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Sachsen: SPD will "Thor Steinar"-Kleidung aus Landtag verbannen

dpaIm Sächischen Landtag soll Kleidung des umstrittenen Modellabels "Thor Steinar" verboten werden. Das fordert ein SPD-Politiker. Die norwegische Marke hatte grad erst für Aufsehen gesorgt, als sie im Chemnitz ein Geschäft eröffnete, dessen Name auf den norwegischen Attentäter Breivik anspielte.

Sachsen: SPD will Thor-Steinar-Kleidung aus Landtag verbannen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  1. #10

    Brutstätte?

    Zitat von Matzescd Beitrag anzeigen
    Eigentlich ist das echt schade, für die Gegend "östlich der Rhön, des Harzes".
    Und ich weiß, dass ich dort vielen Unrecht tue.

    Aber freiwillig in diese Gegend fahren, die wohl echt Brutstätte für braunes Gedankengut zu sein scheint? Niemals nicht, wenn ich nicht unbedingt muss.

    Okay... die Wetterau leidet unter ähnlichen Problemen.
    Nicht Brutstätte. Aber ein leichtes Ziel, schon seit Mauerfall.
    Als die Ostberliner zum Beispiel erstmals in den Westteil fuhren, war für sie der erste Schock die Flyer-Verteiler-Riege gleich am Bahnhof aus allen möglichen komischen politischen Richtungen - das ganze Spektrum von Trotzkisten bis Nazis.
    Viele denken jetzt vielleicht noch so unkompliziert, wie man im Osten dachte: Was in der Zeitung steht, das stimmt immer, und was nicht verboten ist, das ist jedem erlaubt. Allerdings - das denken im Westen auch viele.

    Bei meinem letzten Besuch in Sachsen habe ich mich allerdings öfter gefragt: Seit wann sind die hier denn so fürstengeil? Ist das nur für Touristen? Oder wollen sie tatsächlich keine Demokratie mehr?
  2. #11

    Zitat von Werner_Missal Beitrag anzeigen
    Das steht schon im Artikel! Gelesen?


    Stimmt, mir sind die H&Ms, die C&As ect. mit ihrer Kinderarbeit und ihren verseuchten Chemieklamotten auch viel lieber!
    Was für ein Glück, dass bei Thor Steinar von stolzen blauäugigen und blonden Germanen hergestellte Textilien aus deutschen Landen angeboten wird!
    Ach halt... Doch nicht: die lassen auch in China und der Türkei (!) das ganze zusammennähen. Wenn es um das Geld geht, lässt man gerne seine scheinheiligen Blut- und Bodengrundsätze zugunsten der Gewinnoptimierung sausen.
  3. #12

    einfach lächerlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Sächischen Landtag soll Kleidung des umstrittenen Modellabels "Thor Steinar" verboten werden. Das fordert ein SPD-Politiker. Die norwegische Marke hatte grad erst für Aufsehen gesorgt, als sie im Chemnitz ein Geschäft eröffnete, dessen Name auf den norwegischen Attentäter Breivik anspielte.

    Sachsen: SPD will Thor-Steinar-Kleidung aus Landtag verbannen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    wie viele Landtagsabgeordnete tragen tatsächlich "Thor Steinar"? Wird hier mal wieder linke Symbolpolitik betrieben? Oder glaubt dieser Spezialist, mit dem Klamottenverbot die NPD-Abgeordneten von den Sitzen, auf die sie immerhin gewählt wurden, vertreiben zu können, oder ihnen unter Zurhilfenahme eines Anzug-und-Schlips-Zwangs gleichsam bürgerliche Ansichten überziehen zu können?
  4. #13

    Zitat von ncpw Beitrag anzeigen
    Wenn es um das Geld geht, lässt man gerne seine scheinheiligen Blut- und Bodengrundsätze zugunsten der Gewinnoptimierung sausen.
    Die Marke gehört einer Firma aus Dubai. Es ist eher zu bezweifeln, dass es da "Blut- und Bodengrundsätze" noch gibt oder je gab. Sowas ist meist eher ein Marketingprofil um die Verkäufe bei gewissen Zielgruppen anzukurbeln. Und derartige Medienberichte sind darum auch nur beste Werbung..
  5. #14

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Die Marke gehört einer Firma aus Dubai. Es ist eher zu bezweifeln, dass es da "Blut- und Bodengrundsätze" noch gibt oder je gab. Sowas ist meist eher ein Marketingprofil um die Verkäufe bei gewissen Zielgruppen anzukurbeln. Und derartige Medienberichte sind darum auch nur beste Werbung..
    Die Urspruegliche Intention wahr sehr wohl eine Blut und Bodensache, aber es entbehrt nicht einen gewissen Witz, wem die Firma jetzt gehoert. aber andererseits haben die gleichen Leute ja auch frueher sehr gerne Hemden eines bestimmten labels getragen, das ein homosexueller Brite juedischer Abstammung gegruendet hat....
  6. #15

    Zitat von Werner_Missal Beitrag anzeigen
    Stimmt, mir sind die H&Ms, die C&As ect. mit ihrer Kinderarbeit und ihren verseuchten Chemieklamotten auch viel lieber!
    Wollen sie damit behaupten, dass "Thor Steiner"-Klamotten qualitativ besser seien?

    Das wird wohl nicht der Fall sein. Wer Artikel in diesem Preissegment anbietet, sourced diese, wie alle anderen auch, in Fernost.
    Wie viel Chemie im Spiel ist, hat meist mehr mit der Farbe des Produkts zu tun als mit dem Hersteller.

    Zudem muss ich sagen, dass ich als Angestellter bei einem bekannten Texilunternehmen sagen kann, dass wir versuchen Kinderarbeit zu verhindern. Aufgrund der Größes des Unternehmens "Thor Steinar" kann ich mir nicht vorstellen, dass diese dies wirksam verhindern können.

    Beim zugrunde gelegten Gedankengut hinter der Marke, ist dies vielleicht aus deren Sicht nicht mal wünschenswert.
  7. #16

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Sächischen Landtag soll Kleidung des umstrittenen Modellabels "Thor Steinar" verboten werden. Das fordert ein SPD-Politiker. Die norwegische Marke hatte grad erst für Aufsehen gesorgt, als sie im Chemnitz ein Geschäft eröffnete, dessen Name auf den norwegischen Attentäter Breivik anspielte.

    Sachsen: SPD will Thor-Steinar-Kleidung aus Landtag verbannen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich finde es schon etwas bitter, wenn man versucht Rechtsradikalität mit Verboten einer Klamottenmarke zu bekämpfen.
    Für mich ist das nicht mehr als Symbolpolitik.
  8. #17

    Zitat von ncpw Beitrag anzeigen
    aber andererseits haben die gleichen Leute ja auch frueher sehr gerne Hemden eines bestimmten labels getragen, das ein homosexueller Brite juedischer Abstammung gegruendet hat....
    Und wieso haben sie das? Wohl primär auch weil Medien und Öffentlichkeit das so portiert und zur selbsterfüllenden Prophezeiungen machten. Worauf jeder rechtsextreme Idiot meinte, das wäre so und sich das Zeug anzog, und dann der nächste rechtsextreme Nachwuchs-Idiot meinte, er müsse das dem nachmachen. Was dann den Hersteller und aufgeklärte Menschen Jahre kostete um das Image wieder halbwegs zu korrigieren. Wobei meine Erfahrung ist, dass man immer noch wesentlich eher gefragt wird, "ob man denn ein Nazi wäre", wenn man sowas völlig unverdächtiges trägt, während die effektiven "Code"-Marken ja meist kaum jemand kennt.

    Was halt zu meiner Frage führt, wieso TS überhaupt noch soviel mediale Aufmerksamkeit zukommt. Die ernsthaften Nazis sind wohl eh längst zu anderem abgewandert, weshalb das maximal Werbung ist, damit sich auch ja jeder, der auch gern mal ein böser Bube wäre, seinen TS-Pulli kauft. Etwas mehr Gleichgültigkeit könnte hingegen dazu führen, dass das Ganze einfach verschwindet - oder zum beliebigen Mode-Label würde.
  9. #18

    Verbieten !Verbieten !Verbieten !....

    Sehr originell und wirkungsvoll, was dieser Provinzpolitiker als politische Gegenmaßnahme gegen Nationalismus im Auge hat. Auf welcher rechtlichen Basis will er denn *genau* diese Modemarke verbieten? Wenn er zumindest gefordert hätte, dass die Kleidung im Landtag grundsätzlich kein weltanschauliches Bekenntnis tragen darf, so wäre dies sicherlich grunderechtkompatibler, als wenn bloß eine unliebsame Meinung ausgeknipst werden soll.
    Auch wenn einem diese Kleidung und das damit verbundene Bekenntnis anwidern mag: Solange sie nicht gegen fundamentale Grundrechte verstößt, muss man sie ertragen. Sonst werden wird heute Thor-Steinar-Kleidung verboten und morgen Palestinenser-Halstücher.
  10. #19

    Sachsen

    Zitat von caecilia_metella Beitrag anzeigen
    Nicht Brutstätte. Aber ein leichtes Ziel, schon seit Mauerfall.
    Stimmt. Das wird von simplen Betrachtern gelegentlich verwechselt.

    Zitat von caecilia_metella Beitrag anzeigen
    Bei meinem letzten Besuch in Sachsen habe ich mich allerdings öfter gefragt: Seit wann sind die hier denn so fürstengeil? Ist das nur für Touristen? Oder wollen sie tatsächlich keine Demokratie mehr?
    Auch hier haben Sie Recht. Als Sachse, der diesen Kult quasi täglich miterleben "darf", sehe ich zwei Ursachen: Einerseits hartnäckige Reste von Untertanengeist / Obrigkeitsgläubigkeit. Beides wurde übrigens nicht erst in der DDR erfunden, aber eben auch nicht wirklich überwunden.

    Zweitens allerdings werden diese antiquierten Denkschablonen vieler Bürger von den Regierenden Sachsens geflissentlich kultiviert, denn auf diese Weise lässt sich doch bequemt regieren. Dies erklärt übrigens auch, warum es im besagten Freistaat immer mal einen sehr "unkonventionellen" Umgang mit rechtsstaatlichen Prinzipien und Regeln gibt, ohne dass sofort eine Bevölkerungsmehrheit dagegen opponiert.

    Ob es z.B. in Bayern anders ist, mag ich nicht beurteilen, zumal es für mich kein Maßstab ist.


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