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S.P.O.N. - Im Zweifel links: Zwei Helmuts für Europa
Der Euro ist bedroht - und mit ihm Europa. Die Bundesregierung schwankt zwischen Unentschlossenheit und kurzsichtigem nationalen Egoismus. Es ist an der Zeit, dass*die Vorväter sich zusammentun: Helmut Schmidt und Helmut Kohl sollten gemeinsam einen Appell an ihre Nachfolgerin richten.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...775661,00.html
- #60 21.07.2011 14:02 von
Ich weiß nicht
ob Sie´s überlesen haben, aber ich bin der Meinung, dass Augstein von Vertrauen sprach, dass die Kraft sei, die durch solch ein Schlamassel hindurchführen könnte. Zutiefst irrational, ich weiß.
Aber der Mensch ist, auch wenn sich hier viele für die aufgeklärten Superrationalisten halten, nunmal nicht durchweg rational. Politik besteht eben auch in der Fähigkeit, den Teil des Irrationalen, Mythischen irgendwo auch Glaubensbasierten in uns allen zu aktivieren, um Anstrengungen zu ermöglichen, die den Rationalen ansonsten höchstens zum Zyniker machen.
Klar, die Gefahr dessen liegt natürlich in der VerFÜHRbarkeit des Menschen, jahrzehntelang hat man gerade in D versucht, eben jene Metaebene der Politik unzugänglich zu machen. Da kam die Logik der Zahlen und Märkte (die natürlich auch eine Ideologie ist) gerade recht. Aber wie sich jetzt zeigt reicht das allein nicht.
Ich weiß nicht wie die nächste große Erzählung aussehen kann (in diesem Fall irgendwas mit Europa wahrscheinlich). Ohne sie kommen wir nicht aus, denn ich glaube einfach nicht an den "neuen Menschen", der ,anders als tausende Generationen zuvor, plötzlich völlig losgelöst von wie auch immer gearteten Mythen existieren kann. Wer das behauptet ist entweder ein Lügner oder ein Ignorant.
So und nun zu Merkel: Kann sie uns (glaubhaft) eine Geschichte erzählen? - #61 21.07.2011 14:03 von
Unser Selbstbild
Unsinn. Die europäische Integration ist soweit, daß in meiner Generation (um die 30) und jünger nahezu jeder zahlreiche Freundschaften in andere europäische Länder pflegt. Keiner dieser Bekannten hat den Krieg miterlebt und keiner glaubt, daß morgen oder übermorgen wieder deutsche Panzer rollen. Und wenn, dann diesmal mit ihnen und nicht gegen sie.Wir haben uns ein neues Selbstbild zugelegt, als fröhlich-fußballfeiernde Kumpel von nebenan, die keiner Fliege etwas zuleide tun. Das sehen Niederländer, Franzosen, Dänen und Polen im Zweifel anders. Bei ihnen liegen historische Bilder abrufbereit, die wir gerne vergessen wollen.
Und nebenbei, wenn uns unsere Sorge um unser neues Party-Image daran hindert, wichtige Fehlentwicklungen in Europa anzuprangern, auch wenn es uns keine Sympathien bringt, dann sollten wir dieses ungesunde Bild aber mal ganz schnell über Bord werfen.
Wir haben soviel Selbstverachtung, daß wir nach der Liebe anderer Völker dürsten. Diese Abhängigkeit ist aber genauso verhängnisvoll wie umgekehrt. Wir sollten hier mal wieder ein gesundes Mittelmaß finden: Mehr Selbstachtung und weniger "fishing for compliments" nach außen.
Nebenbei, in einigen Ländern wie den Niederlanden oder Finnland teilen sie unsere Bedenken und unsere Kritik wird dort deutlich begrüßt.
Sie mögen ihn so bezeichnen, aber ich möchte, daß die Verwendung meiner Steuergelder kritisch angeprangert wird. Egal, ob nun bei sinnlosen inländischen Projekten, oder der Verwendung außerhalb der deutschen Grenzen.kurzsichtigem nationalen Egoismus
Der deutsche Steuerzahler war jahrzehntelang Netto-Beitragszahler, es floßen Hunderte Milliarden Steuergelder zum Aufbau unterentwickelter EU-Staaten, und das Murren hierzulande hat sich in Grenzen gehalten. Aber wenn jetzt ganze Staaten von meinem Lohnscheck gerettet werden sollen, weil die deren Haushalt nicht in Ordnung halten, während hier die Kinderarmut steigt, dann neige ich doch zu Widerspruch, auch wenn sie es für kurzsichtig und egoistisch halten. - #62 21.07.2011 14:04 von
Richtig
Es fehlt leider ein Verständnis für Deutschland und die deutschen als Nation innerhalb Europas, es gibt keinerlei Selbstreflektion über handeln und Auswirkungen auf Andere Länder. Emphatie ist Fehlanzeige.
Es werden von der Bildzeitung die ewig gleichen Vorurteile geschürt, sei es gegenüber andern Nationen oder gegenüber der EU. Diese sind leider mainstream geworden. Es ist ein klatanter Irrtum das sich Alle anderen uns anpassen müssen und das so wie "wir es machen" das ewige nonplusultra ist.
In dem Artikel wird ja über diese deutsche Grossmannssucht gesprochen, leider verhallt sowas immer ungehört. Leider sind wir keine guten Verlierer und noch schlechtere Gewinner.
Die Eu und Europa sind immer nur die mit der Gurkenverordnung dem Bürokratiewahn etc. etc. Es ist schon komisch das der Bürokratievorwurf grade aus dem Land kommt mit den meisten Steuergesetzen und einer Flut von Verordnungen die sich um Heckenhöhe und Zaunfarbe drehen. Es wird aber immer ausgeblendert das wir da immer mitgemacht haben. In der EU werden immer alle Mitgliedsstatten beteiligt. - #63 21.07.2011 14:04 von
- #64 21.07.2011 14:06 von
- #65 21.07.2011 14:14 von
...
Am 15.10. in ganz Europa:
http://www.democraciarealya.es/convo...international/ - #66 21.07.2011 14:32 von
Was mich an dieser Diskussion stört....
Es geht mir nicht darum, wie man zu Schmidt und Kohl steht, sondern ganz einfach darum, dass man 2 "Rentnern", wie es in einem Beitrag hieß, schlichtweg jegliche Kompetenz abspricht.
Wissen und Erfahrung können durchaus auch in hohem Alter vorhanden sein, wenn man sich mit dem jeweiligen Thema seit der Pensionierung intensiv auseinandergesetzt hat. Beides gepaart mit eigenen Berufs- und Lebenserfahrungen kann in der Tat zu mehr Weisheit und Erkenntnissen führen, als Jüngere sie aufgrund ihres Alters überhaupt haben können. In vielen Kulturen werden die Alten gerade wegen ihrer Erkenntnisse, ihrer Erfahrungen und ihrer Lebensweisheit geschätzt und zu Rate gezogen. Ein gewisses Maß an Objektivität, die sie sich mit zunehmendem Alter aneignen können, gerade weil sie nicht mehr im Tagesgeschehen verhaftet sind und nicht auf eigene Vorteile (Wiederwahl, Karriere etc) bedacht sind, tragen zu ihrer Kompetenz bei.
Ich wiederhole: Man muss Schmidt und Kohl nicht mögen. Aber ausschließlich auf ihnen wegen ihres Alters 'herumzuhauen', finde ich ziemlich daneben.
Themenspezifische und substantiierte Kritik ist jedoch völlig OK und sollte somit Maßstab dieser Diskussion sein und bleiben. - #67 21.07.2011 14:33 von
Psychologischer Natur
Steckt ein Land in Schwierigkeiten bzw. in großen Problemen, wird oft nach dem Rat der älteren gefragt in der Hoffnung, dass diese (Vater(Figur)) das Volk aus der Kriese führt. (Vaterkomplex). Bin kein Psychologe. Diese zusammenhänge, Probleme in der Region -> Rat suchend bei den älteren lässt sich geschichtlich gut zurückverfolgen.
- #68 21.07.2011 14:34 von brunokoch
- #69 21.07.2011 14:36 von Hardliner 1
Merkwürdig
Merkwürdig ist, dass die Mehrheit der Deutschen keine Ahnung hat, was mit dem Geld geschieht, das den Bürgern gelassen bzw. belassen wird (fälschlicherweise als Steuergeschenk bezeichnet). Damit werden nicht, wie Politiker und auch Medien verklausuliert glauben machen wollen, Schulden getilgt, sondern es wird im besten Fall die Nettokreditaufnahme, die Neuverschuldung, reduziert.
Von Reduzierung unserer Staatsschulden sind wir weiter den je entfernt. Aber das kapieren diejenigen nicht, die Steuersenkungen ablehnen. Viele von ihnen werden wohl mehr Leistungen vom Staat erhalten als sie dem Staat geben oder gar keine Steuern zahlen, von Verbrauchssteuern einmal abgesehen.
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