Forum


 

S.P.O.N. - Im Zweifel links: Fairness ist Zufall

Die Parteien streiten um Gerechtigkeit im Einzelfall, aber die Ungerechtigkeit ist längst Teil des Systems. Der moderne Kapitalismus entzieht dem Sozialstaat die Geschäftsgrundlage. Ein Umbau tut Not: Die Zeit für das Grundeinkommen ist gekommen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...744587,00.html
  1. #610

    Ein interessantes soziologisches Experiment

    ...wäre das BGE sicher schon. Auch die Vereinfachung der Verwaltung ist nicht zu bestreiten. Wenn man den Gerechtigkeitsaspekt mal bei Seite läßt, ergeben sich dennoch einige Fragen

    - Wieviele jetzt H4-abhängige Menschen würden tatsächlich plötzlich ihre Kreativität entdecken und ganz tolle Musiker, Künstler, Forscher, Lehrer werden?

    - Wieviele Menschen würden tatsächlich ihre Freizeit nutzen, um soziale Dienste zu leisten

    - Ist es nicht eher wahrscheinlich, daß eine noch größere Anzahl Menschen nur noch vor der Glotze oder play station hängt?

    - Wie hoch müßte das BGE sein, damit der Preis für notwendige Dienstleistungen nicht so hoch wird, damit man sie nur mit BGE nicht mehr bezahlen kann?

    - Wenn eine ganze Volkswirtschaft so umgestellt wird, wie wirkt sich das auf die Preise der von ihr hergestellen Produkte und Dienstleistungen aus?


    Das sind alles nicht quantifizierbare Risiken. Ein Fehlschlag hätte fatale Folgen.
    Die ersten Fragen könnte man wohl mit einem Experiment klären: Man wähle 10.000 H4er zufällig aus und zahle ihnen für 3 Jahr ein BGE von 1.000 Euro. Dann vergleiche man die Lebenssituation vorher und nachher.

    Die letzten beiden Fragen lassen sich wohl nur durch aufwändige Modellrechnungen annähernd beantworten - es bleibt das sog. Restrisiko!
  2. #611

    geld

    immer wieder erstaunlich :

    sobald ein hartziv-thread eröffnet wird explodiert dieser innerhalb kürzester zeit.

    als ob alle mitglieder der linkspartei anweisung hätten drauflos zu posten.

    man kann es ja drehen und wenden wie man will.

    hartziv oder bge ist geschenktes geld für das man keinen handschlag tun muss.

    irgendwer muss dieses geld aufbringen.

    die frage ist und bleibt wie gross die bereitschaft ist dieses geld und möglichst noch mehr aufzubringen.

    ich denke sehr viel mehr geht nicht, selbst der biedere michel ist am ende dann doch nicht so blöd sich permanent ein schlechtes gewissen einreden zu lassen.
  3. #612

    vergessen.

    Zitat von knnknn Beitrag anzeigen
    Aber Sie scheinen zu vergessen ...
    Im Gegenteil. Das ist ja das Problem. Ich weiß, was Sie geschrieben haben, und Sie wissen es nicht.

    Ich behalte meine Geldanlangen so lange bis ich mir etwas kaufen will. Dann habe ich für einen Tag Geld auf dem Konto, und das kann dann meinetwegen mit einem Promille besteuert werden. Das ist viel günstiger als 25% auf Kapitalerträge.

    Die Tatsache, daß es keine weitere Steuer als die Giralsteuer gibt, vereinfacht es, Geld mit Geld zu machen, auch wenn Sie tapfer das Gegenteil behaupten. Ich kann sogar nachvollziehen, daß Sie keine Lust haben, sich mit Ihrem Unfug zu befassen. Mir vergeht sie auch langsam.

    Auch Ihre wiederholt vorgtragene Beuahauptung, Reiche bunkerten Geld, ist Unfug. Die Leute werden alles mögliche bunkern und vermehren, nur eben kein Geld, und damit sind sie sicher vor allen Steuern. Die Vermögensunterschiede wachsen deshalb.
  4. #613

    Zwangsinflation

    Niedliche Idee, funktioniert nur leider nicht. Geldwert ist relativ, wenn die Aermsten jetzt auf einmal Zahlen in der Tasche haben als zuvor, heisst das nur, dass die Preise dementsprechend ansteigen werden, dass sie weiterhin grad so ueber die Runden kommen. D.h., was Grundeinkommen bedeutet, ist Zwangsinflation, nicht zuletzt fuer die, die es nicht erhalten.
  5. #614

    Geldanlagen

    Zitat von knnknn Beitrag anzeigen
    Bei der Giralgeldsteuer würden sich aber die meisten Geldanlagen ja gar nicht mehr lohnen.
    Wie kommen Sie jetzt auf diesen Unfug? Gerade Geldanlagen lohnen sich dann ganz prächtig, weil die Gewinne völlig steuerfrei sind. Ich darf sie nur nicht realisieren, bevor ich sie ausgeben will.

    Es wird eigene Dienstleister geben, die geldwerte Geldanlagen anbieten, deren Haupteigentschaft darin besteht, daß sie schnell zu Geld zu machen sind.

    Ihre Giralsteuer können Sie dann bei Putzfrauen eintreiben.
  6. #615

    Immer noch kein Titel

    Zitat von JupiterIII Beitrag anzeigen
    Es ist ja schön, daß sie so ein System bezahlen wollen. Ich will das eindeutig nicht. Es widerspricht auch jedem Sozialgedanken. Die Solidargemeinschaft soll Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, unverschuldete Arbeitslosigkeit und die Rente absichern. Damit so ein System funktioniert, müssen alle Beteiligten das Gefühl haben, daß das System für sie etwas bringt.
    Eben. Und das wäre der Fall, wenn jeder dem anderen die gleiche Lust auf Arbeit jenseits der 800 Euro zugesteht, wie er selbst hat.
    Es ist ein ungeheures gedankliches Hindernis auf dem Weg zum Grundeinkommen, wenn man ständig misstrauisch daran denkt, dass man übervorteilt wird und der andere ein Fitzelchen weniger für seine 800 Euro tut.
    DAS ist das Problem, eine Solidargemeinschaft auch zu leben, wenn jede starke Schulter Pusteln bei dem Gedanken bekommt, dass sie mehr abgibt und weniger erhält als jemand anders.
    Im Übrigen ist dieses Grundeinkommen ja keine Solidarleistung, sondern eine Anspruch OHNE Bedingung und damit auch ohne Dankesverpflichtung der (dann ALLER) Empfänger. Und das scheint Einigen nicht zu passen.
    Zitat von JupiterIII Beitrag anzeigen
    Das sehe ich schon jetzt nicht mehr in Deutschland gewährleistet, da durch die Überalterung der Gesellschaft den Rentenbeiträgen im Alter faktisch keinerlei Leistung mehr gegenüber stehen wird.
    Der Quatsch, dass man die umlagefinanzierte Rente kaputt redet, um in Verbindung mit den Maschmeyers unserer Republik den privaten kapitalfinanzierten Versicherungsgesellschaften die auf diese Art verängstigten potenziellen Kunden zutreibt, ist ein ganz eigenes Thema, das in anderen Threads abgehandelt wird.
    Zitat von JupiterIII Beitrag anzeigen
    Die verfehlte Einwanderungspolitik in Kombination mit der total verfehlten Bildungspolitik führt zu einem immer stärker wachsenden Präkariat, das absolut arbeitsunfähig ist.
    Da bin ich zum Teil bei Ihnen - im letzten Teil sogar komplett, nur halte ich es inzwischen nicht mehr für verfehlt, sondern für Absicht. Denn man stelle sich vor wie gebildete Menschen reagieren und wählen würden. Ich glaube kaum, dass sie mit dem bisherigen Hamsterrad der Parteien zufrieden wären.
    Zitat von JupiterIII Beitrag anzeigen
    Da braucht sich auch niemand mehr zu wundern, wenn immer mehr Leistungsträger (die die wirklich das Geld erwirtschaften) das Land verlassen. Unter solchen Rahmenbedingungen lohnt es sich nicht mehr zu arbeiten.
    Komisch, ich habe noch von keinem echten Leistungsträger (Facharbeiter, Handwerker, Angestellte) gehört, dass er das Land wegen zu hoher Abgaben verlassen hat - denn pikanterweise verlassen die das Land meist in Richtung der Länder, wo die Abgaben und Steuern noch höher sind - wegen zu niedriger Löhne allerdings fast immer.
    Zitat von JupiterIII Beitrag anzeigen
    Es gehört auch zur Gerechtigkeit, daß ein Arbeitsunwilliger deutlich weniger bekommt, wie jemand der arbeitet.
    Nicht mehr beim Grundeinkommen, da dies voraussetzungslos ist.
    Und wenn man sich aus oben genannten misstrauischen und missgünstigen Gedankenschleifen nicht befreien kann, wird man dem auch nie zustimmen können.
  7. #616

    Konservativer Rückschritt oder Sozialer Fortschritt?

    :-)

    Dummheit und Faulheit

    Faulheit ....

    Faulheit ist in unserer Gesellschaft als eine nicht erstrebenswerte Eigenschaft angesehen. Keiner will als faul gelten oder so erscheinen und man tut alles um auch nur den Verdacht davon zu eliminieren oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

    Doch betrachtet man es einmal aus einer anderen Sicht:

    * Faule machen weniger Fehler, da sie weniger Blödsinn beginnen.
    * Faule beobachten besser.
    * Faule sind bessere Kommunikatoren. Sie bringen es auf den Punkt und labern nicht stundenlang herum.
    * Faule mischen sich nicht in die Angelegenheiten anderer Menschen ein. Es ist ihnen egal.

    Kurz. Faul sein bringts. Faul sein heißt erfolgreich sein. Nach dem ökonomischen Prinzip. Im Urlaub kann es fast jeder, aber sobald man wieder zurück ist, stellt man sich wieder in sein Hamsterrad und es geht rund. Leben um zu arbeiten.

    Intelligente Faule. Diese Sorte Mensch überlegt wie sich die Arbeit vermeiden läßt.

    Und dies geht meistens nur über die .......

    Dummheit.....

    ....die Dummheit anderer Menschen.

    Wie heißt es doch so schön: der Dumme lebt von der Arbeit. Der intelligente Faule vom Dummen. So geht’s.

    Es gibt sie überall, die Dummheit. Man kann sie nicht ausrotten Dazu ist sie zu mächtig. Aber man kann sie benutzen. Und außerdem sind dumme Schafe leichter zu hüten....

    :-)

    Fehlt eigentlich noch die Gier, aber bei dieser Eigenschaft ist die Mehrheit der Gesellschaft gerne tolerant und spricht nicht gerne über solche Phänomene wie z.B. Mafia - Korruption - sonstige Wirtschaftskriminalität - Steuerschluppflöcher - u.s.w. u.s.f...

    ...ne, es gibt ja die "easy Targets", wie die Erwerbslosen, auf die man schön aus der Deckung heraus verbal schießen kann, oder mit Totschlagsargumenten bombardiern...

    :-o
  8. #617

    Zwang?

    Zitat von dhanz Beitrag anzeigen
    Wie wollen Sie die Leute zwingen,
    a) zu konsumieren und
    b) in Deutschland zu konsumieren?
    a) ich will Niemanden zwingen, und die Leute konsumieren von ganz alleine, so wie bisher auch. Oder werden Sie gerade "gezwungen" Ihrem Provider Geld zu bezahlen, damit Sie hier posten können?

    b) Gegenfrage: warum sollte ich, wenn ich hier lebe, irgendwo anders konsumieren? Macht doch heute auch kaum Jemand, oder fahren Sie zum Italiener rüber nach Polen oder Frankreich? Kaufen Sie Ihr Klopapier in der Schweiz?
  9. #618

    iKoffer

    Zitat von Marie Laveau Beitrag anzeigen
    Ich würde dann IPads oder IPods mehrwertsteuerfrei nach Deutschland bringen und hier unauffällig veräußern. In einen Koffer kriege ich ein paar hundert solche Dinger.
    Können Sie heute auch schon machen. Viel Spass dabei! Nennt sich Schmuggel, und bei einem Koffer voll kommen Sie evtl. direkt in Haft.
  10. #619

    -

    Zitat von VorwaertsImmer Beitrag anzeigen
    Im modernen Soziastaat gibt es zwei Formen des Kapitalismus:

    Finanzkapitalismus

    Der Finanzkapitalismus lebt von Erträgen des Kapitals.
    Er lebt vom Mehrwert den der Wertätige durch seine Arbeitskraft erwirtschaftet - durch die FREMDE Arbeitskraft!

    Sozialkapitalismus

    Der Soziakapitalist im modernen Sozialstaat lebt vom sozialem Kapital einer Gesellschaft. Das soziale Kapital sind die Einrichtungen, die eigentlich dafür geschaffen worden sind, in Not geratene Werktätige zu unterstützen. Der Sozialkapitalist möchte jedoch seinen Lebensunterhalt nicht von der eigenen Arbeitskraft, sondern von der FREMDEN Arbeitskraft bestreiten. In dieser Zielsetzung unterscheidet er sich nicht vom Finanzkapitalisten.

    Das Drama des Werktätigen im modernen Sozialstaat ist es, doppelt ausgebeutet zu sein - vom Finanzkapitalismus und vom Sozialkapitalisten.

    Wenn man als Werktätiger auf den Lohnzettel guckt, und sieht was da alles abgezogen wird für unseren Sozialstaat - dann frägt man sich: zahlt man mehr Kohle an den Unternehmer - oder an Faulenzer?

    Die Ausbeutung der Werktätigen durch Faulenzer ist offenbar nicht unerheblich: um 1.000 Euro Sozialhilfe oder bedingungsoses Grundeinkommen zu bekommen müsste ein Finanzkapitalist bei 5% Verzinsung ein Kapital von 1.000 x 12 /0,05 = 240.000 Euro besitzen.

    Ein bediungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro beutet den Werktätigen also genauso aus wie ein Erbe, der von seinen Eltern 240'000 Euro geerbt hat.

    Die Linke lebt im Geiste immer noch im Zeitalter der Industrialisierung. Die heutigen Formen der Ausbeutung der Werktätigen im modernen Sozialstaat sind noch nicht notwendiger Art und Weise programmatisch berücksichtigt worden.

    An dieser Stelle möchte ich auf August Bebel verweisen, der Faulheit aufs schärfste verurteilt hat. Ein Parteigänger wie August Bebel würde jedoch heute mit seiner Meinung von der SPD ausgeschlossen werden: sein Bibelzitat "wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen" entspräche sicherlich nicht mehr der Parteilinie.

    Arbeiterführer wie Kurt Beck ("Waschen, rasieren, dann finden Sie auch einen Job!") und Franz Müntefering ("Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen") sind einige wenige Ausnahmen!

    Die meisten Linkspolitiker heutzutage sind jedoch keine Arbeiterführer mehr,
    sondern vertreten die Rechte der Faulenzer gegen die arbeitenden Bevölkerung!
    Welche "Rechte der Faulenzer" schreien Sie denn da heraus?
    Etwa das Recht nach der Ablehnung einer - wie auch immer gearteten Arbeit - 30 Prozent der Unterstützung einzubüssen.

    Grauenhaft mit welchen Vorurteilen hier einige das komplette soziale Klima vergiften.


TOP



TOP