Fabian v. PoserDie Regierung ist machtlos, die Bauern unternehmen nichts: Wilderer sind ein riesiges Problem in Kameruns Bouba-Ndijida-Nationalpark. Jetzt sollen Ranger mit schweren Waffen ausgestattet werden, auch zusätzliche Touristen könnten helfen - denn wo sie hinkommen, ist weniger Platz für illegale Jagd.
Ich bezweifle dass es seitens der deutschen Regierung oder internationaler Organisationen diese Erkenntnis gibt, geschweige denn dass sie sich gezielt in Förderungs-Projekten ausdrückt. Aber Tourismus ist lebenswichtig für Schutzgebiete! Man sollte welttweit Programme zur Entwicklung von Tourismus zu Naturschutzgebieten auflegen. Und zwar nicht nur für eine reiche "Elite" die mit ihrem riesigen Öko-Fußabdruck diese Gebiete zuvor demoliert hat, sondern auch für Normalbürger, gerade auch junge Menschen.
Wenn Besucher der lokalen Bevölkerung die Wertschätzung für diese Naturschätze vor Augen führt, und diese davon profitiert (nicht nur von deren Ausbeutung) dann haben diese Gebiete eine Chance. Wenn sie nur vor sich hindümpeln, bewacht von bettelarmen und gelangweilten Rangern sieht's schlecht aus. In Indonesien, auf Java kenne ich einige Nationalparks, u.a. das Welterbe des Regenwalds von Ujung Kulon mit den letzten Nashörnern. Da steht man fassungslos vor der Frage warum solch umwerfend schöne Reiseziele so wenig Beachtung finden. Natürlich müssen Konzepte auch größere Besucherzahlen so steuern dass sie nicht selbst zu einem Problem werden, aber das ist ja machbar. Es mag einzelne Gebiete geben die wirksam durch einflussreiche Institutionen geschützt werden und bewusst isoliert werden. Aber generell sollte das Potential von Tourismus für Naturschutz viel stärker erforscht und entwickelt werden.