hinweis darauf gedeutet...(die Radikalisierung der Muslimbruderschaft unter Einfluss von Sayid und Mohammed Qutb nach dem Ende des 6.Tage-Kriegs bzw. in der Folge dem Ende des Nasserismus)

    Aber meiner Meinung nach gibt es nicht EINE islamistische Bewegung, sondern ZWEI sich parallel entwickelnde islamisch motivierte Bewegungen. Die eine davon ist islamistisch…und sie ist politisch (!) und zu ihrem Spektrum gehören die bereits erwähnten moderaten Islamisten, die politische Parteien gründen und an Wahlen teilnehmen und in der Türkei regieren. Am anderen Ende des Spektrums finden sich gewaltbereite Gruppierungen und Radikale wie die Hamas, die ägyptische Gam´aa Islamiyah etc. und Sayid Qutb…

    Die zweite islamische motivierte Bewegung ist dagegen unpolitisch, absolut religiös und sie ist auf die Gesellschaft aber nicht die Regierung fokussiert. Im Spektrum dieser größeren „Bewegung“ finden sie pietistischen Salafisten, die jegliche Politik meiden, niemals wählen gehen würden, beispielsweise Wahabiten in Saudi Arabien oder Tablighi al-Jamaat in Pakistan. Sie finden die Sahwa-Sheikhs aus Saudi Arabien, Gruppierungen die auf Hisba (Förderung der Tugend und Vermeidung des Laster)fokussiert sind und am radikalen Ende dieser unpolitischen, religösen Störmung finden sie die Taliban, al-Qa´ida und die anderen Jihadis - und am aller, aller äußersten Rand sektiererischen Gruppen wie al-Qaida im Irak/Islamischer Staat im Irak und Lashkar-e Jhangvi bzw. Sipah-e Sahaba in Pakistan…(deren Position unvermeidlich auf Massenmord an der muslimischen Bevölkerung! herausläuft)

    Und die Gewalt der Anhänger dieser radikalen Strömung (al-Qa´ida et al.) hat nichts damit zu tun was wir machen, oder mit etwas das wir ändern könnten sondern mit dem an was sie glauben (Tawhid und al-wal´aa wal bara etc.) und welche Gesellschaft sie wollen.
  7. #36

    #

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Dagegen wehrt sich der Islam, er wehrt sich besonders vor der Gefahr, dass die religiöse Identität der Moslems aufgerieben wird. Man mag davon halten, was man will – aber wir können den Moslems nicht vorschreiben, wie sie in ihren Heimatländern leben sollen.
    Ein Teil des Problems ist – wie sie richtig bemerkt haben – mit der Identität verbunden bzw. mit dem Gefühl das die eigene individuelle islamische Identität angegriffen wird…Allerdings sollte sie dann auch so fair sein zu sagen, das erstens dieser Angriff viel, viel mehr ist als eine „arrogante Politik“ oder sogar militärische Interventionen und zweitens der unvermeidliche und für uns unkontrollierbare gesellschaftliche „Angriff“ der „westlichen Moderne“ für jemanden, der für das Seelenheit der Gläubigen kämpft viel verheerender und schlimmer als ein Krieg oder arrogante Politik (die ja die Attraktivität des teuflischen Systems untergräbt)…wobei wir wieder an dem Punkt wären, dass es nix bringt sich masochistisch in der angeblichen eigenen „Schuld“ zu wälzen…

    Sie sollten auch sagen, dass der Angriff auf die islamische Identität nicht nur von uns ausgeht sondern, von ca. 99,99% der übrigen Menschheit…nicht zu Letzt von den anderen falschen Muslimen/ den vom wahren Glauben abgefallenen Ungläubigen…die nichts falsch gemacht haben, außer, dass sie für eine sehr kleine Sekte nicht muslimisch genug sind…

    Es ist in diesem Zusammenhang nochmal interessant den Deutschen Eric Breininger aus dem Hut zu zaubern, der sagt:

    „Ich lernte wie wichtig al-Walaa wa-l-Baraa im Islam ist. Al-Walaa wa-l-Baraa sind einer der wichtigsten Fundamente des Islam und bilden die zwei Hauptvoraussetzungen für den wahren Glauben. Al-Walaa ist das Zeichen für wahre Liebe zu Allah, Seinen Propheten und Seinen Gläubigen; al-Baraa auf der anderen Seite ist der Ausdruck für Feindschaft und Hass gegenüber der Unwahrheit und seinen Anhängern(*). Beides sind Beweise für Iman (Glauben).“

    Dieser Paragraph, sie wissen es vermutlich nicht, ist absolut typisch für Jihadis, Es ist ihre "Religion" pur…Es ist vielleicht sogar der Kern und der wahre Grund für den Krieg gegen den Westen.

    Der Punkt ist aber, dass die Interpretation von al Tawhid und daraus abgeleitet al-wal´aa wal bara absolut sektenhaft und verzerrt ist.

    Es heißt „ich bezeuge es gibt kein Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“…aus diesem Satz abzuleiten, dass al-wal´aa Ausdruck des wahren Glaubens und der Liebe zu Allah ist wird ihnen jeder Muslim bestätigen.

    Aber das der Ausdruck von Feindschaft und Hass gegenüber der Unwahrheit und seinen Anhängern Beweis für Iman (Glauben) und eine der beiden Hauptvoraussetzungen für den wahren Glauben sind ist die Interpretation einer radikalen islamischen Sekte…und hat nichts mit dem Islam zu tun...

    Denn diejenigen, die sich wehren sind weder der Islam, noch sind sie die Bevölkerungsmehrheit der sogenannten muslimischen Staaten…im gegenteil es ist schlicht eine sehr kleine, gewaltbereite und unpolitischen, apokalyptische Sekte…Und die zu adeln in dem an krafthaft nach der eigenen Schuld sucht oder sogar zum Islam stilisiert ist meiner Meinung nach absolut fehl am platz
  8. #37

    Was lernen wir ?

    Die Speerspitzen der Finsternis wurden im Iran beherbergt.
    Nein,ist ja fürchterlich.
    Das muss die ganze Welt der Lemminge erfahren.

    Jetzt ist es aber genug Osama oder Osram,eigentlich egal wie du heisst,wir räuchern jetzt alle Rückzugsgebiete fein säuberlich aus.
    Ein Problem gibts allerdings noch, wir suchen und suchen einen Grund den alle fressen, um tätig werden zu können.
    Weiß einer der Leser hier vielleicht etwas über hohe Bauwerke,Staudämme ect. die eine ausreichende Erkärung für ein Eingreifen liefern würde.
  9. #38

    Der Islam in einer inneren Zerreißprobe

    Zitat von Sebastian2212 Beitrag anzeigen
    Ich habe zumindest ihren Hinweis auf die 50 Jahre als Hinweis darauf gedeutet...(die Radikalisierung der Muslimbruderschaft unter Einfluss von Sayid und Mohammed Qutb nach dem Ende des 6.Tage-Kriegs bzw. in der Folge dem Ende des Nasserismus)
    Richtig – pauschal könnte man auch sagen, dass die Teilradikalisierung des Islam auf den Exodus der Juden nach Palästina ab 1947 zurückgeht – ohne das Entstehen des Staates Israel wäre diese problematische Entwicklung so nicht eingetreten. Im Jahr 1950 erschien ein Buch, in dem zum ersten Mal der Westen als Feinbild fixiert wurde, eine Art religionstheoretische Herleitung des Hasses auf das Abendland, das Buch trägt den Titel „What has the world lost by the decline of the Muslims?“ (Was verliert die Welt durch den Niedergang der Muslime?). Der Autor Ali Miyan (offiziell Abu al-Hasan Ali al-Nadawi) war einer der Wegbereiter der aggressiven jihadi-salafistischen Ideologie. Ali Miyan prägte den Begriff Dschahiliyya, was so viel wie Abkehr von der reinen Lehre des Koran bedeutet – er verfluchte alle islamischen Staaten mit säkularer Ausrichtung, darunter die Maghreb-Länder Marokko, Algerien und Tunesien, dazu natürlich Ägypten, an der Levante den Libanon und besonders die Türkei seit Atatürk, vormals Sitz der Hohen Pforte und Kernland des längst zerfallenen Osmanischen Reiches.

    Zitat von Sebastian2212 Beitrag anzeigen
    ...Die zweite islamische motivierte Bewegung ist dagegen unpolitisch, absolut religiös und sie und am aller, aller äußersten Rand sektiererischen Gruppen wie al-Qaida im Irak/Islamischer Staat im Irak und Lashkar-e Jhangvi bzw. Sipah-e Sahaba in Pakistan…
    Und die Gewalt der Anhänger dieser radikalen Strömung (al-Qa´ida et al.) hat nichts damit zu tun was wir machen, oder mit etwas das wir ändern könnten sondern mit dem an was sie glauben (Tawhid und al-wal´aa wal bara etc.) und welche Gesellschaft sie wollen.
    Mit dem letzten Satz gebe ich Ihnen Recht – auf die Al-Qaida kann man nicht mäßigend einwirken. Gegenwärtig hat Vorrang, den von ihr ausgehenden Anschlagsterrorismus zu bekämpfen. Doch diese notwendige pragmatische Sicht allein führt in eine Sackgasse – damit kann es für den Westen nicht getan sein, er muss sich gleichzeitig damit beschäftigen, auf welchem Nährboden die destruktiven Auswüchse des Islam gewachsen sind, und er muss sich endlich der Erkenntnis stellen, dass ihm dabei eine unrühmliche Rolle zukam und nach wie vor zukommt.

    Der gefährliche Fundamentalismus wird von der Achse Ägypten, Iran, Pakistan getragen, wobei die Position Saudi-Arabiens schillernd bleibt – man ist zwar geheimer Geldgeber, andererseits macht der ganze Pomp lahm. Während der Hauptimpetus des radikalen Islam in der Praxis vom Iran ausgeht, wird er hauptsächlich von Ägypten aus ideologisch flankiert, dort ist der von Ihnen erwähnte Sayid Qutb allgegenwärtig, jedenfalls im Dunstkreis der Al-Azhar-Universität von Kairo. In dem Ägypter Sayid Qutb, der 1966 starb, sehen viele Moslems eine Art moderne Wiedergeburt des schwertschwingenden Mohammed, der allen Ungläubigen den Kampf ansagte. Ägypten macht besonders deutlich, dass sich der Islam gegenwärtig in einer enormen inneren Zerreißprobe befindet – gar nichts davon merken allerdings die Horden deutscher Hurghada-Touristen, die sich in den Kitsch-Hotels á la tausendundeine Nacht bei Bier und extra eingeflogener Bratwurst Bauchtänze vorführen lassen.
  10. #39

    #

    Ich glaube wir nähern uns nicht wirklich…

    Ich denke der entscheidende Punkt ist nach wie vor zwar die Natur der Ideologie und zweitens der Bedeutung der Politik für diese Bewegung…

    Ich hab´s länger versucht, aber es hat nicht funktioniert…deswegen versuch ich´s jetzt verkürzt: al-Qai´da + die anderen Jihadis mit den radikalen Islamisten um Sayid Qutb in einen ideologischen Topf zu werfen ist ein Denkfehler…

    Es ist nicht eine radikale (sunnitische) Bewegung es sind zwei unterschiedliche Bewegungen…und wenn man liest was sie übereinander sagen wird es auch ziemlich deutlich…

    Ich glaube ist das sie nur das radikale Endprodukt der beiden „Ideen“ sehen…aber nicht, dass es eine unterschiedliche Begründung dafür gibt…
    In diesem Zusammenhang sei noch gesagt: Auf dem Begriff „Dschahiliyya“ herumzureiten empfinde ich mittlerweile ähnlich sinnvoll wie darauf zu beharren, dass „Masern rote Punkte sind“… Dschahiliyya ist für die Ideologen nämlich ein (gesellschaftlicher bzw. individueller) Zustand, es ist ein Symptom von etwas anderem…Es wäre jedenfalls viel gewonnen, wenn sich die Diskussion über die Ideen der Radikalen (wenn sie denn mal stattfindet) nicht permanent an Nebensächlichkeiten wie Taqiyya, Symptomen wie Dschahiliyya oder den Mitteln (Jihad) aufhängen würde, die fast nichts zu einem besseren Verständnis des ideologischen „Warum“ beitragen.

    Die „Suche nach den Wurzeln des islamistischen Terrorismus“ außerhalb der Ideologie ist ganz sicher zwecklos…die Wurzel für die Gewalt ist die Annahme/Akzeptanz einer bestimmten (pseudo-)islamischen Interpretation des Koran, aber die Ursachen dafür sind ganz individuell und stark unterschiedlich…Das soll nicht heißen, dass ich gegen Frieden und Glückseligkeit im Nahen Osten und eine gerechte Weltordnung und Wohlstand für alle und eine Beendigung des Klimawandels bin…im Gegenteil….nur wird es leider nicht daran ändern, dass es beispielsweise im Jemen 200-600 aktive Anhänger von „al-Qa´ida auf der arabischen Halbinsel“ (QAP) gibt...(600 ist schon hoch geschätzt) (http://www.spiegel.de/politik/auslan...669506,00.html)

    …Sage und schreibe 0,02 Promille der Bevölkerung in einem Land, dass aus einer ganzen Reihe von Gründen „der ideale Nährboden“ ist bzw. nach verschiedenen „Wurzel des Terrors“-Theorien sein müsste…

    (0,02 Promille ist schon ziemlich sektenhaft – finden sie nicht? Wie viele „Zeugen Jehovas“ gibt es eigentlich in Deutschland? – gemessen an der Gesamtbevölkerung?)


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